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Frage an den Vergaser"Experten"
Verfasst: Fr 16. Mär 2012, 23:47
von Jint Nijman
Hallo Kollegen DS-Schrauber,
Mit Vergasern habe ich es nicht so, glaube ich. Ein und Ausbau sowie die (komplette) (De-)Montage ist kein Problem, aber das richtige Einstellen...
Nun ja, wie es denn auch sei. Heute nachmittag bei dem schönen Wetter habe ich versucht der Vergaser von meinen DS19A BVH (Februar 1968) ein wenig besser einzustellen, mit wenig Erfolg bis jetzt.
Dabei ist mir folgendes aufgefallen:
Wenn ich beim im Leerlauf laufenden Motor von oben in den Vergaser schaue (Verbindung zur Luftfilter demontiert) und dann per Hand Gas gebe kommt eine relativ grosse Menge Benzin aus der Hauptdüse der mittig oben im Lufttrichter plaziert ist. Diese Menge Benzin ist so gross das die Drosselklappe darunter richtig "Nass" wird. Der Benzin wird nicht richtig zerstäubt sonder "blubbert" quasi aus der Hauptdüse (ich finde es schwierig das richtig zu beschreiben).
Ist das normal? Wenn nein, was ich doch stark vermute, was könnte die Ursache dafür sein?
Schon vielen Dank im voraus!
gruss
Jint
Re: Frage an den Vergaser"Experten"
Verfasst: Sa 17. Mär 2012, 10:16
von hgk
Hallo Jint,
das bei allen Vergasern, die Anreicherung haben relativ normal.
bei abgenommenen Filter, spritzen beim Gaswegnehmen die Reste auch mal nach oben, insbesondere, weil der Luftweg durch den offenen Vergaser schon gestört ist. Dadurch sind die Strömungsverhältnisse schon verändert.
Was allerdings wichtig ist, ist die Menge. Die kann man für den jeweiligen Vergasertyp mit einem kleinen Meßzylinder ermitteln. Bei gröberen Abweichungen nach oben verschluckt sich der Motor beim Gasgeben in der Regel schon.
Das Zerstäuberröhrchen kann natürlich auch Macken an den Düsenkanten haben, so daß die Zerstäubung dann wirklich gestört ist.
Welches Ziel willst Du denn mit "besser" einstellen erreichen?
Besseren Motorlauf oder geringeren Verbrauch?
Mit sonnigen Grüßen
Hans
Re: Frage an den Vergaser"Experten"
Verfasst: Sa 17. Mär 2012, 10:24
von Jint Nijman
hgk schrieb:
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Vielen Dank fuer deine Antwort, das beruhigt ein wenig.
> Welches Ziel willst Du denn mit "besser"
> einstellen erreichen?
> Besseren Motorlauf oder geringeren Verbrauch?
Vor allem einen besseren (Leer)lauf. Der Vergaser ist zwar nicht mehr der beste (Drosselklappenlagerung verschleiss) aber so schlecht wie der Leerlauf jetzt ist (unrund) muss sie doch nicht sein.
Ich werde heute noch mal ein wenig weiter schrauben (Ventile einstellen, etc.)
gruss
Jint
Re: Frage an den Vergaser"Experten"
Verfasst: Sa 17. Mär 2012, 20:31
von symphatique
Ist nicht normal.
Mach mal ein Foto und markiere, wo das Benzin rausdrückt.
Re: Frage an den Vergaser"Experten"
Verfasst: Sa 17. Mär 2012, 21:15
von Thomas Held
Hallo Jint,
deine Beschreibung koennte durchaus das normale Szenario der Beschleunigerpumpenaktion beschreiben.
Der Sprit kommt fluessig, unzerstaeubt aus dem 'Hahn', der in den einen Lufttrichter zielt. Dabei wird die Drosselklappe nass.
Mach besser ein Video!

