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Halbachsmanschette über alte Gelenkwelle!?

Verfasst: Mi 21. Jul 2004, 10:13
von Georg Martinelli
Hallo zusammen,

stehe bei meinem DS19, Bj. '60 im Moment vor dem scheinbar schier unlösbaren Problem einer defekten inneren Halbachsmanschette...

Die Halbachse hat außen eine geschmiedete Kardangabel, die innere ist reibgeschweißt. Die Lagerung ist lt. Ersatzteilkatalog (und "fachmännischer" Begutachtung) nur eingeschränkt zerlegbar.

Lt. Reparaturanleitung Citroën von 1957 und einem deutschen Vertreiber von Achsmanschetten für DS soll man den Innendurchmesser (26mm) der Achsmanschette mittels Trompete über die Verzahnung des Schubstückes ziehen (Durchmesser 110 mm)...

Fazit: 2 Manschetten sind gerissen, die 3. intakte hat beim Vulkanisierstoß eine "Sollbruchstelle". Das versuch ich erst gar nicht mehr.

Durch die äußerst fragwürdige Demontage des Kardangelenks spart man im zu dehnenden Umfang 7 cm. (Umfang Verzahnung ca. 34 cm, Umfang Ellipse über die Gabel ca. 27 cm - da sind 2 Manschetten gerissen).

Was soll ich tun? Kennt wer Manschetten mit weicherer (elastischerer) Gummimischung? Soll ich eine Manschette mit größerem Innendurchmesser auf 2 Halbschalen aus Gummi/PA montieren?

Wie fahren die anderen premièrs modèles? Mit den alten Manschetten oder ohne - Martin...??
Sollte wohl gleich die äußere Manschette gleich mittauschen!?

Bitte um Linderung meiner verzweifelten Lage! Eine Typisierung ohne Manschette kann ich wohl vergessen geschweige denn, je wieder einen Meter zu fahren!?

Gruß Georg

Re: Halbachsmanschette über alte Gelenkwelle!?

Verfasst: Mi 21. Jul 2004, 20:51
von Robert Kruse
Hallo Georg,

hast Du es mit der Original-Trompete von Cit. probiert? Dann ist es kein Wunder, wenn die Manschette reisst. Die Belastung ums Eck schafft kaum eine Nachbau-Manschette. Ich habe mir daher ein gerades Werkzeug gebaut, sh. Bild, wie es auch andere Hersteller verwenden. Damit sinkt die Ausschussquote stark ab - habe 3 Manschetten für 2 Wellen gebraucht. Viel Fett und Silikonspray braucht es natürlich - und Kraft in den Händen. Die äusseren Manschette sind dann ein Kinderspiel.
Rotölige Grüsse
Robert

Re: Halbachsmanschette über alte Gelenkwelle!?

Verfasst: Do 22. Jul 2004, 07:52
von Georg MArtinelli
Hallo Robert,

danke für Deine rotöligen Grüße (wo doch der "Rohstoff" so teuer ist ;-).

Schau mal die Fotos, es gibt Kunststofftrompeten zu kaufen (Deine Lösung sieht aber toll aus, ich bastel viel zu wenig - ändert sich jetzt aber ;-), mit der hab ichs probiert.
Bei einem Umfang von 27 cm (10cm vor Schluß axial) sind mir 2 Manschetten gerissen, die dritte hat ja schon eine Sollbruchstelle. Wenn ich mir jetzt wieder was aus Deutschland liefern lasse, dann hab ich für die Sch...-Manschette 130€ rausgeblasen ohne Erfolgsgarantie.

Also ganz trivial find ich das nicht!

Gruß Georg

Re: Halbachsmanschette über alte Gelenkwelle!?

Verfasst: Do 22. Jul 2004, 12:34
von Robert Kruse
Hallo Georg,

die Plastiklösung kannte ich noch nicht, ich hatte nur schlechte Erfahrungen mit dem Originalwerkzeug, das ja noch ums Eck ging. Ich denke durch die Verwendung von Stäben wird auch die Reibung geringer. Und dann noch was, eher langsam als schnell arbeiten, eher warm als kalt und nochmals, viel , viel Fett und Silikonspray. Ich habe Manschetten von Dirk Sassen verwendet.

Re: Halbachsmanschette über alte Gelenkwelle!?

Verfasst: Do 22. Jul 2004, 16:17
von Jack Shotton
Georg,

Vor zwanzig Jahren ist es mir von einem Citroën Haendler ein Teil beschrieben worden, der angeblich von Citroën hergestellt wurde, der die originalen Manchetten ersetzen konnte ohne die Halbachse auseinander nehmen zu muessen. Dieser Teil bestand aus einem Stueck Leden und einem Reissverschluss, und soll vor vierzig Jahren vom Citroenwerk existiert haben.

Also, vor zwanzig Jahren hat meine Frau so einen Teil zu diesem Zweck aus Leinwand und einem Reissverschluss gemacht, und fuer Wasserdichtigkeit habe ich ihn dann mit Plastikgummi bestrichen. Ich setze ihn zuerst auf meinem 1963 Safari ein, und dann noch spaeter auf menem 1969 DS21 ein.

Mein DS21 hat jetzt eine gekaufte Manschette die ich zusammen kleben musste. Sie klappt auch gut. Aber ich habe immer noch den Teil den meine Frau machte. Er diente einige Jahre, und die Halbachse ist immer noch nicht kaputt.

