Phosphorsäure: praktische Ausführung ?
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Carsten_SM
- Beiträge: 1141
- Registriert: Sa 5. Sep 2009, 20:51
Phosphorsäure: praktische Ausführung ?
Ich muss einiges Eisen entrosten bzw. für Grundierung vorbereiten.
Folgende Problemstellungen gibt es:
a) ca. 5 qm Blech nach dem Entlacken, Entspachteln per Drahtbürste (da kam was runter, ein 10l—Eimer ist voll mit Grus und Staub). Hat partiell Spinnenwebroststellen, also alte Spachtel—Unterrostungen, und an den Flanken auch tieferen Rost. Keine Falze vorhanden.
Ich dachte, ich streich es mal mit 85%er P—Säure ein, und warte ab ? Danach muss man es wasser—spülen, richtig ? Das stellt mich derzeit vor kleinere logistische Probleme. Darf das Zeug in eine Sickergrube ?
b) Ein kleiner Eimer Schrauben. Die waren rostig, überlackiert, lagen jetzt ca. 8 Wochen in Natronlauge (Drano Rohrreiniger, Wasser kochen, einrühren, Schrauben rein, sprudelsprudel, alles alte Fett und etwas später alle Farbe geht runter.
Hier daxhte ich, den Eimer auszugießen, dann mit viel Wasser und Schütteln die Schrauben und Scheiben sauberzubekommen, schlimmstenfalls einzelputzen mit Glitzi—Schwamm. Danach in 85%er P—Säure, um den Rest—Rost aufzulösen, dann wieder spülen. Und dann ? Derzeit unklar.
Es kann sein, dass einzelne Schrauben verzinkt waren. Ich vermute, das überlebt die Tortur nicht ?
Wie geht man am Besten vor ?
Carsten
Folgende Problemstellungen gibt es:
a) ca. 5 qm Blech nach dem Entlacken, Entspachteln per Drahtbürste (da kam was runter, ein 10l—Eimer ist voll mit Grus und Staub). Hat partiell Spinnenwebroststellen, also alte Spachtel—Unterrostungen, und an den Flanken auch tieferen Rost. Keine Falze vorhanden.
Ich dachte, ich streich es mal mit 85%er P—Säure ein, und warte ab ? Danach muss man es wasser—spülen, richtig ? Das stellt mich derzeit vor kleinere logistische Probleme. Darf das Zeug in eine Sickergrube ?
b) Ein kleiner Eimer Schrauben. Die waren rostig, überlackiert, lagen jetzt ca. 8 Wochen in Natronlauge (Drano Rohrreiniger, Wasser kochen, einrühren, Schrauben rein, sprudelsprudel, alles alte Fett und etwas später alle Farbe geht runter.
Hier daxhte ich, den Eimer auszugießen, dann mit viel Wasser und Schütteln die Schrauben und Scheiben sauberzubekommen, schlimmstenfalls einzelputzen mit Glitzi—Schwamm. Danach in 85%er P—Säure, um den Rest—Rost aufzulösen, dann wieder spülen. Und dann ? Derzeit unklar.
Es kann sein, dass einzelne Schrauben verzinkt waren. Ich vermute, das überlebt die Tortur nicht ?
Wie geht man am Besten vor ?
Carsten
Re: Phosphorsäure: praktische Ausführung ?
Hallo Carsten,
Zur Phosphorsäure kann ich nichts beitragen.
Schrauben und Mutter würd ich in Essig legen und dann zum Verzinker. (wobei die Verzinker sagen - Rost spielt keine Rolle, aber fett und farbenfrei muss es sein)
ich leg sie aber auch in Essig damit sie Blank werden.
Grüße
Karl
Zur Phosphorsäure kann ich nichts beitragen.
Schrauben und Mutter würd ich in Essig legen und dann zum Verzinker. (wobei die Verzinker sagen - Rost spielt keine Rolle, aber fett und farbenfrei muss es sein)
ich leg sie aber auch in Essig damit sie Blank werden.
