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Keilriemen

Verfasst: So 21. Sep 2014, 12:14
von Langhuber
Gestern abend habe ich es tatsächlich geschafft, um es im Segelfliegerjargon auszudrücken, eine Aussenlandung hinzulegen.
Natürlich an der geschicktesten aller möglichen Stellen: Im zweispurigen standstreifenlosen Baustellenbereich hinter Pforzheim-West auf der Rückfahrt aus Lipsheim, schon bei voller Dunkelheit. :-(
Amperemeter zeigt negativen Vollausschlag, Ladekontrolle leuchtet nicht. Wobei das Problem an der Stelle für mich weniger die Elektrik war, sondern die Tatsache, dass der Treibriemen auch den Ventilator und noch übler, die Wasserpumpe antreibt.
Preisfrage in dem Moment: An der Stelle wäre anhalten einem geplanten Suizid ziemlich nahe gekommen. Wie fährt man also möglichst motorschonend weiter. Als ich es bemerkt habe, ging es leicht bergauf. Lieber niedertourig im 4. oder eher hochtourig im 3. ?
Na gut, irgendwo bei km 241 gab es eine Betriebsausfahrt, in die ich mich gerettet habe. Madame hinterliess bereits eine deutliche Kühlwasserspur auf der Straße. Beim Nachforschen, was eigentlich los war, habe ich den locker rumhängenden Keilriemen angelangt. Hätte ja sein können, dass er nur runtergerutscht war. Dabei habe ich gleich eins auf die Finger gekriegt:
Die Gleichstrom-LiMa kreiselte im Motorbetrieb lustig vor sich hin und ich habe in das Lüfterrad reingelangt. Der Strom den sie in dem Zustand gezogen hat, war offensichtlich zu niedrig um den Kontakt im Regler öffnen zu lassen, weswegen auch die Ladekontrolle nicht leuchtete.
Kurzes Abklemmen der Batterie beendete den Spuk.

Also, Anruf beim AvD (Oldtimer-Card). Nach einer Stunde kam der erste Abschleppwagen. Weil ich ihm unterwegs per Handy mitgeteilt hatte, dass er mich nach Stuttgart bringen solle, habe er einen Kollegen benachrichtigt. Stuttgart sein nicht sein Revier. Nach weiteren 45 Min. kam auch tatsächlich der Kollege.
Darauf langwierige Diskussion: Wie sichert man ein DS auf der Ladefläche des Abschleppwagens? Der gute rupfte, bevor ich was sagen konnte, die Radkappe ab und glotzte auf meine Zentralverschlussfelge. Nix mit Loch in Felge zum einhaken. Alle Einwände gegen diverse Alternativverzurrungen hatten jeweils mit dem Univeralsargument aller "Fachleute" zu kämpfen: "Ich mache das jetzt seit 30 Jahren, wollen Sie mir etwa erklären wie ich meine Arbeit machen soll?"
Vielleicht erzählen hier mal ein paar Spezialisten, wie und wo sie eine DS auf der Ladefläche eines Anhängers oder LKW sichern. Ich werde dann berichten, wie es bei Madame gehandhabt wurde, so dass ich schliesslich um 23:30 in Stuttgart von der Ladefläche runterfahren konnte.

Zum eigentlichen Problem dann in meinem nächsten Posting, damit das hier nicht noch länger wird.

Schönen Sonntag allen zusammen,
Klemens

Re: Keilriemen

Verfasst: So 21. Sep 2014, 12:40
von Langhuber
Kurz zur Vorgeschichte, warum das Thema "Keilriemen" heisst:
Ich habe in Lipsheim bemerkt, dass der alte Keilriemen sehr verschlissen aussah. Deshalb habe ich vorsorglich auf dem Flohmarkt nach Ersatz Ausschau gehalten. Aber wie es so ist, auf dem ganzen Terrain gab es nix passendes:
Auf dem alten Riemen steht "9,5x900". Wobei ich natürlich davon ausgehe, dass der nicht original ist, sondern per trial & error ausgewählt wurde.
Viele der netten Händler in Lipsheim haben mir verschiedene Riemen zum Testen mitgegeben: "Nimm mit, die anderen bringste wieder, wenn sie nicht passen". Danke an alle!
Aber wie es so ist: Ein Bosch "9,5x900" war viel zu kurz, ein anderer "9,5x950" war viel zu lang.
Ein Riemen "für DS 19 bis 1961 und DS 19 ab 1965" wäre a. recht teuer gewesen und hätte b. für meine Madame (1963) nach Spezifikation nicht gepasst.
Was mich gewundert hat: Ich kann die Lichtmaschine ja sehr weit schenken, also gut über 5cm, da hätte ich doch gedacht, dass man einen (900 oder 950) hätte nehmen können.
Ein Blick zu Hause ins Eratzteilhandbuch 466 gibt leider auch keine Abmessiungen an, sondern nur zwei verschiedene Teilenummern: DM 231-6 und DS 231-6 für vor 1961 und nach 1961.
Dann werde ich also noch einem Blick in den Katalog aus Vechta mit den gestern gewonnenen Erkenntnissen nach einem Riemen 10x925 Ausschau halten.

