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Zündungsfrage an die 6 Volt Fraktion...
Verfasst: Mo 12. Jul 2010, 22:02
von rsa404
Für die Fahrer der frühen DS 19 mit 6 Volt, ist das Thema Zündung ja durchaus ein "Besonderes".
Während die Kontakte und Kondensatoren mir keinerlei Probleme bereiten, sieht das bei den Zündspulen leider komplett anders aus.
In Ermangelung von Originalteilen, muss ich mich schon einige Jahre mit Nachfertigungen aus der 2 CV Szene zufrieden geben. Zufrieden bin ich hier allerdings nicht, eher im Gegenteil!
So habe ich jetzt in fünf Jahren die gleiche Anzahl an Zündspulen verheizt. O.K., ich gehöre halt zu denen, die mit der DS 19 durchaus lange Strecken bewältigen, auch bei Regen oder Sommerhitze, lediglich Salz meide ich wie die Pest.
Die Hitze ist auch sogleich das größte Problem. Die Motortemperatur ist einwandfrei und auch die Fahrten sind kein Problem. Problematisch ist das abstellen des Fahrzeugs bei heißem Motor. Hier werden die Zündspulen im Motorraum wohl derart heiß, dass es anschließend zu Defekten kommt. Neustart ist erst dann wieder möglich, wenn der Motor bzw. die Zündspulen sich abgekühlt haben. Bei den hochsommerlichen Temperaturen des letzten Wochenendes, die sicherlich extrem gewesen sind, ging das Spiel dann so. Nach dem abstellen den Zündspulenträger komplett ausbauen und in den Kofferraum legen. Vor der Weiterfahrt wieder einbauen und alles ist gut. Bei allem Hang zur Originalität muss ein Klassiker für mich fahrbar sein, darunter verstehe ich allerdings etwas anderes. Für mich stellen sich jetzt zwei Alternativen. Zunächst werde ich die Zündspulen an einem Platz montieren, wo sie nicht der ganzen Motorhitze ausgesetzt sind. Sollte das nicht helfen, werde ich hier einen Umbau vornehmen, der funktional ist und auf die Originalität "Pfeifen".
Meine Frage ist nun, wie kommt Ihr im Alltag mit der 6 Volt Zündung klar bzw. welche Ratschläge könnt ihr mir geben?
Vielen Dank und fröhliches Schweben.
Ralf
Re: Zündungsfrage an die 6 Volt Fraktion...
Verfasst: Di 13. Jul 2010, 18:03
von ...hannes
Servus Ralf!
Entenzündspulen - 6 und 12 Volt - begleiten mich seit +30 Jahren und über mehrere hundertausend Kilometer durch halb Europa, auch dort, wo es einiges heißer ist als bei dir in Deutschland im Moment. Gut, die Wärmeentwicklung eines Zweizylinders ist eine andere als die der DS, außerdem bekommt die Spule wenigstens ein bisschen Luft gefächelt von der Kühlergrillseite. Die 2CV- Zündspule kann mehrere Jahrzehnte halten. Wenn allerdings die Gummidichtung zwischen den beiden Hälften porös geworden ist und sich das Kühlmedium (=Öl) verflüchtigt hat, überhitzt die Spule und es kommt zu dem von dir geschilderten Phänomen.
Möglicherweise findest du eine Möglichkeit, die beiden Spulen so zu positionieren, dass sie nicht im heißesten Eck ohne Luftaustausch im Hitzestau plaziert sind.
Re: Zündungsfrage an die 6 Volt Fraktion...
Verfasst: Mi 14. Jul 2010, 17:54
von rsa404
Liebe Fahrer der frühen Deessen,
hat denn niemand Erfahrungen zu diesem Thema?
Mike?
Doctor D?
Hannes,
ich habe mit 2CV, Dyane und AMI ebenfalls +30 Jahre Erfahrungen. Allerdings sind mir hier die Zündspulenprobleme vollkommen fremd.
Vermutlich liegt es wirklich am Einbauort direkt über dem Motor an der Motorbucht.
http://rsa-rgs.blogspot.com/2009/12/winterschlaf.html
Die Zündspulen sind absolut dicht, es ist kein Öl ausgetreten und auch sonst sieht alles tadellos aus.
Gestern habe ich mir den Scherz gemacht, die Temperaturen der Zündspulen zu messen. Hier habe ich die Motoren zunächst ausgiebig warm gefahren, was bei den aktuellen Temperaturen ja zügig geht, und nach Abstellen des Motors 10 Minuten gewartet.
Kühwassertemperatur DS war 84 Grad Celsius
Öltemperatur AMI 8 / 120 Grad
Zündspulentemperatur DS / 119 Grad
Zündspulentemperatur AMI 8 / 76 Grad
Das nenne ich wohl mal einen gewaltigen Unterschied. Vermutlich werden die Wicklungen der Spulen bzw. der Isolationslack regelrecht frittiert!
Nun möchte ich die Zündspulen der DS gerne nach vorne, in den Bereich vor dem Hydraulikbehälter montieren. Was ich wohl nicht weiß, wie sich die enorme Verlängerung der Zündkabel bzw. Anschlusskabel der Zündspulen auswirkt, insbesondere da wir hier von eh bescheidenen 6-Volt reden.
