Unerträgliche Nazis
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Carsten_SM
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Re: Unerträgliche Nazis
Jetzt mal provokant gefragt: angenommen, mit dem Verfahren kriegt man den Typ da weg aus seiner Position.
Macht man damit die AFD nicht noch wählbarer ? Weil dann ist der Cheffe ja weg ?
Carsten
Macht man damit die AFD nicht noch wählbarer ? Weil dann ist der Cheffe ja weg ?
Carsten
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Christian T
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Re: Unerträgliche Nazis
Umgekehrt wird ein Schuh draus.
Im Moment denken viele, die AFD könne gefahrlos als Protestpartei gewählt werden.
Wenn die gezeigt bekommen, dass einer der führenden Köpfe so weit rechts denkt, dass seine Äußerungen und Handlungen nicht mehr mit unserer Verfassung in Einklang stehen, lassen sie hoffentlich ab von ihrem unbedachten Tun.
Wählbar würde dieser Haufen m.E. nur dann, wenn er sich selber von Hocke und Konsorten distanzieren würde.
Im Moment denken viele, die AFD könne gefahrlos als Protestpartei gewählt werden.
Wenn die gezeigt bekommen, dass einer der führenden Köpfe so weit rechts denkt, dass seine Äußerungen und Handlungen nicht mehr mit unserer Verfassung in Einklang stehen, lassen sie hoffentlich ab von ihrem unbedachten Tun.
Wählbar würde dieser Haufen m.E. nur dann, wenn er sich selber von Hocke und Konsorten distanzieren würde.
- Zitrönenfalter Verified
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Re: Unerträgliche Nazis
Na, da habe ich doch meine Zweifel!Christian Tolksdorf hat geschrieben: Mi 17. Jan 2024, 19:08 Umgekehrt wird ein Schuh draus.
Im Moment denken viele, die AFD könne gefahrlos als Protestpartei gewählt werden.
Wenn die gezeigt bekommen, dass einer der führenden Köpfe so weit rechts denkt, dass seine Äußerungen und Handlungen nicht mehr mit unserer Verfassung in Einklang stehen, lassen sie hoffentlich ab von ihrem unbedachten Tun.
Wählbar würde dieser Haufen m.E. nur dann, wenn er sich selber von Hocke und Konsorten distanzieren würde.
Auch wenn es "sachlich gesehen", nenne ich es jetzt mal, natürlich positiv und richtig ist, etwas gegen Radikale (ganz gleich ob Rechts oder Links!) zu unternehmen, ändern wird das in der Gesellschaft genau gar nichts!
Werden die negativen Effekte am Ende nicht höher als die positiven sein?
Die Hardcore-Nazis werden nur ihren "Helden des Widerstandes gegen das System" oder wie auch immer sie ihn nennen mögen feiern. Und weiterhin Nazis sein!
Die Lücke in der Führungsspitze der AFD werden andere füllen (ich wette, da unterschreibt sogar der eine oder andere aus genau diesem Grund die Petition), da gibt es keinen Mangel! Die AFD wird sich deshalb ganz sicher nicht auflösen.
Protestwähler werden weiterhin nicht Grüne oder SPD oder FDP wählen - warum auch, an deren katatstrophaler Politik ändert sich ja nichts durch diese Aktion.
Und (damit habe ich persönlich z.B. ein Problem, und deshalb unterschreibe ich auch nicht obwohl ich Höcke so nützlich finde wie einen zweiten Darmausgang): Das Aberkennen von Bürgerrechten ist etwas, was ich von Nazis erwarte, nicht von Demokraten!
Fähige Demokraten machen eine Politik, die dem Bürger überhaupt keinen Anlass gibt, mit dem Rechten Rand zu kuscheln. DA liegt hierzulande der Hase im Pfeffer!
Und am Ende könnte der Schuß auch übel nach hinten losgehen - wenn die Aktion misslingt, ist der Höcke am Ende ein "stattlich geprüfter Nicht-Nazi" - bessere Werbung für die AFD kann man nicht machen...
Und selbst wenn die Petition erreicht was sie will - Medienpräsenz bringt sie der AFD so oder so.