Grüße
Klememns

Re: Keilriemen

Verfasst: So 21. Sep 2014, 12:44
von DS20_break
TM 731/72

Re: Keilriemen

Verfasst: So 21. Sep 2014, 13:00
von Langhuber
@Hardy:
Die habe ich natürlich auf allen Flohmärkten und Ausfahrten immer zur Hand. ;-)

Klemens

Re: Keilriemen

Verfasst: So 21. Sep 2014, 13:44
von DS20_break
[quote=Langhuber]
@Hardy:
Die habe ich natürlich auf allen Flohmärkten und Ausfahrten immer zur Hand. ;-)

Klemens[/quote]
naja, bei mir liegt das Blatt in Folie eingeschweißt im Auto, Dann brauch ich es nicht in der Hand halten. :-)

Re: Keilriemen

Verfasst: So 21. Sep 2014, 13:49
von DS20_break
Aber warum hast du nicht die Lima abgeklemmt, neue Keilriemen rauf und Zündung mit Abblendlicht auf Batterie. Mit guter Batterie (wieviel Ah hast du?) hättest du die 50km nach Stuttgart doch geschafft.

Sorry, hab gerade erst deinen Keilriemenposting gelesen.
Aber mal ehrlich, wie lange hast du Madame schon und kümmerst dich jetzt erst um Ersatzkeilriemen?

Re: Keilriemen

Verfasst: So 21. Sep 2014, 13:49
von anieder
Hallo Klemens

Blöde Sache.

Deine Frage ob 3ter oder 4ter Gang ist m.E. Am Ende akademisch. Denn zu viel Abwärme wird in beiden Fällen sicher abgegeben.

Ggf. Eher mit niedrigen Drehzahlen um die kolbengeschwindigkeit niedrig zu halten.

Du schreibst du hast eine Wasserspur gezogen. Wo ist das Wasser denn ausgetreten und wie viel hast du verloren.

Gruß

Andreas

Re: Keilriemen

Verfasst: So 21. Sep 2014, 15:13
von DS20_break
@Klemens
versteh mich nicht falsch, natürlich bedauer ich deine Panne.

@all
[quote=Langhuber]
Auf dem alten Riemen steht "9,5x900". Wobei ich natürlich davon ausgehe, dass der nicht original ist, sondern per trial & error ausgewählt wurde.
Viele der netten Händler in Lipsheim haben mir verschiedene Riemen zum Testen mitgegeben: "Nimm mit, die anderen bringste wieder, wenn sie nicht passen". Danke an alle!
Aber wie es so ist: Ein Bosch "9,5x900" war viel zu kurz, ein anderer "9,5x950" war viel zu lang.
[/quote]

wenn ein 9,5x900 länger als 2 Jahre gehalten hat, wie kann es dann sein, dass ein 9,5x900 viel zu kurz ist?

Re: Keilriemen

Verfasst: So 21. Sep 2014, 16:00
von 1956-1969
Bei 5cm Schlitz zum Spannen im Spannblech hast du 4,2cm Verstellbereich am Keilriemen. Das ist nur wenig weniger als 5cm. Das "viel zu kurz" plus "viel zu lang" können nur 8mm gewesen sein.
Bei meinem 64er ist der Schlitz 9cm lang und der Verstellbereich am Riemen 7,2cm. Da hätte einer der beiden Riemen gepasst. Ich weiß nicht, was normal ist an Schlitzlänge, aber mein Spannblech halte ich für original.
Wenn du festgestellt hast, dass der 900er „viel“ zu kurz ist, hättest du das Spannblech nach Abnehmen der Mutter auf der Lima nach oben klappen können, die Lima weit nach innen drücken und den Keilriemen auflegen können. Dann die Lima von Hand nach außen ziehen, bis der Stutzen auf der Lima in den Schlitz einrastet und fertig.
Also, nach meinem Gefühl fehlte die echte Motivation zum Wechseln des Riemens.... ☺. Uli

Re: Keilriemen

Verfasst: So 21. Sep 2014, 16:32
von DS20_break
[quote=Langhuber]
Darauf langwierige Diskussion: Wie sichert man ein DS auf der Ladefläche des Abschleppwagens?
...
Vielleicht erzählen hier mal ein paar Spezialisten, wie und wo sie eine DS auf der Ladefläche eines Anhängers oder LKW sichern. Ich werde dann berichten, wie es bei Madame gehandhabt wurde
[/quote]
Hi Klemens,
wie es richtig ist sagt uns ja die TM 731/72.
Komplettier dein Erlebnis, wie hats denn nu der Abschlepper gemacht?