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Lenkung schwergängig
Verfasst: Di 12. Okt 2004, 17:48
von Stefan R.
Hallo,
so, die Feststellbremse ist nun in Ordnung, aber dafür hat Madame sich etwas anderes überlegt um mich zu ärgern. Es gab nämlich wieder keine TÜV-Plakette. Diesmal wegen der Lenkung. Die Mängel sind:
Lenkkopfmanschette undicht, Ölverlust
Lenkung schwergängig
Lenkungsrückstellung funktioniert nicht
Die Lenkung bleibt also auch im Fahrbetrieb eingeschlagen. Der LHM-Stand war sehr niedrig. Klar, weil einiges undicht war. Was mich wirklich erschreckt hat ist aber, daß nach dem Auffüllen die Lenkung noch schwergängiger war. Man hört übrigens, daß die Hydraulikpumpe beim Lenken anspringt. Der Wagen federt gut und fährt auch schnell hoch.
Kann alles mit der Manschette zusammenhängen? Die Spureinstellung ist in Ordnung.
Was kann das also jetzt sein, und was wird es mich kosten ?
Viele Grüße
Stefan
Re: Lenkung schwergängig
Verfasst: Di 12. Okt 2004, 18:49
von Joe
Mein Tipp, wechsle mal den Prüfer!
1. Die Lenkung ist fast immer undicht und solange sie nur nässt und nicht tropft ist es auch ok.
2. Was für einen Vergleich hat der Prüfer, dass er sagen kann deine Lenkung seie schwergängig?
Komischer Prüfer auf alle Fälle
Viele Grüsse
Joe
Re: Lenkung schwergängig
Verfasst: Di 12. Okt 2004, 19:36
von Stefan R.
Hallo Joe,
nee, leider hat er recht. Da ist nun wirklich etwas anders, als es vorher war.
Ich bin den Wagen heute selber gefahren, und die Lenkung fühlt sich schon merkwürdig an.
Viele Grüße
Stefan
Re: Lenkung schwergängig
Verfasst: Di 12. Okt 2004, 22:12
von Behemoth
Hallo Stefan,
was Du schilderst, könnte ein Problem der Lenküberschneidung sein. Bei mir fühlte es sich so an, als ob die Lenkung dort wo sie gerade stand, arretierte, also ein zu grosses Losbrechmoment aufwies (hah, das hört sich schön technisch an). Beim Weiterbewegen des Lenkrades schien es gut zu sein, die Servowirkung setzte auch ein, aber nach Stillstand des Lenkrades wieder das Gefühl, es hält sich an seiner Position fest. Nach Einstellung der Lenküberschneidung war die Sache gegessen.Die Lenkrückstellung der DS ist konstruktionsbedingt nicht so heftig, ich mag das eigentlich ganz gern. Hatte vor einiger Zeit mal einen Golf geliehen und als ich in der Kurve aufs Gas trat, musste ich das Lenkrad richtig festhalten, damit er nicht geradeaus in die Botanik durchging.
Katzigdämonische Grüsse
Behemoth
Re: Lenkung schwergängig
Verfasst: Di 12. Okt 2004, 23:37
von Stefan R.
Hallo Behemoth,
(grins, ich als "Altgothic" schreibe einem Dämon. jaja, moderne Technik. Früher gab es dafür Beschwörungen

)
Danke! So in etwa fühlt sich die Lenkung an. Das bedeutet doch im Klartext, daß durch die falsche Einstellung die Servo-Unterstützung die Lenkung an der Position "festhält", oder? Demnach klingt es für mich als Laien auch logisch, daß die Lenkung nach dem Auffüllen des LHMs noch schwergängiger wirkte. Mehr Hydrauliköl heißt mehr Kraft zum Festhalten, oder bin ich da auf dem Holzweg?
Wie kompliziert ist die Einstellung denn?
