62er DS19 Anlasserkalamitäten

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Dschaexn
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Re: 62er DS19 Anlasserkalamitäten

Beitrag von Dschaexn »

Hallo zusammen,

ich habe mit großem Interesse den Thread bis hier hin gelesen, da ich ein ähnliches Problem habe (ID 19B, BJ '71, mit Ducellier-Anlasser, Batterie voll geladen). Der Magnetschalter klackt nur, kein Vorschub, der Anlasser reagiert nicht.
Daraufhin Anlasser ausgebaut, Plusleitung vom Anlasser am Magnetschalter getrennt und Magnetschalter separat direkt an Batterie (auch mit ext. Batterie/Starthilfe) getestet. Der Schalter klackte manchmal, manchmal gelang auch der Vorschub des Ritzels.
Beim Demontieren der Plusleitung am Anlasser schon gesehen, dass diese ziemlich morsch ist (Isolierung bröckelt weg und ca. 50% der Litze sind gebrochen, außerdem stark oxidiert).
Sah alles nicht gut aus, daher beschlossen, wenn eh schon defekt und Ersatz höchstwahrscheinlich zwingend notwendig, dann aufmachen und schauen, was man retten kann.
Mittlerweile habe ich Magnetschalter und Anlasser weitestgehend zerlegt (siehe Bilder).
Dschaexn
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Registriert: Mi 7. Mär 2018, 16:36

Re: 62er DS19 Anlasserkalamitäten

Beitrag von Dschaexn »

Hallo zusammen,

ich habe mit großem Interesse den Thread bis hier hin gelesen, da ich ein ähnliches Problem habe (ID 19B, BJ '71, mit Ducellier-Anlasser Typ 6215C, Batterie voll geladen). Der Magnetschalter klackt nur, kein Vorschub, der Anlasser reagiert nicht.
Daraufhin Anlasser ausgebaut, Plusleitung vom Anlasser am Magnetschalter getrennt und Magnetschalter separat direkt an Batterie (auch mit ext. Batterie/Starthilfe) getestet. Der Schalter klackt, anfangs erfolgte auch der Vorschub des Ritzels, dann nicht mehr.
Beim Demontieren der Plusleitung am Anlasser schon gesehen, dass diese ziemlich morsch ist (Isolierung bröckelt weg und ca. 50% der Litze sind gebrochen, außerdem stark oxidiert).
Sah alles nicht gut aus, daher beschlossen, wenn eh schon defekt und Ersatz höchstwahrscheinlich zwingend notwendig, dann aufmachen und schauen, was man retten kann.
Mittlerweile habe ich Magnetschalter und Anlasser weitestgehend zerlegt (siehe Bilder).
Zunächst zum Anlasser, die Plus-Kohle ist stark verschlissen, die Masse-Kohle sieht noch aus wie neu. Die Plus-Kohle könnte ich so wie der Anlasser jetzt zerlegt ist tauschen und wie im Thread beschrieben anlöten. Allerdings wäre da noch die zerbröselte Zuleitung. Um die zu Erneuern müssen wahrscheinlich auch die Erregerspulen raus (die vier breiten Schlitzschrauben)? Noch lässt sich nämlich der Rotor nicht aus dem Stator ziehen. Irgendwas blockiert. Wenn es die Schlitzschrauben sind, ... die sitzen bombenfest!

Zweite Baustelle bleibt wohl der Magnetschalter, der ja im ausgebauten Zustand nicht zuverlässig den Vorschub bedient hat. Wenn ich ihn händisch zusammendrücke, werden die Plus-Anschlüsse für Magnetschalter und Anlasser gebrückt, das scheint also noch zu funktionieren. Nur kann man den Magnetschalter noch weiter demontieren/öffnen?
Alle elektrischen Kontakte (Relais an Batterie, alle 3 äußeren Kontakte am Magnetschalter) sind/waren stark oxidiert, das könnte vielleicht erklären, warum der Magnetschalter nicht mehr mit genug Kraft anzieht?

