Solex Vergaser Diagnose/Überholung

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Claude-Michel
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Re: Solex Vergaser Diagnose/Überholung

Beitrag von Claude-Michel »

Ich denke schon, dass ein Vergaser mit überholten Buchsen leichter einzustellen ist.
Alls Laie würde ich behaupten, dass dieser Überschuß an Luft was an der Drosselwelle vorbeiströmt, nur im Leerlauf relevant ist. Wenn die Drosselklappen offen sind, spielt das keine Rolle mehr.
Dieses Einströmen von "Nebenluft" kann doch mit der Leerlaufdüse kompensiert werden, oder nicht?

Ich möchte mit diesen Behauptungen nicht verhindern, dass jemand sein Vergaser überholen lässt.
Es sind nur Überlegungen falls jemand einen Vergaser hat der anfängt, im Leerlauf zu mager und dadurch nicht mehr so gut einstelbar zu sein. Dadurch könnte man den Leerlauf wieder einigermaßen zu einem brauchbaren Modus bekommen und auch eine eventuelle Abgasprüfung mit Erfolg durchführen.
Die Diskussion ist gestartet.......;-)
Gruß
Claude-Michel
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Hans-Uwe Fischer
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Re: Solex Vergaser Diagnose/Überholung

Beitrag von Hans-Uwe Fischer »

Claude-Michel hat geschrieben: Ich denke schon, dass ein Vergaser mit überholten Buchsen leichter einzustellen ist.
Alls Laie würde ich behaupten, dass dieser Überschuß an Luft was an der Drosselwelle vorbeiströmt, nur im Leerlauf relevant ist. Wenn die Drosselklappen offen sind, spielt das keine Rolle mehr.
Dieses Einströmen von "Nebenluft" kann doch mit der Leerlaufdüse kompensiert werden, oder nicht?
Ich möchte mit diesen Behauptungen nicht verhindern, dass jemand sein Vergaser überholen lässt.
Es sind nur Überlegungen falls jemand einen Vergaser hat der anfängt, im Leerlauf zu mager und dadurch nicht mehr so gut einstelbar zu sein. Dadurch könnte man den Leerlauf wieder einigermaßen zu einem brauchbaren Modus bekommen und auch eine eventuelle Abgasprüfung mit Erfolg durchführen.
Die Diskussion ist gestartet.......;-)
Da ist jeder Satz richtig!

Ja, man könnte die unerwünschte Nebenluft kompensieren. Leider geht dann aber die Leerlaufdrehzahl nach oben. Der Vergaser lässt sich somit also mehr oder weniger nicht richtig einstellen.

HUF
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Claude-Michel
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Re: Solex Vergaser Diagnose/Überholung

Beitrag von Claude-Michel »

Hans-Uwe Fischer hat geschrieben:...Der Vergaser lässt sich somit also mehr oder weniger nicht richtig einstellen....
Ja, das ist halt die Frage: in wie Weit kann man noch b'scheißen?
An meinem Vergaser habe ich neue Buchsen an den Wellen. Die hintere der ersten Stufe ist aber trotzdem nicht ganz dicht. Ich gehe davon aus, dass auch die Welle leicht abgenützt ist.
Ausserdem, sind die Venturi-Bohrungen nicht mehr ganz rund. Der Vergaserfuß ist etwas verbogen da wahrscheinlich in der Vergangenheit zu stark angezogen wurde.
Mit einer leicht größeren Leerlaufdüse, fast komplett geschlossene Drosselklappen und ganz geschlossene Leerlaufverstellschaube (Motorseitig)
ist es noch möglich 800/min einzustellen. Wie schon gesagt: ruhiger Leerlauf mit einem CO von 1,43 %.
Gruß
Claude-Michel
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uwe.v11
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Re: Solex Vergaser Diagnose/Überholung

Beitrag von uwe.v11 »

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Hans-Uwe Fischer
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Re: Solex Vergaser Diagnose/Überholung

Beitrag von Hans-Uwe Fischer »

Claude-Michel hat geschrieben: Ja, das ist halt die Frage: in wie Weit kann man noch b'scheißen?
An meinem Vergaser habe ich neue Buchsen an den Wellen. Die hintere der ersten Stufe ist aber trotzdem nicht ganz dicht. Ich gehe davon aus, dass auch die Welle leicht abgenützt ist.
Ausserdem, sind die Venturi-Bohrungen nicht mehr ganz rund. Der Vergaserfuß ist etwas verbogen da wahrscheinlich in der Vergangenheit zu stark angezogen wurde.
Mit einer leicht größeren Leerlaufdüse, fast komplett geschlossene Drosselklappen und ganz geschlossene Leerlaufverstellschaube (Motorseitig)
ist es noch möglich 800/min einzustellen. Wie schon gesagt: ruhiger Leerlauf mit einem CO von 1,43 %.
Wenn man von außen an die Buchsen Starthilfespray sprüht, bekommt man ein Gefühl dafür, wie es um die Buchsen/Welle steht.

Eigentlich ist es garnicht so schwer, sich selber solche Buchsen aus Rotguss zu drehen. In der Regel sind die Wellen kaum abgenutzt. Was ich absolut nicht empfehlen kann, ist das Planfräsen des Befestigungsflansches. Da wird bei der nächsten Montage das ermüdete und dünnere Material noch mehr nachgeben. Nach Möglichkeit die alte Dichtung wieder passgenau montieren und mit einem geeigneten Dichtmittel die Dichtflächen leicht bestreichen.

