Seite 1 von 1

Artikel

Verfasst: Sa 21. Apr 2012, 16:43
von klapproth
Hallo,

bin gerade auf diesen Artikel gestoßen und fand den doch recht interessant. Ich würde mich über Eure Meinung dazu freuen.

http://www.driver.de/oldtimer-klassiker ... 8442/index

Gruß

k.

Re: Artikel

Verfasst: Sa 21. Apr 2012, 19:07
von Andreas B.
Hallo k.

natürlich ist es ein äusserst interessantes Thema. Ich meine, dass es von Fall zu Fall darauf ankommt, wieviel von der Originalsubstanz bei einer Restauration eines Autos erhalten bleiben soll. Viele Faktoren spielen hinein: Wie gut ist die Ausgangsbasis im technischen Sinne? Was genau will man mit dem Auto später anfangen? und vor allem: was gefällt dem Besitzer?. Auf jedenfall halte ich den Kompromiss aus "Erhalt von Patina" und Gebrauchstauglichkeit für möglich, es ist aber der schwierigere Weg als die Totalsanierung. In dem verlinkten Artikel, den ich jetzt nur überfliegen konnte wird der Erhalt von Gebrauchspuren als Trend bei hochpreisigen Autos dargestellt - das ist auch nachvollziehbar, da Rarität und Authentizität mehr denn je gefragt sind. Davon sollte man aber kein neues Dogma ableiten.
Zum Thema gibt es übrigens hier noch etwas zu lesen: http://www.stromlinie.eu/04_Presse/presse.html
Und dann gib mal in google "Der Gutbrod Atlas 800" ein, da findest Du ein PDF, das eine Restauration fürs Museum beschreibt.




Andreas

Re: Artikel

Verfasst: So 22. Apr 2012, 00:15
von Doctor-D
http://de.wikipedia.org/wiki/Wabi-Sabi

Aber obacht.
Die Grenze zwischen Patina und Verkommenheit ist fliessend.

Re: Artikel

Verfasst: So 22. Apr 2012, 16:27
von scardale
Hallo,

der Trend ist eindeutig, und das ist gut so. Wenn ich über die Retro schlendre interessieren mich die restaurierten Kienle Fahrzeuge überhaupt nicht, was ist an einem Neuwagen so interessant? Die Fahrzeuge an denen ich hängen bleibe haben defintiv Einiges erlebt und zeigen dies auch. Nur, und das ist das größere Problem, wie erhalte ich bei der Restaurierung die Patina??? Gerade ich hab dies wirklich versucht, ob es mir gelungen ist bzw. gelingt möchte ich bezweifeln. Wenn eine Tür geschweißt werden muss dann ist der Lack halt ab. Ist der Lack ab ist auch der Produktionsstempel auf der Rückseite ab. Es waren letztendlich nicht viele Teile die ich im Original belassen konnte, doch wo es ging wurde es gemacht, da ist es mir auch egal ob das Luftfiltergehäuse Lackabplatzungen hat, da kommt halt etwas Fett drauf. Auch bei der Innenausstattung wirds schwierig, mein Gestühl kann Gottseidank komplett erhalten werden, den fauligen Teppich möchte ich jedoch wirklich nicht zu Füßen haben. Ich denke es wäre schon viel erreicht wenn mancher verstehen würde das nicht jede Schraube ersetzt werden muss (vermutlich durch V2A), die originalen Schrauben könnt ihr nicht kaufen und auf den Märkten findet ihr auch keine (Marktlücke für Schlachter). Ganz schräg wirds allerdings wenn man so wie Citrotello sich einen Stempel machen lässt und auf die restaurierten Teile wieder Produktionskennungen stempelt, da fällt mir dann nichts mehr ein.

Gruß
Stefan


Re: Artikel

Verfasst: So 22. Apr 2012, 18:07
von uvlight
Gehört zu einer Autogeschichte nicht auch, dass Erhaltungsreparaturen gemacht werden ? Kein Auto wird 40 oder mehr Jahre alt ohne eine einzige Reparatur an irgendwas. Ab wann wird es durch eine Reparatur verfälscht, was ist das Mindestalter für Patina ? Darf ein Auto im Gebrauch nicht auch mal lackiert werden, wegen eines Unfalls, oder weils dem momentanen Besitzer dann wieder besser gefällt ? (oder soll der Unfall für immer als Teil der Autogeschichte sichtbar bleiben ?)

Mein Wagen wird repariert, nicht restauriert oder konserviert, d.h. Rost wird entfernt und die Stelle mit Lack geschützt, bis sie wieder rostet, usw. Defekte Teile werden repariert oder ersetzt, auch wenn die Teile dafür neu nachgebaut wurden, ob original vom Werk oder "Aftermarket". So lange es Autos gibt, wurden diese repariert, ob in Eigenleistung mit kostengünstigen Hilfsmitteln, Originalteilen oder in der Markenwerkstatt. Alles das gehört zur Geschichte eines Autos.

Zu welcher Gruppe gehört mein Auto dann und wer bestimmt das ? Hätte ich eine Wertsteigerung dadurch, wenn ich den Saharasand in der Frontschürze gelassen hätte, statt diese auszubeulen und zu lackieren ?? (Laut Vorbesitzer war das Auto dort !)
Ich lasse mich nicht beirren, erhalte und fahre meine Göttin, so lange und so gut ich kann.
Wenns mal ans verwerten oder vererben geht, sehe ich weiter.

Auch hier nochmal ausdrückliche Anerkennung an perfekte, neuwertige Aufbauten a la tomsail, sowie an an die "Originalzuständigen" mit "Patina".

Alternde Grüße
Uli

Re: Artikel

Verfasst: So 22. Apr 2012, 22:56
von dieminfo
Ich kann da Uli nur zustimmen, falls ich das Auto gebrauche und deshalb damit herumfahre und es der Witterung aussetze und nicht in Einzelteile zerlegt luftdicht einschweisse, altert es eben und setzt Gebrauchspuren sprich Patina an. Es geht einfach ein bisschen schneller als z.B. bei Immobilien, die erst nach 50 Jahren ohne Renovationen wertlos werden und eine Totalsanierung brauchen oder definitiv unbewohnbar werden. Alle Autos erzählen jeweils die Geschichte von der Geschichte der Geschichte etc. Welcher Alterungszustand grade den gefragtesten Zeitgeist erfüllen und sich in 5'000 oder 30'000 Euro umsetzen lassen ist mir eigentlich völlig egal, damit können sich meine Erben befassen. Ich erfreue mich unterdessen am liebsten am Umstand, in einem der schönsten und bequemsten Wagen herumzukutschieren, aber das ist natürlich auch nur reine Geschmacksache. Dieses Vergnügen kostet mich pro Jahr sicher 5'000 Euro in Form von Barem oder entsprechendem Selberschrauben je nach Zeit und Fähigkeiten.

Re: Artikel

Verfasst: Mo 23. Apr 2012, 07:26
von Gerhard Trosien
Ein Auto mit Patina ohne Instandsetzungsbedarf ...

Ich wäre einerseits froh gewesen, wenn mein DS in so einem Zustand gewesen wäre. Nichts geht über das Original!

Andererseits könnte ich dann nicht hemmungslos im Alltag damit rumdüsen. Weil: meine selbst gemachte Lackierung (O-Ton H-Kennzeichen-Prüfer: "Ist DER Lack aber gut erhalten...") kann ich ausbessern. Die Originalsubstanz ist eh beim Teufel. Ein Schaden an der 40 Jahre alten Originalsubstanz wäre ein Drama.