Verstellknopf Zündzeitpunkt ID19 1958

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Georg
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Registriert: Mo 6. Jun 2005, 09:16

Re: Verstellknopf Zündzeitpunkt ID19 1958

Beitrag von Georg »

Hi Georg,

Bitte, freut mich, wenn meine Abhandlung Dir weitergeholfen haben sollte.

Möglicherweise vertraue bei den Langhubern eher Roberts Empfehlung, die Eyquem fahre ich zwar in der DS19 sehr erfolgreich (Paris und retour), sie sind aber möglicherweise eher für die späteren Modelle prädestiniert.

Weiß jemand (Robert, Ralf), ob die verteilerlosen Doppelunterbrecherzündungen (ID bis '63??) ebenfalls schon eine Fliehkraftverstellung hatten?
Mit der Fliehkraftverstellung kann man sich (so man über ein gutes, geschultes Gehör) wie mit den heute üblichen Klopfsensoren an die Klopfgrenze herantasten, sprich, bei z.B. Vollast bergauf nimmt man die Zündung zurück, bei z.B. Autobahn bergab kann man etwas mehr als den Richtwert einstellen...
Früher gab es "Autler" oder "Automobilisten", die hatten halt noch Handlungsspielraum und Verantwortung ihrem begrenzt haltbaren Motor gegenüber. Heute wird der Lenker mehr und mehr von der Ramsis-Puppe (eine Schablone zur virtuellen Ergonomiebeurteilung) abgelöst und "das Volant" unterscheidet sich nur mehr durch weniger Platzangebot von den übrigen Sitzen.

Georg, der Pflicht sollte nun die Kür folgen, borge oder besorge Dir die oben genannten Meßgeräte und schau, weshalb der Wagen unrund läuft...

Viel Glück und Grüße aus Graz

Georg
Georg Ewerhart

Re: Verstellknopf Zündzeitpunkt ID19 1958

Beitrag von Georg Ewerhart »

Juchhuu, sie läuft!

Danke für alle Eure Hilfe.
Habe gestern mit frischem Super und frischen Bosch W5AC-Zündkerzen ein echtes Aha-Erlebnis gehabt. Brauchte den roten Start-Nippel nur anzutippen (bei voller Spät-Stellung und ein wenig gezogenem Choke), da lief sie schon, meine Göttin.
Sie erhob sich ziemlich schnell, und die Hydraulik scheint trotz der langen Standzeit noch dicht zu sein. Aber da wollen wir mal nicht zu früh jubeln.
Jetzt werde ich wohl, wie mein Namensvetter Georg aus Graz empfiehlt, der Pflicht die Kür folgen lassen. Die Göttin läuft zwar im Standgas sehr schön ruhig, sie nimmt aber nur unwillig das Gas an.
Danke noch einmal, Georg, für die detaillierten Hinweise zu den notwendigen Arbeiten. Vermutlich werde ich mir die Geräte zum Einstellen nicht selbst besorgen, sondern die Arbeiten von dem schon genannten Autoelektriker, den ich übrigens sehr empfehlen kann (Franz-Josef Grewe 02505/1003), machen lassen.
Was mir, Georg, an den beschriebenen Arbeiten nicht ganz klar ist: Wohin kommt die Skala und was muss an der Skala modifiziert werden ("Eine Zündskala von einem späteren Modell einbauen, Füße verlängern und bei der WaPu mitschrauben". Könntest Du dazu vielleicht sogar ein Foto liefern? Zudem habe ich noch keine solche Skala. Wer hat so eine über?

Herzliche Grüße
Georg Ewerhart
Georg
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Registriert: Mo 6. Jun 2005, 09:16

Re: Verstellknopf Zündzeitpunkt ID19 1958

Beitrag von Georg »

Hallo Georg,

die Zündskalen sind in den meisten späteren (Schlacht-)Déesses drin, Dirk Sassen verkauft sie auch. Habe die "Füße", also die Laschen, mit denen die Skala angeschraubt wird in der Mitte durchtrennt und im Winkel und in der Länge so versetzt, dass die Meßskala (also der Querbalken zwischen den Laschen) direkt an der Riemenscheibe (die größte, an der Nockenwelle) ziemlich oben in der Mitte sitzt. Die abgetrennten Laschen hab ich an den WaPu-Schrauben fixiert und so gebogen, dass ich Zwischenbleche einheften konnte. War ca. eine Stunde Pfriemelei, jetzt klappts. Sobald ich eine Digi-Cam zur Verfügung habe, mach ich ein Foto...

