LHS2 Situation und Bedarf

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Juergen G Verified
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Re: LHS2 Situation und Bedarf

Beitrag von Juergen G Verified »

Hallo zusammen,

ich war gestern (24.09.2022) in Lipsheim auf dem Teilemarkt. Dabei fiel mir das im Bild ersichtliche mit "LHS" betitelte Produkt auf. Der Behälter ist aus Kunsstoff mit dem heute üblichen Füllstandssichtschlitz.

Der französische Händler (im Teilezelt direkt am parkplatzseitigen Ausgang) versicherte mir gleich mehrfach, dass es kein Silikon wäre. Das Produkt würde in Italien produziert. Leider habe ich vergessen, nach einer Karte zu fragen. Der Händler hatte nur DS-Teile, ins Auge fiel eine überholte grüne Servolenkung für 600 Euro inklusive Garantie. Ansonsten Manschetten für Federung und Lenkung, Instrumente und Kleinteile.

Die Farbe stimmt schon mal ;-). Alles andere kann ich noch nicht sagen, da ich gerade erst gewechselt hatte und ich die versiegelte Flasche nur für eine Geruchs- und gefühlte Schmierigkeitsprobe noch nicht öffnen möchte. Bis zum Beweis des Gegenteils gehe ich davon aus, dass es sich hier analog zu RR363 um eine DOT3-artige Flüssigkeit handelt. Die Warnhinweise stehen dem nicht entgegen.

Kennt das jemand von euch? Seltsamerweise ist ein Teil des Etiketts weggeschnitten, evtl. ein Barcode oder ein Hinweis auf den Hersteller.

Viele Grüße
Jürgen
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Trax Verified
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Re: LHS2 Situation und Bedarf

Beitrag von Trax Verified »

War es wirklich ein französischer Händler?
der im blau- weißen Zelt ist ein italienischer Händler (Ricardo).
Oder hab’s da zwei?
Die Beiträge von Trax stellen keine technische Empfehlung bzw Beratung oder/und Rechtsberatung dar.
In seinen Beiträgen beschreibt er nur wie Trax es machen oder nicht machen würde bzw wie Trax es meint oder nicht meint......
Juergen G Verified
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Re: LHS2 Situation und Bedarf

Beitrag von Juergen G Verified »

Danke, da gab es nur einen. Da er französisch mit mir sprach, habe ich vermutet, er sei Franzose. Dank meiner schlechten Sprachkenntnisse habe ich auch keinen Akzent bemerkt.
M. Ferchaud
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Re: LHS2 Situation und Bedarf

Beitrag von M. Ferchaud »

Juergen G hat geschrieben:Kennt das jemand von euch? Seltsamerweise ist ein Teil des Etiketts weggeschnitten, evtl. ein Barcode oder ein Hinweis auf den Hersteller.
Ich kenne das Produkt nicht. Aber man könnte ja mal eine Analyse durchführen und mit originaler LHS vergleichen.
anieder Verified
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Re: LHS2 Situation und Bedarf

Beitrag von anieder Verified »

Das war Ricardo

Hatte er letztes Jahr schon dabei.

Hydrosphere aus F mixt auch ein eigenes LHS und sagt nicht was drin ist.

Petermann waren immer die Verschleißschutz Additive wichtig, wenn ich seinen Hp Artikel richtig im Kopf habe.

Wenn man nicht weiß was man sucht sind so Analysen imho schwierig.
Die Maschine wo man alle mögliche reinschüttet und dann kommt raus es ist Katzenpisse gibt es wohl nicht :-)

Gruß

Andreas
M. Ferchaud
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Re: LHS2 Situation und Bedarf

Beitrag von M. Ferchaud »

anieder hat geschrieben: Das war Ricardo

Hatte er letztes Jahr schon dabei.

Hydrosphere aus F mixt auch ein eigenes LHS und sagt nicht was drin ist.

Petermann waren immer die Verschleißschutz Additive wichtig, wenn ich seinen Hp Artikel richtig im Kopf habe.