Die Lenkkopfmanschette muß erstmal gewechselt werden. Die ist wirklich durch. Ich habe den Wagen vor ca 3-4 Monaten gekauft und bin bisher knapp 800km damit gefahren. Dabei habe ich ca 1,5l LHM verloren. Das kann man nicht mehr als "schwitzen" oder auch "tröpfeln" bezeichnen. In der Werkstatt werden jetzt erstmal alle Undichtigkeiten beseitigt: Die Lenkkopfmanschette, die Leitungen am Hauptdruckspeicher sind am Flansch undicht und die Federzylindermanschette hinten links ist hin. Flansch und Federzylindermanschette sind ja Kleinkram, aber weiß jemand, wie groß der Akt mit der Lenkkopfmanschette wird? Ich sehe da schon wieder einige Scheine verschwinden....
Viele Grüße
Stefan
Re: Lenkung schwergängig
Verfasst: Mi 13. Okt 2004, 13:04
von Georg Martinelli
Hallo Stefan,
also Moment erst Mal, den Hydraulikölverlust würde ich mich trauen, mit der Fülle an durchgeführten Arbeiten zu erklären; jedesmal, wenn man eine Komponente abschließt, rinnt LHM raus, bei manchen Rücklaufleitungen (Lenkung!!) drückt das höherliegende Niveau des Behälters Öl ins Freie, nicht zuletzt wird Dein Schrauber ja wohl die Bremsen entlüftet haben!?
Leichter oder schwerer sollte die Lenkung durch LHM-Niveauänderungen nicht gehen, entweder das Niveau ist zu niedrig und der Wagen saugt Luft, dann merkst Dus als Erstes bei den Bremsen oder, so vorhanden in der Halbautomatik. Du kannst aber mal die Entlüftungsschraube am Druckregler ca. 2 Umdrehungen öffnen, den Wagen einige Minuten bei richtigem (LHM-)Niveau am Stand laufen lassen und die Schraube wieder zudrehen (nicht zu fest, aber auch nicht zu schwach).
Die Lenkkopfmanschette wird aufgrund der Engstelle zum Längsträger kaputt (siehe unten) und wie folgt gewechselt:
Kotflügel li abnehmen, Kühler raus (encore une fois), Lenkung lockerschrauben, Schelle abnehmen, Lenksäule abschließen und ausfädeln. Neue Manschette drauf, Schelle anbringen, Lenkung und Säule so zusammenstecken, dass die Speiche des Lenkrades ca. 30° unter der Waagrechten auf der linken Seite liegt. Man kann es als Handauflage benutzen, wenn der Ellbogen auf dem Fensterschacht liegt, tatsächlich ist diese Stellung als "Aufprallsicherheit" empfohlen, da der Brustkorb so von der Lenksäule weggeschoben wird...
Und jetzt kommts: Lenkung wiedereinbauen:
Die Lenkung muß in 2 Richtungen fluchten: seitlich, sodaß der Lenkkopf bei 360° nicht am Längsträger schleift (dann ist die Manschette gleich wieder perdue) aber dennoch weit genug links ist, damit sie mit der Säule fluchtet.
Und, weit wichtiger: die Winkelstellung der Lenkung, damit die Ventile nicht vorbelastet sind (es gibt schon einen Eintrag zum Thema von mir).
Über das linke Vorderrad nach rechts schauen und gefühlsmäßig eine Flucht des Lenkkopfes mit der Säule herstellen. Die Methode mit der Messung der Abstände der Ventilwaage zum Körper bei senkrechter Stellung der Ventile einmal normal und einmal auf den Kopf gestellt (180° Drehung, Manschette hochstülpen) gefällt mir gut. Der Drucküberschneidungswert ist selten einzustellen, verändert sich aber schon, wenn man die obere Schraube der Lenkungsbefestigung am Zwischenlager um eine Umdrehung löst und die untere um eine fester zieht. Praktisch kann aber eine Lenkung auf SIcht einstellen, sie darf a) nicht schleifen und muß b) in obengenannten 2 Ebenen fluchten. Dann kanns passieren, dass die im Endanschlag gelegentlich versucht zu schlagen, im Allgemeinen reicht das aber aus.
