LHS2 Situation und Bedarf

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Bernhard(Süd) Verified
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Re: LHS2 Situation und Bedarf

Beitrag von Bernhard(Süd) Verified »

sebastianklaus hat geschrieben: Liebe Forumsgemeinde,

mich betrifft es ja als LHM´ler nicht, aber als begeisterter Maschinenbauingenieur muss ich jetzt doch mal schreiben:

Mit großer Verwunderung reibe ich mir die Augen, wenn ich lese, mit welcher unendlichen Leichtigkeit hier einige Forumsteilnehmer unglaublich innovative Mischungen an Hydraulik- / Bremsflüssigkeiten in ihren Wagen ausprobieren (DOT3 / DOT4, Klimanlagenflüssigkeiten, ATF usw. uisf.),
Ich darf daran erinnern:
In den USA und Kanada waren selbst 5 Jahre nach der Produktionsumstellung DS mit LHM noch nicht zulassungsfähig. In Deutschland legen die Spezis vom TÜV sofort das Auto still, wenn die raus bekommen, dass einer in seinen Wagen die falsche Bremsflüssigkeit eingefüllt hat.
Offiziell erlischt jedenfalls in Deutschland die Betriebserlaubnis mit der Mixerei von LHS2. DasThema ist ja nun wirklich sicherheitsrelevant: Alterungsbeständigkeit, Siedepunkte sind sicher ein Thema, ich weiß nicht, was es noch für Kriterien gibt. Das Thema Viskosität bei unterschiedlichen Temperaturen ist dagegen ja offenbar unkritisch.

Jedenfalls erlaube ich mir ganz zaghaft hier die Frage zu stellen, ob sich denn schon jemand der "LHS- Mixergemeinde" jemals die Mühe gemacht hat, mal in die damaligen Specs der Zulassungsbehörden für Bremsflüssigkeiten von PKWs zu schauen ?

Wenn´s mit der DS bis Bj. 8.66 kracht mit Personenschäden und ich wäre Gutachter, ich würde ne Probe aus dem schwarzen Fass entnehmen....

Was ich sagen möchte: ich verstehe ja die Not der LHS´ler, aber hier geht es (ähnlich wie bei den abgedrehten Lagersitzen der Schwingarme) u.U. wirklich um Leben und Tod. An irgend einem Punkt ist die Frage erlaubt, wie weit absolute Originalität sinnvoll ist. Heute gibt es auch keine cadmierten Schrauben, keine wunderbar funktionierenden Asbest- Dichtungen und -isolierungen und auch keine von mir so geliebte Bleimennige mehr.
Safety first !

Vielleicht doch ein Grund mehr, allein schon aus Sicherheitsgründen auf LHM umzustellen ?

viele Grüße
Sebastian.
Hallo,

...da geht ja doch Einiges durcheinander.

Seit wann soll denn z.B. originales LHS "aus Sicherheitsgründen" unzureichend gewesen sein??

"Innovativ" sind die Dot3-ATF-Mischungen eben grade nicht, sondern sie kommen dem Original so nahe wie möglich, werden außerdem von Hydrospère offiziell vertrieben,- informier`Dich halt mal....
Achso - ja-neee, Original ist ja "aus Sicherheitsgründen" unzureichend... , und originalgetreue Mischungen seriösester Hersteller (wie Herrn Petermann bis zu seinem viel zu frühen Tode) gefährden die Betriebserlaunis...

Oder wie oder wasjetz`doch nicht ...???

Na, dann Nix für Ungut und gute Nacht: Be
(Citroenfahrer seit 1980, wie schön :-) )
Jürgen Verified
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Re: LHS2 Situation und Bedarf

Beitrag von Jürgen Verified »

Hallo Ekki,

die Situation hat sich etwas entspannt.
Bei Rolls-Royce wurden ja auch Hydraulikkomponenten von Citroën verwendet, dort war dann die Castrol-Flüssigkeit RR363 vorgeschrieben. In seinem Datenblatt hat sogar Castrol geschrieben, dass das RR363 auch den Citroën-Spezifikationen für LHS2 entspricht: [attachment 14011 RR363.pdf] .
Erstaunlicherweise waren auch bei Castrol vorletztes Jahr die Vorräte aufgebraucht, so dass diese Alternative auch entfallen ist.
Daraufhin hat ein britischer RR-Ersatzteilhändler diese Ersatzflüssigkeit entwickelt. Sie ist z.B. hier: auch in D lieferbar.
Dateianhänge
RR 363.pdf
(18.5 KiB) 82-mal heruntergeladen
Gruß Jürgen
anieder Verified
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Re: LHS2 Situation und Bedarf

Beitrag von anieder Verified »

... und Petermann hatte in einem HP Artikel vor dem RR 363 einmal gewarnt.

Gruß
Andreas
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Robert Verified
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Re: LHS2 Situation und Bedarf

Beitrag von Robert Verified »

Liebe Gemeinde,

ich habe den Artikel aus der HP 2/98 gerade gelesen. Ulf Petermann beschäftigt sich darin ausführlich mit RR 363 und hat es analysieren lassen. Es ist nach dieser Analyse gewöhnliches DOT 3 ohne zusätzliche Additive, was für den Rolli aber kein Problem darstelle, da dieser nur Bremsen und Hinterachs-Niveauausgleich mit der Flüssigkeit betreibt.

