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Kompressionsmessungen

Verfasst: Do 24. Jun 2010, 12:07
von Thomas Held
Hallo,

ich habe bei meinem DX2-Motor folgenden Kompressionswerte gemessen:
(Bei allen Messungen waren die Kerzen entfernt und die Drosselklappen im Vergaser maximal geoeffnet (Handkupplungshebel gedrueckt.)

1. Kompressionsmessung mit Gummikonus-Manometer (Motor etwas abgekuehlt):
1: 6,9 bar - 97%
2: 6,9 bar - 97%
3: 7,1 bar - 100%
4: 6,0 bar - 84%

2. Kompressionsmessung mit Gummikonus-Manometer (Motor heiss):
1: 7,6 bar - 97%
2: 7,8 bar - 100%
3: 7.8 bar - 100%
4: 6,7 bar - 86%

3. Kompressionsmessung mit Manometer zum Einschrauben (Motor heiss, laufender
Xantia als Spannungsquelle):
1: 9,5 bar - 97%
2: 9,7 bar - 99%
3: 9,8 bar - 100%
4: 8,6 bar - 88%

4. Kompressionsmessung (wie 3 und unmittelbar danach):
1: 9,1 bar - 95%
2: 9,0 bar - 94%
3: 9.6 bar - 100%
4: 8,3 bar - 86%

Offensichtlich ist am 4. Zylinder etwas faul, die etwa 15% geringere Kompression aendert sich auch durch Zugabe von Oel in den Zylinder nicht, daher vermutlich Kopf-bedingt...
Trotzdem kommen mir die Werte immer noch absolut zu gering vor (vielleicht globales Kopf-Problem?). Messung Nummer 3 ist meiner Meinung nach so ziemlich das Optimum, was man machen kann (heisser Motor - laufender Wagen als Spannungsquelle - der Anlasser dreht dabei schoen schnell und ohne Ermuedung....). Club-Kollege Andreas W. aus E. hat mit demselben Manometer (das er mir freundlicherweise zur Verfuegung gestellt hat) um die 12 bar an den Zylindern seines DX3-Motors gemessen, wenn ich mich richtig erinnere...
Der Motor (Laufleistung vermutlich 220000 km) kommt naechste Woche sowieso raus und wird bei dieser Gelegenheit eroeffnet, daher schonungslose Diagnosen/Mutmassungen, bitte!
Ehrlicherweise muss man noch erwaehnen, dass das Ventilspiel gerade wieder zur Ueberpreufung ansteht. Bei den letzten Malen waren da jedoch nur wenige und geringe Korrekturen noetig.
Gruss,

Tom




Re: Kompressionsmessungen

Verfasst: Do 24. Jun 2010, 17:39
von andreas wisniewski
Hallo Tom,

vor meiner Revision hatte ich 3 x ca. 11 und 1 x 8 - der 8 er hatte dann den Ring gebrochen.
Laufleistung war damals verm. 200000 +- .
Nach der Rev. 4 x ca. 11 mit dem Hilfsgerät gemessen :).
Viel Erfolg!

Andreas

Re: Kompressionsmessungen

Verfasst: Fr 18. Okt 2013, 18:23
von Langhuber
Nachdem in der Zwischenzeit sowohl die neuen Eyquemkerzen, sowie diverse Dichtungen da sind, will ich morgen versuchen, die Gnädigste wieder zum Laufen zu bringen.
Da der Rat aus dem Publikum kam, bei der Gelegenheit auch gleich die Kompression zu messen: Kann man das auch mit abgeschraubtem Ventildeckel machen? Oder spritzt dann das Öl wild in der Landschaft rum?
Ich will den Deckel sowieso abmachen, um das Ventilspiel zu kontrollieren und die Kerzenschächte zu reinigen. Da mein Kompressionsmessgerät zum reinschrauben ist, dachte ich, dass es günstig ist, das unter Sichtkontrolle reinzudrehen.


Und noch eine Nebenfrage: Ist auf den Eyquem-Kerzen ein Produktionsdatum eingeschlagen? Auf den Alten ist 911 in das Metallteil reingeschlagen, auf den neuen 304. Kann man die 9 und die 3 als Jahresendziffer interpretieren (2009 und 2013?)

Grüße
Klemens

Re: Kompressionsmessungen

Verfasst: Fr 18. Okt 2013, 20:33
von M. Ferchaud
Hallo Klemens,

ich glaube, viel Öl spritzt bei der Drehzahl nicht herum - aber tu doch den Deckel zum Messen wieder drauf, der Zugang der Kerzen ändert sich dadurch nicht...

Gruß
M.

Re: Kompressionsmessungen

Verfasst: Fr 18. Okt 2013, 21:01
von Thomas Held
[quote=Langhuber]
Ich will den Deckel sowieso abmachen, um das Ventilspiel zu kontrollieren und die Kerzenschächte zu reinigen. Da mein Kompressionsmessgerät zum reinschrauben ist, dachte ich, dass es günstig ist, das unter Sichtkontrolle reinzudrehen.
[/quote]

Wie von M. schon bemerkt, siehst du da ohne Deckel auch nicht mehr - die Kerzenschaechte bleiben ja stehen!

