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KTL-Beschichtung
Verfasst: Di 3. Mai 2011, 17:54
von Michael Klette
Hallo,
was ist das eigentlich? Lese ich in letzter Zeit immer öfter. Hat das von Euch schon mal jemand machen lassen? Wenn man noch gute Karrosserieteile hat, wäre das nach dem Entlacken, also vor dem Lackieren, empfehlenswert?
Grüße Michael
Re: KTL-Beschichtung
Verfasst: Di 3. Mai 2011, 19:09
von Sarko de Funes
Hallo Michael,
ich habe diese Beschichtung nach der Entlackung machen lassen.
Wenn ich es richtig verstanden habe handelt es sich um eine Tauchbeschichtung, bei der das Werkstück elektrisch geladen wird - und zwar genau andersrum als der Lach, in den das Werkstück getaucht wird.
Vorteil: Das Zeug haftet wie die Sau und durch das Taucken werden alle Ecken und Falze erreicht.
Ich habe es mit der Frontschürze meiner ID Bj.60 und einem Kotflügelmachen lassen. Anschließend wurden beide Teile ganz normal lackiert und ich habe zumindest das Gefühl, alles mögliche getan zu haben, um Rostfraß möglichst langfristig zu verhindern.
Mir kam es damals (vor ca. 4 Jahren) recht teuer vor, weiß aber nicht mehr, was es genau gekostet hat.
Hoffe ich konnte helfen.
Viele Grüße
Sarko
Re: KTL-Beschichtung
Verfasst: Di 3. Mai 2011, 19:18
von Stephan J.
Ist das das Kataphorese-Verfahren? Das wurde doch von manchen Autoherstellern schon um 1980 herum als Rostschutz angewendet, war aber damals aber wohl noch nicht für den "Hausgebrauch" tauglich.
Sogar Renault machte das damals angeblich. Da mein erstes Auto ein R5 von 1981 war, kann ich aber beredtes Zeugnis davon ablegen, dass das Verfahren damals nicht sehr wirkungsvoll war.
Gruß,
Re: KTL-Beschichtung
Verfasst: Di 3. Mai 2011, 20:37
von Thomas Held
Stephan J. schrieb:
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> Ist das das Kataphorese-Verfahren? Das wurde doch
> von manchen Autoherstellern schon um 1980 herum
> als Rostschutz angewendet, war aber damals aber
> wohl noch nicht für den "Hausgebrauch" tauglich.
>
> Sogar Renault machte das damals angeblich. Da mein
> erstes Auto ein R5 von 1981 war, kann ich aber
> beredtes Zeugnis davon ablegen, dass das Verfahren
> damals nicht sehr wirkungsvoll war.
Hallo,
sogar Citroën hat das damals gemacht - und zwar schon mindestens seit 1970:
Gruss,
Tom
Re: KTL-Beschichtung
Verfasst: Di 3. Mai 2011, 20:56
von Andreas B.
KTL ist ein interessantes Verfahren, das aber nur von wenigen Unternehmern für die Allgemeinheit angeboten wird. Einige der Anbieter präsentieren die Verfahrensschritte im WWW. Erfahrungen von unabhängiger Seite finden sich zB. in einigen threads im Wartburg-Forum. Probiert mal die google bildersuche unter: "wartburg ktl" . Dort präsentiert jemand Bilder von Anbauteilen vorher - nachher .
Gruss
Andreas
Re: KTL-Beschichtung
Verfasst: Di 3. Mai 2011, 21:27
von Robert
Liebe Gemeinde,
ich habe darüber vor einiger Zeit in der Oldtimer-Markt gelesen, die das ziemlich gehypt haben, und meine Gedanken waren deinen, Stephan, ähnlich. Ich erinnerte mich, dass auch Ford seine Schnellroster 12/15/17/20/26m und die folgenden Modelle nach dem damals so genannten "Elektrophorese"-Verfahren behandelt hat, genützt hat es ihnen wenig, der braune Nager (mein Lieblingsrostsynonym aus o.g. Zeitschrift) war stärker. Nach 5, spätestens 8 Jahren waren die Schweller und die hinteren Radläufe durch, an die Stellen, wo mehrere Lagen Blech gefalzt und punktverschweisst sind, kommt auch die KTL nicht hin. Um die Fords ist es nicht schade, aber um die R5's tut es mir schon leid, das waren hübsche kleine Autos. Ich bleibe daher bei der hergebrachten Methode, Rostprimer rotbraun mit dem Pinsel aufs blanke Blech, dann Kunstharz-Chassislack, den Rest muss der Mike machen.
Grüsse
Robert
Re: KTL-Beschichtung
Verfasst: Di 3. Mai 2011, 23:20
von Nils Oehler
Ich kenne KTL aus meinem Betrieb. Ist das beste "massenfertigungstaugliche" Lackierverfahren. Details sind in Wikipedia beschrieben. Bei uns ist das eine größere Anlage, die vollautomatisch die Teile in die Bäder taucht. Hält im Salznebelsprühtest viel länger als Elektrostatik (dabei wird mit Pistole lackiert, Werkstück ist aufgeladen). Leider kann ich im Betrieb nichts lackieren lassen, auch nicht für mich selbst

.
Re: KTL-Beschichtung
Verfasst: Mi 4. Mai 2011, 08:28
von Michael Klette
Robert Kruse schrieb:
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> Um die Fords ist es nicht schade
Hallo Robert,
also,generell teile ich mit Dir die Animositäten gegenüber Ford. Es gibt aber Ausnahmen. Der P3 war ein super Auto und in den USA (Mustang), Frankreich (Vedette) und England (Ford Capri) gabs auch einige erhaltenswerte Exemplare. Für mich fängt das Grauen mit dem Knudsen-Taunus an, wobei der erste Granada auch was hatte.
Grüße Michael
Re: KTL-Beschichtung
Verfasst: Mi 4. Mai 2011, 09:29
von Gerhard Trosien
Robert Kruse schrieb:
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...
> Ich bleibe daher bei der
> hergebrachten Methode, Rostprimer rotbraun mit dem
> Pinsel aufs blanke Blech, dann
> Kunstharz-Chassislack, den Rest muss der Mike
> machen.
>
> Grüsse
> Robert
Äußerst effektiv aber zeitraubend (was beim Hobby kaum ins Gewicht fallen sollte, erst recht angesichts des Erfolgs) ist die Behandlung mit Phosphorsäure. Und wo man damit nicht hinkommt: Fett (Siega oder Sanders)
Re: KTL-Beschichtung
Verfasst: Mi 4. Mai 2011, 22:02
von Broeni
Wir hatten damals sowohl einen R4 Bj. 86 als auch einen R 18 und einen R5 L. Alle mit dem damals sehr neuen Kataphorese-Tauchbad versehen. Den R5 hatte ich bis 1996. Der hat nicht gerostet. Das Verfahren hat bei Renault funktioniert und das gut.
Viele Grüße und schönes scheben