Südfrankreich in der Hauptsaison
Verfasst: Mi 27. Okt 2010, 19:26
Angeregt durch den schönen Link
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zu dem Auschnitt aus dem genialen Godard-Film "Weekend" hier ein dazu passender, vielleicht für manchen auch hilfreicher oder anregender Kurzbericht.
Im gerade vergangenen Sommer wollten wir unbedingt mal wieder an die Cote d’Azur. Es ging nur in der Hauptsaison, Autozug war längst ausgebucht und im letzten Moment ließen wir den sparsamen und kühlen Mcds stehen und nahmen die DS.
Was wir unterwegs erlebten, unterscheidet sich nur durch die heute langweiliger aussehenden Autos von dem prophetischen Godard-Film.
Dauerstau auf der Route du Soleil, auf den Nationalstraßen nicht besser, da dort vor jedem der jetzt zahlreicheren Kreisverkehre zu solchen Zeiten mit 5-10km Stau gerechnet werden kann.
Und die Reaktion des internationalen Prollermanntums? Im Normalfall mitleidige Blicke, dass man mit so einem alten „Gebrauchten“ ohne Klimaanlage in den Urlaub fahren muß. Denn wir hatten natürlich Schiebedach und alle Fenster offen und genossen den Duft des letzten noch blühenden Lavendels. Während alle anderen hermetisch abgeriegelt in ihren Sardinendosen Plaste schnüffelten.
Wenn dann aber eine kleine Lücke entstand und jeder mit rutschender Kupplung und quietschenden Reifen 10 Meter nach vorne preschte, um dann gleich wieder brutal auf Null abzubremsen, dann kam echter Hass auf. Wenn nämlich der blöde DS-Fahrer in seiner alten Kiste vergleichsweise sanft anfuhr und sanft wieder abbremste. Irrsinnigste Überholmanöver habe ich dadurch provoziert.
Unfälle gab es auch, weniger Verletzte als früher aber nur dann, wenn keine Zweiräder beteiligt waren. Es war grausam.
Wir sind von den Route N dann auf die D’s ausgewichen, wo man oft auch 100 km/h fahren kann. Mit Navi und Karte von Michelin geht das echt gut, gerade auch im Dunkeln.
So haben wir unseren Plan gerade so einhalten können, innerhalb von 2 Tagen von Frankfurt nach Nizza zu kommen.
Ob ich das nochmal machen würde? Jederzeit, aber nur noch mit Autoreisezug. Am Ziel war nämlich alles anders als noch vor einigen Jahrzehnten. Kein Gedrängel, Stau nur im Berufsverkehr, an den Badestränden immer ein Parkplatz in Sichtweite und in den Restaurants nur Platznot, wenn es mal zu regnen drohte. Was nur einmal vorkam. Nach meiner nicht repräsentativen Recherche im Internet hat nämlich der Tourismus in Südfrankreich unter zu hohen Preisen bei zu niedriger Qualität sehr gelitten. Gut so!
Und hier im Süden endlich traf man auch auf Menschen, die alte Kulturgüter und alte Fahrzeuge zu schätzen wußten. Wenn es auch seltsamerweise kaum Franzosen mit historischen Fahrzeugen zu sehen gab…würde mich freuen, wenn das in Zukunft noch mehr wären.
Probleme? Kaum. Zentralverriegelung gewohnt, habe ich die DS oft nicht vollständig abgeschlossen. Einmal habe ich sogar über Nacht meine Brieftasche auf dem Beifahrersitz liegen lassen. Keine Verluste.
Der rechte Bremssattel verlor etwas LHM, ich habe lange gebraucht, das Leck zu finden. Wir sind so wieder zurück gefahren.
Wirklich schlimm aber: meinem Sohn, bisher fast nur deutsche Autos gewohnt, wird in der DS speiübel...
À bientôt,
Jean-Baptiste
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zu dem Auschnitt aus dem genialen Godard-Film "Weekend" hier ein dazu passender, vielleicht für manchen auch hilfreicher oder anregender Kurzbericht.
Im gerade vergangenen Sommer wollten wir unbedingt mal wieder an die Cote d’Azur. Es ging nur in der Hauptsaison, Autozug war längst ausgebucht und im letzten Moment ließen wir den sparsamen und kühlen Mcds stehen und nahmen die DS.
Was wir unterwegs erlebten, unterscheidet sich nur durch die heute langweiliger aussehenden Autos von dem prophetischen Godard-Film.
Dauerstau auf der Route du Soleil, auf den Nationalstraßen nicht besser, da dort vor jedem der jetzt zahlreicheren Kreisverkehre zu solchen Zeiten mit 5-10km Stau gerechnet werden kann.
Und die Reaktion des internationalen Prollermanntums? Im Normalfall mitleidige Blicke, dass man mit so einem alten „Gebrauchten“ ohne Klimaanlage in den Urlaub fahren muß. Denn wir hatten natürlich Schiebedach und alle Fenster offen und genossen den Duft des letzten noch blühenden Lavendels. Während alle anderen hermetisch abgeriegelt in ihren Sardinendosen Plaste schnüffelten.
Wenn dann aber eine kleine Lücke entstand und jeder mit rutschender Kupplung und quietschenden Reifen 10 Meter nach vorne preschte, um dann gleich wieder brutal auf Null abzubremsen, dann kam echter Hass auf. Wenn nämlich der blöde DS-Fahrer in seiner alten Kiste vergleichsweise sanft anfuhr und sanft wieder abbremste. Irrsinnigste Überholmanöver habe ich dadurch provoziert.
Unfälle gab es auch, weniger Verletzte als früher aber nur dann, wenn keine Zweiräder beteiligt waren. Es war grausam.
Wir sind von den Route N dann auf die D’s ausgewichen, wo man oft auch 100 km/h fahren kann. Mit Navi und Karte von Michelin geht das echt gut, gerade auch im Dunkeln.
So haben wir unseren Plan gerade so einhalten können, innerhalb von 2 Tagen von Frankfurt nach Nizza zu kommen.
Ob ich das nochmal machen würde? Jederzeit, aber nur noch mit Autoreisezug. Am Ziel war nämlich alles anders als noch vor einigen Jahrzehnten. Kein Gedrängel, Stau nur im Berufsverkehr, an den Badestränden immer ein Parkplatz in Sichtweite und in den Restaurants nur Platznot, wenn es mal zu regnen drohte. Was nur einmal vorkam. Nach meiner nicht repräsentativen Recherche im Internet hat nämlich der Tourismus in Südfrankreich unter zu hohen Preisen bei zu niedriger Qualität sehr gelitten. Gut so!
Und hier im Süden endlich traf man auch auf Menschen, die alte Kulturgüter und alte Fahrzeuge zu schätzen wußten. Wenn es auch seltsamerweise kaum Franzosen mit historischen Fahrzeugen zu sehen gab…würde mich freuen, wenn das in Zukunft noch mehr wären.
Probleme? Kaum. Zentralverriegelung gewohnt, habe ich die DS oft nicht vollständig abgeschlossen. Einmal habe ich sogar über Nacht meine Brieftasche auf dem Beifahrersitz liegen lassen. Keine Verluste.
Der rechte Bremssattel verlor etwas LHM, ich habe lange gebraucht, das Leck zu finden. Wir sind so wieder zurück gefahren.
Wirklich schlimm aber: meinem Sohn, bisher fast nur deutsche Autos gewohnt, wird in der DS speiübel...
À bientôt,
Jean-Baptiste