Viele Grüsse
Robert
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Ekki
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Re: LHS2 Situation und Bedarf

Beitrag von Ekki »

Robert hat geschrieben: Liebe Gemeinde,

ich habe den Artikel aus der HP 2/98 gerade gelesen. Ulf Petermann beschäftigt sich darin ausführlich mit RR 363 und hat es analysieren lassen. Es ist nach dieser Analyse gewöhnliches DOT 3 ohne zusätzliche Additive, was für den Rolli aber kein Problem darstelle, da dieser nur Bremsen und Hinterachs-Niveauausgleich mit der Flüssigkeit betreibt.

Viele Grüsse
Robert
Nun, das war offensichtlich eine Fake News, denn Castrol ist zum Glück gar nicht so geheimnisvoll, was RR363 angeht, wie Citroën bzgl. LHS.
Es ist die übliche Mischung Dot3 + Rizinusöl

"Castrol RR363 Central System Hydraulic Fluid is a conventional synthetic brake
fluid blended with castor for added lubricity. It is fully approved by Rolls
Royce for use in their hydraulic systems fitted to earlier models. The use of
this fluid was phased out in about 1980, vehicles using this fluid have a
metal reservoir. It is also suitable for use in place of Castrol LHS2 in
pre-1966 Citroën models fitted with a black reservoir."

Zutaten:
Poly(oxy-1,2-ethanediyl), α-butyl-ω-hydroxy-
castor oil, ethoxylated propoxylated

Quelle: Castrol.


Offizielles Datenblatt (inkl. der Inhaltsstoffe) hier:

http://www.rrtechnical.info/RR363_ProductDataSheet.pdf


Das steht auch, dass es Bernsteinfarben ist und nicht stinkt?
Dann ist es ja Pentosin Lichtjahre voraus ;-)

Gruß,
Ekki
anieder Verified
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Re: LHS2 Situation und Bedarf

Beitrag von anieder Verified »

Jetzt könnte man noch spekulieren was die Fake News sind.
Die Analyse die Petermann bekommen hat oder die Hersteller Angabe. Kann Spuren von castor oil enthalten....

Es ging Petemann offensichtlich um den Verschleiß Schutz. Und der war wohl in allen Fällen schlechter als sein Lhs 2000 und LHM.

Gruß
Andreas
Ekki
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Re: LHS2 Situation und Bedarf

Beitrag von Ekki »

Ja klar, ein Welt-Unternehmen hat es nötig, illegal über die Bestandteile seines Öles zu lügen und verleitet ahnungslose Citroën-Fahrer böswillig dazu, ihre Autos kaputt zu machen, indem es sein Öl als LHS2 kompatibel deklariert.

Dazu noch das Unternehmen, dessen Name tatsächlich "Rizinusöl" ist (Castrol).

Leute, Leute...
Ekki
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Re: LHS2 Situation und Bedarf

Beitrag von Ekki »

Andreas B. hat geschrieben: Es mangelt am Vakuum, sonst hätte ich es gern mal versucht.

Andreas
Muss man nur ca. €100.- investieren, soviel kostet ein Exsikkator mit passender Vakuum-Pumpe.

Gibt es alles auf Amazon & Co.
anieder Verified
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Re: LHS2 Situation und Bedarf

Beitrag von anieder Verified »

Ekki hat geschrieben: Ja klar, ein Welt-Unternehmen hat es nötig, illegal über die Bestandteile seines Öles zu lügen und verleitet ahnungslose Citroën-Fahrer böswillig dazu, ihre Autos kaputt zu machen, indem es sein Öl als LHS2 kompatibel deklariert.

Dazu noch das Unternehmen, dessen Name tatsächlich "Rizinusöl" ist (Castrol).

Leute, Leute...
Na ja. Rechnen kann das Welt Unternehmen schon mal nicht.
Nach der Aufschlüsselung sind 25 - 60 % in der Flasche.
Der Rest ist dann Luft?.... :-)

...dass Welt Unternehmen immer die Wahrheit sagen wissen wir ja alle....
Und Petermann hatte keine Ahnung...

Leute Leute.

So macht Spekulieren Spaß.
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Robert Verified
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Registriert: Mo 31. Jan 2005, 00:41

Re: LHS2 Situation und Bedarf

Beitrag von Robert Verified »

Hallo Ekki,

Ulf Petermann war nicht "irgendwer", sondern über lange Jahre der kundigste DS-Hydraulik- und insbesondere LHS-Spezialist in Deutschland.

read.php?32,109592

Er hatte keinen Grund, irgendwelche "fake news" zu verbreiten, ich bin überzeugt, dass die seinerzeit untersuchte Charge RR 363 tatsächlich mangelnde Schmierfähigkeit besass. Das Originalschreiben von Pentosin ist in dem seinerzeitigen Artikel abgedruckt. Das sagt natürlich nichts über das aktuell unter dieser Bezeichnung verkaufte Nachfolgeprodukt aus. Dass die Herstellerfirma "Castrol" heisst, ist aber ebensowenig ein Indiz dafür, dass deren Produkte Rizinusöl enthalten, wie die Markennamen "Botteram" und "Rama" eine Gewähr dafür bieten würden, dass die unter diesen Namen vermarkteten Produkte Milcherzeugnisse sind.

Aber als "Konvertiten" müssen uns beide eigentlich nicht mehr damit befassen.

Viele Grüsse
Robert
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