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Schaltintervall die 187zigste

Verfasst: Sa 1. Aug 2009, 11:03
von Louis de Funes
Hallo zusammen,
obwohl das Thema schon oft dran war hat mir die Recherche nicht weiterholfen.
Der Problemat: DS Rundauge Handschalter LHM
Das Problem: Das Schaltintervall beträgt mittlerweile nur noch 7 Sekunden und wird laufend kürzer, trotz geringer Fahrleistung. Vor 1000km betrug es noch 13 Sekunden, davor 20.
Folgende Tests habe ich gemacht:
-Lenkung ganz nach links oder rechts festgehalten: Schaltintervall jenseits 6 Minuten, da habe ich aufgegeben.
-Lenkrad in Geradeausstellung Motor aus: Hinten unten nach ca 12 Stunden, vorne nach 24Stunden oder länger
-Lenkrad in ganz rechter Stellung, aber dreht sich minimal zurück, Motor aus: Verdoppelung der Absenkzeit.
-Auto in Hochstellung gefahren, Lenkung ganz rechts, Motor aus: nach 24h Auto noch immer fast oben. Hebel auf Normalstellung gestellt, aber Motor aus: Auto fällt vorne plötzlich regelrecht in sich zusammen, nicht langsam pfeifendes Absenken wie man es bei laufenden Motor kennt.
-alle Hydraulikkomponenten sind äüßerlich dicht
-Wenn der Motor abgestellt wir hört man ca 30 Sekunden lang deutliche Strömungsgeräusche in den LHM Behälter, hört sich an als wenn jemand mit einer Zimmergießkanne Wasser plätschern läßt.

Was mir noch auffällt: Ich habe das Gefühl die Servolenkung würde neuerdings mehr Kraft brauchen. Aber vielleicht irre ich mich auch, denn der Prozeß geht ja schleichend.

Ideen: Servolenkung in der Mittellage innerlich stark undicht. Kann man das einstellen / wegjustieren?
Oder Druckabfall im Gesamtsystem wegen erlahmender Druckreglerfeder? Würde zur Einbildung der schwerern Servolenkung passen. Aber der Druckregler ist noch relativ frisch.

Alle Kugeln sind neu.
Irgendwie bin ich ratlos. Vielleicht den Systemduck messen?

Gruß

bernd


Re: Schaltintervall die 187zigste

Verfasst: So 2. Aug 2009, 17:18
von Chris
Hallo

Du hast Dir die Antwort ja eigentlich schon selber gegeben, das hört sich nach Lenkung an.
Um es genau zu wissen, klemm die Hyrdaulikzuführung zur Lenkung mal ab (lösen, Fühlerlehre dazwischen, wieder festziehen)
Dann Schaltintervall nochmal messen.

Gruss
Chris

Re: Schaltintervall die 187zigste

Verfasst: Di 4. Aug 2009, 09:31
von Louis de Funes
Hallo Chris,
Danke für Deine Rückmeldung. Ich habe natürlich auch die Lenkung im Verdacht, außen dicht - innen undicht. Gestern gabs wieder mal ein Phänomen: 50km Landstraße gefahren, zurückgekommen, Schaltintervall 30 Sekunden bei Lenkrad in Mittelstellung und Motor im -niedrigen(!)- Leerlauf. Ich bin begeistert.... bvei der Fahrt davor gabs keinen positiven "Bewegungseffekt".
Ich habe auch schon die Seitenlange Anleitung zur Eingrenzung von Hydraulikfehlern gelesen, dort stand Dein Tipp auch drin. Nur ich kapier überhauptnicht was damit gemeint ist. Was muß ich wo drehen?

Es war auch vorher schon so, daß wenn das Lenkrad ca 15° aus der Ruhestellung gedreht ist das Schaltintervall deutlich länger war. Da gibt es ja noch die Überschneidung die man einstellen kann ( ich habe die Funktion trotz Schnittbild noch nicht verdaut). Aber könnte das die Ursache sein?

An alle Technikfreaks: Weitere Ideen und Vorschläge sehr willkommen.

Gruß

bernd

Re: Schaltintervall die 187zigste

Verfasst: Di 4. Aug 2009, 12:07
von Thomas Held
Louis de Funes schrieb:

> Ich habe auch schon die Seitenlange Anleitung zur
> Eingrenzung von Hydraulikfehlern gelesen, dort
> stand Dein Tipp auch drin. Nur ich kapier
> überhauptnicht was damit gemeint ist. Was muß ich
> wo drehen?

