Dach undicht

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Frank Fischer

Dach undicht

Beitrag von Frank Fischer »

Hallo,
bei meiner ID 19 B, Bj. 69, sammelt sich nach staerkerem Regen Wasser in der "inneren Regenrinnen" bzw. in den dort deponierten Zeitungen.

Ist es ratsam, dass komplette Dach auszubauen und die Dach- und Regenrinnendichtung auszutauschen oder sollte ich lieber versuchen die Regenrinnendichtung mit Silikon abzudichten?

Dank von Frank!
Joe
Beiträge: 1011
Registriert: Do 16. Okt 2003, 13:29

Re: Dach undicht

Beitrag von Joe »

Hallo!
Das Abdichten mit Silikon ist anscheinend nur von kurzer Dauer. Das Dach wird recht schnell wieder undicht. Mir wurde empfohlen das Dach runter zumachen und richtig abzudichten. Bei der ID ist das recht unproblematisch.

Viele Grüsse
Joe
Steffen
Beiträge: 217
Registriert: So 5. Jan 2003, 20:09

Re: Dach undicht

Beitrag von Steffen »

Hallo Frank,

bei meiner ID 19 B (1968) war das auch so, die Dichtung war einfach über die Jahre weggebröselt, und bei Regen wurde entsprechend der Beifahrer(sitz) nass.

Mit Silikon bekommst Du das Dach sicher schnell von außen dicht, aber wenn der undichte Zustand schon länger besteht und Du das Auto langfristig behalten möchtest, würde ich das Dach auf jeden Fall abnehmen, um den Dachrahmen (speziell in der Mitte oben über der Frontscheibe) und die Ansätze der A-/B-/C-Säulen zu überprüfen. Dann kannst Du notfalls schweißen oder den Dachrahmen zumindest entrosten und mit Rostschutz versehen (lassen), bevor die neue Dichtung draufkommt.

Schau Dir bei der Gelegenheit vielleicht auch mal das Bodenblech im Fußraum innen an, speziell den Übergang zum Seitenschweller/Einstiegsblech. Manchmal läuft das Wasser über die A-/B-/C-Säule bis da runter und sorgt dann von innen heraus unbemerkt für Blätterteig unter dem Linoleum.

Falls Deine ID auch noch das orginole durchgefärbte Polyesterdach hat und Du es bei der Gelegenheit erstmals oder neu lackieren willst, unbedingt auf die richtige Grundierung, Lacksorte und Dachvorbereitung (abschleifen) achten. Das Dach meiner ID musste inzwischen schon mehrfach nachlackiert werden, weil sich in der Sonne zahlreiche hässliche Pickel und Blasen gebildet hatten. Der Lackierer mag das Auto nicht mehr so besonders...

Viel Erfolg,

Steffen
Frank Fischer

Re: Dach undicht

Beitrag von Frank Fischer »

Hallo Steffen,
in der Tat wuerde es sich bei dieser Gelegenheit anbieten, das Dach neu zu lackieren/streichen. Es handelt sich noch um das Orginal durchgefaerbte Dach, welches nicht mehr wirklich schoen ist.
Hast du denn spezielle Empfehlungen fuer die Grundierung? In einer der letzten HPs wurde von 2-Komponenten Farben fuer Kunststoffe gesprochen...weiss jemand genaueres?

Viele Gruesse
Frank
Steffen
Beiträge: 217
Registriert: So 5. Jan 2003, 20:09

Re: Dach undicht

Beitrag von Steffen »

Hallo Frank,

da weiß ich leider nix drüber, schau doch mal im HP-Archiv oder frag bei ATU, die haben mich bisher in vielen Dingen immer gut beraten. In einer der letzten HP von 2003 stand glaub ich ein kurzer Artikel über jemanden, der sein Dach für wenig Geld mit einer Art Bootslack selbst mit der Walze gerollt hat und sehr zufrieden war. Vielleicht ist das ja sogar der von Dir erwähnte Artikel.

Bei meiner ID lag es sicher daran, dass der Vorbesitzer das Dach bereits lackiert oder sagen wir eher wie einen Zaun gestrichen hatte und mein Lackierer diesen Vorgängerlack unbekannter Herkunft wahrscheinlich komplett hätte runterschleifen müssen, bevor er drüberlackiert. Frisch vom Lackierer sah das Dach wirklich toll aus, aber so ab 25 Grad fing es dann regelrecht an zu "gasen" und bekam lauter Blasen und Pickel. Konnte man im Sommer regelrecht zuschauen und mitwetten, wo und wann die nächste Blase hochkommt, welche bleibt, welche wieder verschwindet usw.

Falls Du zu einem Lackierer gehst, unbedingt auf Rechnung arbeiten lassen!
Jack Shotton

Re: Dach undicht

Beitrag von Jack Shotton »

Frank,

Hier ist ein unkorrekter, schneller, und billiger Vorschlag:

Das Dach nicht ausbauen. Mit einem Messer die alte Gummidichtung, so viel wie sichbar ist, abschneiden. Dach und Regenrinnen mit einem Band abmaskieren. (Mask it off with masking tape, ich weiss das Deutsche nicht.) Die Rinne dann mit 3M (51135-08609) Urethane Windo-Weld fuellen und mit einem Finger glatt streicheln. Schaut sehr schoen und fast wie original aus. Dichtet auch.