Könnte natürlich einfach den Nachbau-Anlasser kaufen, aber irgendwie ist jetzt mein Ehrgeiz geweckt den originalen Anlasser am Leben zu halten.

Grüße,
Dschaexn
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Claude-Michel
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Re: 62er DS19 Anlasserkalamitäten

Beitrag von Claude-Michel »

Dschaexn hat geschrieben:....Der Magnetschalter klackt nur, kein Vorschub, der Anlasser reagiert nicht.
....aufmachen und schauen...
Zunächst zum Anlasser, die Plus-Kohle ist stark verschlissen,.....
Zweite Baustelle bleibt wohl der Magnetschalter, der ja im ausgebauten Zustand nicht zuverlässig den Vorschub bedient hat.....
Mir ist nicht richtig klar ob du den Magnetschalter alleine getestet hast oder mit dem Rest des Anlassers also mit dem Anker in Reihe.
Ich frage deswegen, weil wenn die Kohlen keinen Strom zum Anker durchlassen, dann der Magnetschalter nicht richtig anziehen wird.
Gruß
Claude-Michel
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Dschaexn
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Re: 62er DS19 Anlasserkalamitäten

Beitrag von Dschaexn »

Ich meine mich zu erinnern, dass ich die Plus-Leitung zum Anlasser abgeschraubt hatte, als ich den Magnetschalter alleine geprüft habe. Das werde ich heute Abend aber noch mal prüfen/wiederholen, denn bei dem ersten Test hatte ich die Batterie noch am Plus-Pol des Relais an der Batterie hängen und sowohl Kabel zum Magnetschalter als auch Relais selber weisen starke Oxidation auf, die ich mittlerweile entfernt habe, ebenso ist der Anschluss am Magnetschalter stark oxidiert gewesen.

Mittlerweile ist der Magnetschalter ja vom Anlasser komplett getrennt und die Kontakte sind gereinigt.

Habe in einem anderen Thread des Forums ein sehr gutes Video bei Youtube (https://www.youtube.com/watch?v=KUvXOcXgHYQ) gefunden, das die Demontage und Montage eines Ducellier-Anlassers beschreibt. Hätte ich das vorher gesehen, wäre die Demontage deutlich flotter gegangen. Zum Glück war ich geduldig und es ist nichts kaputt gegangen. Da ich nun weiß, dass die Schraube an der Bremse ein Linksgewinde hat (war zum Glück zu schwach um sie wg. falscher Drehrichtung abzureißen), werde ich als nächstes diese demontieren. Allerdings scheint der Anker, entgegen dem Video bei mir vom Stator blockiert zu werden. Hoffe ich kann nach Demontage der Ankerplatte erkennen, woran das liegt. Denn das Anschlusskabel muss erneuert werden, sonst macht auch der Wechsel der Kohlen keinen Sinn.
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Thomas Held Verified
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Re: 62er DS19 Anlasserkalamitäten

Beitrag von Thomas Held Verified »

Wenn du des Franzoesischen maechtig bist (oder nur fuer die Abbildungen!):

http://bk23.free.fr/MR/583-4_electricit ... lumage.pdf

Auf den Seiten 417-431 ist das Zerlegen und Zusammenbauen der veschiedenen DS-Anlassertypen beschrieben.
Gruss

Tom
Gruß

Tom
Dschaexn
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Re: 62er DS19 Anlasserkalamitäten

Beitrag von Dschaexn »

Danke für den Link, spreche französisch, daher sehr hilfreich (der Hinweis mit dem Linksgewinde steht da natürlich auch drin) ;-)

Rotor nun ordnungsgemäß demontiert. Es ergibt sich das erwartete Bild, die Plus-Leitung von der Batterie mündet in die erste Erregerspule, dann durch alle Spulen zur Bürste. Um die Kohle (hat noch eine effektive Länge von <5mm) und das Anschlusskabel zu erneuern müssen die Spulen wohl raus, denn die Anschlüsse/Lötstellen liegen im Gehäuse und sind kaum zugänglich. Die Befestigungsschrauben der Spulen sitzen aber bombenfest. Habe sie nun von innen und außen mit WD-40 eingesprüht. Mal schauen ob das was bringt. Den Hinweis das Ganze mit einem kurzen Schraubenzieher unter Zuhilfenahme einer Bankpresse zu lösen verstehe ich nicht.

