Wieviel Originalität geht mit den Jahren verloren ?
Wieviel Originalität geht mit den Jahren verloren ?
Hallo zusammen,
ich frage mich, wieviel Originalität und vor allem erlebbare ID/DS geht mit den Jahren und Jahrzehnten verloren. Wir reparieren und restaurieren die alten Autos. Originalersatzteile sind immer weniger verfügbar. Die Reparaturen und Detaillösungen entsprechen womöglich immer weniger den ursprünglichen Vorgaben. Vermitteln z.B. die Federkugeln nach Austausch oder Überholung noch den ursprünglichen Federkomfort ? Reagiert das ganze System eigentlich noch original schnell oder träge ?
Ich habe eine ID19 von 1967, die mit viel Aufwand und wohl sehr teuer vor zehn Jahren überwiegend von Bernd Koslowski hergerichtet worden ist. Das ist gut gemacht worden und der Wagen ist nach wie vor in einem beeindruckenden Zustand. Aber ich hatte und habe immer das Gefühl ein leicht überrestauriertes Auto zu fahren. Dazu kommt, dass einige Dinge der Alltagstauglichkeit geschuldet "verbessert" worden sind. Die elektronische Zündung lässt den Motor nicht nur besser, sondern auch etwas anders laufen, die Edelstahlabgasanlage klingt mindestens anders. Der große Anlasser lässt den Motor schneller drehen. Die H4-Lampen in den Scheinwerfern leuchten die Strasse besser aus. Die 185er Reifen geben mehr Stabilität usw. usw.
Meine Vergleichsmöglichkeiten sind eingeschränkt. Von mal woanders mitfahren kann man nur wenig mitnehmen. Meine langjährige vorige ID19 von 1965 (hatte ich von 1990 bis 2001) war halt unrestauriert gut, ohne Servolenkung und mit rotem System. Schwer zu vergleichen mit der 67er ID.
Beobachtet und erfahrt Ihr den Verlust des ursprünglichen ID/DS Erlebnisses ? Gibt es für Euch einen oder mehrere Dasoriginalefahrerlebniskiller ?
Viele Grüße
Ronald
ich frage mich, wieviel Originalität und vor allem erlebbare ID/DS geht mit den Jahren und Jahrzehnten verloren. Wir reparieren und restaurieren die alten Autos. Originalersatzteile sind immer weniger verfügbar. Die Reparaturen und Detaillösungen entsprechen womöglich immer weniger den ursprünglichen Vorgaben. Vermitteln z.B. die Federkugeln nach Austausch oder Überholung noch den ursprünglichen Federkomfort ? Reagiert das ganze System eigentlich noch original schnell oder träge ?
Ich habe eine ID19 von 1967, die mit viel Aufwand und wohl sehr teuer vor zehn Jahren überwiegend von Bernd Koslowski hergerichtet worden ist. Das ist gut gemacht worden und der Wagen ist nach wie vor in einem beeindruckenden Zustand. Aber ich hatte und habe immer das Gefühl ein leicht überrestauriertes Auto zu fahren. Dazu kommt, dass einige Dinge der Alltagstauglichkeit geschuldet "verbessert" worden sind. Die elektronische Zündung lässt den Motor nicht nur besser, sondern auch etwas anders laufen, die Edelstahlabgasanlage klingt mindestens anders. Der große Anlasser lässt den Motor schneller drehen. Die H4-Lampen in den Scheinwerfern leuchten die Strasse besser aus. Die 185er Reifen geben mehr Stabilität usw. usw.
Meine Vergleichsmöglichkeiten sind eingeschränkt. Von mal woanders mitfahren kann man nur wenig mitnehmen. Meine langjährige vorige ID19 von 1965 (hatte ich von 1990 bis 2001) war halt unrestauriert gut, ohne Servolenkung und mit rotem System. Schwer zu vergleichen mit der 67er ID.