Wenn man nicht weiß was man sucht sind so Analysen imho schwierig.
Die Maschine wo man alle mögliche reinschüttet und dann kommt raus es ist Katzenpisse gibt es wohl nicht :-)

Gruß

Andreas
Nun ja, Klemens hat ja immerhin LHS2 zu 97% bestimmen lassen können. Das wäre die Referenz. Damit könnte man theoretisch jede weitere Flüssigkeit (z.B. auch Petermanns LHS2000, SP19 und die neu angebotenen Produkte vergleichen…

Übrigens hatte ich letzte Woche Kontakt zu einem Automobil-Zulieferer, der für seine Interieur-Produkte Rizinus-Öl im großen Stil verarbeitet..
anieder Verified
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Re: LHS2 Situation und Bedarf

Beitrag von anieder Verified »

Wenn ich mich recht entsinne hatte Klemens Analyse aber gerade die Additive nicht raus analysiert.
So hab ich es mir gemerkt.

Ist so als käme bei der Analyse von Tomaten 97% Wasser raus und alles wäre klar….:-)

Andreas
M. Ferchaud
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Re: LHS2 Situation und Bedarf

Beitrag von M. Ferchaud »

anieder hat geschrieben: Wenn ich mich recht entsinne hatte Klemens Analyse aber gerade die Additive nicht raus analysiert.
So hab ich es mir gemerkt.

Ist so als käme bei der Analyse von Tomaten 97% Wasser raus und alles wäre klar….:-)

Andreas
Na ja, die Alkohole sind schon ein maßgeblicher Bestandteil. Und es wurde ja nicht die aufwändige, sondern nur die „kostenlose“ Standard-Gaschromatografie verwendet, wenn ich mich recht erinnere.
anieder Verified
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Re: LHS2 Situation und Bedarf

Beitrag von anieder Verified »

Genau. Mein ich ja.

Das große Geheimnis wurde nicht gelüftet.
M. Ferchaud
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Re: LHS2 Situation und Bedarf

Beitrag von M. Ferchaud »

Hallo zusammen,

ich zerre diesen Thread noch mal hervor und ergänze ihn um eine Übersetzung des Textes von NuancierDS:


„Fahren in roter DS-Flüssigkeit, von Claude



Die rote Flüssigkeit. Brrr. Der Schrecken der Garagisten, die nicht damit arbeiten wollen: Jeder normale Mensch neigt dazu, sie zu meiden. Umgekehrt macht es aber auch Spaß, in einem Dreiliterwagen im Retro-Look zu fahren, der seine Originalität bewahrt hat.



Wie sieht es aus? Wenn man davon ausgeht, dass es heute kein neues LHS/LHS2 mehr gibt, das man von der Stange kaufen kann, welche praktischen Lösungen kann man dann denjenigen anbieten, die die Umstellung auf die grüne Flüssigkeit vermeiden wollen, da sie den historischen Wert ihres Fahrzeugs verfälschen würde? Wie kann man die ursprünglichen Eigenschaften von LHS heute wiederherstellen? Welches Produkt sollte man konkret verwenden?

image001.jpg



§1 DS oder ID?



Ich habe eine kleine Vergleichsrechnung zwischen einer einfachen ID (ohne DA- oder andere Optionen) und einer DS BVH angestellt:



Bei der DS gibt es 12 Steuerorgane (z. B. Höhenverstellung, Block...) und 6 Ausführungsorgane (Aufhängungszylinder, Kupplungszylinder...), einige davon in mehrfacher Ausführung (2 Höhenverstellungen, 5 Getriebekolben...) und jeweils mit Schiebern (=Hydraulikventil/-schalter) und/oder Kolben (Zylinder).

Insgesamt gibt es 50 Kolben und Schieber in der DS (auf 1 oder 2 genau). Darin befinden sich ca. 20 Schieber, d. h. deren Betriebsspiel im Mikrometerbereich liegt (der berühmteste ist der große Schaltschieber im Block) und die daher von Fall zu Fall in ihrer Buchse eingefahren werden, Betrieb ohne Dichtung. Die Schmierung und die Viskosität der Flüssigkeit ist für sie von größter Bedeutung.



-Bei einer ID hat es 8 davon (Einkolbenpumpe, 4 Aufhängungszylinder und 1 Kolben im Druckregler, 2 Höhenkorrektoren).



-Bei der DS gibt es 3 hydraulische Steuerungen, die in direktem Kontakt mit dem Menschen stehen ("Servosteuerung"): das Bremsventil, den Schalthebel und das Lenkrad.



