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bremskontrolle
Verfasst: Mi 17. Dez 2003, 16:46
von wolfgang
hallo,
an meiner 69’ ds 21 mit altem armaturenbrett-bandtacho-leuchtet seit sonntag ganz plötzlich die orangefarbene warnlampe,die ich der bremsbelagabnutzung zuordne.
heute hab ich mich dran gegeben mal nachzusehen,quelle ist in der tat der rechte
äussere belag.beim ausbauen(textar) konnte ich noch ca 12mm belagstärke messen,ca.9,5 mm
spalttiefe.ich habe den eindruck dass die lampe noch lange nicht kommen sollte
und fühle mich dadurch bestätigt,dass sie auch schon brennt wenn der belagträger
masse bekommt und nicht der belag an der scheibe liegt.das kontaktkabel verschwindet verdächtig nahe am metallenen träger.
bei welcher belagstärke soll die lampe denn nun wirklich kommen?
welche methode gibt es den bremskolben zurückzudrücken ?der innere kolben war schon bündig mit dem sattel,der äüssere liess sich überhaupt nicht bewegen.ist die bremsscheibe starr oder schwimmend?
danke im voraus für tips
wolfgang
Re: bremskontrolle
Verfasst: Mi 17. Dez 2003, 17:14
von Martin K.
Hallo Wolfgang,
die Kolben drückt man zurück, bis sie bündig mit dem Bremssattel abschließen. Der Sattel ist starr befestigt, also beide Kolben werden zurückgedrückt. Dazu gibt es eine spezielle Zange. Früher habe ich es gemacht, indem ich vorsichtig einen Holzkeil zwischen Scheibe und Kolben getrieben habe. Gegen die andere Sattelseite habe ich die Scheibe mit einem passenden Stück Holz abgestützt.
Eine andere Räubermethode ist es, statt des Bremsbelages zwei Holzplättchen einzulegen, die ungefähr so dick sind wie der Metallträger des Belages. Nun tritt man auf die Bremse und die Kolben kommen weiter heraus als bisher. Zumindes den Schmutz an den Kolben (Rost bei den Stahlkolben, Aufblühungen an den Alu-Kolben) kann man dann entfernen. Jetzt noch etwas Caramba an die Kolben sprühen (Natürlich nur bei LHM-Fahrzeugen) und sie lassen sich viel leichter zurückdrücken.
Wenn Du noch die bei dem Baujahr originalen Stahlkolben hast, kannst Du auch mit einem Schraubenzieher hebeln, wenn die entsprechendes Gefühl mitbringst.
Nun zu Deiner Kontrollleuchte: Hast Du den Kabelstecker schon vom Belagkabel abgezogen? Brennt sie dann immer noch? Falls ja, hat das Kabel irgendwo anders Massekontakt.
Möglicherweise gibt es ja auch wirklich ein schlecht eingegossenes Kabel, so dass es über den Träger Kontakt hat, obwohl der Belag noch nicht abgenutzt ist.
Abgenutzt ist der Belag erst dann, wenn die Indikator-Rille nicht mehr sichtbar ist. Wenn Dich also die Leuchte nervt, dann zieh doch ganz pragmatisch an dem fehlerhaften Belag das Kabel ab. Die Beläge verschleißen so langsam, dass es dicke reicht, bei jedem Ölwechsel mal einen Blick auf die Beläge zu werfen, um über deren Verschleiß informiert zu sein.
Ältere ID haben die Kontrollleuchte gar nicht und es geht auch ganz gut ohne.
Viel erfolg wünscht
Martin
Re: bremskontrolle
Verfasst: Mi 17. Dez 2003, 21:13
von wolfgang
danke martin,
ich fange mal von rückwärts an,
-ja die kabel habe ich der reihe nach abgezogen sonst hätte ich den "schuldigen" belag ja nicht gefunden.die weiterführenden kabel waren noch gut isoliert und die leuchte war ja auch nach abziehen des steckers vom äusseren rechten belag aus.ich habe übrigens noch versucht nagellack an die wurzel des kabels,da wo es in den belag verschwindet zur isolation zu pinseln,das hat aber nicht geholfen.
- ich scheine stahlkolben zu haben und habe mit grösstmöglicher hebelwirkung versucht,den äusseren kolben nach herausoperieren des belags zurückzudrücken aber ohne erfolg.der innere belag hat richtig geschlackert,den äusseren habe ich mit viel mühe -kippeln-herausbekommen.wenn ich mir vorstelle ich zwinge den kolben ohne belag mit holzstück als anschlag noch weiter heraus wage ich mir nicht vorzustellen wie ich den belag wieder einfädeln soll,ist mir so schon kaum gelungen.
allerdings habe ich nicht versucht den um ca. 6 mm herausstehenden kolben vorsichtig mit einer kleinen wasserpumpenzange
zu drehen,vielleicht hätte ich ja dann klarheit darüber bekommen wo's hakt?
wolfgang
Re: bremskontrolle
Verfasst: Mi 17. Dez 2003, 22:38
von Martin K.
Hallo Wolfgang!
Vom Drehen rate ich ab, ich befürchte, dass Du dann Macken am Kolben erzeugst. Hab Geduld und weiche den Kolben mit Caramba oder WD40 oder einem anderen Rostlöser ein paar Tage ein, dann sollte es eigentlich klappen.
Das mit dem Brettchen hat folgenden Sinn: Der Kolben kommt aus dem Gammelbereich heraus, in dem er im Moment fest hängt. Hat er das erst einmal geschafft, ist er wieder beweglich und Du bekommst ihn auch wieder hinein. Hat bei mir bislang immer geklappt. Anfangs hatte ich die gleiche Angst.
Der Kolben ist ja im Moment fest. Das Lösen mit dem Hydraulidruck ist die schonendste Methode.
Allerschlimmstenfalls müsstest Du den Bremssättel ausbauen. War bei mir aber noch nie notwendig - zumindest nicht wegen fester Kolben - und DS mit roter Flüssigkeit sind berühmt wegen fester Kolben...
Vielleicht hat einer unserer techniker noch eine bessere Idee?
Beste Grüße
Martin
Re: bremskontrolle
Verfasst: Fr 19. Dez 2003, 00:38
von Til
Hallo Wolfgang,
bin keiner der Techniker und kann Martin daher nur zustimmen

