Seite 1 von 2
Anleitung zum Wechsel der Handbremsbeläge ?
Verfasst: Di 20. Jul 2004, 21:42
von Stefan R.
Hallo,
Donnerstag wollen wir uns an den Wechsel der Beläge der Feststellbremse machen. Das Auto ist eine D Super von 5/71 mit Pedal.
Nun sind die Beläge ja nicht unbedingt leicht zugänglich. Wie ist da die günstigste Vorgehensweise?
Gibt es beim Einstellen des Seilzuges etwas zu beachten ?
Vielen Dank und viele Grüße
Stefan R.
Re: Anleitung zum Wechsel der Handbremsbeläge ?
Verfasst: Mi 21. Jul 2004, 18:04
von dietmar
hi, die frage hatten wir hier neulich schon, vielleicht gibt dir die suche funktion einen anhaltspunkt!
ansonsten:
- werkstatthandbuch genau lesen und einpraegen
- viel zeit einplanen (2 tage)
- passende schluessel beriethalten (diverse 14er maul, evtl. abgeflacht und gekuerzt)
besser einem profi vorher zusehen. das habe ich versaeumt und es war eine scheiss-arbeiterei auch deshalb.
wenn du zum ersten mal das bei einem echten Citroën machst: FF!! du wirst fluchen ohne ende.
ansonsten:
was dich erwartet wird uebertroffen und auch FF!!
/D
Re: Anleitung zum Wechsel der Handbremsbeläge ?
Verfasst: Mi 21. Jul 2004, 21:58
von Daniel
Hallo stefan,ich hatte dir ja schon einmal angeboten einem älteren hasen über die schulter zu sehen,als es um den kauf deines wagens ging.das angebot steht nach wie vor, zumal du ja offenbar auch in nrw bist...?!!gruß,daniel
Re: Anleitung zum Wechsel der Handbremsbeläge ?
Verfasst: Do 22. Jul 2004, 11:09
von Stefan R.
Hallo,
@Dietmar: Oh ja, ich hab mittlerweile die Seiten aus dem Handbuch gemailt bekommen. Das sieht wirklich nach einer lustigen Aktion aus. Mein Schrauber freut sich schon. Gut ist, daß Madame in einer gut ausgestatteten Werkstatt steht. Es ist also keine "vor-der-Haustür-Bastelei".
Naja, die Beläge muß man ja nicht sooo oft wechseln. Da das die letzte größere Aktion ist, die für den TÜV gemacht werden muß, ist die Motivation des Schraubers auch da.
@Daniel: Ich komme aus Dortmund. Auf jeden Fall würde ich gerne mal vorbei kommen und ein paar Tricks am "lebenden Modell" lernen. Im Moment bin ich gerade beruflich voll eingespannt. Deshalb habe ich Madame zur TÜV-Vorbereitung und Begleitung in professionelle Hände gegeben. Bis ich wieder Zeit habe zu "lernen" wir es wahrscheinlich Oktober sein. Ich bin freiberuflicher Veranstaltungstechniker und es ist gerade Hauptsaison. Nur in dieser Zeit konnte ich mir den Kauf leisten. Dafür muß ich aber in Kauf nehmen, daß ich die ersten Arbeiten nicht selber machen kann. Zum Glück verdient ein Freund von mir seine Brötchen mit Fahrzeugaufbreitung und Wartung für Fuhrparks. Der macht das zum Selbstkostenpreis. Gepaart mit dem wirklich niedrigen Kaufpreis des Autos habe ich da echt einen guten Griff gemacht.
Deshalb habe ich mit beim TÜV auch gefreut, obwohl ich keine Plakette erhalten habe. Immerhin hat der Prüfer dem Wagen einen wirklich guten allgemeinzustand bescheinigt. Note, wenn die letzten Mängel beseitigt sind, 3+. Vor der Lackierung. Danach eher schon 2. Wenn ich die Lackierung mitrechne hat mich das Auto dann gerade mal 4.000€ gekostet. Da kann man, glaube ich, nicht meckern. Klar, wenn ich normale Werkstattpreise bezahlen würde, wäre es deutlich mehr.
Naja, wenn dein Angebot im Oktober auch noch gilt, würde ich gerne mal vorbeischauen.
Re: Anleitung zum Wechsel der Handbremsbeläge ?
Verfasst: Do 22. Jul 2004, 12:42
von H-U Fischer
Hallo,
vielleicht ein paar generelle Anmerkungen zur Fußfeststellbremse:
Eine Feststellbremse wird fast nur bei Stillstand benutzt und verschleißt praktisch nicht. Daher darf der Belag sehr dünn sein.
Da aber die Bremsscheibe sich an ihrer Oberfläche über die Zeit verändert, passen Bremsscheibe und Bremsbelag der Feststellbremmse nicht mehr zusammen (Im gegensatz zu den Hauptbremsklötzen).
Also passen Feststellbremsen-Bremsbelag und Scheibe mit der Zeit immer weniger zusammen. Durch die vielen Rillen in der Scheibe sieht ihre Oberfläche im Schnitt betrachtet wie das Sägeblatt einer Fuchsschwanzsäge aus. Hält man eine Säge mit ihren Zähnen auf eine glatte Tischplatte, so kann man erahnen, mit welcher geringen Berührungsfläche die Säge aufliegt. Das geht gegen Null!!
