Frage zum Handbremsklotz DS 23

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Merca1988
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Registriert: Do 12. Okt 2017, 02:42

Frage zum Handbremsklotz DS 23

Beitrag von Merca1988 »

Hallo werte DS-Gemeinde,
lange habe ich nach meinem Studium gespart um mir nun den Traum einer DS 23 Pallas Bj 74 leisten zu dürfen. Während der Probefahrt löste ich die Handbremse nicht vollständig bzw sie hing aufgrund der langen Standzeit und binnen kurzer Zeit trat Qualm in den Fahrgastraum und aus der Motorhaube.
Nach einiger Zeit des Abkühlens konnt ich sie lösen. Nun zu meiner sehr exotischen Frage: Im Fahrzeug sind noch nachweislich die Klötze von 74 verbaut, welche bekanntermaßen Unmengen von Asbest bzw. Krokodylith enthalten. War das nicht bei all dem Qualm und Gestank enorm schädlich durch die Freisetzung? Sollte ich sämtliche Belege tauschen? Ich bitte schonmal vor ab um Entschuldigung da ich mich nicht als Techniker bezeichnen würde und verbleibe mit Dank für eure Einschätzung.

Viele Grüße Merca

aus dem Raum FFM
KW
Beiträge: 474
Registriert: Do 25. Apr 2013, 20:25

Re: Frage zum Handbremsklotz DS 23

Beitrag von KW »

12.10.2017 KW
Guten Morgen,
in normaler Verwendung ist es egal, aus welchem Material die Feststellbremse bestehen würde. Sie wird ja nur zum Feststellen verwendet und unterliegt keinem Verschleiß. Wichtig ist, dass das Auto, am Berg abgestellt, von der Bremse zuverlässig gehalten wird. Du wirst sicher gesehen haben, dass Feststellbremse und Betriebsbremse verschiedene Beläge sind.
Viele Grüße
KW

DS 23, HA, Bj. 73
ACCM Alex
Beiträge: 871
Registriert: So 30. Jan 2005, 02:22

Re: Frage zum Handbremsklotz DS 23

Beitrag von ACCM Alex »

Hallo,

wenn es sich wirklich noch um die Handbremsklötze von 1974 handeln sollte würde ich kompletten Austausch empfehlen. Da die Handbremse aber ja wohl nicht einwandfrei funktioniert und dort wohl einiges gängig gemacht und/ oder ausgetauscht werden muss würde ich das ebenfalls angehen. Es ist jedoch (leider) so, dass ohne Ausbau von Kühler und Lenkung die Handbremsklötze fast nicht zu tauschen sind, da die Handbremszangen dafür vom Getriebe abgeschraubt werden müssen. Wenn jetzt jemand der Meinung ist, dass das auch so geht: das möchte ich sehen, wie das in annehmbarer Zeit zu machen ist. Zumal wenn das Zeug seit 1974 noch nie auseinander war...

Und wenn ich von "langer Standzeit" lese behaupte ich mal, wird die Handbremse eventuell Dein kleinstes Problem sein/ werden und Du wirst einen bunten Strauß von Arbeiten erwarten dürfen, die sich angestaut haben.
Wie lange war die Standzeit? Ist es ein Schaltwagen oder Halbautomat?

Davon unabhängig stellt sich halt die Frage, ob Du zukünftig an dem Wagen alles/ etwas/ nichts selber machen möchtest. In den beiden ersten Fällen möchte ich Dir raten, wie ich es immer in solchen Fällen mache: besorge Dir unbedingt das originale, dreibändige Werksreparaturhandbuch entweder im Original (mittlerweile selten), als Kopie (z.B. www.robri.de) oder als Download.
Denn ohne die darin enthaltenen Informationen wirst Du bei der Wartung/ der Reparatur an Deiner DS gnadenlos untergehen...

Grüße

Alex
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symphatique
Beiträge: 1656
Registriert: Do 15. Feb 2007, 23:51

Re: Frage zum Handbremsklotz DS 23

Beitrag von symphatique »

Bienvenue Merca,

schön, einen weiteren junge/n (`88er Baujahr?) DS-Fahrer/in kennenzulernen.

Da der Qualm ja nun in der Welt ist, musst Du konzentrierte Freigabe der Bestandteile mit der Standzeit verrechnen ...


Du findest in der Rubrik "vis-a-vis" einen Eintrag für den Frankfurter Stammtisch.
Ich empfehle Dir, Dich dort nach Vorstellung nach Spezis in Deiner Nähe zu erkundigen.