Jack Shotton

Re: Halbachsmanschette über alte Gelenkwelle!?

Verfasst: Fr 23. Jul 2004, 08:43
von Georg MArtinelli
Hallo Robert,

vielen Dank für Deine ausführliche Antwort. Dass Stäbe weniger Reibung erzeugen ist klar - ändert halt an der Dehnung nichts.
An Silikonspray hab ich noch nicht gedacht...

Wundert mich, dass Deine Manschetten das ausgehalten haben; ob es einen Lieferantenwechsel gegeben hat!?

Hallo Jack,

das mit den Ledermanschetten klingt abenteuerlich - hast Du vielleicht Fotos? Kostet jedenfalls weniger als eine Klebemanschette (ich bin am Ball).
Dachte mir doch, dass die Werkstätten einen Ausweg fanden.

Bevor ich meine letzte Manschette ruiniere (vielleicht schneide ich sie auch auf und klebe sie auf der Welle zusammen), werde ich mich jedenfalls noch ein wenig orientieren.

Vielen Dank Euch beiden! Strohhalme zum anhalten hab ich jetzt - ich lasse Euch meine aus allen Hypothesen synthetisierte Lösung wissen (wenn ich sie hab ;-)

Grüße aus Graz

Georg

Re: Halbachsmanschette über alte Gelenkwelle!?

Verfasst: Di 27. Jul 2004, 13:14
von Georg Martinelli
Hallo,

bin schon wieder um Einiges schlauer:

ein Mechaniker meines Vertrauens besitzt das erstgenannte Förch-Werkzeug. Konus zu klein, sollte mit dem Stahlgruberwerkzeug funktionieren.

Wenn nicht, überleg ich mir, den "Bootslider" anzuschaffen - wär auch für den Tausch der linken Lenkmanschette der DS brauchbar...

Und sollte nichts helfen, werde ich eine Klebemanschette versuchen... die Ledermanschette fasziniert mich auch, ob allerdings dauerhaltbar - wo kriegte ich den Flüssiggummi her?


Bootslider 149,-
auteco@t-online.de, Bootslider
http://www.quinton-hazell.de/deut/QJB6000.htm Klebemanschette, Fa. Matthies

Viel Spaß beim surfen

Gruß Georg

Re: Halbachsmanschette über alte Gelenkwelle!?

Verfasst: Di 27. Jul 2004, 16:45
von Jack Shotton
Georg,

Ich weiss bescheid dass Klebmanschetten sehr stark sind. Wenn zur absichtlichen Zerstoerung darauf gezogen wird, reissen sie nicht wo sie geklebt wurden. Ausserdem sind sie fuer das aussere Gelenk geeignet wo der Winkel zwischen Gelenk und Welle viel groesser ist als bei unserer Anwendung (inneres Gelenk). Fuer mein Auto (Bj 1969) ist eine anpassende Groesse zu bekommen. Fuer dein Auto (Bj 1960) weiss ich nicht.

Was sind die Durchmesser des Gelenks und der Welle? Ich versuche eine Klebmanschette fuer Dich zu finden.

Wenn das nicht Klappt, dann macht meine Frau eins fuer dich aus Leinwand. Ich glaube dass diese Loesung klappt auch weil der Winkel klein ist.

Jack

Re: Halbachsmanschette über alte Gelenkwelle!?

Verfasst: Mi 28. Jul 2004, 10:27
von Georg Martinelli
Hi Jack,

Du, das hört sich fein an!!

Ich werde nochmal genau nachmessen, auswendig weiß ich einen Innendurchmesser der Manschette von ca. 26 mm, Außendurchmesser von ca. 110 mm. Höhe ca. 80 mm.

Ich mess genau nach, versuche morgen oder übermorgen nochmal mein Glück mit der Dehnmanschette, wenn das nicht geht, schick ich eine Flasche meines besten Eisweines auf den Weg, auf dass er irgendwo einer Leinwandmanschette begegnet ;-)

Vielen Dank im Voraus, Du hörst von mir ,-)

Liebe Grüße Georg

Re: Halbachsmanschette über alte Gelenkwelle!?

Verfasst: Mi 28. Jul 2004, 11:09
von Frank
Als Rothaut habe ich auch schon das Manschettenvergnügen gehabt.Da ich keinen Trichter habe, beklebte ich den verzahnten Teil mit Packtape und habe ihn eingefettet.Die Manschette habe ich erst gekocht oder mit dem Fön so heiss gemacht, daß man sie wirklich nur mit Handschuhen anfassen konnte.Vorher muss man das Teil auf links drehen, einölen oder fetten.Dann mit zwei flachen Hebeln über das flutschige Stück würgen.Bisher hat das immer ganz nett geklappt, zwei Manschetten sind bisher gerissen.Die Ledernummer habe ich auch schon gesehen, wobei bei den Alu und Stahltripoden selbst der Nachbau einwandfrei über den Tripodenstern geht.Das ist wirklich kein Problem, nachher fädelt man die Manschette bei Alutripoden durch das Gehäuse.
Wichtig ist, bei den alten Wellen, die Manschette mit einem Stofflappen zu schieben, den alles andere ist zu rutschig.Im Handbuch sollte das Ding auch in Öl gekocht werden, schon ein leckeres Fondue...