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Bregrenzer begrenzt begrenzungsfähig
Verfasst: So 22. Dez 2002, 18:56
von patric
Hallo,
Anläßlich des Hydro-Seminars wurde ich auf ein Teil aufmerksam, daß mit dem Vergaser verbunden ist und die Aufgabe hat im Leerlauf die Drehzahl zu begrenzen (HA). Da er bei mir nichts begrenzte, habe ich den Begrenzer(Verdammt, wie heißt das Teil nochmal richtig?) mittels Stift und dafür vorgesehener Bohrung eine korrekte Einstellung verpaßt (hoffentlich).
Anfangs begrenzte es nun, doch damit war es schnell vorbei und nun ist alles beim alten, bis auf eins: Jetzt begrenzt das Ding meine Freude am Fahren. Regelmäßig klemmt das Teil jetzt mit der Folge, daß sich die Drehzahl nicht mehr über 600 U/min-Grenze bewegt. Das Ganze tritt entweder sofort nach dem Kaltstart auf oder (noch angenehmer) immer auf der gleichen viel befahrenen Kreuzung etwa 1,5 km von meinem Startpunkt entfernt. Gehäuft auch bei Minusgraden.
Ich muß dann, meißt so gegen 6 Uhr 15, unter dem kaum zu überhörenden Hupkonzernt genervter Großstadtbewohner, die Haube aufreißen und an dem Flansch wackeln, mit dem der Begrenzer mit dem Vergaser verbunden ist.
Danach ist alles wieder OK und ich fahre meines Weges. Ich würde mir die morgendliche Prozedur in Zukunft ersparen wollen und wäre für Tips dankbar.
Re: Bregrenzer begrenzt begrenzungsfähig
Verfasst: So 22. Dez 2002, 21:18
von Götz
Hallo Patric,
dieser Begrenzer heißt Kupplungskorrektor. Der heißt so, weil er beim auskuppeln das Hy-Öl schnell zum Kupplungsnehmerzylinder passieren lässt. Beim einkuppeln aber wird das Druck je nach Gaspedalstellung langsam (nach einer bestimmten Kurve) abgebaut. Sonst würde Madame sehr ungezogen hoppsen!
Außerdem ist das gleiche Teil dafür verantwortlich, daß der Vergaser im ausgekuppelten Zustand nur ein wenig die Drosselklappe öffnen kann. (eagl wie sehr Du auch aufs Gaspedal latschst).
Damit das alles schön funkt muss unter anderem die Drosselklappenwelle der ersten Vergaserstufe (an der auch das Gaspedal hängt) schön mit der Kupplungskorrektorwelle fluchten (horizontal, wie vertikal). Das erreicht man durch Beilagscheiben zwischen Korrektor und Ansaugbrücke.
man sollte auch mal diese Kreuzscheibe aus Kunststoff begutachten, ob sie noch in Ordnung ist, bzw. ob da nichts verklemmt ist!
Sonst hat man den Effekt den Du hast.
Übrigens manchmal hat man auch einen Hartpunkt beim drehen des Korrektors. Dieser kann dann sogar mal klemmen! Dann rast man mit Tempo gegen die Garagenwand oder so!
Es gibt bei den einschlägigen Händlern auch überholte Korrektoren. Die Qualität ist allerdings meist nicht so doll.
Wenn alles schön eingestellt und gesäubert ist, dann sieht es so aus wie auf dem Bild (hoffentlich klappt der Upload)
korigierende Grüße
Götz
Re: Bregrenzer begrenzt begrenzungsfähig
Verfasst: So 22. Dez 2002, 21:57
von patric
Hallo Götz,
wie überprüfe ich den ob's fluchtet?
augenmaß oder wie?
Re: Bregrenzer begrenzt begrenzungsfähig
Verfasst: So 22. Dez 2002, 23:42
von Hans-Uwe Fischer
Jetzt boomt es,
das Forum flutscht ja nur noch so. Und das jetzt auch noch mit guten Bildern. Sehr anschaulich Götz.
Das Ausrichten bekommt man gut durch Ausprobieren und etwas Gefühl hin. Den Rest macht die Ausgleichscheibe.