-Bei einer ID: keine.



Eine schlechte Flüssigkeit (alt, kontaminiert oder ungeeignet) macht sich bei der DS viel stärker bemerkbar. Aber die Folgen in Form von Verschleiß und Leckagen sind bei IDs die gleichen. Aus diesem Grund verallgemeinern die meisten Berichte von ID-Besitzern: "Ich benutze dieses oder jenes anstelle von LHS und es funktioniert sehr gut". Ich würde gerne sehen, wie oft sie ihre Dichtungen austauschen, wenn es möglich ist, oder ihre Organe, wenn die Kolben/Zylinder abgenutzt sind. Aber während der Fahrt bemerken sie nichts. Es muss viele Blockaden und interne Lecks geben, aber die Hochdruckpumpe ist da, um das auszugleichen...



Übrigens, warum wurden die Kiemen an den Kotflügeln mit dem AM 60 bei der DS eingeführt und nicht bei der ID?

Es heißt "um den Motor zu kühlen". Das mag sein, aber die Motorisierung ist nicht so unterschiedlich.

Wahrscheinlicher ist: "um die LHS zu kühlen".



Meine letzten Untersuchungen deuten darauf hin, dass der Temperaturanstieg und die damit verbundene höhere Fließfähigkeit der LHS die Hydrauliksteuerung weniger angenehm macht. Und es scheint, dass dies mit der "LHS1" (rot) noch stärker der Fall war.

:Das damals verwendete Pflanzenöl reagierte noch empfindlicher auf Temperaturschwankungen als das synthetische Schmiermittel der LHS2.

Schlussfolgerung:



Bei einer ID ist der Einfluss der Flüssigkeit weniger auffällig, aber die Schäden sind dieselben, wenn man die Grundlagen nicht beachtet.



Bei einem DS-Hydraulikgetriebe ist die Flüssigkeit von entscheidender Bedeutung. Vor allem bei Hitze (Schalten)

image002.jpg



§2 Einige Definitionen



Bei der Frage, welche "rote" Flüssigkeit man heutzutage in eine DS geben soll, hört man allerlei Anekdoten über Silikon, Endlosflüssigkeiten mit Rizinusöl, PAG oder sogar Rapsöl.



Hier sind einige Parameter, die Sie im Hinterkopf behalten sollten:



Demulsion



Die Demulgierung und das Schäumen sind sehr wichtige Parameter für eine Flüssigkeit aus einem "Hydraulikkraftwerk", da die Pumpe und die Rückläufe (Druck und/oder hoher Durchfluss) Blasen erzeugen, die sich schnell im Tank absetzen können müssen, der im Übrigen dafür ausgelegt ist (Steigrohre und Absetzwände). Es muss also unter allen Umständen verhindert werden, dass emulgierte Flüssigkeit von der HD-Pumpe angesaugt wird, da diese Blasen komprimierbar sind (und Wasser enthalten). Aus diesem Grund empfiehlt Citroën auch, die Flüssigkeit langsam in den Tank zu gießen, da sie dann in ihrer Gesamtheit emulgiert und von der Pumpe angesaugt wird, wodurch die Blasen in das gesamte System gelangen. In diesem Zusammenhang wird auch empfohlen, die Bremsen ohne Druck zu entlüften.

Bremsflüssigkeiten sind im Gegensatz zu Hydraulikflüssigkeiten nur selten auf diese Parameter ausgelegt, außer a priori 5.1 und einige DOT4.

Die ältere DOT3 hingegen ist in Bezug auf die Demulgierbarkeit (bei DS-Anwendungen) oft katastrophal, obwohl sie manchmal wegen seiner weniger hygroskopischen Eigenschaft als die anderen Flüssigkeiten bevorzugt wird. Diese mehr oder weniger hygroskopische Eigenschaft der verschiedenen DOTs sollte minimiert werden, da eine regelmäßige Entleerung ausreicht, um diesen Nachteil zu beseitigen.





