Liegengeblieben ...

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KallesDS
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Re: Liegengeblieben ...

Beitrag von KallesDS »

Wenn es das war Glückwunsch.
Drahtbürste, Bremsenreiniger oder Nitroverdünung, Druckluft, Stehbolzen eindrehen mit Schraubensicherung. Zwei Muttern kontern.
Schraubensicherung mittel- bis hochfest.
Tripoden aufsetzen und kontrollieren ob der Gewindeteil bis in die Tripodenfläche reicht. Es gibt unterschiedliche Gewindelängen und somit Stehbolzen.
Muttern auch mit Schraubensicherung. Drehmoment beachten. 3/8 Nuss z.B. Hazet sitzt satt drauf und Verlängerung ist schlank genug um gut ran zu kommen.
Dann ist Ruhe. Bremsscheibenschlag und Anlagefläche kontrollieren. Rechte Seite auch nachbessern.
Wenn die rechte Seite ohne Tripode ist durch fühlen und vergleichen mit links sicherstellen das intern keine Beschädigung da ist.
Hackt es oder ist deutliches Spiel radial oder sogar axial fühlbar, muss die Seite ab und überholt werden.

6 auf einen Streich ohne Vorwarnung, gruselig.

Gruß
Karl
21ie HA 3/70 Pallas AC519
Til Verified
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Re: Liegengeblieben ...

Beitrag von Til Verified »

OK - das muss aber wie Karl schon schrieb, schon vorher ziemlich geklappert haben - auch wenn es richtig Arbeit ist: ich wuerde die Bremsscheibe ausbauen und mir die Getriebeausgangswelle inkl. Gewinde genau anschauen und nicht einfach die Stehbolzen wieder reinschrauben und hoffen, dass das jetzt haelt (das naechste mal evtl. nicht bei "sehr geringer Geschwindigkeit").

Viel Erfolg - Til

PS: das mit rueckwaerts auf den Trailer laden wird leider immer wieder gemacht obwohl es durch Entlastung der Hinterachse des Zugfahrzeuges oft zum Totalverlust des gesamten Gespannes fuehrt - ich kenne jemanden, der das mit DS als Zugfahrzeug und DS auf dem Haenger ueberlebt hat (die DSen nicht)
Jint Nijman Verified
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Re: Liegengeblieben ...

Beitrag von Jint Nijman Verified »

Karl hat geschrieben:
>>>Stehbolzen eindrehen mit Schraubensicherung.

Sorry, aber die Anwendung von Schraubensicherugn ist überflüssig und nicht sinnvoll.

Ich kann mich nicht vorstellen das da nicht irgendetwas kaputt gegangen ist. Die 6 Stehbolzen sind ja wohl kaum alle 6 gleichzeitig heraus geflogen. Am Ende wird für ganz kurze Zeit nur noch eine vorhanden gewesen sein, und die kann durch die dann sehr einseitige Belastung kaum ohne verbiegen etc. gebrochen oder heraus geflogen sein.
Jint
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Nordlicht Verified
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Re: Liegengeblieben ...

Beitrag von Nordlicht Verified »

Jint Nijman hat geschrieben: Mo 3. Mär 2025, 23:05 ... das da nicht irgendetwas kaputt gegangen ist. Die 6 Stehbolzen sind ja wohl kaum alle 6 gleichzeitig heraus geflogen. Am Ende wird für ganz kurze Zeit nur noch eine vorhanden gewesen sein, und die kann durch die dann sehr einseitige Belastung kaum ohne verbiegen etc. gebrochen oder heraus geflogen sein.
Die Befürchtung habe ich auch. Den kompletten Überblick über die Stelle habe ich leider och nicht. Ich hoffe, am Wochenende durch Demontagen freie Sicht darauf zu bekommen. Reicht da das Abnehmen des linken Vorderreifens? Von oben verdeckt ja alles mögliche den Blick.
DS 21 Pallas Halbautomat - Erstzulassung 06 ´72
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hgk Verified
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Re: Liegengeblieben ...