Wo die Skala sitzt ist egal, denn Du mußt ohnehin erst dann am O°-Strich die Markierung an der Riemenscheibe machen (ich hab eine zweite am 6°-Strich gemacht, der wahren Position der Markierung vor OT).

CIao und Frohe Weihnachten

Georg

Sensenmann
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Re: Verstellknopf Zündzeitpunkt ID19 1958

Beitrag von Sensenmann »

...hannes hat geschrieben: Sa 17. Dez 2005, 10:29 Tschuldigt, wenn ich da reinquatsche, aber die Sache interessiert mich und ich möchte zur Zündzeitpunktverstellung noch folgendes wissen:
a) Weshalb war es in 58er Modellen wichtig, schnell mal auf den Zündzeitpunkt zugreifen zu können. Fehlte damals noch die Fliehkraftverstellung und man musste im höheren Drehzahlbereich per Hand Vorzündung regulieren?
b) Geschah das mittels Schneckenantrieb, der den Zündverteiler verdrehte oder wurde dafür eine noch elegantere Lösung gefunden?

PS: Was bin ich dem Menschen dankbar, der mir mit seiner Erfindung das Verlassen des behaglichen Innenraums bei Wind und Wetter erspart, und ich vom Fahrersitz aus die verdreckte Frontscheibe waschen kann... ;-)
Hallo,
nach so vielen Jahren möchte ich antworten, da ich bei meiner 59er heute mal wieder die Zündung überprüfe:
Bei den frühen Langhubern vor 61 muss man den Ansaugkrümmer komplett abbauen und dazu auch das Kühlwasser ablassen, um überhaupt an die Zündkontakte zu kommen, da der Zündverteiler unmittelbar unter dem Einlasskrümmer liegt. Das ist alles eine Folge des Umbaus des Traction-Motors auf Querstromkopf, weil das Konzept mit dem 6-Zyl. Boxer vor dem Getriebe nicht funktionierte.
Ich hoffe daß ich das heute nicht machen muss. Es ist ein unglaublicher Aufwand, weil auch alles so eng und verbaut ist. Ab 61 wurde das geändert und die Motoren, die nun 83 SAE PS hatten, bekamen auch einen normalen Zündverteiler und nur noch eine Zündspule, statt zwei Doppel-Zündspulen wie im 2 CV.
René
M. Ferchaud
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Re: Verstellknopf Zündzeitpunkt ID19 1958

Beitrag von M. Ferchaud »

Sensenmann hat geschrieben: Sa 3. Jun 2023, 12:05Hallo,
nach so vielen Jahren möchte ich antworten, da ich bei meiner 59er heute mal wieder die Zündung überprüfe:
Hallo René,

das sollte ich bei meiner 58er auch machen. Ich muss zwar eh wegen Kühlerproblem das Kühlmittel ablassen und den Ansaugkrümmer abbauen, um das Thermometer zu installieren, aber ich wäre interessiert, zu erfahren, wie Du vorgehst…

Viele Grüße
Henning
Sensenmann
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Registriert: Di 19. Dez 2006, 14:01

Re: Verstellknopf Zündzeitpunkt ID19 1958

Beitrag von Sensenmann »

Heut emusste ich erstmal die Benzinpumpe abbauen. Die ist undicht.
Ich kann mich aber erinnern, daß ich einen Stehbolzen ausgedreht habe, weil ich den Krümmer sonst nicht abbekommen habe. Außerdem muss man aufpassen, nicht das Restwasser aus dem Krümmer in die Zylinder zu schütten. Das ist so eine richtige, Scheissarbeit!
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