Mischbarkeit



Mischbarkeit und Emulsion: Die Mischung von zwei nicht mischbaren Flüssigkeiten ist eine Emulsion. Rizinusöl ist nicht wasserlöslich (außer sulfatiertes Rizinusöl), Bremsflüssigkeiten sind es in sehr unterschiedlichen Anteilen. Rizinusöl ist also streng genommen nicht mit der Bremsflüssigkeit mischbar, sondern vermischt sich und bildet so eine mehr oder weniger gelungene Emulsion. Bei PAG hingegen, einem chemisch gleichartigen Produkt, kann man von einer Mischbarkeit sprechen, die wiederum (leider) je nach den in den beiden Produkten enthaltenen Zusätzen und Bestandteilen variiert. Da die Zusatzstoffe, Bestandteile und Proportionen unbekannt sind, kann man nur durch empirische Versuche die "richtige Mischung" herstellen.

Je besser die Emulsion aus Bremsflüssigkeit und Rizinus (oder PAG) ist, desto besser ist ihre Stabilität und Kältebeständigkeit.



§3 Konkrete Alternativen zu LHS-2, eine Seite wird umgeblättert...



Besitzer von DSs und IDs, die noch mit der roten Flüssigkeit arbeiten und nicht auf mineralische Flüssigkeit (LHM) umsteigen wollen, haben heute folgende Möglichkeiten:



3.1-LHS-2 einführen



a) Die Verwendung von alter LHS-2 (Lookeed, BP, Fina usw.) ist, sofern man sie findet, zu riskant, da Polyglykole in geschlossenen Kanistern nur etwa 20 Jahre haltbar sind und sich chemisch umwandeln. Bei Hitze wird ihr PH-Wert zu hoch und es kann zu einer Wasseraufnahme kommen (Polyglykole sind hygroskopisch, d. h. sie nehmen Wasser auf).

b) LHS-2 verwenden, die durch Pentosin neu hergestellt wird. Dieses ist allerdings seit einigen Jahren nicht mehr erhältlich, sehr teuer, wenn man sie findet, und für manche Bestände schon recht alt.

c) LHS-2, die erst kürzlich von Pentosin neu hergestellt wurde (ein letztes Mal...) und im Oktober 2011 exklusiv für einen deutschen Händler (cipere - der franzose) in einer Menge von 4500 Litern verfügbar sein sollte.

Danach wird es aufgrund von speziellen Komponenten, die heute nicht mehr erhältlich sind, wahrscheinlich nie wieder LHS-2 geben.



3.2-Einsetzen einer kompatiblen und mischbaren alternativen Flüssigkeit



3.2.1 Reine DOT 3 oder 4

Eine DS mit reiner DOT (3 oder 4) hält etwa 5/6 Jahre für die Hydraulikkomponenten. Danach ist der Verschleiß so groß, dass Probleme mit der Schaltung und der Höhenverstellung auftreten: Vorzeitige Abnutzung der Schieber, deren Einstellung unbedingt eine Schmierung und eine angepasste Viskosität erfordert. Die beste Wahl stellt das "Igol Blue Ribbon" dar, das bei einigen seriösen Händlern, wie Hydrosphère, unter dem Namen "LHS" verkauft wird. Ist das Betrug? Nein, nur dass die Abkürzung "LHS" bei Igol für synthetische Hydraulikflüssigkeit steht (was für eine Bremsflüssigkeit korrekt ist). Eine weitere "weniger schlechte" Möglichkeit, die von etablierten Händlern angeboten wird, ist RR363, eine "LHS"-Flüssigkeit für Rolls Royce von Castrol, die eine DOT-3-Flüssigkeit ist.



3.2.2 DOT 3 oder 4 + Rizinusöl

Viele von uns haben in dem bemerkenswerten Buch "Les secrets du bureau d'études" das Rezept von Paul Magès aus dem Jahr 1956 für in die USA importierte Autos gelesen: 10% Rizinusöl mit DOT3- oder DOT4-Bremsflüssigkeit mischen, um eine Fließfähigkeit zu erreichen, die der von LHS-2 nahe kommt. Das Problem ist, dass nicht alle heutigen Bremsflüssigkeiten (wir sind weit von den "Lockheed" Bremsflüssigkeiten der 50er Jahre entfernt) mit Rizinusöl richtig mischbar sind. Zweites Problem: Rizinusöl friert bei Kälte relativ schnell ein. Bei etwa 0°C ist der Trübungspunkt schnell erreicht und die Flüssigkeit wird dicker.

