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Anlauf mit Schwierigkeiten

Verfasst: So 16. Mai 2010, 13:05
von Hubbes
Hallo an
alle DS-Besessenen :-)

Auch ich habe mir jetzt meinen lange gehegten (Alp)Traum erfüllt.
Nach langer Suche (nach der perfekten DS für wenig Geld),fand ich meinen
persönlichen Dämon, in Form einer schwarzen DS20 Pallas HA, in Belgien.
Die betörend schön erhaltene caramellfarbene Innenausstattung im
Zusammenspiel mit dem leise laufenden Motor und dem solide anmutendem
Chassies liessen mich "Kleinigkeiten", wie Rostblasen an der Karorrerie
und Probleme mit der Benzinversorgung,geflissendlich übersehen.
Die Möglichkeit jedoch,dass die Schöne keine drei Wochen später als
Baustelle mit ausgebautem Zylinderkopf die heimischen Garage zieren
könnte,wäre mir als allerletztes in den Sinn gekommen.
Nun,angekommen in der Wirklichkeit,wende ich mich an Euch,
fachkundige Gemeinschaft,mit der Frage nach dem "Teufel im Detail".
zum Hergang:
Der ansonsten schön laufende Motor geht alle 1-2 km aus und springt nach
einigen Minuten und etwas Orgeln wieder an, dann selbes Spiel.
Verdächtige:Benzinpumpe,Tank,Leitungen,Vergaser.
also :Pumpe getauscht,Vergaser zerlegt,gereinigt,geplant,montiert.
Schon beim ersten Startversuch kommen die Art von Geräuschen aus dem
Motor, die man so gar nicht hören möchte :
Ein hartes metallisches tack!,tack!,tack!,tack! Wider besseren Wissens,
drehe ich den Anlasser ohne Zündung etwas weiter um das Geräusch
zu lokalisieren.
Zwischendurch ist es auch mal weg.Aber zu früh gefreut,gleich wieder da.
Nach Abnehmen des Ventildeckels wird offensichtlich:das 4. Einlassventil geht nur verzögert zu.
Meine erste Vermutunng:
"Ich(Blödmann)habe beim Vergaseranbau etwas in den Ansaugstutzen fallen
lassen". Hat sich bis jetzt ,wo der Kopf ab ist,nicht bestätigt.
Auf dem Kolben(fatal?) sieht man lediglich den Abdruck des Ventils.Den
Ventilsitz konnte ich mangels geeignetem Werkzeug noch nicht einsehen.
Nun bin ich auch nicht der Motorenexperte.Sicher ist das Ventil jetzt krumm.
Aber warum hat es geklemmt? Und nur Ventil u. Führung ernneuern lassen oder gleich den ganzen Kopf tauschen? Den kompletten Motor(DY2)?

Vielleicht hat jemand von Euch eine ID zur Ursache oder kann von ähnlichen Erfahrungen berichten. Würde mich sehr über Antworten freuen.


Grüsse,Ralf




Re: Anlauf mit Schwierigkeiten

Verfasst: So 16. Mai 2010, 21:59
von Uli
Hallo Ralf,
ein ähnliches Problem mit dem Ventil hatte ich auch mal, da hat aber das Ventil komplett blockiert, hörte sich fies an. Ich habe dann den Kopf zerlegt, wobei ich drei Ventile mit dem Hammer rausschlagen mußte. Es hatte sich an den Ventilen und den Führungen verharztes? Öl festgesetzt und dadurch hatten die Ventile geklemmt. Es wurde eine Ventilführung erneuert, die sich gelöst hatte und ansonsten nur der Kopf geplant, alle Teile sonst waren gut und mußten nur gereinigt werden, kein Ventil krumm oder ernsthafter Schaden an den Kolben. Der Wagen wurde vorher ein dreiviertel Jahr lang nur kurz bewegt zum rangieren und dann wieder normal gefahren, bevor der Defekt auftrat. Ich würde an deiner Stelle die Ventile demontieren und kontrollieren, ob sie in den Führungen nicht klemmen.

Gruß Uli

Re: Anlauf mit Schwierigkeiten

Verfasst: Di 18. Mai 2010, 11:19
von Hubbes
Hallo Uli,

Danke für deine Antwort.

Das Ventil habe ich mittlerweile herausbekommen.Wie du es auch beschreibst,
ging es so fest,daß ich es mit einem Kunststoffhammer austreiben musste.
Es ist auch nicht krumm,nur am Tellerrand beschädigt.Auch ist der gesamte
Brennraum mit einer schwarzen Kruste überzogen,was die Verkrustungsvermutung stützt . Beim zweite Hinsehen fiel mir dann auf,daß sich diese Belag nicht nur im
obersten Teil der Laufbuchsen-innenseite(oberhalb der Kolbenringe)fand, , sondern auch auf den inneren 2mm der Buchsen-oberfläche.
Nachgemessen : 86mm Zylinder,90mm Kopf. Anscheinend hat einer der Besitzer auf den DS20(DY) Motor einen DS21(DX) Kopf montiert!
Ich weiss nicht wie lange das in der Kombination funktioniert hat.Für mein Empfinden lief er sehr ruhig und durchzugskräftig,und wenn ich auf die ID gekommen wäre eine Ventilspülung zu machen wahrscheinlich jetzt noch.
Zusammenbauen werde ich es wohl so nicht mehr.Die Verbrennung war ja nicht die sauberste.
Beruhigend,daß der Kolben das überleben kann und nicht der ganze Motor raus muss.Leider ist es mir noch nicht gelungen Fotos entsprechend zu verkleinern,
werde versuchen das nachzuholen.

