Joern,
Ist die Zuendspule je ersetzt worden? Wenn der Funk schwach ist, dann laeuft der Motor nur wenn die Sprit/Luft Mischung genau stimmt. Das Problem kommt wie ein Vergaser Problem vor, ist aber ein Problem der Zuendung.
Jack Shotton
motor verreckt beim kaltstart...
-
Martin
Re: motor verreckt beim kaltstart...
Nur eine grundsätzliche Anmerkung zur Vergaservereisung nach fast 25 Jahren DS-Erfahrung: Vergaservereisung ist bei D-Modellen kein Thema. Wenn sie auftritt, stimmt etwas nicht.
Vergaservereisung tritt nach meinen Erfahrungen (bei anderen Fahrzeugen) auf, wenn bei hoher Luftfeuchtigkeit die Außentemeperatur zwischen -2 und +3 Grad liegt. (Drüber ist die Luft warm genug, drunter ist sie - meißt - trocken genug.) Insbesondere fettes Gemisch kühlt den Vergaser besonders gut ab, so dass sich erst außen ein weißer "Pelz" zeigt und sich dann innen regelrechte Eisklumpen bilden. Eine venünftige Gemischbildung ist nicht mehr gewährleistet, der Motor läuft überfettet bis er im Extremfall regelrecht absäuft. (Bei meinem Motorrad hatte ich mal einen faustgroßen Eisklumpen um den Vergaser, als es schon lange stotternd endlich stehen blieb!)
Ergo: Der Choke muß bei betriebswarmem Motor wirklich außer Betrieb sein, der Leerlauf muß einwandfrei eingestellt sein (und nicht über leicht angehobene Drosselklappen) und der Luftfilter muß sauber sein.
Wie gesagt: ein gut eingestellter und intakter DS-Vergaser sollte keine Vereisung kennen.
Auch um 0 Grad fröhlich fahrend grüßt
Martin
Vergaservereisung tritt nach meinen Erfahrungen (bei anderen Fahrzeugen) auf, wenn bei hoher Luftfeuchtigkeit die Außentemeperatur zwischen -2 und +3 Grad liegt. (Drüber ist die Luft warm genug, drunter ist sie - meißt - trocken genug.) Insbesondere fettes Gemisch kühlt den Vergaser besonders gut ab, so dass sich erst außen ein weißer "Pelz" zeigt und sich dann innen regelrechte Eisklumpen bilden. Eine venünftige Gemischbildung ist nicht mehr gewährleistet, der Motor läuft überfettet bis er im Extremfall regelrecht absäuft. (Bei meinem Motorrad hatte ich mal einen faustgroßen Eisklumpen um den Vergaser, als es schon lange stotternd endlich stehen blieb!)
Ergo: Der Choke muß bei betriebswarmem Motor wirklich außer Betrieb sein, der Leerlauf muß einwandfrei eingestellt sein (und nicht über leicht angehobene Drosselklappen) und der Luftfilter muß sauber sein.
Wie gesagt: ein gut eingestellter und intakter DS-Vergaser sollte keine Vereisung kennen.
Auch um 0 Grad fröhlich fahrend grüßt
Martin
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Hans-Uwe Fischer
Re: motor verreckt beim kaltstart...
Hallo Uwe,
noch einmal grundsätzlich zu deiner Vereisungstheorie:
Luft ist fast nie trocken. Selbst beim Gefriertrocknen ist noch etwas vorhanden. Der Wasseranteil nimmt nur ab mit den Minusgraden. Also, bei 0°C hat Luft ca. 5g/Kubikm. und bei -10°C immerhin noch ca. 2,5g/Kubikm. Nur durch Reduzierung der Temperatur der aktuellen Luft, kann gesättigte Luft kondensieren. Meistens ist Luft aber nicht gesättigt. D. h. der Temperaturunterschied zwischen aktueller Temp. und dem Taupunkt (Spread) wird überhaupt nicht durch Verdunstungswärmeentzug erreicht.
Steht ein Motor stundenlang in seiner kalten Umgebung, sind Luft und Material in etwa auf gleicher Temperatur. Da passier garnichts in Bezug auf Vereisung beim Starten.
Selbst wenn deiner Theorie nach beim "Vergasen" Eiskristalle entstehen, halte ich das nicht für nachteilig. Grund: Jede Luft muß erst einmal vor dem Zünden verdichtet werden. Pro Zylinder von ca. 500ccm auf ca. 50ccm!! (Verd. 10:1). Die Energie, die zwischen den Elektronen und Kernen herausgequetscht wird ( Wärme) ist erheblich. Gut zu erfühlen an den Kühlrippen eines Kompressors.
Diese Verdichtungsenergie/Wärme und der Druck werden Eiskristallen spätestens jetzt keine Überlebungschance lassen.