Wenn Sie also eine Flüssigkeit haben, die sich gut mit Rizinusöl mischen lässt, und Ihr Auto warm bleibt, ist diese Lösung akzeptabel.



Beispiel: Pentosin "Super DOT4" vermischt sich nicht mit Rizinusöl.

Pentosin DOT 3, Igol Blue Ribbon oder Bendix 55+ hingegen lassen sich perfekt mit Rizin mischen.



NB: Rizinus kann man in der Apotheke kaufen.



3.2.3 DOT 3 oder 4 + PAG

Schließlich wurde 2011 ein vielversprechendes Rezept entwickelt: 20% Polyalkylenglykolöl (PAG 150) in DOT 3 oder 4. Leider ist dieses Öl für die Allgemeinheit nur in einer Form erhältlich: als Schmiermittelzusatz für Autoklimaanlagenkompressoren, die mit R134a betrieben werden.



Warum sollte man PAG verwenden?

PAG ist ein zu 100 % synthetisches Schmiermittel, das bereits zu 10 bis 20 % in den heutigen Bremsflüssigkeiten enthalten ist, da bestimmte Anforderungen (Kupplung) eine gute Schmierung erfordern.

Die Schmiereigenschaften von PAG sind außergewöhnlich gut, es ist mit Polyglykol kompatibel und hat einen niedrigen Fließpunkt. Sein Siedepunkt ist hoch und sein VI ähnlich der DOT oder LHS-2.

Natürlich ist es mit EPDM- und Nitril-Dichtungen kompatibel.

Das Problem ist, dass es keine genaue Norm für diese Additive gibt und man sie daher vorher von Fall zu Fall testen muss. Bisher liefert das PAG 150 von "Liqui Moly" die besten Ergebnisse.

Wenn es mit Ruban Bleu oder 55+ gemischt wird, erreicht es seinen Trübungspunkt nicht oberhalb von -20°C!



3.2.4 das DOT 5.1



Die neueste DOT 5.1 ist eine Mischung aus Polyglykolethern und Borsäureestern, deren Anteile zwischen 15 und 95% variieren. Daher ist bei diesem Produkt Vorsicht geboten (auch wenn es zwangsläufig zu 100 % mit DOT 3 und 4 mischbar ist), da seine variable Zusammensetzung mit einem neuen Bestandteil eine schlechte Assimilation des Rizinus verursachen könnte.

Andererseits gibt es einige, die hauptsächlich aus Polyoxyglykolen bestehen, wie z. B. 90R von Yacco. Nach verschiedenen statischen Tests und Tests auf dem Prüfstand mischt sich diese DOT 5.1-Bremsflüssigkeit sehr gut mit Rizinus und PAG (d. h. mit einem PAG, das selbst als mit Bremsflüssigkeiten mischbar anerkannt ist).

Darüber hinaus, und das ist wahrscheinlich der wichtigste Punkt, gehört sie zu den "modernen" Bremsflüssigkeiten, die mit Kupplungen, ABS usw. funktionieren sollen, und muss daher gute Demulgiereigenschaften haben, was der Fall ist. Dies ist ein sehr wichtiger Vorteil, der bei der DS nicht vernachlässigt werden darf, und den nur die "hochwertigen" DOT 4 (IGOL Ruban Bleu, HAFA mutibrake...) und DOT 5.1 wie 90R bieten.



Mit anderen Worten: Die DOT 5.1 Yacco 90R (aber nicht irgendeine DOT 5.1) mit einem Zusatz von Rizinus oder PAG scheint eine sehr gute Alternative zu sein.



An dieser Stelle fragen Sie sich vielleicht, wie man diese Zauberlehrlingsmischungen mit Rizinus oder PAG herstellen kann? Nichts ist einfacher als das.



§4 Wie man den Chemielehrling spielt



4.1 Prüfen Sie zunächst die Kompatibilität zwischen der gewählten DOT und dem Zusatzstoff (Rizinus oder PAG).



Wenn Sie als Basis-DOT Ruban Bleu (oder Bendix 55+) verwenden, zweifeln Sie nicht, es wird sich perfekt mit Rizinus oder PAG vermischen.