Viel wichtiger ist m.E., den Vergaser mechanisch zu entlasten. Große, bzw. schwere Luftfilter würgen häufig am Vergasereinlass. Besonders, wenn das elastische Material über die Jahre völlig aushärtet ist. Diese Bewegungen und Dauervibrationen gehen dann auf den Befestigungsflansch des Vergasers.

HUF
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Claude-Michel
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Re: Solex Vergaser Diagnose/Überholung

Beitrag von Claude-Michel »

Hans-Uwe Fischer hat geschrieben:Wenn man von außen an die Buchsen Starthilfespray sprüht, bekommt man ein Gefühl dafür, wie es um die Buchsen/Welle steht.
Ja, so hat es "ein von den letzten" Vergaserspezialisten rausgefunden, dass die eine Buchse doch nicht ganz dicht ist. Damals habe ich neu ausgebuchst und der Leerlauf war immer noch schlecht. Ich habe den Tipp von diem Vergaserspezialisten bekommen und bin hin weil ich selber wenig Erfahrung hatte. Mehr als das hat er auch nicht gefunden, aber es war schon mal das. :-)
Hans-Uwe Fischer hat geschrieben:Was ich absolut nicht empfehlen kann, ist das Planfräsen des Befestigungsflansches.
Heute würde ich es auch nicht mehr machen aber wie gerade geschrieben war ich vor 15 Jahren noch nicht so weit und habe das gemacht was man so gelesen hat. :-(

Die Bohrungen sind schon etwas aufwendig:
_ man kann nicht einfach von einer Seite zur anderen durchbohren sonst gibt es ein "Loch" an der Innenseite der Wellen und die Luft fließt an der Drosselklappe vorbei.
_ Man muss vor einer Seite und dann von der anderen Seite ein Sackloch bohren. Aber....die müssen fluchten sonst dreht die Welle nicht mehr.
Das schreibe ich jetzt nicht für dich Uwe, und auch nicht für die die schon wissen. ;-) Ist nur so, zur Info.
Gruß
Claude-Michel
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Ulrich T Verified
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Re: Solex Vergaser Diagnose/Überholung

Beitrag von Ulrich T Verified »

Gut, jetzt wird es also komplex. Testen mit Starthilfespray muss ich wohl nicht, wenn ich das Spiel schon spüren kann und bei stehendem Motor eingespritzter Kraftstoff an der Welle nach außen tropft. Vom Motorlauf her war mir nichts aufgefallen, der Leerlauf war sehr niedrig stabil. Erst jetzt, als die Welle auch ein bisschen hängt in Endstellung, ist mir das aufgefallen. Jedenfalls muss ich handeln, denke ich.

Jetzt geht es aber um die Lösung des Problems. Selber aufarbeiten kann ich den Vergaser selbstredend nicht. Ich bin bisher davon ausgegangen, dass bei er Vergaserrevision insbes. die Lager neu ausgebuchst werden. Damit sollte ich doch wieder ein optimales Ergebnis erhalten, oder habt Ihr da andere Erfahrungen gemacht?
Oder erstmal einen Repro versuchen, die Investition ist ja nicht so extrem?

Grüße
Ulrich
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Andreas B. Verified
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Re: Solex Vergaser Diagnose/Überholung

Beitrag von Andreas B. Verified »

Claude-Michel hat geschrieben:
Die Bohrungen sind schon etwas aufwendig:
_ man kann nicht einfach von einer Seite zur anderen durchbohren sonst gibt es ein "Loch" an der Innenseite der Wellen und die Luft fließt an der Drosselklappe vorbei.
_ Man muss vor einer Seite und dann von der anderen Seite ein Sackloch bohren. Aber....die müssen fluchten sonst dreht die Welle nicht mehr.
Das schreibe ich jetzt nicht für dich Uwe, und auch nicht für die die schon wissen. ;-) Ist nur so, zur Info.


Das verstehe ich nicht, das Material der Buchse schliesst doch das durchs Bohren vergrösserre "Loch" wieder.
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Thomas Held Verified
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Re: Solex Vergaser Diagnose/Überholung

Beitrag von Thomas Held Verified »

Andreas B. hat geschrieben:

Die Bohrungen sind schon etwas aufwendig:
_ man kann nicht einfach von einer Seite zur anderen durchbohren sonst gibt es ein "Loch" an der Innenseite der Wellen und die Luft fließt an der Drosselklappe vorbei.
_ Man muss vor einer Seite und dann von der anderen Seite ein Sackloch bohren. Aber....die müssen fluchten sonst dreht die Welle nicht mehr.
Das schreibe ich jetzt nicht für dich Uwe, und auch nicht für die die schon wissen. ;-) Ist nur so, zur Info.



Das verstehe ich nicht, das Material der Buchse schliesst doch das durchs Bohren vergrösserre "Loch" wieder.
Aber nicht in der Form der Wandung des Luftwegs! Ich habe meine Messingbuchsen mit einer passenden Halbrundfeile entsprechend bearbeitet.
Gruss

Tom
Gruß

Tom
Andreas B. Verified
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Re: Solex Vergaser Diagnose/Überholung

Beitrag von Andreas B. Verified »

Aha, das ist gemeint. Wurde bei meinem in Auftrag gegebenen Vergaser wohl auch so gemacht. Jedenfalls sitzt die Buchse bündig im Lufttrichter.

Gruss Andreas
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