ID 19 Bj. 1961 Blanc Paros / Helanca Rouge
ID 19F Ambulance Bj. 1961 (Mj. 1962) Blanc Carrare / Helanca Rouge
ID 19F Ambulance Bj. 1961 (Mj. 1962) Blanc Carrare / Helanca Rouge
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Matthias Gebauer
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- Registriert: Di 1. Feb 2005, 20:04
Re: Unerträgliche Nazis
Ich muss gestehen, daß mir der Artikel 18 des Grundgesetzes bisher unbekannt war und empfinde die Aberkennung einzelner Bürgerrechte auch als eine sehr extreme Maßnahme.
Man sollte aber berücksichtigen, daß unser Grundgesetz vor dem Hintergrund der vergangenen zwölf Jahren Naziherrschaft entworfen wurde, Die Tatsache, daß die NSDAP mit der Hilfe parlamentarischen Demokratie der Weimarer Republik an die Macht kam und ebendiese dann umittelbar abschaffte, bzw. außer Kraft setzte, war vermutlich der Beweggrund für diesen Artikel.
Stichwort wehrhafte Demokratie...
Die Anwendung des Artikels auf Herrn Höcke halte ich unter diesem Gesichtspunkt für gerechtfertigt.
Leider ist er nur einer von vielen AfD Politikern, die immer unverhohlener dem völkischen Gedanken huldigen.
Einer Ideologie , die zur grausamen Ermordung von sechs Millionen Juden führte, einen Krieg entfesselte, der (nicht nur) Europa in Schutt und Asche legte und vermutlich über 50 Millionen Menschen das Leben kostete.
Ob eine erfolgreiche Anwendung zu einem Sinneswandel in der AfD führt halte ich tatsächlich für fraglich.
Aber die AfD zu ignorieren, bzw. gewähren zu lassen kann auch keine Alternative sein.
Diesen Fehler machte das Bürgertum der 30er Jahre: Nicht Widerstand zu leisten zu einem Zeitpunkt, an dem es noch gefahrlos möglich war.
Die Folgen sind bekannt...
Matthias
Man sollte aber berücksichtigen, daß unser Grundgesetz vor dem Hintergrund der vergangenen zwölf Jahren Naziherrschaft entworfen wurde, Die Tatsache, daß die NSDAP mit der Hilfe parlamentarischen Demokratie der Weimarer Republik an die Macht kam und ebendiese dann umittelbar abschaffte, bzw. außer Kraft setzte, war vermutlich der Beweggrund für diesen Artikel.
Stichwort wehrhafte Demokratie...
Die Anwendung des Artikels auf Herrn Höcke halte ich unter diesem Gesichtspunkt für gerechtfertigt.
Leider ist er nur einer von vielen AfD Politikern, die immer unverhohlener dem völkischen Gedanken huldigen.
Einer Ideologie , die zur grausamen Ermordung von sechs Millionen Juden führte, einen Krieg entfesselte, der (nicht nur) Europa in Schutt und Asche legte und vermutlich über 50 Millionen Menschen das Leben kostete.
Ob eine erfolgreiche Anwendung zu einem Sinneswandel in der AfD führt halte ich tatsächlich für fraglich.
Aber die AfD zu ignorieren, bzw. gewähren zu lassen kann auch keine Alternative sein.
Diesen Fehler machte das Bürgertum der 30er Jahre: Nicht Widerstand zu leisten zu einem Zeitpunkt, an dem es noch gefahrlos möglich war.
Die Folgen sind bekannt...
Matthias
Re: Unerträgliche Nazis
Bei allem was gegen die Petition spricht, stumm zusehen ist keine Lösung. Da stimme ich Matthias zu.
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Hans-Uwe Fischer
- Beiträge: 1834
- Registriert: Do 30. Jan 2003, 08:27
Re: Unerträgliche Nazis
Bei allen Widrigkeiten im Umgang mit der Gesetzesgebung, könnte man ja im Kleinen beginnen. So haben doch auch Nazis hier im DS-Club und Forum nix zu suchen. Da müssten nur die Aufnahmekriterien und Statuten auf diese Situation entsprechend angepasst werden.
huf
huf
Re: Unerträgliche Nazis
Da stimme ich Dir gerne zu.Hans-Uwe Fischer hat geschrieben: Do 18. Jan 2024, 13:44 Bei allen Widrigkeiten im Umgang mit der Gesetzesgebung, könnte man ja im Kleinen beginnen. So haben doch auch Nazis hier im DS-Club und Forum nix zu suchen. Da müssten nur die Aufnahmekriterien und Statuten auf diese Situation entsprechend angepasst werden.
huf
Die Erfahrung von Michael und auch von mir vor einiger Zeit zeigen aber auch auf, das jeder einzelne hier dann auch Position beziehen sollte - unabhängig davon, ob man sonst sich auf den Pelz schauen kann oder nicht. Mir fehlte das damals. Und es war dann der zweite Schlag. Fühlt sich einfach nicht schön an.