Wenn tatsächlich der Vergaser i.O. ist, dann sollte man die Zündung mit in Betracht ziehen (siehe auch Beitrag von Jack Shotton). Ist z.B. der Schließwinkel zu klein (Zündzeitpunkt aber o.k.), bekommt eine Zündspule nicht ihre volle Ladungsmenge und der Zündfunke ist "mikrig".
Falls ein Schließwinkelfehler die Ursache ist, kann man testhalber den Kontaktabstand etwas verkleinern. Läuft jetzt der Motor bei höherer Drehzahl besser, dann ggf. neue Kontakte und genau nach Vorgaben Zündzeitpunkt und Schließwinkel (Kontaktabstand) einstellen.
Von der Theorie zur Praxis
Hans-Uwe
PS: Es ließe sich alles ausführlicher und besser erklären....aber der Platz.
noch einmal grundsätzlich zu deiner Vereisungstheorie:
Luft ist fast nie trocken. Selbst beim Gefriertrocknen ist noch etwas vorhanden. Der Wasseranteil nimmt nur ab mit den Minusgraden. Also, bei 0°C hat Luft ca. 5g/Kubikm. und bei -10°C immerhin noch ca. 2,5g/Kubikm. Nur durch Reduzierung der Temperatur der aktuellen Luft, kann gesättigte Luft kondensieren. Meistens ist Luft aber nicht gesättigt. D. h. der Temperaturunterschied zwischen aktueller Temp. und dem Taupunkt (Spread) wird überhaupt nicht durch Verdunstungswärmeentzug erreicht.
Steht ein Motor stundenlang in seiner kalten Umgebung, sind Luft und Material in etwa auf gleicher Temperatur. Da passier garnichts in Bezug auf Vereisung beim Starten.
Selbst wenn deiner Theorie nach beim "Vergasen" Eiskristalle entstehen, halte ich das nicht für nachteilig. Grund: Jede Luft muß erst einmal vor dem Zünden verdichtet werden. Pro Zylinder von ca. 500ccm auf ca. 50ccm!! (Verd. 10:1). Die Energie, die zwischen den Elektronen und Kernen herausgequetscht wird ( Wärme) ist erheblich. Gut zu erfühlen an den Kühlrippen eines Kompressors.
Diese Verdichtungsenergie/Wärme und der Druck werden Eiskristallen spätestens jetzt keine Überlebungschance lassen.
Wenn tatsächlich der Vergaser i.O. ist, dann sollte man die Zündung mit in Betracht ziehen (siehe auch Beitrag von Jack Shotton). Ist z.B. der Schließwinkel zu klein (Zündzeitpunkt aber o.k.), bekommt eine Zündspule nicht ihre volle Ladungsmenge und der Zündfunke ist "mikrig".
Falls ein Schließwinkelfehler die Ursache ist, kann man testhalber den Kontaktabstand etwas verkleinern. Läuft jetzt der Motor bei höherer Drehzahl besser, dann ggf. neue Kontakte und genau nach Vorgaben Zündzeitpunkt und Schließwinkel (Kontaktabstand) einstellen.
Von der Theorie zur Praxis
Hans-Uwe
PS: Es ließe sich alles ausführlicher und besser erklären....aber der Platz.
-
Martin
Re: motor verreckt beim kaltstart...
Hallo Hans-Uwe,
auch ich binüberzeugt davon, dass kein Eiskristall eine Überlebenschance in einem laufenden Motor hat. Deswegen sehe ich auch die Ursache für die schlecht laufenden Motoren bei Vergaservereisung im überfetteten Gemisch.
Am Neujahrstag hatte ich ein praktisches Lehrbeispiel an meinem Mopped: Heftigst stotternd zog es überhaupt nicht mehr - schloss ich den Benzinhahn (magerte also ab), rannte es kurzzeitig, bis das Benzin ausging, nach erneutem Öffnen verfiel es schnell wieder ins Stottern. Als es dann endgültig aus ging, hing außen am Vergaser eine etwa 2 bis 7 mm dicke Eisschicht. Mit nur einer Klemmschraube ist der Vergaser schnell ausgebaut, um ihn auch mal innen zu studieren: Innen hatte sich ein Eisklumpen um die Schiebernadel/Hauptdüse gebildet. Sprit konnte ungehindet rein, die Luftzufuhr war deutlich verringert. Die Kerze war nass und im Kurbelghäuse hatte sich ziemlich viel Kraftstoff gesammelt (Zweitakter).
Ursache war die Kolbenfeder, die sich verdreht hatte und die Scheibernadel immer ein wenig zu hoch hielt (also Überfettung). Nachdem das behoben war und eine neue Zündkerze spendiert wurde, sprang der Motor gut an, qualmte heftig den unverbrannten Soprit aus dem Kurbelgehäuse und lief dann den Rest des Tages einwandfrei.
