Til schrieb:
> Um
> die Gesamtwirkung des Anschnallens zu beurteilen,
> duerfte der historische Vergleich mit den von mir
> genannten Zahlen um 1970 (ueber 20,000 Tote)
> wesentlich aussagekraeftiger sein (da wir ja alle
> davon ausgehen, dass die Autos (DS!) und Strassen
> damals, abgesehen vom Gurt, ebenso sicher waren
> wie die heutigen ))
>
Moin Til,
1970 gab es nicht nur keine Gurte, sondern auch keine Leitplanken und keine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Landstraßen mit nur einem Fahrstreifen pro Richtung (die wurde mit der Novelle der StVO anno `71 eingeführt). Somit dürfte die vergleichsweise drastische Reduktion der jährlichen Verkehrsopferzahl auf den heutigen Stand nicht alleine der Gurt- und Anschnallpflicht zuzuschreiben sein.
Hallo Til,
du hast natürlich recht! Eine interessante Zahl für die Wirkung von Gurten und Airbags wäre wohl der Anteil ( die relative Häufigkeit) der Schwerverletzten oder Toten an der Zahl der Unfälle.
Gute Fahrt
Pit
Hallo Georg, das finde ich nun (falls ernst gemeint ziemlich am Thema vorbei - selbstverstaendlich gibt es neben dem Gurt jede Menge Dinge, die die Sicherheit erhoehen, nicht zuletzt der Fahrstil (immer noch Nummer 1!), aber auch ABS etc. und Airbag - letzteres gab es jedoch (im Gegensatz zum Gurt!) in der Zeit, in der die DS produziert wurde, nicht. Warum soll ich also nicht an den Schraeubchen des Risikos drehen, an denen ich eben drehen kann? Also: Fahrstil UND Gurt? - Til
erwischt, war nicht ganz so ernst gemeint. Mich wundert nur immer die Hitzigkeit, mit der solche Statements im Forum verfaßt und abgegeben werden.
Ich hab zu dem ganzen sowieso eine gespaltene EInstellung, da in einer österr. Automobilentwicklungs- und -produktionsfirma angestellt und fürs Gewichtsmanagement (also die Erreichung der (Leer-)Gewichtsziele neben Funktion, Kosten, Qualität und Termin) bezahlt:
Einerseits wird heute jegliches Risiko abgesichert, schneller Heckcrash, EU- und US-Frontcrash, Seitencrash, Pfahlaufprall, etc. etc.
Dann kommen im Interieur noch Splitterverhalten, Kopfaufprall, Seiten- und Curtainairbags dazu, das ganze wird immer schwerer und die Schraube geht nach oben.
Puch 500 ca. 600 kg, VW Touareg 2200 kg Leergewicht. Beide haben das Hauptziel, eine Person mit leichtem Gepäck zur Arbeit zu befördern.
Jaja, Äpfel und Birnen, aber was halt auch zu erreichen ist, wäre das 1995 (?) unterschriebene Kyoto-Protokoll, das den CO2-Ausstoß limitiert. Wie denn? Schwere Autos brauchen mehr Energie, Energieumwandlung aus fossilen (oder auch nachwachsenden) Brennstoffen verursacht CO2 in seiner (gehen wir mal davon aus) reinsten Form - übrigens auch die längst überflüssigen amerikanischen Weihnachtsbeleuchtungen und Flutlichter mit Bewegungs-meldern mit denen die Katzen der Nachbarschaft spielen - aber das ist eine andere Diskussion...
Was ich damit sagen will: wir erkaufen uns das Sicherheitsgefühl sehr, ich betone sehr teuer und verlassen uns nur mehr auf die Technik. Jemand hat in einem Posting geschrieben, er fahre in einem alten Auto ohne Gurte einfach vorsichtiger, das halte ich für den richtigen Ansatz und so handhabe ich es, gottgläubig und technikhinterfragend mit meiner DS19.