Dieses Urethane ist der selbe Klebstoff was gebraucht wird um Windschuetzschilder von modernen Autos einzukleben.

Silikon verursacht Rost und schaut nicht gut aus.

Jack Shotton
Minneapolis, Minnesota
Temperatur -15C, Brrrr!
Götz Verified
Beiträge: 221
Registriert: Mo 18. Nov 2002, 20:51

Re: Dach undicht

Beitrag von Götz Verified »

Hallo Jack,

bei uns kennt man diesen Klebstoff unter der Verkaufsbezeichnung Sikaflex.

Trotzdem rate ich dringend zum abnehmen des Daches. Meist ist der Dachrahmen derartig vergammelt, da hilft auch kein notdürftiges Abschmieren.
Ich kann folgendes empfehlen: Dach ausbauen (ist hier im Forum schon mal ausgiebig beschrieben worden). Dachrahmen reparieren (mit neuerdings erhältlichen Rep.-Blechen) und dann ordentlich Sandstrahlen. Das hat nämlich zwei Effekte: 1. der Rost wird porentief entfernt (das ist suuuper wischdisch, niemals über Rost lackieren und ist er noch so winzig, das rächt sich, vorallem beim Dach) 2. die Oberfläche ist schön angerauht. Dann profimäßig (bitte nicht Spraydose, sondern nur 2 K-Lack, sonst hält der Kleber nicht) grundieren und lackieren (Grundierung nassschleifen nicht vergessen). Dann die Dachschale an der Kante säubern, primern und rundum sauber einkleben (auch hinten die Quertraverse). Man braucht bei den heutigen Klebstoffen das Dach nicht mehr Schrauben! Am Dach sind die Schraubbefestigungen eh meist weggegammelt.

Auf diese Weise eingeklebt erählt Madame im Dachbereich ungeahnte nie erreichte Dichtigkeit und Steifigkeit (vorallem durch die Verklebung der hinteren Traverse). Dadurch gammelt sie unterhalb der Gürtellienie auch nicht mehr.

Ach ja beim anbauen der Edelstahlverzierung bitte den Lack so gut es geht nicht verletzen und schön Mike Sander Fett verwenden (das schmiert und schütz vor neuem Rost). Oder man klemmt die Edelstahlprofile nicht mehr sondern klebt sie ebenso mit Sikaflex (dazu vorher den Dachrahmen, natürlich vor dem Lackieren, um ca. 1-2mm stutzen).

Grüße

Götz
Wolfgang Hewig

Re: Dach undicht HILFE zu SIKAFLEX

Beitrag von Wolfgang Hewig »

Habe heute die oben genannte "unkorrekte" Methode probiert, also Dach belassen, alte Dichtung weggeschnitten, dann sikaflex... danach konnte ich alles nochmal abfriemeln, hatte wohl was falsch gemacht:

Habe Sikaflex in die Rinne gepresst, dann mit dem Finger glattgestrichen. Das ging an einigen stellen nicht so gut, so daß ich es mit PRIL am Finger probierte, jedoch war das Zeug schon halb getrocknet, bildete Häutchen und wurde immer rauher statt glatt, obwohl ich nur ca. 5-8 min. gebraucht hatte.

Jetzt meine Frage: wie kriege ich das Sikaflex schön glatt? Wer hat da erfahrung??? Wie lange hat ma Zeit zum glattstreichen? Ist pril empfehlenswert? Oder besser nur mit dem blanken Finger???
Robert Kruse

Re: Dach undicht

Beitrag von Robert Kruse »

Liebe Gemeinde,

zunächst mal die Frage: Was für ein Dach, "Geschraubt" oder "Geklebt"? Ich habe nur Erfahrung mit geschraubten Dächern, und da gibt es zwei Möglichkeiten, dass sie undicht werden, nämlich 1. zwischen Dichtung und Dachrahmen und 2. zwischen dem Bördelrahmen des Daches und der Dichtung. Im 1. Fall wird der Dachrahmen verrostet sein, also Dach runter und alles neu. Der 2. Fall ist aber häufiger, die Dichtung liegt nicht mehr straff an der Dachhaut an, die Bördelkante rostet. Auch hier sollte das Dach eigentlich runter und die Bördelkante do gut es geht entrostet werden, aber man kann sich kurzfristg behelfen, indem man das Sikaflex zwischen Dach und Dichtung einspritzt. Andrücken und austretendes Silikon entfernen. Dann ist zumindet erstmal dicht und die Bördelkante rostet langsamer. Abschneiden würde ich gar nichts.

Grüsse
Robert
Andreas S. Verified
Beiträge: 113
Registriert: So 14. Aug 2005, 10:18

Re: Dach undicht

Beitrag von Andreas S. Verified »

hallo,

habe als "provisorium" vor mehr als 1 jahr die methode sikaflex 221 ( ist übrigens pu - also überlackierbar, kein silicon=teufelszeug ) angewendet. ist bis heute einewandfrei, wird wohl auch noch länger halten (btw.: damit werden bei schmitz cargobull in münster, krone in werlte etc. ganze 38-to-lkw-auflieger zusammenge"braten").
aber das geht - denke ich - nur, wenn der untergrund einigermassen ok ist. rost muss vorher weg oder mit bleimenigge o.ä. gestoppt werden.

bis dennndann
andreas
mfg

Andreas
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