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Getriebeöl

Verfasst: Fr 12. Mär 2004, 17:25
von Pit
In meinem Reparaturhandbuch steht beim Getriebeöl für meinen DX Motor SAE 90 Hypoid. In der Betriebsanleitung zur DS 21 mit DX2 Motor steht SAE80 Hypoid. Hat sich da was geändert? Ist das wichtig? Ich habe zuletzt
sae 80 w Hypoid von liqui moly eingefüllt. Ist das in Ordnung oder sollte ich auf SAE 90 wechseln?
Viele Grüße
Pit

Re: Getriebeöl

Verfasst: Di 16. Mär 2004, 20:18
von dietmar
Pit,

ob Du 90er oder 80er verwendest ist eher wurscht. Mittlerweile gibt es auch mehrbereichs-Getriebeoel, war damals noch unbekannt.

Ob Synthetisches Oel effektiv Vorteile bringt, kann ich nicht beurteilen.

Was Du tun solltest: Wenn das Getriebe sich bei sehr warmem Motor schlecht schalten laesst, gehe eher auf 90er. Und umgekehrt, wenn er erst heiss werden muss, damit er gut schaltet, eher auf 80er. Aber das ist sonst egal.

Etwas anderes liegt mir sehr am Herzen: Achte darauf, dass es GL5 und NICHT GL4 ist.
Das gibt ein Mass fuer die Druckbelastbarkeit auf den Zahnflanken. Generell fuehrt GL5 zu laengerem Getriebeleben, in allen Schaltgetrieben die Hypoid-Oel fahren sollen.
Wer GL4 faehrt um 10 Cent zu sparen (mehr ist es nicht), der ist m.E. einfach doof und uninformiert. Die Praxis hat mir das bestaetigt.

Prove me wrong.

Uebrigens sind die Wundermittelchen aus dem Zubehoer auch nicht alle zu verachten: Neben Schlangenoel (SLICK50, Teflon etc) zum Erleichtern des Portemonaie (IMHO alles Schwachsinn, dieses Teflonzeug) gibt es das MoS2-Pastenbasierte Additiv von z.B. LiquiMoly in kleinen Tuebchen. Das ist echt empfehlenswert. In manchen Winkeltrieben (Moto Guzzi z.B.) ist es sogar vorgeschrieben(!). Es verringert effektiv die Reibung.

In der stillen Hoffnung, dass ein U.P. hier noch einen seiner genial guten Kommentare einsetzt.....

/Dietmar

Re: Getriebeöl

Verfasst: Mo 22. Mär 2004, 14:33
von Bernhard(Süd)
Hallo Dietmar,

bei mir mehren sich jetzt eher die Fragezeichen:

Nach einer Auflistung in einem älteren Oldtimer-Praxis-Heft gab es GL 5 zur Zeit der DS-Langhuber definitiv noch nicht, sondern damals nur GL 4.

Klar kann man jetzt ein GL 5 einfüllen und wohl auch bei guter Schaltbarkeit (Hydraulikschaltung) fahren.
ABER: Wie halten das die alten Dichtungen bzw. Bronzeteile auf Dauer aus???

Danke im Voraus für Deine Antwort oder andere Tips:
Grüße, Bernhard

Re: Getriebeöl

Verfasst: Mo 22. Mär 2004, 16:34
von dietmar
Ich kann mir nicht vorstellen, dass es mit (Nachkriegs-) Gummidichtungen und Bronze Probleme gibt. Allerdings kann ich das nicht abschliessend beurteilen, muss ich dazusagen. Wenn Du Club-Mitglied bist, schreibe doch eine email an Ulf Petermann, vielleicht findet der die Zeit, ein paar erhellende Worte zu schreiben.
Gruesse
/D