Beitrag von hgk Verified »

Moin,

man kann die Stehbolzen auch mit einer Hutmutter festziehen.
Wenn man eine Kugel einlegt, geht das Ganze auch spielend wieder los.
MsG
Hans

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Jint Nijman Verified
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Re: Liegengeblieben ...

Beitrag von Jint Nijman Verified »

hgk hat geschrieben: Di 4. Mär 2025, 07:54 man kann die Stehbolzen auch mit einer Hutmutter festziehen.
Wenn man eine Kugel einlegt, geht das Ganze auch spielend wieder los.
Nach eine Minute nachdenken habe ich denke ich verstanden was gemeint ist.
Das hört sich in Prinzip wie eine gute und interessante IDee an, aber wo bekommt man eine passende solide Hutmutter her?
Jint
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Re: Liegengeblieben ...

Beitrag von Jint Nijman Verified »

Nordlicht hat geschrieben: Di 4. Mär 2025, 06:51 Die Befürchtung habe ich auch. Den kompletten Überblick über die Stelle habe ich leider och nicht. Ich hoffe, am Wochenende durch Demontagen freie Sicht darauf zu bekommen. Reicht da das Abnehmen des linken Vorderreifens? Von oben verdeckt ja alles mögliche den Blick.
Ich würde das komplette Rad abnehmen, nicht nur den Reifen (ok, blöde Bemerkung).

Wenn aber das Rad ab ist kannst du die Antriebswelle ein Stück heraus ziehen (die wird nur noch von eine oder zwei(?) kleine Schrauben gehalten wenn das Rad ab ist). Aufpassen dass die Tripodeskugeln nicht im Sand fallen, bzw. dafür sorgen dass der Gummibalg auf das Tripodesgehäuse sitzen bleibt.

Danach solltest du von der Seite und von unten den Getriebeausgang inspizieren können.
(Bilder würden mich und andere Persone hier wahrscheinlich auch interessieren)

Wenn du dich unter dem Auto legst, das Auto bitte solide und sicher abstützen!!!
Jint
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KallesDS
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Re: Liegengeblieben ...

Beitrag von KallesDS »

Guten Tag,

die Antriebswelle muss gezogen werden.
Eine Kontrolle ist besser wenn noch mehr demontiert wird. Für die Untersuchung der Schäden sollte auch die Bremsscheibe weg. Für einen ersten Eindruck reicht es die Welle herauszuziehen.
Durch die Löcher in der Bremsscheibe könnten neue Bolzen geschraubt werden. Es würde sofort auffallen ob sich die Gewinde locker anfühlen oder sogar schief sind. Ausbrüche oder sonstige Beschädigungen der Gewinde evtl. mit Endoskop Kamera. Bilder wären auch hier möglich.
Saubermachen mit Bremsenreiniger.

Mein Post überschneidet sich gerade. Bilder wären gut. Fachmann vor Ort besser.

Wo steht den der Wagen?

Natürlich auch das Tripodengehäuse und die Kugeln und Laufbahnen innen anschauen.

Es ist hoffentlich selbstverständlich das ausgenudelte, oder in diesem Fall ausgeschlagene, Innengewinde nicht wieder verwendet werden. Aus diesem Grund habe ich es nicht erwähnt. Eine Kontrolle auf Beschädigungen sollte natürlich genauso dazugehören.

Die Stehbolzen sollten natürlich auch keinen Gewindeflankenschwund besitzen. Alte Stehbolzen habe teilweise nicht mehr ausreichend Gewinde.
Aber hier kommen ja neue zum Einsatz. Die Festigkeitsklasse der Muttern und Bolzen habe ich gerade nicht zur Hand.