Beobachtet und erfahrt Ihr den Verlust des ursprünglichen ID/DS Erlebnisses ? Gibt es für Euch einen oder mehrere Dasoriginalefahrerlebniskiller ?
Viele Grüße
Ronald
Re: Wieviel Originalität geht mit den Jahren verloren ?
Hallo Ronald,
niemand zwingt Dich, 185er Reifen, elektr. Zündung, Edelstahlauspuff usw. zu nutzen.
Für mich sind das "Erlebniskiller". Da kann ich ja gleich ein moderneres Auto mit Intervallwischer, Stereoradio, Tagfahrlicht usw. fahren.
Mir macht es Spaß, z.B. Ventile und Schließwinkel einzustellen, und freue mich dann, wenn der Motor auch ohne Elektronik rund läuft. Ich habe aber Verständnis, wenn jemand das nicht will oder kann - aber dann bitte keine Klagen über verlorenes Original-Fahrerlebnis...
Gruß Thorsten
niemand zwingt Dich, 185er Reifen, elektr. Zündung, Edelstahlauspuff usw. zu nutzen.
Für mich sind das "Erlebniskiller". Da kann ich ja gleich ein moderneres Auto mit Intervallwischer, Stereoradio, Tagfahrlicht usw. fahren.
Mir macht es Spaß, z.B. Ventile und Schließwinkel einzustellen, und freue mich dann, wenn der Motor auch ohne Elektronik rund läuft. Ich habe aber Verständnis, wenn jemand das nicht will oder kann - aber dann bitte keine Klagen über verlorenes Original-Fahrerlebnis...
Gruß Thorsten
D Super 5, Bj. '74, brun-scarabée aus Italien
Re: Wieviel Originalität geht mit den Jahren verloren ?
Hallo Ronald,
man kann es auch umgekehrt sehen: Man hat sich jahrelang an ein schwammiges ausgelutschtes Fahrwerk gewöhnt und empfindet das dann irgendwann als normal. Und dann nimmt man sich mal die Vorderachse vor, säubert die Korrektoren und spendiert Madame einen neuen Satz Kugeln und schon geht sie durch die Kurven wie Schmidts Katze.
Der Rest ist Geschmackssache: Zwischen 180ern und 185ern kann ich wenig Unterschied entdecken, solange es gute Markenreifen sind (bei mir Dunlop SP vs. Michi XAS). Die modernen Anlasser werden zwar viel gelobt, aber die originalen tun's auch. Gleiches gilt für die Zündung, anstatt die 123 einzubauen, sollte man erst mal den Verteiler überholen, und H4 ist ein Muss, solange man nicht Armand Esders nacheifern möchte.
Ich zitiere mich selbst: Mach Dir nicht so viele Gedanken, geniess Dein Auto !
Viele Grüsse
Robert
man kann es auch umgekehrt sehen: Man hat sich jahrelang an ein schwammiges ausgelutschtes Fahrwerk gewöhnt und empfindet das dann irgendwann als normal. Und dann nimmt man sich mal die Vorderachse vor, säubert die Korrektoren und spendiert Madame einen neuen Satz Kugeln und schon geht sie durch die Kurven wie Schmidts Katze.
Der Rest ist Geschmackssache: Zwischen 180ern und 185ern kann ich wenig Unterschied entdecken, solange es gute Markenreifen sind (bei mir Dunlop SP vs. Michi XAS). Die modernen Anlasser werden zwar viel gelobt, aber die originalen tun's auch. Gleiches gilt für die Zündung, anstatt die 123 einzubauen, sollte man erst mal den Verteiler überholen, und H4 ist ein Muss, solange man nicht Armand Esders nacheifern möchte.
Ich zitiere mich selbst: Mach Dir nicht so viele Gedanken, geniess Dein Auto !
Viele Grüsse
Robert
'59 DS 19/'66 ID 19/'68 DS 21 Pallas/'71 SM /'71 SM in Arbeit/'84 Renault R4F6 in Arbeit/'96 Saab 900 CV/'98 BMW 1100 GS
Re: Wieviel Originalität geht mit den Jahren verloren ?