Denkt auch an die zwei (?) Zugfedern die hinten senkrecht am Gasgestänge ziehen. Sind sie zu schwach eingestellt (läßt sich leicht einstellen), schafft man es vieleicht auch nicht bis zum Vollgas. Das sind die Federn, die es erlauben, das der Kupplungskorrektor trotz durchgetretenem Gaspedal, den Vergaser auf Leerlauf zurückdrückt. Genial: Schalten bei Vollgas.
Grüße
Hans-Uwe Fischer
PS: Ich habe sehr bedauerlicher Weise leider keinen Halbautomaten mehr. Daher weiß ich im Moment auch nicht ob es eine oder zwei Federn Sind.
Re: Kupplungskorrektor
Verfasst: Mo 23. Dez 2002, 16:44
von patric
Hallo,
ad 1
habe noch eine ketzerische Frage: Wenn die Theorie mit der verfluchten Flucht stimmte, müßte dann nicht das Problem ständig auftreten und nicht nur beim Kaltstart? Könnte auch altes Verharztes ( bei Tieftemperaturen besonders zähes) Fett im Kupplungskorrektor die Wurzel allen Übels sein, oder ist da gar kein Fett drin?
ad 2
Das Ausrichten kann man also mehr oder minder nach Gefühl machen?
Mein Gefühl mag mich Täuschen aber das sieht im jetzigen Zustand schon ziemlich gerade aus.
Re: Kupplungskorrektor
Verfasst: Mo 23. Dez 2002, 16:49
von patric
Hallo H-U,
Es sind 2 Federn, aber wie stellt man sie ein? Habe nämlich das Gefühl, oder vielmehr die Gewissheit, daß bei mir nichts auf Leerlauf zurückgedrückt wird.
Re: Kupplungskorrektor
Verfasst: Mo 23. Dez 2002, 18:30
von Hans-Uwe Fischer
Hallo Patric,
ich hoffe, mich noch richtig erinnern zu können. Diese zwei Federn hatten an ihren Enden kleine Metallplättchen. Diese konnte man irgendwie entrasten, die Federn entsprechend strecken und dann in solche Kerben an den Metallstangen wieder einrasten. Die Kerben sind irgendwie gequetscht.
Das funktioniert aber nur richtig, wenn auch das obere, in Gummi vulkanisierte Lager, nicht ausgeschlagen ist ( Lager hat Dirk Sassen).
Unabhängig vom o. a. Fehler, halte doch einmal den Vergaser auf Leerlauf fest (2. Person) und gebe dann einmal Vollgas. Selbstverständlich mit Gefühl, sonst fehlt der 2. Person ein Finger. Dann erklärt sich alles sehr anschaulich von selbst und man weiß, das wenigstens bis dahin alles ok ist.
Viel Erfolg
Hans-Uwe
PS: Wenn o.a. Lager "ausgenaddelt" ist, gibt´s auch kein Fluchten.
PPS: Wie bekomme ich bold hin?
Re: Kupplungskorrektor
Verfasst: Mo 23. Dez 2002, 18:39
von patric
Hallo H-U,
Wo genau sitzt das angesprochene Lager?
Re: Kupplungskorrektor
Verfasst: Mo 23. Dez 2002, 20:09
von Hans-Uwe Fischer
Hallo Patric,
das Buchsenlager (Messing, Bronze, Sinter ?) ist in der Metallplatte einvulkanisiert, welche mit zwei langen Langlöchern am hinteren Motorraumschott befestigt ist. Die zwei Langlöcher dienen auch zum Ausrichten der Verbindungswelle zwischen Gaspedalgestänge Vergaser. Also, die eine Seite der Verbindungswelle ist am flexiblen Ausgleichsflansch der Drosselklappenwelle befestigt und das andere Ende der Welle steckt im besagten Lager. Aufgrung des Gummis hat man hier eine kardanische Lageraufhängung. Das Buchsenlager wird in der Tat ziemlich strapaziert.
Grüße
Hans-Uwe
Re: Bregrenzer begrenzt begrenzungsfähig
Verfasst: Di 24. Dez 2002, 11:10
von wolfgang
hätte dir gerne ein bild geschickt,aber ich kriegs nicht kleiner als
37 kb.musste das messing/gummilager auch schon mal wechseln.
frohe festtage an alle
wolfgang