[quote=Langhuber]
Auf den Alten ist 911 in das Metallteil reingeschlagen, auf den neuen 304.
[/quote]

Beide Kerzentypen sind ungeeignet; die alten sind fuer Porsche, die neuen fuer Peugeot! ;-)
Gruss,

Tom

Re: Kompressionsmessungen

Verfasst: Fr 18. Okt 2013, 22:03
von Robert
Hallo Klemens,

die Kerzenschächte sollte man nach Möglichkeit nicht entfernen, das ist auch nicht so ganz einfach, vor allem bei eingebautem Kopf. Mit den Eyquemkerzen habe ich im Langhuber keine guten Erfahrungen gemacht, insbesondere bei etwas kühleren Temperaturen und im Stadtverkehr setzen die sich recht schnell zu. Ich fahre seit Jahren Bosch W7AC (oder BC, macht keinen Unterschied), das entspricht der alten W175T1. Das wiederspricht zwar der offiziellen Angabe W225 (W5) zu nehmen, aber die setzen sich noch schneller zu als die Eyquem. Das war bei der 59er DS das gleiche wie bei der 66er ID, also zumindest n=2.

Hallo Tom,

beim überholten Kurzhuber habe ich auf allen Zylindern mit Einschraubmanometer warm Werte zwischen 11 und 12, bei den nicht überholten Langhubern liege ich zwischen 9 und 11. Aber wenn Du die Maschine eh überholst, spielt das keine so grosse Rolle, man fragt sich da angesichts festgebackener Kolbenringe und zugesetzter Wasserkanäle mitunter eher, warum der Motor überhaupt noch gelaufen ist. Das Zerlegen meiner SM-Maschine war wie eine Fahrt mit der Geisterbahn…

Viele Grüsse
Robert

Re: Kompressionsmessungen

Verfasst: Sa 19. Okt 2013, 00:57
von Langhuber
Hallo M., Tom und Robert,

ich dachte, die Kerzenschächte sind bloß irgendwie reingesteckt und man kann sie abziehen wenn der Deckel runter ist. Wenn das so nicht geht, ist es natürlich witzlos, die Kompression mit abgenommenen Deckel zu messen. So versifft, wie meine Kerzen sind, hätte ich die Umgebung natürlich gerne geschrubbt, ohne allerdings das Risiko, dass was in den Zylinder reinfällt.

Den Fred hier habe ich ausgesucht, weil da ein paar Meßwerte genannt werden. Dass es auf die absolute Kompression nicht ankommt, weiss ich ja, aber hier sind ja ein paar Wertedifferenzen genannt worden, die bei Schäden am Kolben auftreten können.

Was die Kerzen anbetrifft: Wenn meine alten Eyquems wirklich von 2009 sind, dann haben sich wenigstens die Nummern 2 und 3 ganz gut gehalten. Beim nächsten Mal kann ich ja die Boches nehmen.

Klemens

Re: Kompressionsmessungen

Verfasst: Sa 19. Okt 2013, 10:17
von DS20_break
[quote=Langhuber]
Wenn das so nicht geht, ist es natürlich witzlos, die Kompression mit abgenommenen Deckel zu messen.
[/quote]
Ich dachte du wolltest die Ventile auch einstellen? Da muß der Deckel sowieso runter und entweder vor dem Ventile einstellen und nach dem Ventile einstellen messen oder aber auf jeden Fall vor dem Messen, falls du nur einmal misst.
Viel Erfolg.

Re: Kompressionsmessungen

Verfasst: Sa 19. Okt 2013, 10:20
von DS20HA
Wenn Du sie mit abgenommenen Deckel laufen läßt kannst Du auch sehen, ob an allen Kipphebel auch schön Öl kommt. Falls es irgenwo klappert, kannst Du das auch mit Fingerauflegen feststellen.
Hans

Re: Kompressionsmessungen

Verfasst: Sa 19. Okt 2013, 10:31
von Langhuber
Hardy hat geschrieben: Ich dachte du wolltest die Ventile auch einstellen?
Ja klar. Und ich dachte, dass ich, wenn ich den Deckel runter habe, die Kerzenschächte "abziehen" kann und richtig putzen kann. Der Schmotz der an den rausgeschraubten Kerzen klebt, wird auch im Kerzenschacht sein und kaum mit Pressluft rausgehen und wenn er sich doch löst, fällt die Hälfte in den Zylinder runter :-( .
Aber die Kerzenschächte scheinen ja nicht so einfach rauszugehen.

Jetzt eine letzte Frage, bevor es ernst wird:
Ich habe die sehr gute Anleitung zum Ventileinstellen aus der HP 1997 #2 ausgedruckt, sowie die Anweisungen 112-0 aus den Handbüchern (besonders das zum meiner Langhuberin). Damit denke ich, wird es sich machen lassen.
Überall steht, bei kaltem Motor soll es 0,15 und 0,2 sein, bei warmem Motor 0,2 und 0,25.
In meinem Langhuberbuch steht nix von warm/kalt, aber auch 0,2 und 0,25.
In den Bucheli-Büchern steht: 0,2 und 0,25 bei kaltem Motor.
Die ganzen Anleitungen die man so findet, beziehen sich i. A. immer auf die Kurzhuber.
Gibt es offizielle Unterschiede zwischen Langhuber und Kurzhuber?

(Anm.: alle fett dargestellten Zahlen in mm!)


Klemens