Hallo Bernd,

die Lenkung wird ueber einen Flansch mit LHM ver- und entsorgt, d.h. der Flansch enthaelt die Verbindung zweier Leitungen, die mit einer der ueblichen, hier zwei kleine O-Ringe enthaltenden, Plakette gedichtet ist. Wenn Du die Muttern auf den Stehbolzen der Flanschverbindung nun lockerst und eine Fuehllerlehre so zwischen Dichtplakette und eines der Flanschstuecke (entweder der Lenkung oder der Leitung) steckst und dann die Muttern auf den Stehbolzen wieder fest ziehst hast Du der Lenkung die LHM-Zu- und Abfuhr abgedreht.

> Es war auch vorher schon so, daß wenn das Lenkrad
> ca 15° aus der Ruhestellung gedreht ist das
> Schaltintervall deutlich länger war. Da gibt es ja
> noch die Überschneidung die man einstellen kann (
> ich habe die Funktion trotz Schnittbild noch nicht
> verdaut). Aber könnte das die Ursache sein?

Nein. Mit der Druckueberschneidung stellst Du den Ruhedruck in den beiden Kammern des Lenkzylinders ein. Ist der Wert grob falsch, haette die Lenkung beim Auslenken aus der Mittellage ein seltsames Eigenleben...

> An alle Technikfreaks: Weitere Ideen und
> Vorschläge sehr willkommen.

Es ist wohl die Steuerkolben/-buchsenpassung der Lenkventile im Steuerkopf der Lenkung verschlissen, leider irreparabel.
Ein Abklemmen der Lenkung wie beschrieben wird letzte Gewissheit bringen.
Gruss,

Tom

Re: Schaltintervall die 187zigste

Verfasst: Mi 5. Aug 2009, 10:26
von Pit
Hallo Tom,
da der Druck von der Leitung kommt, ist es von der Dichtigkeit her besser die Fühlerlehre zwischen Plakette und Lenkung zu schieben. Sonst hast du zwischen Leitung und Fühlerblatt keine Dichtung.
pit

Re: Schaltintervall die 187zigste

Verfasst: Mi 5. Aug 2009, 11:23
von ThomasT
Ist es nicht einfacher die Lenkung am 3-Wege-Verteiler abzuklemmen?

Re: Schaltintervall die 187zigste

Verfasst: Mi 5. Aug 2009, 11:37
von Louis de Funes
Hallo zusammen,
Danke für die neuen Infos. Die Version von Pit hatte ich mir auch überlegt damit die Suppe nicht durch die Geneg spritzt. Durchgeführt habe ich es noch nicht, vielleicht heute.

Thomas Held schrieb:
"Nein. Mit der Druckueberschneidung stellst Du den Ruhedruck in den beiden Kammern des Lenkzylinders ein. Ist der Wert grob falsch, haette die Lenkung beim Auslenken aus der Mittellage ein seltsames Eigenleben... "
Damit ist wahrscheinlich ein wildes Schwingen des Lenkrades gemeint, aber das tritt nicht auf. Das Lenkverhalten aus der Mittelstellung ist aber gewöhnungsbedürftig, ebenso der eher schlechte Geradeauslauf trotz perfekt justierter Herzscheibe.

Was mir noch auffiel: Das beschriebene Geplätscher nach Abstellen des Motors findet garnicht im LHM Vorratsbehälter statt... ich hätte die Haube mal aufmachen sollen! Es klingt so, als wenn im Motor Mengen von Motoröl angestaut werden, die just im Moment des Motorstops in die Ölwanne zurückpinkeln. Ein gegluckse und gepinkel, soviel öl kann da garnicht zurücklaufen. Und Aha, einmal rein und wieder raus aus dem Auto, pinkelt es weiter, also sollte es das LHM System sein. Nur: an besagter Stelle hängen Hauptdruckspeicher und Druckregler. Werfe ich da was durcheinander und oder sind die Geräusche normal?