Gruss,
Tom
Re: Frage an den Vergaser"Experten"
Verfasst: Sa 17. Mär 2012, 21:25
von Jint Nijman
Hallo "Symphatique" und Thomas,
Nachdem ich heute bei der Vergaserdemontage gesehen habe wie gross die Benzinaustromoeffnungen in diese Haupt"duesen" sind, denke ich auch dass das was ich versucht habe zu Beschreiben in der Tat das normale Szenario ist (wie Thomas schreibt). Aus diese zentrale "Duese" kann das Benzin nicht zerstaeubt heraus kommen, dafuer muessten die Loecher viel kleiner sein.
Danke fuers "mitdenken"!!
gruss
Jint
Re: Frage an den Vergaser"Experten"
Verfasst: Sa 17. Mär 2012, 22:33
von Claude-Michel
Hallo Jint,
dein Problem liegt sehr wahrscheinlich an dem was du schon selber bemerkt hast: die ausgeschlagenen Lager der Drosselklappenwellen.
Bei meiner DSuper5 war es auch so: kein runden Leerlauf hin zu bekommen. Nachdem ich neue Buchsen eingesetzt hatte war es immer noch nicht gut: die Welle der drossellklappe der 1.Stufe war auch abgenützt und eine andere hatte ich nicht.
Anstatt zu probieren, die Luft für den Leerlauf zu reduzieren, hab ich den anderen Weg gewählt: mehr Benzin, mit einer größeren Leerlaufdüse. So stimmt das Verhältniss Luft/Benzin wieder und der Leerlauf ist besser.
Re: Frage an den Vergaser"Experten"
Verfasst: So 18. Mär 2012, 13:49
von Gerhard Trosien
Handelt es sich um einen Weber-Registervergaser? Oder ein einfacher Solex?
Bei beiden gilt: beim Gasgeben wird die sog. Beschleunigungspunpe bedient, und die spritzt ein wenig Benzin zusätzlich ins Saugrohr. Wenn die nicht geht, geht die Drehzahl beim Gasgeben in den Keller.
Bei richtig doll ausgeschlagener Drosselklappenwelle sind allen Einstellversuche Grenzen gesetzt.
Der Einbau von selbstgemachten Buchsen ist kein Hexenwerk, Grundbedingung ist eine gute Bohrmaschine mit extra viel Hub.
Re: Frage an den Vergaser"Experten"
Verfasst: So 18. Mär 2012, 14:03
von Jint Nijman
Gerhard Trosien schrieb:
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> Handelt es sich um einen Weber-Registervergaser?
> Oder ein einfacher Solex?
Um einen Weber-Vergaser (das Auto ist ja eine DS19A, Bj 1968).
> Bei richtig doll ausgeschlagener Drosselklappenwelle sind allen Einstellversuche
> Grenzen gesetzt.
Das ist ein wirklich guter Stichpunkt: Wann redet man von "richtig doll ausgeschlagene Drosselklappenwellen"? Spiel haben die Wellen im Vergasergehäuse, aber echt viel ist es nicht, nach mein Geschmack. Mir fehlen aber Vergleichswerte
> Der Einbau von selbstgemachten Buchsen ist kein
> Hexenwerk, Grundbedingung ist eine gute
> Bohrmaschine mit extra viel Hub.
Mit eine Bohrmaschine? Echt. Als wir in der Firma noch eine Versuchswerkstatt hatten mit gute Feinmechaniker, meinten die dass das mit ihre Maschinen (professionelle Dreh- und Fraesbaenke) schon nicht einfach waere...
gruss
Jint
Re: Frage an den Vergaser"Experten"
Verfasst: Mo 19. Mär 2012, 21:59
von Claude-Michel
Gerhard Trosien schrieb:
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> Der Einbau von selbstgemachten Buchsen ist kein
> Hexenwerk, Grundbedingung ist eine gute
> Bohrmaschine mit extra viel Hub.
Nein, nicht mit viel Hub. Man muss von beiden Seiten bohren. Mit einem Drehbaren Tisch oder so:
http://claudemichel.de.tl/Remise-en--e2 ... -28x36.htm