Re: Getriebeöl

Verfasst: Sa 2. Okt 2004, 00:28
von Ulf Petermann
Ich stöber gerade im Forum und sehe erst heute die Fragezeichen zum Thema Getriebeöl.
Citroën-Vorschrift für DS-Langhuber ist GL4-SAE90, für Kurzhuber GL4-SAE80.
GL-5 ist höher legiert und speziell für Hinterachsen ausgelegt. Die "besonders guten" Schmiereigenschaften stören den Synchronisiervorgang
(ein gewollter Reibvorgang, bei dem durch das Reiben zweier Kegelflächen aufeinander (Innenkegel Synchronring + Außenkegel Synchronkörper) ein Zahnrad auf die Wellendrehzahl beschleunigt oder abgebremst wird)
und vertragen sich nicht mit Bronze-Synchronringen.
Mercedes hatte vor Jahren gewaltige Probleme bei LKWs (Motoren OM402/OM403) durch falschen Getriebeöleinsatz, Synchronringe waren ausgeglüht.
Mich hat GL-5 ein Getriebe gekostet, weil die Castrol, mein damaliger Arbeitgeber, eine falsche Empfehlung rausgegeben hatte, und ich durfte die Folgen bezahlen. Grund für die falsche Empfehlung: Castrol hatte kein GL4-SAE90 im Verkaufsprogramm.
Ich bleibe bei der ausdrücklichen Empfehlung, "nur GL4", siehe oben.
Heute werden gern Kombi-Öle GL4/GL5 angeboten. Damit habe ich keine Erfahrung, aber mir wäre mein Getriebe zu schaden, um eigene Erfahrungen zu sammeln.
Übrigens, preislich sollte zwischen GL4 und GL5 kein Unterschied bestehen. Wegen 2,5% mehr Additiv wäre ein Aufpreis kaum begründet.

ein gewollter Reibvorgang

Verfasst: Sa 2. Okt 2004, 15:15
von patric
Hallo Ulf,

Danke für die Anmerkungen - zu gut ist also auch nicht gut! Dies gilt dann wohl auch für das extra spezial Additiv aus der Mini-Flasche zum Maxi-Preis im Autozubehöhr (MoS2, Slick50, Mathe etc.) da steht immer drauf, daß es die Reibung zwischen den Metallflächen extrem heruntersetzen würde, nur wie soll dann die von Dir erwähnte Synchronisation funktionieren, die ja auf Reibung basiert. Also entweder das Zeug funktioniert nicht oder das Getriebe hinterher nicht mehr, oder wie?


Re: Getriebeöl

Verfasst: Sa 2. Okt 2004, 15:54
von Behemoth
Citroën gibt sowohl in der Bedienungsanleitung als auch in der Reparaturanleitung für die Kurzhuber als Ölsorte "Hypoid 80" an. Ich bin bisher davon ausgegangen, dass Hypoid=GL5 sei. Womit ich nicht Ulf Petermann widersprechen, sondern nur die Quelle aller Missverständnisse benennen möchte.


Gruss
Behemoth

Re: Getriebeöl

Verfasst: Sa 2. Okt 2004, 20:54
von Pit
Ich kann nur wiederholen, dass in meinem Handbuch für Fahrzeuge DS 21 ab September 67 steht: Motoröl 10 W 30; Getriebeöl SAE 90 Hypoid.
Pit

10 W 30 Motorenöl

Verfasst: Sa 2. Okt 2004, 21:42
von patric
Hallo Pit,

ist Deine Betriebsanleitung aus dem Schwedischen übersetzt?

Motorenöl SAE 10 W 30 ist für Außentemperaturen von -30 bis +5 °C spezifiziert...


Re: Getriebeöl

Verfasst: Sa 2. Okt 2004, 22:48
von Behemoth
Wie dem auch sei, logisch ist es was Ulf Petermann schreibt, denn der DS hat am Differential ja gar keine Hypoid-Verzahnung, die das gleichnamige Öl erfordert. Ich weiss auf jeden Fall, dass ich nächste Woche einen Getriebeölwechsel mache. Und beim nächsten Motorölwechsel kippe ich Miller rein, das habe ich auf der Citrorama gekauft und scheint das beste zu sein. Und dann fahre ich mit gutem Gewissen - schreckliche Vorstellung.

Mit noch synchronisierendem Getriebe
Behe-Mot(h)