Wenn Sie hingegen eine andere Bremsflüssigkeit als die oben genannten (und von mir selbst auf Herz und Nieren getesteten) mit Rizinus und PAG verwenden, müssen Sie zumindest die Verträglichkeit mit Rizinus selbst testen.



Dazu nehmen Sie ein Glas mit Deckel (z. B. einen Joghurtbecher) und mischen es (ich benutze Spritzen, um kleine Mengen zu dosieren). Mischen Sie und beobachten Sie: Wenn es Ihnen schwerfällt, die Fäden verschwinden zu lassen, ist das ein schlechtes Zeichen. Danach sollte man eine dreitägige Ruhezeit einhalten und prüfen, ob das Rizinusöl an die Oberfläche gelangt ist (Trennung). Wenn das nicht der Fall ist, schütteln Sie den Topf, um zu sehen, ob die Mischung immer noch homogen und frei von Partikeln ist. Wenn alles in Ordnung ist, können Sie diese Bremsflüssigkeit "validieren".



4.2 die praktischen Modalitäten des Mischens



Magès sagt in seinen Erinnerungen an die DS USA: "Ich habe ein Viertel Rizinusöl hinzugefügt und geschüttelt, die Mischung blieb gleichmäßig...".



Aber 1956 waren wir weit von den heutigen DOTs entfernt, das "LOCKHEED" war ein primitives Polyglykol, das praktisch keine Zusatzstoffe enthielt. Es war also eine sehr trockene Flüssigkeit. Keine DOT-Norm, also keine vorgeschriebene Mischbarkeit (also wenig Lösungsmittelverdünner). Selbst ohne Rizinusöl blockiert eine heutiges DOT4 nicht mehr das kalte DS-System, wie es das "Lockheed" tun konnte.



Um die Mischung heutzutage herzustellen, darf man auf keinen Fall schütteln...oder das Rizin in den Tank gießen.



Ich empfehle, ein Glasgefäß mit einem Fassungsvermögen von ca. 1 Liter zu verwenden (ich persönlich habe die Karaffe einer alten Kaffeemaschine benutzt).

Für die Dosierung kann man entweder ein Glas oder einen Messbecher (wie in der Küche) verwenden und die benötigte Menge einfüllen (für 1l Bremsflüssigkeit: 10cl Rizinusöl oder 20cl PAG150). Die Reihenfolge ist egal, aber ich schütte lieber das Rizinus (oder PAG) in die Flüssigkeit als umgekehrt.

Rühren Sie dann Ihren Trank mit einem sauberen Stab (am besten aus Metall, ein sauberer Schraubenzieher tut es auch) und beobachten Sie das Ergebnis (daher die durchsichtige Glaskaraffe). Wenn die Mischung homogen ist und keine Fäden oder Irisierung aufweist, ist sie bereit zum Ausgießen. Das machen Sie so oft, wie es nötig ist, je nachdem, wie viel Inhalt Ihr Behälter hat, um den Tank des Autos zu füllen (5L).

Ich empfehle, die Mischung erst anzurühren, wenn Sie sie ins Auto gießen (oder einige Tage vorher, wenn sie in einem geschlossenen Behälter aufbewahrt wird): Das ist wichtig, weil DOT hygroskopisch ist und sehr leicht Feuchtigkeit aus der Luft aufnimmt. Ein weiterer Grund: Ein Kanister DOT ist nach dem Öffnen ein Jahr haltbar, ungeöffnet kann er über 20 Jahre aufbewahrt werden. Ich empfehle daher auch, Bremsflüssigkeit in kleinen Dosen (250ml oder 1l) zu kaufen, anstatt in großen 5L-Kanistern, damit ein Kanister, den man nicht vollständig aufbraucht, nicht beschädigt wird.



§5 einige Wahrheiten



-Die rote LHS aus den Anfängen der DS ist weit entfernt von LHS-2, und ihr heutiger Ruf ist überbewertet, oft aus Unwissenheit und/oder von Leuten, die sie nicht verwenden.

-Es gibt keine Probleme mit dieser Flüssigkeit, wenn man die Wechselintervalle einhält, das Auto gepflegt wird und regelmäßig fährt.



-LHS-2 ist hygroskopisch wie alle Bremsflüssigkeiten (Polyglykol) und greift wie alle Bremsflüssigkeiten Lacke an. Sie muss also, wie alle Bremsflüssigkeiten, regelmäßig gewechselt werden.



