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Einspritzventilschlauchstummel

Verfasst: Di 16. Mär 2004, 08:40
von Christoph
Guten Morgen,


da ich gerade dabei bin meine Einspritzventile zum zweiten mal in einem Jahr auszubauen, frage ich mich ob man die kurzen Benzinschlauchstücke an den Ventilen verlängern, und die Ringleitung entsprechend kürzen kann. Ich erhoffe mir davon eine kleine Erleichterung beim Ein- und Ausbau der Ventile.
Dabei würde ich an der Ringleitung neue Wülste, damit der Schlauch nicht abrutschen kann, anbringen.
Gibt es sonst noch irgendetwas zu beachten, und vor allem: Spricht etwas (ausser der Originalität) gegen diesen Plan?


Grüße,
Christoph

Re: Einspritzventilschlauchstummel

Verfasst: Di 16. Mär 2004, 10:35
von H-U Fischer
Hallo Christoph,

praktisch muß das funktionieren. Wie Du schon sagst: Die entsprechende Verlängerung des Ventilschlauches muß an der Ringleitung entsprechen zurückgenommen werden. Der Schlauch sollte so bemessen sein (dickwandig/steif), daß bei Druckunterschieden kein Durchmesser-Delta entsteht. Falls die Verlängerung relativ lang wird, würde ich sie gegen Schwingungen sichern.
Ich selber habe meine Ventilschläuche nicht verlängert, aber erneuert. Diese Stummelschläuche werden mit der Zeit äußerst spröde und durchlässig. Bei einigen meiner Ventile war aber nicht der Schlauch die Leckursache, sondern Haarrisse am oberen Teil des Ventiles.
Wenn man die zu prüfenden Einspritz-Ventile ausbaut, über eine Schlauchverlängerung (ca. 1m) an die Verteiler-Ringleitung anschließt und dann die Benzinpumpe permanent laufen läßt, hat man ein effektives Einspritzventil-Prüfsystem.
Wenn das Ganze über einen Behälter gehalten wird (deswegen ca. 1m), kann man mit Anlegen einer 12Volt-spannung auch das Ein-Ausschaltverhalten prüfen.

Viel Erfolg
Hans-Uwe

Re: Einspritzventilschlauchstummel

Verfasst: Di 16. Mär 2004, 11:13
von Christoph
Hallo Hans-Uwe,


da ist sie wieder: Die Möglichkeit daß die Veränderung etwas nach sich zieht, was man nicht vorhersagen kann. Falls die Volumenänderung im Schlauch danach zu groß sein wird, darf ich alles nochmal machen, und brauch ne neue Ringleitung zusätzlich.
Ich glaub mit den Aussichten lass ich es lieber beim alten.

Ich habe schon beim ersten mal auch die Stummelschläuche ausgetauscht, und jetzt haben sie wieder Risse in der äusseren Schicht. Es waren explizit druckfeste Benzinschläuche, aber irgendwie gibts da wohl auch enorme Qualitätsunterschiede.

Christoph


PS.: Was genau wäre denn zu befürchten wenn die Schläuche zu viel Flexibilität ins System bringen würden, also zuviel Durchmesser-Delta hätten. Wie groß sind denn die Druckschwankungen in der Ringleitung? 2 bis 1,8 Bar vielleicht? Eigentlich sollte doch der Druckregler so bemessen sein, daß er genügend Durchfluß schafft, um selbst bei maximalem output der Ventile locker die zwei Bar zu halten.

Re: Einspritzventilschlauchstummel

Verfasst: Di 16. Mär 2004, 13:21
von H-U Fischer
Hallo Christoph,

einen störungsfreien Druckaufbau bei absoluter Durchflußkonstanz während des hochfrequenten Stoßbetriebes aufzubauen bzw. aufrecht zu erhalten, ist wohl nicht einfach. Auch Citröen hat während der DS-IE-Phase einige Modifikationen durchgeführt. Vor dem Metall/Kupfer-Ringverteiler gab es eine "Kunststoff-Spinne" ( ...habe die Bezeichnung für diesen Kunststoff vergessen). Letztendlich hat man einen sehr stabile/starre und gut befestigten Ringverteiler genommen.
Dieser Stoßbetrieb ist wohl nicht ganz unkritisch. Wenn ich bei mir Zuhause das Wasser mit einem "Klick" abstelle, gibt es einen Schlag durchs ganze Haus. Es werden nicht unerhebliche Massen im Ringverteiler schlagartig verzögert. Da kann ich mir schädliche Einflüsse (Resonanzen) auf das Versorgungssystem schon gut vorstellen.
Kompromiss: Nur das hintere Ventil etwa (10-15cmges?) verlängern?