Nächstes Problem ist der Magnetschalter. Habe ihn nun ausgebaut, Anschlusskontakt gereinigt und alleine direkt an der Batterie getestet. Wenn ich Plus und Masse dranhalte funkt es ordentlich (siehe Brandmale auf dem Foto) und das Voltmeter zeigt einen Spannungsabfall an, allerdings regt sich überhaupt nichts! Soweit ich es verstehe, lässt sich der Magnetschalter aber nicht weiter zerlegen?

... der Optimismus das Anlasserpaket wieder zum Laufen zu bringen schwindet langsam...
Til Verified
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Re: 62er DS19 Anlasserkalamitäten

Beitrag von Til Verified »

Gut dass Du Dich traust - wenn Du den Magnetschalter an den richtigen Stellen Strom gibst und es tut sich nichts, dann ist der kaputt - ich glaube nicht, dass man den aufmachen kann und selbst wenn, wirst Du den kaum neu wickeln (lassen) - vielleicht hat jemand noch einen irgendwo rumliegen - mir ist es noch nie gelungen, die Spulenschrauben aufzubekommen, habe es aber auch nich nie mit Schlagschrauber oder sowas versucht - ich denke schon, dass Du da ohne Ausbau der Spulen loeten kannst, allerdings reichen 80W nicht ;-) - ich hab beim letzten mal den (Propangas)Brenner benutzt, und das ging ziemlich gut.

Viel Erfolg - Til
Dschaexn
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Re: 62er DS19 Anlasserkalamitäten

Beitrag von Dschaexn »

Weiß jemand, was der korrekte Wert für den Innenwiderstand des Magnetschalters ist? Ich messe nur 1,5 Ohm, was mir für einen Elektromagneten wenig vorkommt?

Den Anlasser mit neuen Kohlen und Anschlusskabel auszustatten (das Anlöten/Schweißen kriege ich dann auch irgendwie hin) macht für mich nur Sinn, wenn ich einen passenden Magnetschalter finde oder meinen doch noch irgendwie repariert bekomme.

Hat zufällig jemand einen Magnetschalter kompatibel mit dem Ducellier Anlasser 6215 C abzugeben?
Hans-Uwe Fischer
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Re: 62er DS19 Anlasserkalamitäten

Beitrag von Hans-Uwe Fischer »

Dschaexn hat geschrieben: Weiß jemand, was der korrekte Wert für den Innenwiderstand des Magnetschalters ist? Ich messe nur 1,5 Ohm, was mir für einen Elektromagneten wenig vorkommt?
Den Anlasser mit neuen Kohlen und Anschlusskabel auszustatten (das Anlöten/Schweißen kriege ich dann auch irgendwie hin) macht für mich nur Sinn, wenn ich einen passenden Magnetschalter finde oder meinen doch noch irgendwie repariert bekomme.
Hat zufällig jemand einen Magnetschalter kompatibel mit dem Ducellier Anlasser 6215 C abzugeben?
1.5 Ohm ergeben bei 12.0 Volt nur 8.0 A. Das wird wohl so stimmen.

HUF
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Claude-Michel
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Re: 62er DS19 Anlasserkalamitäten

Beitrag von Claude-Michel »

Es ist dir schon bewußt, dass der Magnetschalter zwei Spulen hat? Eine zum Anziehen, eine zum Halten. An welcher machst du gerade rum? An der Richtigen? Oder vielecht an beiden in Reihe?
Mach' mal ein Bild wo du Spannung anlegst.
Gruß
Claude-Michel
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