Zum Werkstatthandbuch, oder besser noch vorher, empfehle ich Dir eine passende Bedienungsanleitung für Deine Madame.


Mit freundlichem Gruss
Volker
"Das is´nich´kaputt! Das kann man reparieren!"
Merca1988
Beiträge: 4
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Re: Frage zum Handbremsklotz DS 23

Beitrag von Merca1988 »

Schon einmal vielen Dank für die Tipps,
tatsächlich bin ich 88er Baujahr :-).
Die DS ist ein Halbautomat 4- Gang Vergaser und wurde ab 1986 nach einer mittelmässigen Lackierung nur noch ca. 1500 km bewegt. In der Tat scheint alles funktionsfähig, natürlich die Reifen und sämtlichen Flüssigkeiten müssten erneuert werden. Der Rahmen wirkt augenscheinlich auch in Ordnung. Der Lack hat stellenweise Mängel. Der TÜV muss natürlich erneuert werden und eine H Abnahme erfolgen. Ich hoffe ich erlebe hier keine böse Überraschung. In Erlensee gibt es ja auch m.E einen guten Citroën Fachmann. Bevor ich die DS nächste Woche hole werd ich nochmal einen Fachkundigen mitnehmen der auch nochmal drüber schaut.

Weiß denn jemand hier im Kreis woraus diese Handbremszangen bzw Klötze sind? Sind diese asbestfrei? Ich hoffe mal nicht dass ich mir, plakativ ausgedrückt, mit der Aktion 10 Jahre meines Lebens genommen habe.

Viele Grüße

Merca
ACCM Alex
Beiträge: 871
Registriert: So 30. Jan 2005, 02:22

Re: Frage zum Handbremsklotz DS 23

Beitrag von ACCM Alex »

Hallo Merca,

ich wiederhole mich:

Da dort (und eben nicht nur dort) sicher einiges im Argen liegt an der Technik, würde ich da überhaupt nicht drüber nachdenken, ob die Handbremsklötze asbesthaltig sind oder nicht. Raus damit!
Meiner Meinung nach ist so ein Wagen schon eher ein Restaurierungsfall und nicht mit tauschen aller Flüssigkeiten und der Reifen auf die Dauer zu bewegen. 1986, hallo, das sind 31 Jahre!!! Und auch wenn er danach noch ca. 1500km bewegt wurde-was sagt das aus? Oder ist belegt, wann der Wagen zuletzt gefahren wurde und was an Reparaturen bisher gemacht wurde?

Klar, man kann so etwas als "rolling restauration" nebenbei aufarbeiten. Nur für TÜV und H-Abnahme muss der Wagen halt schon einigermaßen dastehen.
Von daher nochmal die Frage: möchtest und kannst Du zukünftig alles/ einiges/ nichts selber machen?

Wenn letzteres zutrifft dann würde ich an Deiner Stelle schon mal ungefähr 2.000,-€ plus X bereithalten damit der Wagen eine reelle Chance hat, HU/AU zu bestehen und ebenso die H-Abnahme.
Dazu solltest Du dann weitere vielleicht 5.000,-€ jederzeit kurzfristig verfügbar haben um die nächsten Jahre überstehen zu können. Das natürlich neben den normalen Ausgaben für Wartung usw.
Klar, machst Du alles/ einiges selbst, dann reduzieren sich die Beträge. Aber ein billiger Spaß sind D-Modelle für einen Einsteiger schon länger nicht mehr...

Und, ja gute Entscheidung:

Auf jeden Fall jemanden mitnehmen, der sich wirklich mit dem D-Modell auskennt. Da hilft Dir ein "normaler" Kfzler nur bedingt, da es doch einige Eigenheiten/ Besonderheiten gibt, die man halt wissen und kennen muss bzw. sollte. Da ich rauslese, dass der Wagen wohl bisher nur probegefahren und noch nicht gekauft wurde, ist die Mitnahme eines Spezies auf jeden Fall empfehlenswert, da er den Wagen ja nicht kaufen möchte und nicht die rosarote Brille aufhat...
Zudem ist nicht unbedingt die erstbeste angesehene DS der beste Kauf...