Hallo Ronald,
schwere Frage -
In der Regel kennt man ja nur seinen Wagen - und vergleichen macht nicht glücklicher... es gibt immer einen Wagen der noch originaler/besser/schöner/älter ist.
Mein Wagen hat inzwischen 300.000km? hinter sich - 180.000Km davon, sehr materialschonend, von mir bewegt. Er hat dabei diverse Reifen und Verschleissteile verbraucht - und ist zwei mal lackiert worden.
Von der ursprünglichen Originalität ist da einiges auf der Strecke geblieben und der Wagen ist dabei jedes mal ein bischen einfacher und problemloser geworden - für mich ok, gerade bei einer sehr langen Nutzungsdauer.
Er steht noch ganz gut da, (wenn er mal gewaschen ist) er hat keinen Wartungsstau - und fährt gut.
)
Grüße
Karl
schwere Frage -
In der Regel kennt man ja nur seinen Wagen - und vergleichen macht nicht glücklicher... es gibt immer einen Wagen der noch originaler/besser/schöner/älter ist.
Mein Wagen hat inzwischen 300.000km? hinter sich - 180.000Km davon, sehr materialschonend, von mir bewegt. Er hat dabei diverse Reifen und Verschleissteile verbraucht - und ist zwei mal lackiert worden.
Von der ursprünglichen Originalität ist da einiges auf der Strecke geblieben und der Wagen ist dabei jedes mal ein bischen einfacher und problemloser geworden - für mich ok, gerade bei einer sehr langen Nutzungsdauer.
Er steht noch ganz gut da, (wenn er mal gewaschen ist) er hat keinen Wartungsstau - und fährt gut.
Grüße
Karl
-
Hans-Uwe Fischer
- Beiträge: 1834
- Registriert: Do 30. Jan 2003, 08:27
Re: Wieviel Originalität geht mit den Jahren verloren ?
Moin,
der Erhalt der DS/ID im Originalzustand ist die oberstes DS-Club Maxime. Irgendwo steht das auch so sinngemäß. Und das ist gut so!
Aber....., manches Mal kommt man nicht umhin, hier etwas nachzubessern. Zum Beispiel:
Fast das gesamte Bordnetz wird über das Zünschloss EIN/AUS geschaltet. Diese internen Kontakte verbrauchen sich über die Zeit elektrisch und mechanisch. Manche Z-Schlösser lassen sich kaum reparieren und andere sind z.T. nicht mehr lieferbar.
In der Regel erhöht sich der Kontaktwiderstand und Spannungsabfälle sind die Konsequenz. Oft wird die Spannung nach dem Zündschloss an der Zündspule abgegriffen. Auch Zusatzaggregate, HiFi-Anlagen usw. werden dort über (wackelige) Fastenstecker angeschlossen.
Diese Spannungsabfälle sind für die angeschlossenen Verbraucher von Nachteil. Besonders für die Zündspule! Die braucht jedes Volt.
Der eigentliche Schwachpunkt liegt aber hier: Der Regler regelt ja die Bordspannung auf Höhe der Akkuladespannung. Und das sind knapp 14 Volt. Um regeln zu können, braucht es eine Referenzspannung. Und genau diese wird am Steckkontakt der Zündspule abgenommen. Fallen also am verkümmerten Zündschlosskontakt z.B. 1 Volt ab, muss der Regler die Generator-Abgabespannung auf ca. 15 Volt erhöhen, um ca. 14 Volt am Messpunkt/Referenzpunkt/Zündspule anzustellen. (Die Werte dienen nur der Erklärung.)
Aus diesem Grund ist es ratsam, ein kräftiges Relais, ohne lange Zu- und Ableitungen, parallel zum Z-Schlosse zu installieren. Selbstverständlich nicht im Sichtbereich
. Und angesteuert wird das Relais über die schlechten Kontakte des Z-Schlosses. Da spielen Spannungsabfälle* keine Rolle und der Kontaktstrom liegt im mA-Bereich.
