Hallo Dietmar,
ich war gerade mit dem D-Modell und dem Autoreisezug eine Woche in Südfrankreich (Frankfurt - Avignon).
Fazit: Sehr (!) empfehlenswert.
Im Detail: Wir legen die Strecke nach Südfrankreich möglichst zackig zurück, machen also nicht den Weg dorthin zum Ziel. Das ist mit einem "modernen" Auto vielleicht noch erträglich; in der DS finde ich 1.200 km am Stück nicht mehr sooo dolle. Daher die Entscheidung für den Autoreisezug, da ich unbedingt mit der DS fahren wollte.
Das Einchecken geht herrlich unkompliziert und so gar nicht deutsch: keiner drängelt sich vor; keine Hektik. Das hat mich wirklich überrascht - hier fing der Urlaub schon sehr früh an.
Die Wagen werden äußerlich sichtgeprüft; evtl. Macken, Dellen, Kratzer etc. auf einem Papier vermerkt, das man in Kopie als Beleg ausgehändigt bekommt. Alles, was nach der Fahrt an Schäden dran sein sollte und vorher noch nicht dran war, geht zu Lasten der DB. Dann folgt der Hinweis auf das Abschrauben der Antenne, um Lackschäden zu vermeiden - geht bei der/meiner DS nicht. Also mit einem Lappen und Klebeband auf dem Dach festgemacht.
Man fährt den Wagen selber auf den Waggon; ich habe dabei den Wunsch nach einem unteren Standplatz geäußert, der auch freundlich und problemlos erfüllt wurde. Ich kann zwar nicht exakt bestimmen, warum unten besser sein soll - das hatte/habe ich mir irgendwie eingebildet.
Die Waggons sind leicht nach unten gebogen; ich konnte jetzt jedoch keinen Platz mit einem richtigen "Knick" ausmachen, auf dem die DS aufliegen könnte.
Oben oder unten einen bestimmten Stellplatz zu erhalten, wird sich m.E. schwer bis gar nicht organisieren lassen, da die Platzvergabe an sich nicht organisiert, sondern frei ist.
Die Auffahrt selbst ist eng, aber noch gut machbar. Am Standplatz die DS ganz heruntergelassen, 1. Gang rein, Handbremse angezogen; dann werden vom Zugpersonal vor die vorderen und hinter die hinteren Räder Krallen eingehakt - und fertig.
Man kommt dann noch bis kurz vor Abfahrt des Zuges an den Wagen, um Sachen zu holen / zu verstauen.
Die Fahrt selber haben wir zu zweit in einem Liegewagenabteilt zugebracht, das wir komplett gebucht hatten. Ich wollte ehrlich gesagt nicht "irgendwelche" Leute in dem engen Abteil unten oder neben mir haben; das war mit den Aufpreis von ca. 150 EUR für hin und zurück wert. Die im Ticketpreis enthaltene Verpflegung ist so la la; der eigene Picknickkoffer mit Rotwein & Co. hat hier für mehr Stimmung gesorgt. Schlafen geht gut, wenn auch (wahrscheinlich) nicht ganz so ruhig wie im heimischen Bett

. Ansonsten vergeht die Zeit zackig.
Ankunft in Avignon war nach ca. 12 Stunden; morgens um 6:30 Uhr. Hier zeigten sich dann die einzigen organisatorischen Schwächen: die Waggons mit den Wagen werden zu einem anderen als dem Hauptbahnhof Avignon gebracht; zu diesem Bahnhof geht es mit einem Shuttle-Bus. Wenn dieser Shuttle-Bus allerdings nicht kommt, steht man erstmal blöd in der Gegend herum - und das eine gute Stunde. War aber hoffentlich eine Ausnahme.
Madame hat keinen Schaden genommen; das 'runterfahren vom Wagen ist eine Sache von wenigen Minuten. Der Urlaub kann beginnen, wobei ein ganzer Tag jeweils für Hin- und Rückfahrt auf der Autobahn "gespart" ist und zusätzlich vor Ort zur Verfügung steht. Ein echtes Plus.
Das gleiche dann auf dem Weg zurück, wobei sich hier eine gewisse gallische Dickköpfigkeit gezeigt hat: Zeitgleich mit mir ist ein Motorrad angekommen, das zuerst auf den Waggon gewunken wurde. Mein Problem: Ich mußte jetzt solange warten, bis ein zweites Motorrad kommt, da immer zwei Motorräder in einer Reihe stehen. Tja, und es hat nur noch eins gefehlt. Und das kam nicht. Also stand ich eine geschlagene Stunde mit Madame vor dem Waggon, bis die offizielle Beladezeit abgelaufen war und ich dann auch endlich mal auffahren konnte - und nur in größerer Hektik den letzten Shuttle-Bus erreicht habe. Das hätte man besser machen können.
Aber dennoch und wie geschrieben - sehr empfehlenswert; wir werden es wieder so machen.
Wenn Du willst, kann ich Dir gerne auch ein paar Bilder von MAdame auf dem Autozug mailen oder/und weitere Fragen beantworten.
Grüße
Michael