Grüße

Alex
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Gerhard Trosien
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Re: Frage zum Handbremsklotz DS 23

Beitrag von Gerhard Trosien »

Grün wirkt...
Im Ernst: einmal etwas Rauch von überhitzten Bremsbelägen wird dich nicht umbringen! Sonst hätte niemand die 1960er Jahre überlebt.
Wenn die Feststellbremse (Sie ist beim D-Modell auch eine Notbremse!!!) gut zieht und noch der eine oder andere Millimeter Belag übrig ist, gibt es keinen Grund, die Beläge zu tauschen, zumal es äußerst aufwändig ist. Feststellbremse erneuert man am besten, wenn das Getriebe aus welchem Grund auch immer ohnehin auf der Werkbank liegt.
1956-1969
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Re: Frage zum Handbremsklotz DS 23

Beitrag von 1956-1969 »

Also ich glaube ja weniger an die von ACCM Alex als so umfangreich und teuer beworbenen Standschäden. Worin sollen die denn konkret bestehen? Der Wagen läuft doch schon wieder.
Das ist ein grünes Auto. Da hätte ich keine Komplexe, die DS mit ungewechselter LHM zu starten und genüsslich zuzuschauen, wie die Hydraulik ihre lange unterbrochenen Funktionen wieder aufnimmt.
Natürlich stinkts bald, wenn man versäumt, die Handbremse zu lösen. Aber daran ist das lange Stehen des Wagens nicht schuld.
Dass „das Zeugs seit 1974 noch nicht auseinander war“, sehe ich als Vorteil an. Kein Grund, da tätig zu werden, nur weil’s „alt“ ist.
Uli
ACCM Alex
Beiträge: 871
Registriert: So 30. Jan 2005, 02:22

Re: Frage zum Handbremsklotz DS 23

Beitrag von ACCM Alex »

[quote=1956-1969]
Also ich glaube ja weniger an die von ACCM Alex als so umfangreich und teuer beworbenen Standschäden. Worin sollen die denn konkret bestehen? Der Wagen läuft doch schon wieder.
Das ist ein grünes Auto. Da hätte ich keine Komplexe, die DS mit ungewechselter LHM zu starten und genüsslich zuzuschauen, wie die Hydraulik ihre lange unterbrochenen Funktionen wieder aufnimmt.
Natürlich stinkts bald, wenn man versäumt, die Handbremse zu lösen. Aber daran ist das lange Stehen des Wagens nicht schuld.
Dass „das Zeugs seit 1974 noch nicht auseinander war“, sehe ich als Vorteil an. Kein Grund, da tätig zu werden, nur weil’s „alt“ ist.
Uli[/quote]

Hallo,

also ich "bewerbe" garantiert keine Standschäden, das ist wohl Quatsch. Ich möchte lediglich versuchen hier jemanden davor zu bewahren, dass er sich eine Dauerbaustelle kauft, an der er auf Jahre ständig irgendein Kleinzeug machen muss, da immer irgendetwas ist. Dass der Wagen schon fährt sagt doch mal gar nichts aus.
Klar, sofern alles okay ist, kann man mit den Wagen auch bestimmt mal eine auch größere Runde fahren aber mehr würde ich eben halt nur nach gründlicher Durchsicht machen. Aber jeder so wie er mag.
Und davon, das Zeug nur auseinanderzunehmen weil es alt ist, kann auch keine Rede sein. Ich wette, dass sich von mindestens einem Feststellbremsbelag die Reibfläche abgelöst hat. Von daher sprach ich von Austausch. Aber auch da ist natürlich jeder frei, das selbst zu entscheiden.

Grüße

Alex
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KW
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Re: Frage zum Handbremsklotz DS 23

Beitrag von KW »

13.10.2017 KW
Guten Morgen,
Alex hat recht. Ich habe so eine Baustelle. Leider ist es nicht jedem vergönnt, 45.000 Euro hinzulegen, für ein völlig neues Auto. Alle anderen sind Baustellen. Mit der Sicherheit ist nicht zu spaßen. Bremsen müssen funktionieren. Die Feststellbremse muss den Wagen am Hang sicher halten können. Umwelt. Wenn wir wüssten, was Vögel, Hunde, Katzen, alles Getier und der Mensch jeden Tag ausscheidet und in Wasser und Böden einbringt, würden wir sofort Essen und trinken einstellen. Wüsste der Mensch, dass Milliarden von Lebewesen auf seinem Körper existieren, würde er sich Tag und Nacht kratzen.
Viele Grüße
KW
DS 23, HA, Bj. 73. Vergaser, in Rhein-Main.
Merca kann mich gerne kontaktieren.
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