Gruss,Ralf

Re: Anlauf mit Schwierigkeiten

Verfasst: Di 18. Mai 2010, 20:19
von tomsail
hallo ralf,

das mit dem "falschen kopf" ist unwahrscheinlich.
alle kurzhuber-vergasermotoren hatten den gleichen kopf.
nur die einspritzer hatten "eigene".

drum kann man relativ einfach aus einem DY3 einen DX2 machen:
90er buchsen und kolben, einen passenden vergaser und verteiler und schon gehts weiter. :-)

grüße
thomas

Re: Anlauf mit Schwierigkeiten

Verfasst: Di 18. Mai 2010, 22:11
von lemans
Hallo Thomas,

im ET Katalog gibts 5 verschiedene Nummern für Zylinderköpfe. Nur einer davon scheint für IE zu sein. Teilweise sind andere Einlaßmaße genannt.

Ich dachte auch immer dass größerer Hubraum auch andere Ventildimensionen zur Folge habe würde um die Füllung effizient hinzubekommen. Bin aber kein Profi und verfüge über keinerlei Erfahrung. Nächstesmal beim Ventileeinstellen werd ich mir mal die Kopfnummer aufschreiben und mit dem Teilekatakog vergleichen.

Gruß

Detlef

Re: Anlauf mit Schwierigkeiten

Verfasst: Di 18. Mai 2010, 23:34
von tomsail
hallo detlef,

OK, die ersten DY-motoren hatten noch 47er ventile.

da sind zwar verschiedene nummern, die können aber minimale gussänderungen oder logistische gründe haben (wie z.b. guss- oder blechdeckel am hinteren kernaustritt des wassermantels)

im zweitletzten ET-katalog ('70/'71) steht für den "vergaserkopf" verwendbarkeit:
DX, DJ, DJF, DY, DLF; DT, DV

auch sassen führt nur zwei sorten AT-köpfe. IE und vergaser

das mit den größen der verntile ist so ne sache. da hast du prinzipiell recht. die DS-ventile sind grundsätzlich riesig. da ist die füllung schon recht gut! wahrscheinlich war es billiger über die ganze variantenpalette möglichst viel gleichteile zu haben, als noch großartig bearbeitungs und teilevarianten zu fahren.

wie damals beim VW golf3 auch. 1,8lTDI 90PS, gleicher motor, andere abstimmung 110PS und gleich mal zweitausend mark teurer.
das macht porsche bei standardversion und S-version heut noch so.
die basisvariante wird nur angeboten um das gleiche in S teurer verkaufen zu können. :-)

grüße
thomas

Re: Anlauf mit Schwierigkeiten

Verfasst: Mi 19. Mai 2010, 00:58
von Hubbes
Hallo Thomas,Hallo Detlef

Sicher wäre es reizvoll aus dem DS20 einnen 21 zu machen.Leider lässt sich das im Moment nicht realisieren:-(
Habe auch so einen Katallog(nur 70/71),finde aber auch nicht die genaue Nummer,die bei meinem Kopf eingegossen ist : DX II 2 I 0 I A
Motortypenschild sagt : DY2 (Passt eigentlich auch nicht zum Modell)
Buchsen sind 86mm, Kopfdichtung passend zum Kopf 90mm.
Dadurch entsteht oben an der Buchse ein Absatz,bei 90er Buchsen wäre es bündig.Ich kann mir nur schwer etwas anderes Vorstellen als den zum jeweiligen Zylinderdurchmesser passenden Kopf.
Oder bin ich da auf dem Holzweg? Oder kann man das bei meinem Fall vernachlässigen?


Grüsse,Ralf




Re: Anlauf mit Schwierigkeiten

Verfasst: Mi 19. Mai 2010, 01:12
von tomsail
hallo ralf,

was ist bei dir der "kopfdurchmesser"???
hast du da ein bild?

die kopfdichtung muss zur laufbuchse passen....

die "halbkugel" der köpfe ist gleich.

unterlagen gibts hier:
http://www.agua.nu/ds-files/tony-jackson/green-cd/

reichlichst zum runterladen.

grüße
thomas

Re: Anlauf mit Schwierigkeiten

Verfasst: Mi 19. Mai 2010, 13:48
von Hubbes
Hallo Thomas,

Ja,ich meinte den Durchmesser der Halbkugel.
Es erschien mir zuerst unwarscheinlich daß dieser nur beim DS21 mit dem Laufbuchsenmass übereinstimmt.
Will es aber gerne glauben,so kann ich doch wenigstens meinen Kopf behalten :-)


Gruss und Dank,
Ralf

Re: Anlauf mit Schwierigkeiten

Verfasst: Mi 19. Mai 2010, 14:43
von tomsail
ja, bloss nicht kopflos werden! :-)