Grüße
Karl
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Andreas B. Verified
- Beiträge: 344
- Registriert: Do 2. Nov 2006, 19:11
Re: Phosphorsäure: praktische Ausführung ?
Hallo Carsten
zu b)
8 Wochen fürs Entlacken ist schon arg lang. Hitze hilft beim Arbeiten mit Natron, ich benutze einen alten Edelstahlkochtopf dazu und bringe die Suppe auf ca 80°. Dauert nicht länger als 1h - aber etwas Handarbeit bleibt immer um alle Lackreste wegzukriegen. Danach mit Wasser und wenig Säure neutralisieren. Dann unbedingt einzeln putzen. Ist eine sehr kontemplative Tätigkeit
Dabei Gummihandschuhe tragen und eine Drahtbürste verwenden. Denn in der Lauge und auch später beim Entrosten mit Phosphorsäure sammeln sich die vordem galvanisch aufgebrachten Metalle und Verbindungen, die ziemlich ungesund sind. Daher diese Flüssigkeiten als Sondermüll entsorgen. Die Entrostung macht ein Galvaniker zwar in jedem Fall, aber es ist sinnvoll, die Gewinde rostfrei vor sich zu sehen. Und auch gleich auf Gängigkeit zu kontrollieren, damit man sich später nicht ärgert.
Gruss
Andreas
zu b)
8 Wochen fürs Entlacken ist schon arg lang. Hitze hilft beim Arbeiten mit Natron, ich benutze einen alten Edelstahlkochtopf dazu und bringe die Suppe auf ca 80°. Dauert nicht länger als 1h - aber etwas Handarbeit bleibt immer um alle Lackreste wegzukriegen. Danach mit Wasser und wenig Säure neutralisieren. Dann unbedingt einzeln putzen. Ist eine sehr kontemplative Tätigkeit
Gruss
Andreas
'65 ID 19, '75 Ami 8 Service
Re: Phosphorsäure: praktische Ausführung ?
85%-ige Phosphorsäure direkt aufs Blech ist viel zu scharf und würde dir auch das gesunde Material anfressen. Wenn schon Phosphorsäure, dann stark verdünnt, etwa auf 15%. Mit Zitronensäure (=Medis Empfehlung) klappt es ebenso und du hast kein Entsorgungsproblem. Das Pulver bis zur Sättigung in Wasser einrühren. Sonst billigen Industrieessig oder auch Cola.
lg
lg
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Andreas B. Verified
- Beiträge: 344
- Registriert: Do 2. Nov 2006, 19:11
Re: Phosphorsäure: praktische Ausführung ?
stimmt - für Schrauben und Kleinteile habe ich nur 10-12 % ige Phosphorsäure benutzt. Ein Entsorgungsproblem entsteht aber egal welche Säure verwendet wird.
Gruss
Andreas
Gruss
Andreas
'65 ID 19, '75 Ami 8 Service
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Carsten_SM
- Beiträge: 1141
- Registriert: Sa 5. Sep 2009, 20:51
Re: Phosphorsäure: praktische Ausführung ?
Phosphorsäure bringt doch aber die Phosphatierung als schützende Oberfläche, das tut Zitronensäure doch nicht ?
Naja, und die Natronlauge steht halt im Joghurteimer vor der Tür mit Schrauben voll aufgegossen seit Wochen. Direktes Kochen hat 3x nicht genug gebracht, englischer Unterbodenschutz ist pures Bitumen, das geht nicht so leicht weg
.
Da drin rostet jedenfalls nix weiter. Der Deckel ist zu, die Farbe und das Bitumen gelöst. Nur, wenn ich die Schrauben in Säure rüberwerfe, dann ist das Metall doch bald blank, und dann muss vorher eine Idee her, was ich dann tue. Einölen gewinnt Zeit aber bringt neue Entfettungsprobleme. Am besten ist wohl aus der Phosphatierung direkt zum Galvaniseur.