HUF
*) Ein elektromagnetisches 12Volt-Relais schaltet oft schon bei ca. 8Volt ein und hält aufgrund der grossen Hysteresis bis ca. 3 Volt.
der Erhalt der DS/ID im Originalzustand ist die oberstes DS-Club Maxime. Irgendwo steht das auch so sinngemäß. Und das ist gut so!
Aber....., manches Mal kommt man nicht umhin, hier etwas nachzubessern. Zum Beispiel:
Fast das gesamte Bordnetz wird über das Zünschloss EIN/AUS geschaltet. Diese internen Kontakte verbrauchen sich über die Zeit elektrisch und mechanisch. Manche Z-Schlösser lassen sich kaum reparieren und andere sind z.T. nicht mehr lieferbar.
In der Regel erhöht sich der Kontaktwiderstand und Spannungsabfälle sind die Konsequenz. Oft wird die Spannung nach dem Zündschloss an der Zündspule abgegriffen. Auch Zusatzaggregate, HiFi-Anlagen usw. werden dort über (wackelige) Fastenstecker angeschlossen.
Diese Spannungsabfälle sind für die angeschlossenen Verbraucher von Nachteil. Besonders für die Zündspule! Die braucht jedes Volt.
Der eigentliche Schwachpunkt liegt aber hier: Der Regler regelt ja die Bordspannung auf Höhe der Akkuladespannung. Und das sind knapp 14 Volt. Um regeln zu können, braucht es eine Referenzspannung. Und genau diese wird am Steckkontakt der Zündspule abgenommen. Fallen also am verkümmerten Zündschlosskontakt z.B. 1 Volt ab, muss der Regler die Generator-Abgabespannung auf ca. 15 Volt erhöhen, um ca. 14 Volt am Messpunkt/Referenzpunkt/Zündspule anzustellen. (Die Werte dienen nur der Erklärung.)
Aus diesem Grund ist es ratsam, ein kräftiges Relais, ohne lange Zu- und Ableitungen, parallel zum Z-Schlosse zu installieren. Selbstverständlich nicht im Sichtbereich
HUF
*) Ein elektromagnetisches 12Volt-Relais schaltet oft schon bei ca. 8Volt ein und hält aufgrund der grossen Hysteresis bis ca. 3 Volt.
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Corbillards Verified
- Beiträge: 223
- Registriert: Di 31. Jul 2007, 20:06
Re: Wieviel Originalität geht mit den Jahren verloren ?
Ja, da kann ich HUF recht geben! Auch ich habe an der Bordelektrik meiner '67 ID einiges
verbessert. Denn das mit dem Zündschloss ist sehr heikel, Selbiges gilt auch für den
extrem belasteten Lichtschalter, und dem des Scheibenwischers.
Als ich vor einiger Zeit meinen Hauptkabelbaum unterm Armaturenbrett neu gebaut habe,
habe ich alle wichtigen Schalter mit einer Relaissteuerung ausgerüstet. In diesem Zuge
sind auch im Motorraum die alten Sicherungskästen verschwunden und haben Platz für
einen moderneren mit 10 anstatt 3 Sicherungen gemacht. Das zerstört zwar die schöne alte
Optik im Motorraum, aber Kabelbrände können das auch.
Dadurch hat sich das Fahrgefühl nur zum Positiven verändert, weil ich beruhigter bin.
Gruß Georg
verbessert. Denn das mit dem Zündschloss ist sehr heikel, Selbiges gilt auch für den
extrem belasteten Lichtschalter, und dem des Scheibenwischers.