Die Druckschwankungen in der Ringleitung sollten gegen null gehen. Aus diesem Grund ist es ja wichtig, daß Druckeingang [rot:EIN] UND [rot: AUS] Durchflußmenge sehr groß sind. Somit ist die abgenommene Spritmenge (Verbrauch) relativ klein. Deswegen auch die Rücklaufleitungen nicht vernachlässigen.
Übrigens, genauso funktioniert ein lastunabhängiges Potentiometer; auch hier ist der Querstrom (Abnahmestrom) nur ein Bruchteil vom Haupt/Durchgangsstrom.

Grüße
Hans-Uwe

Re: Einspritzventilschlauchstummel

Verfasst: Di 16. Mär 2004, 13:56
von Christoph
Hallo Hans-Uwe,



dann bleibe ich dabei. Ich werde nichts ändern, ich will ja keine Forschung betreiben, wie sich das verhält. Obwohl ich mir vorstellen könnte, daß eine größere Flexibilität mehr Gleichmäßigkeit in den Druck bringt. Aber dagegen spricht ja daß Citröen von elastischeren Kunststoff zu Kupfer wechselte, und wer weiß schon was alles bei verschiedenen Ventilöffnungsfrequenzen passiert. Nachher geht der Motor mir immer bei einer bestimmten Drehzahl aus, weil er keinen Sprit mehr bekommt...



Vielen Dank für die Hilfe,
Christoph

Re: Einspritzventilschlauchstummel

Verfasst: Di 16. Mär 2004, 21:38
von Jürgen
Hallo Leute,

bei der Kunstoff- (Rilsan) version der Ringleitung brechen die Verbinder sehr leicht. Die Metallversion ist da erheblich stabieler aber auch schwerer. Ein etwa 5cm längerer Anschlußschlauch an Ventil wird sich nur geringfügig auswirken. Die neu Verdickung amEnde des gekürzten Metallrohrs ist wichtig, ein abgerutschter Schlauch hätte sehr unangenehme Folgen.

Re: Einspritzventilschlauchstummel

Verfasst: Mi 17. Mär 2004, 11:45
von H-U Fischer
Hallo Jürgen,

interessant wäre noch, ob das Leitungsbrechen bei Montagearbeiten oder auch während der Fahrt passiert.

Grüße
Hans-Uwe

Re: Einspritzventilschlauchstummel

Verfasst: Mi 17. Mär 2004, 15:46
von Frank
Eher während der Fahrt, die Formteile lösen sich von den Rohrstücken.Habe gerade 21 i.e. avisiert für einen Austausch der Ringleitung.Und ich musste mal einen Brandschaden reparieren, bei dem die Rilsanleitung für einen Zerstäuber mit Sprit gesorgt hat.Neu war das vielleicht flexibel genug, aber nach 30 Jahren knackt das Zeug schon vom angucken.Wenn ich aber schon die Düsen heraushabe, würde ich sie, trotz Kosten, erneuern, Nachdem ich die Schlauchstutzen gemacht hatte, fingen nach zwei Wochen die Ventile an, zu rinnen.

Re: Einspritzventilschlauchstummel

Verfasst: Do 18. Mär 2004, 09:46
von Christoph
Hi,


ich habe gestern meine Ventile wieder eingebaut, und dabei fiel mir auf, daß, wenn man alle auf einmal ausbaut, es sehr einfach ist die Ringleitung rauszuziehen und wieder reinzustecken. Beim ersten mal hab ich Depp die Dinger einzeln ausgebaut. Bitte keine Fragen... Naja, und wenn die Kufperringleitung im Nachbarventil noch festgeschraubt ist, ist es natürlich nicht so einfach sie aus dem Schlauchstummel zu bekommen.
So kann man sich das Leben schwer machen.



Jetzt wieder glücklich mit originallangen Ventilschlauchstummeln,
Christoph

Re: Einspritzventilschlauchstummel

Verfasst: Do 18. Mär 2004, 12:17
von Christoph
Hallo Frank,


die Kosten für neue Düsen schrecken mich schon ein bißchen. Meine Düsen arbeiten bisher einwandfrei. Mittlerweile wechsle ich die Düsen in 2 Stunden, da lohnt es sich als Privatmann nicht neue zu kaufen auf Verdacht.

Allerdings wirft das bei mir eine alte Frage wieder auf: Vor einiger Zeit hörte ich, daß man beim Einspritzer durch neue Düsen weniger Verbrauch hat. Aber in meiner Werkstatt hat man mir dann gesagt, daß die Düsen ausser undicht werden nicht kaputt gehen, und keinen Verschleiß haben.
Es sind auch nicht mehr die ersten Düsen in meinem Auto, aber wieviele KM die schon hinter sich haben weiß ich nicht.
Was ist also richtig. Bringen neue Düsen mir weniger Verbrauch? Ich habe im Moment 12 l.

Schönen Grüße,
Christoph