Ich werde dann berichten.
Viele Grüße, Ralf
Re: Zündungsfrage an die 6 Volt Fraktion...
Verfasst: Mi 14. Jul 2010, 18:20
von Doctor-D
Ehrlich gesagt, habe ich gar keine Probleme.Ich habe noch die original Gummidinger und das einzige war ein Problem mit dem Zündschlossunterteil, daß der Spannungsabfall zu hoch war und mal etwas korrodierte Stecker am Verteiler.
Vor ein paar Jahren habe ich den Verteiler mal auf der Prüfbank synchronisiert und das war es.
Selbst in Paris beim Défilé lief das Ding ohne zu murren und sprang auch in der Hitze immer an.
Kann leider nichts dazu beitragen.Vielleicht habe ich mal irgendwann die Tage etwas Zeit um mit der Kiste zu fahren und die Spulentemperatur zu messen.
Re: Zündungsfrage an die 6 Volt Fraktion...
Verfasst: Mi 14. Jul 2010, 18:49
von rsa404
Och ja,....mir hat vor Jahren mal jemand erzählt, du hättest auf moderneren Verteiler einschließlich Zylinderkopf und 12 Volt umgerüstet.
Gerüchteküche halt :0)
Die ollen aber genialen Gummidinger werden auch bei weitem nicht so heiß, betroffen sind hier nur die mit dem blöden Bakelitegehäuse. Die Originalen waren aber schon 1986, also als ich meine 58er erworben habe, gegen die aus Bakelite ersetzt. Die Originalen habe ich als Neuteile leider niemals bekommen.
Danke auf jeden Fall und beste Grüße.
Ralf
Re: Zündungsfrage an die 6 Volt Fraktion...
Verfasst: Mi 14. Jul 2010, 18:53
von maldini
hey ralf,
ohne eigene Erfahrungen zu dem Thema -
wenn Du die Spulen kühlen willst (speziell nach dem Abstellen) könnest Du einen durchsatzstarken 12 cm PC Lüfter an einem Blechstreifen montieren ... das Bordnetz lässt ihn leise und auf halber Kraft rotieren - ggfls. sogar mit Schalter zu versehen - temperaturgesteuerte Lüfter gibt es zudem.
Alles bleibt original - und in kühleren Zeiten ohne Funktion ..
Die Zünsspulen würd ich sicher nicht verlegen -
Grüße maldini
Re: Zündungsfrage an die 6 Volt Fraktion...
Verfasst: Mi 14. Jul 2010, 19:27
von ...hannes
PC- Lüfter in einer 58er- DS? No go! Wenn man die Zündspulen nicht im Fahrtwind- Luftstrom (zB. abgezweigt von der Frontalbelüftung) unterbringen kann, würde ich es zuerst einmal mit Isolation bzw. Abschirmung probieren.
Die alten Dinger hatten also einen Gummimantel....
Re: Zündungsfrage an die 6 Volt Fraktion...
Verfasst: Mi 14. Jul 2010, 20:22
von Robert
Hallo Ralf,
nach dem Vorschlag mit dem PC-Lüfter versuch ich es jetzt auch mal mit einer Patentlösung: Was spricht ausser der Optik gegen die Verwendung von 4 normalen 6V-Zündspulen anstatt der Doppelzündspulen?
Grüsse
Robert
Re: Zündungsfrage an die 6 Volt Fraktion...
Verfasst: Mi 14. Jul 2010, 22:31
von mf
Hallo Ralf
Ich habe wie der Doctor noch die Gummi-Spulen. Und fahre ohne Probleme, jede Hoch- und Tieftemperatur.
Ich stelle das mal in Frage: Wann hast Du die Zündkabel das letzte Mal gewechselt? Ich kenne jemand, der hat einen Satz NOS-Kabel verbaut und hatte dauernd Probleme mit der Kiste, bei Hitze ging oft nix mehr. Dann gewechselt auf heute herkömmliche Kabel und der Spuk war weg. Das war allerdings ein SM, aber die Probleme tönen wie Deine, Warmstart, Hitze, etc. etc.
Versuche es mal und vertausche die Anschlüsse nicht.....
Liebe Grüsse, Mike
Re: Zündungsfrage an die 6 Volt Fraktion...
Verfasst: Mi 14. Jul 2010, 22:58
von ...hannes
Ich trau mich einem Profi wie dir, Ralf, gar nicht diese Frage zu stellen, aber bist du dir sicher, dass der Schließwinkel deiner U-Kontakte seit der letzten Zündungseinstellung noch stimmt (zB. schadhafte Bakelitgleitfläche...)? Ich weiß um die schlechte Zugänglichkeit, weshalb die meisten die Intervalle für den Kontaktewechsel gerne in die Länge ziehen.
Ist dein Schließwinkel zu groß (bzw. dein Unterbrecherabstand zu klein) geworden, bleibt der Kontakt unnötig lange geschlossen und die Spule heizt sich durch den Spulenstrom unnötig lange auf - und es kommt auch hier zur Überhitzung.
lg ...hannes