Wird also die Feststellbremmse nicht mit "Eingeschliffen", hat man genau diesen Effekt. Da nützt dann auch kein Nachspannen ("Nachwürgen").
Die Citroën-Techniker haben aber auch hier wieder ganze Arbeit geleistet:
Der Hebel für die Fußfeststellbremse läßt über diesen winzigen Sperrhebel eine Verriegelung nicht zu. In dieser Konfiguration ist dann die Fußfeststellbremse eine richtige Fußbremse! Und zwar auf die Vorderräder!!! Probier es mal aus, es funktioniert bestens. Und dabei schleift sich dann der Bremsbelag in die Bremsscheibe ein.
Und dafür braucht dann der Belag der Feststellbremse doch etwas Dicke.
Durch dieses Einschleifen bekommt die aktive Bremsfläche eine noch größere Fläche/Wirkung als ein neuer Belag!
Denkt dran, auch ein nagelneuer Belag MUSS eingeschliffen werden, oder Scheibe UND Bremsbeläge werden gleichzeitig getauscht.
Erst wenn Scheibe und Belag zusammen passen ( egal ob alt oder neu), sollte die Feststellbremse eingestellt/gespannt werden.
Die Einstelleung ist nach dem "Einschleifen/passend machen" sehr einfach. Hier haben die Citroën-Ingenieure eine Serien-Kraftübertragung gewählt, die bei jeder Einstellung eine gleichmäßige Kraftverteilung auf alle vier Bremsbeleg-Flächen/Hebel automatisch erlaubt.
Nochmal: Ist die Scheibe gerillt und der belag neu/eben, nützt eine Einstellung fast nichts. Alle Einstell-und Spannbemühungen sind m.E. dann Murks!
Also nicht überhastet an einen Bremsbelagwechsel herangehen.
Viel Erfolg
Hans-Uwe Fischer
PS: Das Bremsen während der Fahrt mit der Fußfeststellbremmse macht Spaß, hält die Beläge up to date und traniert eine Notbremsung beim Versagen der Normal-Fußbremse. Aber den winzigen Hebel auf NICHT VERRIEGELN stellen!!
Re: Anleitung zum Wechsel der Handbremsbeläge ?
Verfasst: Do 22. Jul 2004, 14:36
von Stefan R.
Hallo Hans-Uwe,
danke für den Tip, aber leider sind die Beläge wirklich runter. Vielleicht kannte der Vorbesitzer diesen "Trick" ja auch
Viele Grüße
Stefan R.
Re: Anleitung zum Wechsel der Handbremsbeläge ?
Verfasst: Fr 23. Jul 2004, 10:49
von H-U Fischer
Hallo Stefan,
... oder sie waren zu fest eingestellt (siehe oben). Dann sind sie immer im Eingriff und verschleißen.
Beim Einbau der 4 Feststell-Bremsbeläge unbedingt auf lockeren Sitz achten. Also kpl. Bremsplaketten-Aufhängung reinigen und etwas Öl. Nach dem "Einfahren" das Zugseil entsprechend einstellen, also so, daß nach dem Lösen der Feststellbremse die 4 Bremsplaketten lose in ihrer aufhängung lagern.
Die gesamte Seilzugmechnik inkl. Bowdenzug einölen. Am besten vom Fußraum aus.
Viele Grüße
Hans-Uwe Fischer
Re: Anleitung zum Wechsel der Handbremsbeläge ?
Verfasst: Do 29. Jul 2004, 17:42
von dietmar
zur Haltbarkeit: Meine 72er hatte mit x73T km noch die ersten Belaege (kenne x nicht, schaetze 1 oder 2). Und die hatten praktisch Nennstaerke. Leider waren Belag und Tragplatte nicht mehr eins...
Habe leider keine Ahnung, wofuer man eine "Handbremse" braucht. Habe sie ein mal in 11 Jahren benutzt, an einem der Citroens. Aber das nur so am Rande.
Re: Anleitung zum Wechsel der Handbremsbeläge ?
Verfasst: Do 29. Jul 2004, 19:44
von patric
Hallo Dietmar,
> Habe leider keine Ahnung, wofuer man eine "Handbremse"
> braucht. Habe sie ein mal in 11 Jahren benutzt, an einem der
> Citroens. Aber das nur so am Rande.
Na, dann parkst Du wohl nur im Flachland und hast bestimmt keinen HA...
Re: Anleitung zum Wechsel der Handbremsbeläge ?
Verfasst: So 1. Aug 2004, 12:20
von dietmar ;-)
erwischt!
fahre am allerallerallerliebsten Automatic und sonst Schaltung.
Ansonsten ist da meist ein hilfreicher Bordstein bei Gefaelle, habe ich in der Fahrschule gelernt. Stimmt & funktioniert.
Nur im Flachland, da will und will so recht kein Gefaelle aufkommen, dem das Fahrzeug folgen will....
Hast schon recht, ich habe keine Ahnung vom HA - fahren.
Mein Moped hat uebrigens auch keine Hand- oder Feststellbremse und faehrt trotzdem nie ohne mich los.

)
/D