Im Winter gerne auf drei Rädern unterwegs grüßt
Martin
auch ich binüberzeugt davon, dass kein Eiskristall eine Überlebenschance in einem laufenden Motor hat. Deswegen sehe ich auch die Ursache für die schlecht laufenden Motoren bei Vergaservereisung im überfetteten Gemisch.
Am Neujahrstag hatte ich ein praktisches Lehrbeispiel an meinem Mopped: Heftigst stotternd zog es überhaupt nicht mehr - schloss ich den Benzinhahn (magerte also ab), rannte es kurzzeitig, bis das Benzin ausging, nach erneutem Öffnen verfiel es schnell wieder ins Stottern. Als es dann endgültig aus ging, hing außen am Vergaser eine etwa 2 bis 7 mm dicke Eisschicht. Mit nur einer Klemmschraube ist der Vergaser schnell ausgebaut, um ihn auch mal innen zu studieren: Innen hatte sich ein Eisklumpen um die Schiebernadel/Hauptdüse gebildet. Sprit konnte ungehindet rein, die Luftzufuhr war deutlich verringert. Die Kerze war nass und im Kurbelghäuse hatte sich ziemlich viel Kraftstoff gesammelt (Zweitakter).
Ursache war die Kolbenfeder, die sich verdreht hatte und die Scheibernadel immer ein wenig zu hoch hielt (also Überfettung). Nachdem das behoben war und eine neue Zündkerze spendiert wurde, sprang der Motor gut an, qualmte heftig den unverbrannten Soprit aus dem Kurbelgehäuse und lief dann den Rest des Tages einwandfrei.
Im Winter gerne auf drei Rädern unterwegs grüßt
Martin
-
Hans-Uwe Fischer
Re: motor verreckt beim kaltstart...
Hallo Martin,
....... ein Moped mit 3 Rädern?? ..... Beiwagen etwa? Na ja, daß Du alles hinkriegst, davon wissen wir und ich selber zweifel keinen Moment an deinem unerschöpflichen Ideenreichtum.
Noch etwas zum Eis: Wasser befindet sich mehr oder weniger immer unten im Tank. Je nach Situation vermengt oder konzentriert. Holt man jetzt sein Fahrzeug aus der nicht so kalten Umgebung heraus in eine 0°C-Umgebung, dann kann die Kalte Ansaugluft die Wasserteilchen gefrieren. U.a. aus diesem Grund müssen Motorflieger ihr Drainage-Ventil vor Flügen in kalte Höhen öffnen, bis nur noch Benzin im Tank ist.
Vom Eise befreit
Hans-Uwe
PS: Ich habe bis zum Abheben tatsächlich 3 Räder zum Fahren/Rollen
....... ein Moped mit 3 Rädern?? ..... Beiwagen etwa? Na ja, daß Du alles hinkriegst, davon wissen wir und ich selber zweifel keinen Moment an deinem unerschöpflichen Ideenreichtum.
Noch etwas zum Eis: Wasser befindet sich mehr oder weniger immer unten im Tank. Je nach Situation vermengt oder konzentriert. Holt man jetzt sein Fahrzeug aus der nicht so kalten Umgebung heraus in eine 0°C-Umgebung, dann kann die Kalte Ansaugluft die Wasserteilchen gefrieren. U.a. aus diesem Grund müssen Motorflieger ihr Drainage-Ventil vor Flügen in kalte Höhen öffnen, bis nur noch Benzin im Tank ist.
Vom Eise befreit
Hans-Uwe
PS: Ich habe bis zum Abheben tatsächlich 3 Räder zum Fahren/Rollen
-
Martin
Re: motor verreckt beim kaltstart...
Hi Hans Uwe,
nein, kein Moped (das hat nur bis 50 ccm) sondern ein Mopped (das ist bei Motorradlern alles über 50 ccm)

E sist eine alte MZ, die mir jeden Winter immer viel Spaß macht, besonders bei Schnee und Glätte - wenn der Vergaser nicht mal wieder vereist
Abheben kann ich damit leider nicht (oder will ich - glaub ich - besser auch nicht!).
Immer noch ein bisschen bodenverhaftet grüßt
Martin
nein, kein Moped (das hat nur bis 50 ccm) sondern ein Mopped (das ist bei Motorradlern alles über 50 ccm)
E sist eine alte MZ, die mir jeden Winter immer viel Spaß macht, besonders bei Schnee und Glätte - wenn der Vergaser nicht mal wieder vereist
Abheben kann ich damit leider nicht (oder will ich - glaub ich - besser auch nicht!).
Immer noch ein bisschen bodenverhaftet grüßt
Martin