Als ich vor einiger Zeit meinen Hauptkabelbaum unterm Armaturenbrett neu gebaut habe,
habe ich alle wichtigen Schalter mit einer Relaissteuerung ausgerüstet. In diesem Zuge
sind auch im Motorraum die alten Sicherungskästen verschwunden und haben Platz für
einen moderneren mit 10 anstatt 3 Sicherungen gemacht. Das zerstört zwar die schöne alte
Optik im Motorraum, aber Kabelbrände können das auch.
Dadurch hat sich das Fahrgefühl nur zum Positiven verändert, weil ich beruhigter bin.
Gruß Georg
Mach es fertig, bevor es dich fertig macht!
Re: Wieviel Originalität geht mit den Jahren verloren ?
Guten Morgen
eine spannende Frage, vor der ich immer mal wieder stehe. Die Frage kann ich dann auch je nach Tagesform und ob es sich um meine ID/DS handelt oder die eines Fremden, sehr unterschiedlich beantworten.
Ich fahre seid einigen Jahren eine 67er ID im ziemlich originalen Zustand - gut, der Himmel gehört nicht an das Dach (war der Vorbesitzer) und der Auspuff hat hinten, damit es etwas leiser ist, den Topf der DS. Das Motorblech ist von der DS (sieht man nicht und bringt doch etwas weniger Hitze im Sommer für die Füße). Das Radio ist alt (mit neuer Technik - nach der Überholung der alten Technik wurden die alten Frequenzen abgeschaltet, danke noch einmal), und der Lautsprecher ging vor einiger Zeit zu seinen Ahnen und machte einem neuen Platz. Der hat mehr Höhen (hört sich doch besser an und man sieht es ja nicht). Die Antriebswellen sind Nachfertigungen (nach 400000 Kilometern war halt mal Schluss). Leider musste ich die Sitzbezüge auch neu nähen lassen - der Sattler durfte alles nochmal machen, da der Faden die falsche Farbe hatte - es ist nicht immer leicht mit mir und der Originalität. Sauer war ich vor zwei Jahren über meinen Freund Rolf (schraubt meine ID) und den TÜV: Gelbe Birnen mussten raus und der Blinker vorne durfte nicht mehr weiß blinken. Spießer, Ignoranten, Spinner und überhaupt - ja, ich kann jetzt Nachts endlich etwas sehen, aber trotzdem. Die Gurte sind nur wegen meiner Frau im Wagen (als Held zu sterben ist halt einfach, wenn es vermeintlich so weit weg ist). Zum Glück an den alten Aufnahmen - das hätte ich sonst nicht ertragen. Wobei, sind sie wirklich an den originalen Haltepunkten befestigt? Muss ich nachher mal nachschauen....
Ja, und wie Glücklich war ich die ersten zwei Jahre mit dem originalen Lack. Der sah zwar schon ziemlich Scheiße aus, aber war Original. Bis zu dem Tag, als mir die junge Frau in die Front fahren musste. Schade, dass ich dann auch sah, dass die ID schon mal lackiert wurde.... Soviel zu Original.
Ja, ich freue mich immer wieder ein Fahrzeug zu sehen, was möglichst nah am Auslieferungszustand ist. Nur, je mehr die Dinger ihrer Bestimmung nach genutzt werden, umso mehr bewegt es sich weg von der Originalität. Ein verbrauchter Motor mag original sein, ein überholter Motor läuft vielleicht näher am Ursprung. Wer weiß das schon. Und ein Fahrzeug, dass 50 Jahre in der Ecke stand, ist auch kein Neuwagen mehr und anders, als er vor 50 Jahren gewesen ist.
Die Erinnerungen der Älteren unter uns hat sich auch schon etwas in andere Richtungen bewegt: Ihr wisst, früher waren Autos, Fußball und Frauen immer besser...
Was ich euch sagen will ist, dass ich versuche so nah als möglich an einem originalen Zustand oder einer originalen Vorstellung zu bleiben. Aber ich will das Ding auch fahren, auch bei Regen und auf schlechten Straßen, mal viel zu schnell, im Urlaub und die Berge hochquälen. Und dabei bewegt sich das gute Stück immer weiter weg von seinem Ursprung, geht immer mal etwas kaputt, bekommt sie hier und da eine Schramme, wird etwas getauscht.