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Hans-Uwe Fischer
- Beiträge: 1834
- Registriert: Do 30. Jan 2003, 08:27
Re: Unerträgliche Nazis
Dass jeder Einzelne Position beziehen sollte, wäre eigentlich eine demokratische und weiterführende Idee. Wenn wir es schaffen, unsere ideologischen Vorbehalte und unseren Hass auszuklammern und nur tolerant, objektiv und sachlich zu agieren, könnten wir die Spaltung in D verhindern. Solange wir aber politische Talkshows und Medienlandschaft als schlechte Vorbilder haben, ist es m.E. fast unmöglich. Die Gleichung: Wer nicht links ist, muss rechts sein. Und wer rechts ist, ist ein Nazi und wer ein Nazi ist, leugnet den Judenmord usw., usw,. Das muss aufhören!Boßhammer hat geschrieben: Do 18. Jan 2024, 14:34Da stimme ich Dir gerne zu.Hans-Uwe Fischer hat geschrieben: Do 18. Jan 2024, 13:44 Bei allen Widrigkeiten im Umgang mit der Gesetzesgebung, könnte man ja im Kleinen beginnen. So haben doch auch Nazis hier im DS-Club und Forum nix zu suchen. Da müssten nur die Aufnahmekriterien und Statuten auf diese Situation entsprechend angepasst werden.
huf
Die Erfahrung von Michael und auch von mir vor einiger Zeit zeigen aber auch auf, das jeder einzelne hier dann auch Position beziehen sollte - unabhängig davon, ob man sonst sich auf den Pelz schauen kann oder nicht. Mir fehlte das damals. Und es war dann der zweite Schlag. Fühlt sich einfach nicht schön an.
Ich erinnere mich gerne zurück an Helmut Schmidt, Willy Brandt, Herbert Wehner, Egon Bahr usw.. Wenn wir uns an diese erfolgreichen Regierungsjahre in unserem Handeln und Denken wieder rückbesinnen, dann hat D wieder eine Zukunft.
huf
BTW: Ich habe Herrn Helmut Schmidt persönlich während eines Fluges in einer Luftwaffen-Boeing 707 kennengelernt. Auch privat ein großartiger Mensch.
Re: Unerträgliche Nazis
Da sprichst Du ein großes Wort aus... Argumentieren gerät leider völlig außer Mode, es wird (von jeder Seite!) nur der schnelle Effekt gesucht. Meiner Meinung nach auch ein Ergebnis der Tatsache, dass ein Politiker ja nicht so sehr dem Wähler, als vielmehr der eigenen Partei gefallen muss, denn die bestimmt über den sicheren Listenplatz.Hans-Uwe Fischer hat geschrieben: Fr 19. Jan 2024, 14:20
Wenn wir es schaffen, unsere ideologischen Vorbehalte und unseren Hass auszuklammer nur tolerant, objektiv und sachlich zu agieren, könnten wir die Spaltung in D verhindern. Solange wir aber politische Talkshows und Medienlandschaft als schlechte Vorbilder haben, ist es m.E. fast unmöglich. Die Gleichung: Wer nicht links ist, muss rechts sein. Und wer rechts ist, ist ein Nazi und wer ein Nazi ist, leugnet den Judenmord usw., usw,. Das muss aufhören!
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M. Ferchaud
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Re: Unerträgliche Nazis
Meiner Ansicht nach wäre diese Partei selbst dann nicht wählbar. Die rechtsradikale Gesinnung hängt ja nicht nur von einzelnen Nasen ab.Christian Tolksdorf hat geschrieben: Mi 17. Jan 2024, 19:08 Wählbar würde dieser Haufen m.E. nur dann, wenn er sich selber von Hocke und Konsorten distanzieren würde.