Seite 1 von 2

Tüv-Mangel Lenkung

Verfasst: Do 23. Sep 2004, 18:30
von Dauerbaustelle
Liebe Schraubergemeinde,

auf dem Weg durch den Baurat scheitere ich leider grade an meiner lenkung (LHS). lenkt absolut präzise, ist dicht, aber - wohl in Höhe der Lenkschnecke ist bei bestimmten Lenkeinschlag ein mittelautes Schlagen zu höhren, (so, als ob eine Besfetigunggschraube der Säule irgendwo leicht gegen kommen würde) das den Tüv-Prüfer veranlasst, mir die begehrte Plakette zu verweigern. Seis drum. Die Lenksäule war schon draußen, Spiel oder Schlagen in der oberen Führung war nicht festzustellen, auch nicht unterm Kühler. Der Hauptverdächtige könnte vielleicht die Lenkschnecke sein ?? (Lenkung lässt sich mit etwas Kraft leicht nach oben ziehen, d.h. der Zapfen der Lenkschnecke, auf dem die Lenkung sitzt, läst sich mit etwas Kraft leicht nach oben ziehen - was das auch immer bedeuten mag...
War hier (Berlin) auch schon in einer Werkstatt und die meinten, die Lenkung müsste wohl ausgetauscht werden. Ich würde gerne mal die Meinung eines unabhängigen Experten höhren, dessen Urteil nicht direkt an meinem Geldbeutel hängt. Neue lenkung: ja, aber nur wenn es auch sinnvoll ist. Hat jemand eine Idee zur Schadensbegrnzung - oder inwiefern es für einen halben Laien möglich ist, da mechanisch etwas instand zu setzen ? Kennt jemand einen Experten in/um Berlin ?
Für ein paar Tips wäre ich sehr dankbar. Auto fährt sich nämlich hervorragend und die Lenkung weder ein Spiel noch sonstwas !

Viele Grüße
Thomas
der, der mit dem Baurat tanzt

Re: Tüv-Mangel Lenkung

Verfasst: Do 23. Sep 2004, 23:05
von patric
Hallo Dauerbaustelle,

ist Deine Lenküberschneidung mal eingestellt worden?


Re: Tüv-Mangel Lenkung

Verfasst: Do 23. Sep 2004, 23:20
von Robert Kruse
Hallo Thomas,

mechanische Defekte an der Lenkung sind nach meiner Erfahrung eher selten. Ein Geräusch in diesem Bereich zuverlässig zu orten ist schwierig. Ich würde nach Deiner Beschreibung eher an die Lenkzwischenlager denken. Das Spiel der Lenksäule im Bereich weniger Millimeter ist normal, wenn es zu gross ist, hast Du die Feder nicht genug zusammengedrückt. Dieses Spiel wirkt auch nicht direkt auf das Lenkritzel (nicht Lenkschnecke, wir haben ja eine Zahnstangenlenkung), das durch zwei Kugellager gut fixiert ist. Wenn Deine Lenkung gut und dicht ist, gilt "never touch a running system". Sollte sie doch einen Fehler haben, lass sie instandsetzen - Götz Bollmann macht das, hat er zumindest hier schon einmal angeboten. Eine Lenkung mit guter Hydraulik sollte man nie zum Austausch geben!!!

Gruss
Robert

Re: Tüv-Mangel Lenkung

Verfasst: Fr 24. Sep 2004, 12:51
von Dauerbaustelle
Hallo Patric, hallo Robert,

hey, vielen dank für die Tips. Bleiben bei mir noch ein paar Fragen:

Partic: was meinst Du mit Lenküberschneidung ? Bin da noch ziemlicher Laie und hatte nur die Lenksäule draußen.

Robert: bin was Lenkung angeht l´wie gesagt leider recht unerfahren - wo liegen denn die Lenkzwischenlager ? Ich vermute, das Geräusch kommt vom Lenkritzel. Würde Euch ja gerne mal zum Bastelessen in meine Werkstatt einladen, aber Randberliner seid Ihr wohl eher nicht.

Und Götz Bollmann ? Vielleicht kann ich mir nochmal einen Überblick verschaffen und mich dann mal direkt an ihn wenden. Ob eine Instandsetzung dann allerdings günstiger ist als eine neue lenkung, ist die dann noch die Frage... Vielleicht Kannst Du mir ja die Mailadress mal geben .

erstmal Grüße
Thomas

Re: Tüv-Mangel Lenkung

Verfasst: Fr 24. Sep 2004, 14:24
von /d
Du bist Dir bewusst, dass eine DICHTE und funktionierende LHS Lenkung etwas ausgesprochen WERTVOLLES ist?
Austausch wie bei VW gibt es leider nicht.
Es gibt einfach keine neuen Lenkungen mehr, was als Austausch angeboten wird, ist immer "aus 5 mach' eins" und dann hoffentlich sauber eingestellt. Leider nicht immer dicht.