Genervt bin ich von den Bastelarien. Wenn auf Biegen und Brechen versucht wird, aus den alten Stücken einen neuen Golf zu bauen. 123, falsche Reifen, noch ein Ventilator, Zierleisten an der Seite, Zusatzsicherung oder sogar Relais etc. Was soll das?
Wie geschrieben, meine ist absolut original...
In diesem Sinn
Grüße Ralph
eine spannende Frage, vor der ich immer mal wieder stehe. Die Frage kann ich dann auch je nach Tagesform und ob es sich um meine ID/DS handelt oder die eines Fremden, sehr unterschiedlich beantworten.
Ich fahre seid einigen Jahren eine 67er ID im ziemlich originalen Zustand - gut, der Himmel gehört nicht an das Dach (war der Vorbesitzer) und der Auspuff hat hinten, damit es etwas leiser ist, den Topf der DS. Das Motorblech ist von der DS (sieht man nicht und bringt doch etwas weniger Hitze im Sommer für die Füße). Das Radio ist alt (mit neuer Technik - nach der Überholung der alten Technik wurden die alten Frequenzen abgeschaltet, danke noch einmal), und der Lautsprecher ging vor einiger Zeit zu seinen Ahnen und machte einem neuen Platz. Der hat mehr Höhen (hört sich doch besser an und man sieht es ja nicht). Die Antriebswellen sind Nachfertigungen (nach 400000 Kilometern war halt mal Schluss). Leider musste ich die Sitzbezüge auch neu nähen lassen - der Sattler durfte alles nochmal machen, da der Faden die falsche Farbe hatte - es ist nicht immer leicht mit mir und der Originalität. Sauer war ich vor zwei Jahren über meinen Freund Rolf (schraubt meine ID) und den TÜV: Gelbe Birnen mussten raus und der Blinker vorne durfte nicht mehr weiß blinken. Spießer, Ignoranten, Spinner und überhaupt - ja, ich kann jetzt Nachts endlich etwas sehen, aber trotzdem. Die Gurte sind nur wegen meiner Frau im Wagen (als Held zu sterben ist halt einfach, wenn es vermeintlich so weit weg ist). Zum Glück an den alten Aufnahmen - das hätte ich sonst nicht ertragen. Wobei, sind sie wirklich an den originalen Haltepunkten befestigt? Muss ich nachher mal nachschauen....
Ja, und wie Glücklich war ich die ersten zwei Jahre mit dem originalen Lack. Der sah zwar schon ziemlich Scheiße aus, aber war Original. Bis zu dem Tag, als mir die junge Frau in die Front fahren musste. Schade, dass ich dann auch sah, dass die ID schon mal lackiert wurde.... Soviel zu Original.
Ja, ich freue mich immer wieder ein Fahrzeug zu sehen, was möglichst nah am Auslieferungszustand ist. Nur, je mehr die Dinger ihrer Bestimmung nach genutzt werden, umso mehr bewegt es sich weg von der Originalität. Ein verbrauchter Motor mag original sein, ein überholter Motor läuft vielleicht näher am Ursprung. Wer weiß das schon. Und ein Fahrzeug, dass 50 Jahre in der Ecke stand, ist auch kein Neuwagen mehr und anders, als er vor 50 Jahren gewesen ist.
Die Erinnerungen der Älteren unter uns hat sich auch schon etwas in andere Richtungen bewegt: Ihr wisst, früher waren Autos, Fußball und Frauen immer besser...
Was ich euch sagen will ist, dass ich versuche so nah als möglich an einem originalen Zustand oder einer originalen Vorstellung zu bleiben. Aber ich will das Ding auch fahren, auch bei Regen und auf schlechten Straßen, mal viel zu schnell, im Urlaub und die Berge hochquälen. Und dabei bewegt sich das gute Stück immer weiter weg von seinem Ursprung, geht immer mal etwas kaputt, bekommt sie hier und da eine Schramme, wird etwas getauscht.