)
Anstatt des derzeitigen Bremskloetzes entweder einen alten, duennen Bremskloetz oder irgendein stabiles Werkzeug (zB Reifenheber(?)) einlegen und dann mit allem Mut (nicht mit aller Kraft

) auf die Bremse.
Meistens reicht ein in LHM (falls DS gruen) getauchter Lappen zum saubermachen und gaengigmachen des Kolbens. Ruhig ein paarmal hin und her ziehen!
Til
PS1: ich hab's bei meinem Mehari nach Umbau auf Scheibenbremsen geschafft, die Koblen nach (erfolgreichem!) Bremsen OHNE Bremsbelaege wieder zurueckzudruecken - das ist dann wirklich muehsam

)
PS2: verjaehrte Jugendsuende

)
Re: bremskontrolle
Verfasst: Fr 30. Jan 2004, 18:23
von sandro
Moin,
da man im Winter so viel Zeit zum Bauen hat, habe ich beschlossen, meine LHM Bremssättel zu überholen. Die Kolben waren ordentlich fest, sodaß die Bremse geschliffen hat. Nach viel Mühe beim Rückdrücken und Ausbauen habe ich die Kolben mit Hydraulikdruck heute dann ganz sanft herausbekommen. Überholsätze für die Dichtungen habe ich, allerdings frage ich mich, wie viele Macken die Kolbenoberflächen haben dürfen, damit ich nicht in ein paar Monaten die Sachen wieder ausbauen kann. Wer hat Erfahrungen:
- wie man am besten die Oberflächen schonend poliert
- und was für Spuren auf der Oberfläche akzeptabel sind ?
Das Rückdrücken der Kolben, um nur schon die Beläge herauszubekommen, war nicht so einfach. Zu den Beiträgen oben: Meine Empfehlung ist eine ordentliche Gewindestange mit Gewindestücken drauf, die man passend zwischen beide Bremsbeläge spannt und vorsichtig aufdreht, damit gibt es wohl dann auch keinen Streß für die Bremsscheibe.
Viele Grüße, Sandro.