Schau' mal mit der Suchfunktion nach dem Thema Lenkung (besser vorher hinsetzen und gut festhalten ;-)). Sind LHM Lenkungen schon ein grosses Problem, um wieviel mehr sind LHS Lenkungen rar?

Die Druckueberschneidung gibt an, wann und wie die Ventilchen im Steuerkopf auf leichte Winkelaenderungen reagieren (wenn man das wirklich in einem Satz zusammenfassen will). Das ist einstellbar (Spezialistenarbeit, man braucht Messuhren und Aufbau).

Gott gebe Dir eine ewig trockene, spielfreie Lenkung, den Rest bekommst Du bei einer anderen Pruefstelle. Dekra, TUeV, es gibt so viele....

/D

Re: Tüv-Mangel Lenkung

Verfasst: Fr 24. Sep 2004, 17:59
von Dieter
gib Deine dichte funktionierende Lenkung niemals her... und wenn Du sie jemals zur Revision gibst prüfe vorher ob ein Tausch in Frage kommt oder Du deine eigene wieder nimmst.

... gehe einfach zu einem anderen Tüv.

Re: Tüv-Mangel Lenkung

Verfasst: Fr 24. Sep 2004, 19:47
von Robert Kruse
Hallo Thomas,

die Lenkzwischenlager sind die zylinderförmigen Gebilde, die die oberen mit den unteren Spurstangen verbinden. Du kannst auch probehalber die oberen Spurstangen an den Zwischenlagern lösen und dann die Lenkung mal so durchdrehen, um den Fehler einzukreisen. Ich empfehle Dir auf jeden Fall den Erwerb einer zu Deinem Fahrzeug passenden Reparaturanleitung und optimal des Ersatzteilkataloges. Für Langhuber ID ist es die Nr 472, für Langhuber DS die 466, glaube ich. Wenn Du einen Kurzhuber hast, ist die dreibändige Anleitung passend. Erhältlich bei Robri.

Gruss
Robert

Re: Tüv-Mangel Lenkung

Verfasst: Fr 24. Sep 2004, 20:57
von patric
Hallo Thomas,

daß Du nicht weißt was die Lenkdrucküberschneidung ist, ist schon mal ein gutes Zeichen, dann hat man sie dir auch nicht einge(ver)stellt. Denn dann hätte man es Dir in Rechnung gestellt und Du wüßtest was es ist ;-)

Man kann durch ungleichmäßiges (einseitiges) einstellen ein metallisches Schlagen verursachen, aber wenns nicht gemacht wurde scheidet das wohl aus.


Re: Tüv-Mangel Lenkung

Verfasst: Mo 27. Sep 2004, 12:22
von Georg
Der Drucküberschneidungswert ändert sich auch, wenn man die Lenkung seitlich versetzt einbaut (seitliche Flucht zur Lenksäule).
Und letztendlich soll man ja mit der in der Reparaturanleitung angeführten Lehre die Flucht der Lenksäule und des Lenkkopfes einstellen (wenn man ohne Kotflügel vom linken Rad zum rechten schaut), andernfalls verändert sich der Drucküberschneidungswert auch über die mehrmals 360° des Lenkkopfes.

Bitte um eingehende Lektüre und viele Diskussionen mit verschiedenen "Fach"männern!!

Viel Spaß mit dem LHS-Modell (für das in Puncto Lenkung sehr Ähnliches gilt wie für LHM)

Gruß Georg

Re: Tüv-Mangel Lenkung

Verfasst: Mi 29. Sep 2004, 20:39
von Pit
Zum Einbau der Lenkung:
Wenn ich die seitliche Lage der Lenkung nach Vorschrift auf 122,5+-2,5mm einstelle, scheint die Lenksäule trotzdem nicht senkrecht zur Lenkung zu stehen. Wenn ich die Gabel, mit den Einstellschrauben der Lenkventile waagrecht stelle, hat sie jedenfalls rechts in Fahrtrichtung mehr Abstand zum Lenkkopf als links.
Den richtigen Winkel der Lenkung habe ich bisher immer mit einer Eigenbaulehre eingestellt. Meiner Meinung nach geht es aber besser, wenn man sie so dreht, dass der Abstand der oben genannten Gabel in senkrechter Stellung oben und unten gleich ist. Das geht genauer wie mit der Lehre.
Meine Frage:
Steht die Lenksäule bei euch senkrecht zur Lenkung?
Viele Grüße
Pit