-Reine Bremsflüssigkeit sollte man nur in Notfällen verwenden. Dies wird von Citroën seit Beginn der DS in den Handbüchern schwarz auf weiß geschrieben. Ihre Fließfähigkeit ist zu gering (Funktionsprobleme) und ihre Schmierung viel zu gering (Verschleißprobleme).



-Es dauert 4 bis 5 Jahre (natürlich abhängig von der Nutzung), um die hydraulischen Organe einer DS mit reinem DOT konsequent zu verschleißen. Zuerst die HD-Pumpe, dann die Korrektoren und alle Schieberorgane.



-Keine reine Bremsflüssigkeit hat den Anspruch, LHS-2 zu ersetzen, deren Formulierung komplex ist (Schmiermittel, Schaumverhinderer, Antioxidantien, sehr niedriger Fließpunkt usw.).



DOT-5 ist auf Silikonbasis hergestellt. Es wurde bereits alles darüber gesagt, es ist eine "Lösung", die man vergessen kann.



Castrol RR363 ist eine DOT3-konforme Bremsflüssigkeit, die für ältere, gefederte RRs vom Typ Citroën vorgesehen ist. Sie ist kein Ersatz für LHS-2 (zu dünn). Für IDs ist sie akzeptabel.



-Bremsflüssigkeit hat eine durchschnittliche Viskosität von 8 mm²/s (bei 40 °C), LHS-2 zwischen 15 und 16, LHM um die 20.



-Rizinusöl hat eine durchschnittliche Viskosität von 300 mm²/s und PAG 150...von 150 mm²/s. Man braucht also doppelt so viel PAG 150 wie Rizinusöl, um die erforderliche Viskosität von etwa 15 mm²/s zu erreichen. Also: 10 % für Rizinus, 20 % für PAG 150.



Die Entdeckung und Erprobung des DOT/PAG-Mixes ist noch nicht lange her, und es fehlt noch an Erfahrung mit DS oder ID (Experimente laufen noch). Aber alle Berechnungen und Tests, die durchgeführt wurden, geben ihm einige Punkte Vorsprung gegenüber der DOT/Rizinus-Mischung. Vorausgesetzt, man findet und verwendet das "richtige" PAG...



-Pflanzliche Flüssigkeiten (Raps) sind mit Vorsicht zu genießen (zu hoher Fließpunkt, Probleme mit bestimmten Dichtungen). Und ich spreche hier von industriellen pflanzlichen Hydraulikflüssigkeiten, nicht von Frittieröl.



Industrielle Hydraulikflüssigkeiten auf Wasser/Glykol-Basis (Feuerschutz) enthalten zu viel Wasser und sind nicht alle mit EPDM (synthetischem Gummi) kompatibel.



§6 Praktische Entscheidung: Was ich mit meiner DS 1961 machen werde.



Nachdem ich meine Bestände an Original-LHS2 und Pentosin aufgebraucht habe, plane ich Folgendes.



1- die neue LHS2-Produktion von Cipere zu kaufen (erhältlich ab Nov. 2011), die höchstwahrscheinlich die letzte sein wird.

Denn nichts geht über die Originalformel, auch wenn der angekündigte Verkaufspreis prohibitiv ist.



2- Danach, wenn dieser Vorrat erschöpft ist, werde ich auf die Mischung Igol Ruban Bleu oder Yacco 90R + 20% PAG 150 von "Liqui Moly" umsteigen.



Natürlich interpretieren Sie diesen Artikel auf Ihr eigenes Risiko, er spiegelt nur meine Versuche und Meinungen wider, es ist Ihre eigene Verantwortung, die Sie bei der Auswahl der Flüssigkeit tragen.



Sie können auch die Schlussfolgerungen von Mark L. Bardenwerper nachlesen:

http://citroen.cappyfabrics.com





ND DRD: Seit 2020 ist die Pentosin-Neuproduktion von Cipere erschöpft. Wir sollten daher zu den von Claude beschriebenen Lösungen zurückkehren. Eine weitere Alternative ist das Produkt für Rolls Royce: https://www.beroparts.com/news/rr363-castrol


https://www.nuancierds.fr/Tribune14.htm


Viele Grüße
Henning
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