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Bremskraftverteiler

Verfasst: Mi 10. Mär 2004, 09:12
von jan m
Meine 67er DS überbremst hinten: der Hintern geht durch die Verzögerung tief runter. Der Effekt ist umso stärker, je heftiger ich bremsen muß, ein sanftes Anbremsen schwächt ihn ab.
Bei der Fehlersuche habe ich eigentlich fast alles durch, als (Haupt)Verdächtiger bleibt leider noch der Bremskraftverteiler. Die Anleitung zur Einstellung im Handbuch ist für den Hobbyschrauber ja kaum praktibel, auch die Werkstatt meines Vertrauens spricht statt Manometer von der Try_´n_Error_Methode.
OK, das kann ich dann auch selbst; wenn also niemand noch nen (sichereren) Geheimtip für mich hat, hätt´ich gerne gewußt, in welche Richtung die Schraube gedreht gehört...

Merci, Jan

Re: Bremskraftverteiler

Verfasst: Mi 10. Mär 2004, 23:03
von Jürgen
Hallo Jan,

oft helfen neue vordere Bremsbeläge. Die alten können so verhärtet sein, das sie fast keine Bremswirkung mehr haben.

harte Belege

Verfasst: Mi 10. Mär 2004, 23:20
von patric
Genau so, wie Jürgen es beschreibt, wars bei mir...

Re: Bremskraftverteiler

Verfasst: Mi 10. Mär 2004, 23:44
von Frank
Der Schieber des Waagebalkens muss nach vorne, um mehr Druck auf das vordere System zu bringen.Die 67er Bremse wird ja aus der vorderen federung gespeist.Ich würde erstmal die vorderen Kugel prüfen, welche sind drin, dann welche Beläge und danach die Pilzabdeckung demontieren.dann beobachten, was beim hochfahren von unten nach oben passiert, der Schieber mit Zylinder sollte sich bewegen.Morgen schau ich mal nach einer Schnittzeichnung...
Bist nicht der einzige.

Re: Bremskraftverteiler

Verfasst: Do 11. Mär 2004, 01:15
von jan m
nach vorne muss die waage, ok, da hab ich schon mal ´ne orientierung!

kugeln vorn sind geschraubt, 3 jahre alt; beläge vorn 2 jahre, vom fachmann in marl verbaut, hintere 3 Jahre. restliche speicher nur unwesentlich älter.
entlüftet habe ich vor 2 wochen erstmals genau nach 19964025.pdf/HP-Archiv, was bei der übrigen hydraulik wahre wunder bewirkte: habe wieder stoßdämpfer, sie steht jetzt fast nen halben tag.... etc.
aber die bremse, nee, immer noch der gleiche mist. habe sie hinten runter geholt, damit weniger druck auf den kugeln ist (stand vorher wie ie) - keine verbesserung.
habe den wagen seit 99, das phänomen ist mir vor 4 jahren zum 1ten mal aufgefallen. weiß leider keine zusammenhänge mehr, war zu unbedarft damals.
auch die aus anderm grund verbauten tausch-bremssättel und eine neues (ja, neu!) bremsventil brachten keine änderung. (und das macht mich stutzig, ob ich am richtigen, letzlich verbliebenen punkt ansetze: die wippe gehört doch zum gesamtteil? das hat damals euer hd-papst in BN ´reingepfrimelt, musste das nicht justiert werden? wie auch immer, war nachher wie vorher.)

ich weiß tatsächlich auch noch andere leidensgenossen mit ->67er bremse aus der federung, aber der ewige tausch von organteilen kann´s doch nicht allein sein, oder?
werde noch auf deine studien warten, frank, und dann betatester spielen...


erstmal 1000dank für kundigen rat, jan

Re: Bremskraftverteiler

Verfasst: Do 11. Mär 2004, 01:22
von jan m
nachtrag: die vorderen scheiben sind meines wissens auch keine nachfertigung.
jan