Genervt bin ich von den Bastelarien. Wenn auf Biegen und Brechen versucht wird, aus den alten Stücken einen neuen Golf zu bauen. 123, falsche Reifen, noch ein Ventilator, Zierleisten an der Seite, Zusatzsicherung oder sogar Relais etc. Was soll das?
Wie geschrieben, meine ist absolut original...
In diesem Sinn
Grüße Ralph
Re: Wieviel Originalität geht mit den Jahren verloren ?
Danke, Ralph, das hast Du schön geschrieben.
So hat wirklich jeder von uns ein "absolut originales" Auto - und gleichzeitig ein Unikat!
Die Auslegung, was gerade noch geht, ist halt sehr subjektiv. Für mache ist ein 3-Punkt-Gurt ein Muss, andere bauen Relais ein, um Spannungsverluste und Brandgefahr zu verringern.
Wichtig ist aus meiner Sicht, möglichst Originalsubstanz erhalten und Änderungen rückbaubar gestalten., dann aber v.a. unsere schönen Autos fahren und genießen. Die ganz seltenen wirklich original erhaltenen Autos sind dafür zu schade und gehören ins Museum.
Und - machen wir uns nichts vor -, in 20-30 Jahren wird sich kaum noch jemand für unsere Autos aus UNSERER Kindheit interessieren, original oder nicht.
Gruß Thorsten
So hat wirklich jeder von uns ein "absolut originales" Auto - und gleichzeitig ein Unikat!
Die Auslegung, was gerade noch geht, ist halt sehr subjektiv. Für mache ist ein 3-Punkt-Gurt ein Muss, andere bauen Relais ein, um Spannungsverluste und Brandgefahr zu verringern.
Wichtig ist aus meiner Sicht, möglichst Originalsubstanz erhalten und Änderungen rückbaubar gestalten., dann aber v.a. unsere schönen Autos fahren und genießen. Die ganz seltenen wirklich original erhaltenen Autos sind dafür zu schade und gehören ins Museum.
Und - machen wir uns nichts vor -, in 20-30 Jahren wird sich kaum noch jemand für unsere Autos aus UNSERER Kindheit interessieren, original oder nicht.
Gruß Thorsten
D Super 5, Bj. '74, brun-scarabée aus Italien
Re: Wieviel Originalität geht mit den Jahren verloren ?
Für mich ist die Originalität der Optik innen und aussen wichtig. Technische Verbesserungen, wenn sie denn sinnvoll sind, haben alle meine Oldtimer.
Meine 67er DS21 Pallas (sie war original auch ein Pallas, also nicht "hochgerüstet" ) hat
123 - Ignition
moderne Relais dort wo sie nützlich sind
Drehstromlichtmaschine
Sitzheizung (weil die orginale Heizung nichts taugt)
originales Edison mit moderner Technik
H 4
den stärkeren DX2 Motor
185er Reifen
und sicher in paar Kleinigkeiten mehr
Alles Dinge, die das Teil zuverlässiger und alltagstauglicher machen, sie dient ja auch für lange Urlaubsfahrten und als Alltagsauto bei trockenem Wetter
Meine 67er DS21 Pallas (sie war original auch ein Pallas, also nicht "hochgerüstet" ) hat
123 - Ignition
moderne Relais dort wo sie nützlich sind
Drehstromlichtmaschine
Sitzheizung (weil die orginale Heizung nichts taugt)
originales Edison mit moderner Technik
H 4
den stärkeren DX2 Motor
185er Reifen
und sicher in paar Kleinigkeiten mehr
Alles Dinge, die das Teil zuverlässiger und alltagstauglicher machen, sie dient ja auch für lange Urlaubsfahrten und als Alltagsauto bei trockenem Wetter