Weg 2: Nachlesen in der Literatur, wie der Drucküberschneidungswert eingestellt wird, eine Leitung besorgen wie diese, die vom Lenkkopf zum Arbeitszylinder (rechts an der Lenkung) geht, diese kappen. Die Originalleitung von Deiner Lenkung am Zylinder abschließen, mit dem identen Gegenstück, der DIchtung und 2 passenden Schrauben verbinden und an die gekappten Enden 2 Manometer bis 200 bar anschließen. Damit zeigen die Manometer den Druck an, der vom Lenkventil an den Arbeitszylinder geschickt wird. Wenn die Lenkung nicht fluchtet zeigen dir die Manometer das an (bei 90° anderer Wert als bei 270° und bei 0° anderer Wert als bei 180°), ebenso wie ein Ecken am Träger...
Wenn der Drucküberschneidungswert paßt, ist die Lenkung neutral (Druckgleichgewicht) aber nicht so leichtgängig wie drucklos und die Rückstellkräfte der Vorspur ziehen die Lenkung in die Geradeausstellung (bei der DS zugegebenermaßen langsamer als bei anderen Autos). Die Herzscheibe definiert NUR den Geradeauslauf (bewirkt aber nur auf +/- 20° um den Geradeauslauf eine geringe "Einrast"kraft).
Alle Klarheiten beseitigt? Ich glaube, dass die Lenkung unsachgemäß eingebaut wurde. Das sollte der Mechaniker aber gratis nachbessern!?
Sag, käme es Dir auf die Dauer nicht günstiger, wenn Du zumindest eine sogenannte konzessionierte Citroën-Werkstätte dranließest? Manchmal weiß ein alter Meister dieser Werkstätten diese Besonderheiten schon noch...
Gruß Georg
PS.: Jetzt weiß ich, weshalb der GRazer Dietmar immer so wegen nicht geschossenen Fotos jammert. Das aus dem Hut zu ziehen, wäre schon toll!!
Re: Lenkung schwergängig
Verfasst: Mi 13. Okt 2004, 13:07
von Georg
Nach dem Entlüften der Druckversorgung wieder Bremsen entlüften, so sie verzögert anspricht.
Die Manschette kostet bei Sassen €17,5.
Gruß Georg und alles Gute beim Schrauben!
Re: Lenkung schwergängig
Verfasst: Mi 13. Okt 2004, 13:39
von MichaIN
Hallo Stefan,
war bei den ganzen anderen Arbeiten die Lenkung mal ausgebaut oder auch nur irgendwie gelöst?
Dann muß die Lenkung korrekt ausgerichtet werden.
Gruß,
MIchael
Re: Lenkung schwergängig
Verfasst: Mi 13. Okt 2004, 13:39
von MichaIN
Hallo Stefan,
war bei den ganzen anderen Arbeiten die Lenkung mal ausgebaut oder auch nur irgendwie gelöst?
Dann muß die Lenkung korrekt ausgerichtet werden.
Gruß,
Michael
Re: Lenkung schwergängig
Verfasst: Mi 13. Okt 2004, 13:43
von Uli Sandmeier
Hallo Stefan,
ich gebe Georg vollkommen recht mit seiner Beschreibung, wobei nach deiner Schilderung die Lenkung nicht korrekt wieder eingebaut wurde. Die von dir geschilderten Symptome sind typisch dafür. Vor allem die Winkelstellung ist sehr wichtig.
Ansonsten kann ein anderer Prüfer auch eine gute Entscheidung sein, du hast da die freie Wahl in ganz Deutschland, auch als Nachuntersuchung.
Viel Erfolg
Gruß Uli