Falls die Innengewinde defekt sind muss die Differentialwelle ausgetauscht werden. Ausbau der linken Seite und zerlegen.
Im Gegensatz zum Gehäuse geht hier der Tausch der Welle ohne Probleme 1 zu 1. Teile sollte es genug geben.
Nachziehen der internen Muttern, Kontrolle des Schrägkugellagers und Gehäuses, wäre damit auch erledigt.

Ein Austauschgehäuse müsste an der Bundlänge angepasst werden. Hier spielen 1/100 mm eine entscheidende Rolle.

Das sich die Verschraubung gelöst hat ist nicht nur auf die Montageart Mutter mit Stehbolzen einschrauben zurückzuführen. Es gibt auch andere Ursachen (Unwucht im Rad, Schwingungsdämpfer an der Antriebswelle)
Gerne weiter Ursachen nennen.
Einschraubtiefe und Klemmlänge sollten gepasst haben. Anziehdrehmoment setze ich natürlich voraus.

Auch ist ein sattes Anliegen der Tripodengehäuse wichtig. Eine Repro hatte einen falschen Lochkreisdurchmesser. Hier war ein flächiges Anschrauben gar nicht möglich.

Mit “gruselig“ meinte ich auch sehr unwahrscheinlich. das sich sechs Stehbolzen gleichzeitig verabschieden.
Wie Jint schreibt wird es wohl Beschädigungen geben.

An Jint
Welchen Nachteil ich aber durch eine der wenigen wirksamen Losdrehsicherungen bekomme
erschließt sich mir nicht. Ich ziehe auch die Stehbolzen mit Drehmoment an.
Ein Herausdrehen ist möglich, aber nur wenn gewollt.
Ein Nachbessern der rechten Seite wäre sinnvoll.
Wo ist der Nachteil?

Grüße
Karl
PS: Ich hoffe dass es gute fachlich Unterstützung vor Ort gibt.
21ie HA 3/70 Pallas AC519
Jint Nijman Verified
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Re: Liegengeblieben ...

Beitrag von Jint Nijman Verified »

KallesDS hat geschrieben: Di 4. Mär 2025, 10:41 Welchen Nachteil ich aber durch eine der wenigen wirksamen Losdrehsicherungen bekomme
erschließt sich mir nicht. Ich ziehe auch die Stehbolzen mit Drehmoment an.
Ein Herausdrehen ist möglich, aber nur wenn gewollt.
Ein Nachbessern der rechten Seite wäre sinnvoll.
Wo ist der Nachteil?
Ich habe nicht von Nachteil gesprochen. Ich habe nur geschrieben das es Überflüssig und nicht sinnvoll ist.

Das anziehen von sowohl Stehbolzen als auch Mutter mit dem richtigen Drehmoment reicht aus.
Citroën hat bei der Montage kein Loctite (oder ähnliches) verwendet.
Jint
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KallesDS
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Re: Liegengeblieben ...

Beitrag von KallesDS »

Danke an Jint für die schnelle Antwot.

Ich habe mich wohl wieder missverständlich ausgedrückt.
Gibt es außer einem Nutzen auch schädliche Folgen bei der Verwendung von Loctite bei dieser Verschraubung?
Es wird, duch das anheben des Reibbeiwertes, ein Losdrehen zusätzlich erschwert.,

In den 50er bis 70er jahren gab es auch noch Sprengringe, Zahnscheiben und sonstiges unnützes schmückendes Beiwerk bei Verschraubungen.
Die Wirksamkeit von vielen dieser "Schraubensicherungen" wurde wiederlegt. Aus optischen Gründen findet man diese Elemente aber noch oft.

Ich vertraue auf meine Erfahrungswerte und verwende, in solchen Bereichen wie hier besprochen, Schraubensicherung flüssig fest.
Ein korrektes Montieren und die zusätzliche Kontrolle der Bauteile hätte vieleicht auch ausgereicht.


Gruß
Karl
21ie HA 3/70 Pallas AC519
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