Re: Bremskraftverteiler

Verfasst: Do 11. Mär 2004, 13:35
von Frank
Also, der Bremskraftverteilerkolben hat innen eine Feder, gegen den der Hinterachsdruck wirkt.Die ist wohl ausgeleiert und so wandert der Kolben mit Wippe nach hinten.Ergo überbremst die Kiste.Der Wippenpunkt muss also weiter noch oben justiert werden.
Hinten unter dem Abdeckblech wird der Federungskreis geöffnet, die Leitung an den Bremskraftkolben mit einer Pumpe mit Manometer verbunden.Auf 100bar gepumpt und dann auf 60 justiert.Jetzt kann man das Mass an der Wippe nehmen und wenns nicht stimmt, einregeln.
Hört sich nicht kompliziert an, ist nur etwas Gefummel.Der Richtzeitenkatalog gibt optimistische 1,20 Stunden an.Ich denke, mit Sorgfalt und lösbarer Leitung dürfte das so mit Konsole mit Teppichkram insgesamt höchstens 3, aber mind.2 h dauern, bis das Auto wieder auf den Rädern steht.
Ist unter Kapitel D.450-0 sehr gut beschrieben.

Re: Bremskraftverteiler

Verfasst: Do 11. Mär 2004, 23:42
von jan m
das meinte ich mit "für den hobby-schrauber kaum praktikabel" :-) und welche werkstatt im raum nrw macht mir das? mr. hulot sagt, der ammersee ist schön, nur mir fehlt gerade die zeit :-((

zudem ist mein bremsventil ja gerade mal 2 1/2 jahre in betrieb, und hat im vergleich zum altteil keine verbesserung gebracht. denn durch lagerung allein kann die fehler doch nicht leiden, oder? dann käme alt oder neu ja (fast) auf´s gleiche ´raus. deshalb halte ich die verstellung der wippe z.zt. nur für eine möglichkeit der symptombekämpfung, zumindest bei meinem auto nicht für die eigentliche ursache.

bin heute leider nicht über erneutes entlüften herausgekommen, ein weggeflutschter schlauch hat ne riesensauerei verursacht und die reinigung die verbliebene zeit verbraucht.
1ter eindruck auf der rückfahrt von der motorwäsche: trotz lhm auf den scheiben kein überbremsen bei scharfem verzögern.... (???)
bis nächste woche werde ich fahren und beobachten, doch wenn ich an die wippe gehe, gibt es natürlich post hier im forum!
trotzdem danke, frank! jan

Re: Bremskraftverteiler

Verfasst: Fr 12. Mär 2004, 04:16
von Jack Shotton
Wenn die vorderen Bremskolben in ihren Zylindern festsitzen, dann merkt man ein Ueberbremsen hinten.

Am Morgen, beim kalten Wagen und wenn kein Druck in den Bremsen ist, mal pruefen ob der Wagen mit einem Handschieben leicht rollt. Wenn nicht, sitzen die Bremskolben in ihren Zylindern fest.

Bis '69 wurden alle in den USA gelieferten Goettinnen mit DOT3 Bremsfluessigkeit, anstatt LHM, ausgestattet, und ich glaube dass fast alle von diesen Autos an klebrigen Bremsen gelitten haben. Ich glaube dass dieses Bremskolbenfestsitzen moeglich ist in LHM Autos, aber ich weiss nicht wie haeufig das vorkommt.

Gruss,

Jack Shotton
Minneapolis, Minnesota

Re: Bremskraftverteiler

Verfasst: Mo 22. Mär 2004, 14:38
von jan m
Habe jetzt nach nochmaligem Entlüften 1 1/2 Wochen beobachtet, wie sich meine Bremse verhält:
Ab einer mehrstündiger Standzeit und dem dann nötigen Druckaufbau nach dem Anlassen überbremst die Dame hinten, die Hinterräder blockieren. Nach etwa 1km fahrt gibt sich das, und die Verteilung ist wieder in Ordnung, auch bei einer Notbremsung. Stelle ich die DS nur für 1 Std. ab, bremst sie nachher immer noch wie sie soll.
Ich denke mir also, daß die Einstellung der Wippe nicht das Problem darstellt.
Weiß jemand von den erfahrenen Schraubern, ob evtl. kaum merkliches Luftziehen der Hydraulik die Ursache sein könnte, z.Bsp. durch lose Verschraubung einer Leitung oder undichte Kugelmembranen? Auch wenn ich nach dem letzten Entlüften von Luft in der Bremse noch nichts spüren kan? Könnte im Bereich Federung, also bei der Höheneinstellung bzw. dem Zustand der Korrektoren die Ursache liegen?

Immer noch ratlos, Jan


P.S.: Die Bremskolben laufen übrigens frei.