Nur bei einer E-Type - Motorhaube ist das logistisch alles ein bisschen anders, das Teil ist etwas größer, selbst gemessen an DS-Maßstäben. Ich frag mich da immer noch, geklebt ist die E-Type - Haube ja auch, wie die vom SM (nur 10 Jahre eher), aber warum haben die bei Jaguar kein Alu verwendet ? Vielleicht zu weich und zu teuer ?
Carsten
Naja, und die Natronlauge steht halt im Joghurteimer vor der Tür mit Schrauben voll aufgegossen seit Wochen. Direktes Kochen hat 3x nicht genug gebracht, englischer Unterbodenschutz ist pures Bitumen, das geht nicht so leicht weg
Da drin rostet jedenfalls nix weiter. Der Deckel ist zu, die Farbe und das Bitumen gelöst. Nur, wenn ich die Schrauben in Säure rüberwerfe, dann ist das Metall doch bald blank, und dann muss vorher eine Idee her, was ich dann tue. Einölen gewinnt Zeit aber bringt neue Entfettungsprobleme. Am besten ist wohl aus der Phosphatierung direkt zum Galvaniseur.
Nur bei einer E-Type - Motorhaube ist das logistisch alles ein bisschen anders, das Teil ist etwas größer, selbst gemessen an DS-Maßstäben. Ich frag mich da immer noch, geklebt ist die E-Type - Haube ja auch, wie die vom SM (nur 10 Jahre eher), aber warum haben die bei Jaguar kein Alu verwendet ? Vielleicht zu weich und zu teuer ?
Carsten
Re: Phosphorsäure: praktische Ausführung ?
die gesundheit leitet hoffentlich darunter.
wohin mit der chemi ist das andere problem.
bring deine sachen in ein entlackungszentrum,
das spart viel ärger, viel zeit und teuer ist das auch nicht.
hier in zweibrücken ist eins.
dort werden ganze carosserien versenkt.
das ergebnis: blitzblank, das reine metall.
erik
wohin mit der chemi ist das andere problem.
bring deine sachen in ein entlackungszentrum,
das spart viel ärger, viel zeit und teuer ist das auch nicht.
hier in zweibrücken ist eins.
dort werden ganze carosserien versenkt.
das ergebnis: blitzblank, das reine metall.
erik
Re: Phosphorsäure: praktische Ausführung ?
Hallo Carsten,
.. wenn die Metallteilen aus dem Essig kommen, laufen sie bestenfalls noch an – aber fangen nicht mehr an zu „rosten“.
)
Grüße
Karl
.. wenn die Metallteilen aus dem Essig kommen, laufen sie bestenfalls noch an – aber fangen nicht mehr an zu „rosten“.
Grüße
Karl
Re: Phosphorsäure: praktische Ausführung ?
[quote=maldini]
Hallo Carsten,
.. wenn die Metallteilen aus dem Essig kommen, laufen sie bestenfalls noch an – aber fangen nicht mehr an zu „rosten“.
Grüße
Karl[/quote]
Moin Karl,
hast Du eine Erkärung, warum das so ist?
Hallo Carsten,
.. wenn die Metallteilen aus dem Essig kommen, laufen sie bestenfalls noch an – aber fangen nicht mehr an zu „rosten“.
Grüße
Karl[/quote]
Moin Karl,
hast Du eine Erkärung, warum das so ist?
MsG
Hans

Hans
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Andreas B. Verified
- Beiträge: 344
- Registriert: Do 2. Nov 2006, 19:11
Re: Phosphorsäure: praktische Ausführung ?
Ich vergass oben noch zu erwähnen, dass Arbeitsschutz (Schutzbrille, gute Lüftung etc) sehr wichtig ist. Für die Entsorgung gibt es Schadstoff- Annahmestellen - also kein echtes Problem. Obwohl schon Bedenken geäussert wurden kann ich gut verstehen, dass man diese Arbeiten in Eigenregie machen möchte. Zumal das Blech ja schon entlackt ist. Nun noch zur Frage b): schau mal hier
http://www.andre-Citroën-club.de/forums ... ent-203486
Andreas
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Andreas
'65 ID 19, '75 Ami 8 Service