Wenn ich in eine alte, nicht verstärkte Karosse - wer von uns hat denn die Stückliste des DS-Rohbaus auf Blech-Wandstärken bzw. zusätzliche unsichtbare Verstärkungen gecheckt - irgendwelche Forstinger-Gurte mit unsicherer Funktion (jaja die Aufrollung funktioniert und sperren tut er auch, wenn man es nicht will) reinschraube, keine Kopfstützen und keine der mit den Gurten eingeleiteten Kraft trotzenden Sitzrahmen bzw. auf "submarining" ausgelegte Polsterung habe, soll ich mich dann als Kenner der heutigen Crashanforderungen sicherer fühlen - wohl kaum.
Und wenn ich mit 30 Jahre alten, morschen, möglicherweise schon einmal gedehnten Originalgurten unterwegs bin, kann ich dann sorgloser fahren?
Oder kann ich das mit ABS, ESP und der vollen 10fach-Airbag-Ausstattung? Wohl auch nicht... ich hatte schon einige leichtere Unfälle, die schwereren konnte ich möglicherweise mit meinen Fahrtechniktrainings verhindern, wer weiß!?
Ich meine, laßt uns alle üben, besser und streßfreier (mit einem alten Auto statt einem alle 2 Jahre neu entwickleten!?) zu fahren als zu versuchen, die Auswirkungen der Unzulänglichkeiten des einzigen Störfaktors im modernen Auto, des Menschen, zu minimieren...
Die letzte unbeantwortete Frage ist, wozu leben wir, um zu arbeiten und ein 40.000€ teures neues Auto zu kaufen oder arbeiten wir um zu leben...
Wo kommen wir her und wo gehen wir hin...!?
Ehrlich und ganz ernst gemeint nachdenklich
Georg
PS.: vielleicht sind auch nachgerüstete oder alte Gurte besser als nichts, aber ich zerschneide meine B-Säulen-Leuchte niemals nicht.
Hallo Georg,
zur Zeit der DS hat es doch noch keinen Airbag gegeben, weißt du das nicht?
Aber der DS-Club war schon 1993 nicht untätig und hat gleich nach der Kat-Nachrüsteaktion auch einen Nachrüstairbag angeboten - guckst Du Anhang!
Frage: Braucht mein(e) Beifahrer(in) auch ein Lenkrad zur "Ausatmungsunterstützung" auf ihrer Seite, oder reicht ein offenstehender Handschuhfachdeckel?? Vielleicht gepaart mit dem nachgerüstetem Radio, das unter dem Arm.Brett auf die Knie zielt, und somit den Luftausstoß durch ein kräftig dargebotenes "AUA!!" anregt!
Ich erinnere mich an eine Frage an "Autobild":
Bekommt man durch das sehr schnelle Aufpoppen des Airbag einen Hörschaden(Luftverdrängung, Knall)?
Antwort:
Nein, weil der Aufprallknall des Autos durch den Unfall viel lauter ist!
Wow Georg - da muss ich passen Voellig einverstanden mit Deinen Ausfuehrungen zum Gewicht bei den modernen Autos sowie zum wichtigsten Sicherheitsfaktor: dem Fahrstil.
Auch ich wuerde meine B-Saeule nicht zerschnippeln, aber das duerfte nur die wenigsten von uns betreffen, da die meisten (ab 1962) auf werkseitig vorgesehene (und ich nehme mal: an auch irgendwann getestete) Befestigungspunkte zurueckgreifen
Falsch ist sicher auch, bei den Modellen mit den M9-Gewinden in der B-Saeule (bis 1967?) nur eine Schraube (anstatt der Befestigung mit 2 Schrauben und der - allerdings raren - Platte) zu verwenden.
Die Materialstaerken bei den anderen Befestigungspunkten kann ich aus eigener Erfahrung als durchaus gut bezeichnen (eine Warnung bzgl. Rost ist hier jedoch - wie gesagt - sicher angebracht).
Die zusammen geschaetzt 2kg fuer alle Gurte habe ich locker als Dreck und Rost aus den Schwellern entfernt - Kyoto kann aufatmen (naja .
Ausser dem etwas meuhsamen Gehakel nach der Verriegelung der Feststellbremse sehe ich jedoch keinen NACHTEIL im Anlegen der Gurte, so dass ich mit sicheren Vorteilen von allerdings UNGEWISSEM Ausmass gut leben kann.