@ Ingo:
Auch wenn es „nur“ den dauerhaften Betrieb der Lima bei ihrer Vollast bedeutet, genau das wird auf Dauer nicht gut sein. Die wird ausgelegt sein auf einen Betrieb im Mittellast - Bereich. Warum sollte man die Kühlung und die Lager auf Dauer - Vollast auslegen als Entwickler, wenn das nicht notwendig ist ? Kostet nur Material und Geld. Also stirbt sie irgendwann den Heldentod. Wobei das anfangs, bei neuer Batterie, nicht so fühlbar ist. Die hält ihre Ladung, das zu liefernde Energiedelta ist nicht so riesig, daher der Innenwiderstand höher, da passt es noch. Der Lima ist ja egal, ob sie 20 Ah an eine 60er oder 200er abgeben muss. Blöd wird es später, wenn die große Batterie leerer wird als die Lima mit entsprechendem Ladefaktor plus Momentanverbrauch, siehe unten, nachliefern kann. Dann läuft sie Vollast, und das mag sie auf Dauer nicht. Formal müsste man auch prüfen, ob die Leitungsquerschnitte für die Thermik bei Dauer- Vollast ausreichend sind, ich könnte mir vorstellen, das das nicht zwingend immer so ist, je nach Konstrukteur.
Ich hab mal versucht einen 200 Ah 6v Block aus einer PV Anlage mit einem CTek 0.8 / 6v zu laden. Das CTek wird brüllend heiß, weil es dauerhaft „alles“ geben muss. Hab ich dann gelassen, ich brauch das CTek noch.
@ Til:
Die Info, dass Bleibatterien einen gewissen Mindest- Ladestrom brauchen, um durch die Vorgänge an der Oberfläche das Blei sauberzuhalten, habe ich aus einem größeren PV - Bhkw- Insel- Projekt mit Studer vor etwa 5 Jahren.
Dazu findet man z. B. hier beim Zentralverband der Elektroindustrie, Fachverband Batterien, auf Seite 4:
https://www.zvei.org/fileadmin/user_upl ... 1.2016.pdf
„Als typischer Ladefaktor ist ein Wert von 1,2 anzusehen.
Ein zu geringer Ladefaktor bewirkt eine unvollständige Ladung, Sulfatierung und damit eine reduzierte Kapazität. Ein zu hoher Faktor führt zu erhöhtem Wasserverbrauch und verstärkter Korrosion.
Ladefaktor
Ladefaktor ist der Faktor, mit dem die bei der Entladung entnommene elektrische Ladung zu multiplizieren ist, um die zur Wiederherstellung des ursprünglichen Ladezustandes der Batterie erforderliche Ladungsmenge zu bestimmen.
Und
Der Ladestrom sollte
• min. 1/10 der Nennkapazi-
tät in Ampere betragen
und
• die Hälfte der Nennkapazi-
tät in Ampere nicht überschreiten.“
Wenn Du nun versuchst, eine fast leere 100 Ah Batterie mit einer 25Ah Lima zu laden, dann bist Du weit außerhalb des Ladefaktors von 1.2, und das geht auf Dauer nicht gut.
Bei Mastervolt findet sich:
„Ladestrom
Als Faustregel für Gel- und AGM-Batterien gilt, dass der Mindest-Ladestrom 15 bis 25% der Batteriekapazität betragen sollte. Während des Ladens werden angeschlossene Geräte normalerweise weiter mit Strom versorgt; dieser Stromverbrauch muss den 15-25% hinzugerechnet werden.
Eine 400 Ah-Batteriebank und eine angeschlossene Last von zehn Ampere benötigen also z.B. eine Batterieladekapazität zwischen 70 und 90 Ampere, damit die Batterie innerhalb einer angemessenen Zeitspanne aufgeladen werden kann. Der maximale Ladestrom beträgt 50% bei einer Gel-Batterie und 30% bei einer AGM-Batterie.“
Mehr wollte ich jetzt nicht noch raussuchen.
In den allermeisten praktischen Fällen wird es so sein, dass die Grenzen, in denen es noch funktioniert, eingehalten werden, aber ne 50A Lima an einer 200 Ah Batterie wird nicht dauerstabil sein.
Carsten