Eine Idee: Drehe ich das Lenkrad 120° im Uhrzeigersinn ist das Schaltintervall bei 35 Sekunden, das wäre ok. Ich könnte also probieren über die Kerbverzahnung das Lenkrad und damit die Lenkung in eine neue Nullstellung zu bringen und die Spur zu korrigieren, vorausgesetzt ich habe noch genügend Hubreserve in der Lenkung. Was meinen die Experten dazu?

Re: Schaltintervall die 187zigste

Verfasst: Mi 5. Aug 2009, 12:53
von Doctor-D
Das Geplätscher des Motoröls ist normal und hat nichts mit der Lenkung zu tun oder dem hydrauliksystem zu tun.Wenn überhaupt plätschert es manchmal ganz leicht im Bottich vorne.
Das mit der Verzahnung ist keine gute Idee.Die Lenkung ist undicht, punkt.
Entweder man dichtet das Teil ab, oder man nimmt eine AT Lenkung oder irgendwas getestetes aus einem Abbruch, die leidlich dicht ist, eher die unwahrscheinlichste Lösung.
Um die Mittellage rinnt das Öl am Arbeitskolben vorbei, da ist wohl jeder Dichtring undicht, wahrscheinlich auch am Steuerteil.
Da ich jetzt mal endlich wissen wollte, was da vor sich geht, habe ich eine zerlegt und mir ein paar Werkzeuge gemacht um die zu dichten.Das heisst aber nicht, daß das immer funktioniert.Die Teile haben kein ewiges Leben.
Die letzten Lenkungen, die ich zerlegt habe, wiesen sehr interessant ausgewaschene Dichtungen auf.Daß das dann nicht mehr leicht lenkt, geschweige denn dicht ist, ist kein Wunder.
Die Chance, daß die Lenkung nach Abdichtung über längere Zeit dicht hält, ist 50/50 mit oder ohne Publikums/Telefonjoker.Der Arbeitskolben weist manchmal Rost auf, wenn die Steuerkolben riefig sind, tropfen die, der Steuerkopf selbst ist mit fünf Ringen gedichtet, die graben sich leicht ein.Das Zylinderrohr ist das nächste Problem.Dann ist die Lenkung verschlissen.Eigentlich ist das Konstrukt genial einfach und superpräzise gefertigt, aber nach so langer Zeit ist da manchmal mit Heimmitteln nix mehr zu retten.Da fehlt mir dann auch der Einblick, wie man da technisch sinnvoll Oberflächen aufträgt, egalisiert usw.
Wenn ich mir die Preise der Lenkungen ansehen, kann da auch nicht so viel neu sein.Das ist wohl eher der Puffer, um die Reklamationen aufzufangen.Ob die Dichtsätze so toll sind, naja.Besser als nix.

Re: Schaltintervall die 187zigste

Verfasst: Mi 5. Aug 2009, 15:59
von Robert
Hallo Bernd,

nach allem, was Du schilderst und gemessen hast, wäre mein Hauptverdächtiger der Druckspeicher. Dieser Anklage liegen die folgenden Indizien zugrunde: 1. Es ist sehr ungewöhnlich, dass die Lenkung innerhalb von 1000 km so viel stärker undicht wird. Das ist meist ein schleichender Prozeß. 2. Die nachlassende Servowirkung kann auch auf mangelnder Druckreserve beruhen. 3. Die von Dir gemessenen extremen Unterschiede des Intervalls bei verschiedenen Lenkeinschlägen sind zwar zunächst durch die Lenkung bedingt, aber auch dieser Effekt wird durch mangelnde Reserve deutlich verstärkt.
Ich hatte ein ganz ähnliches Problem, habe dann die Lenkung ganz abgeklemmt, und das Intervall war bei 50 sec.. Dann habe ich eine andere Lenkung eingebaut, und am ersten Tag schien alles gut, aber als dann die Luft aus dem System raus war, war alles wieder beim alten. Der Druckspeicher war ein halbes Jahr alt, deswegen hatte ich ihn zunächst nicht auf der Rechnung. Ich wollte dann den Regler testen lassen und habe dabei zum Glück den Speicher drangelassen, und es stellte sich raus, er war platt. Mit einem neuen Speicher war alles wieder im grünen - nein in meinem Fall im roten - Bereich.

Grüsse
Robert

Re: Schaltintervall die 187zigste

Verfasst: Mi 5. Aug 2009, 23:59
von Doctor-D
Wenn der Speicher plattgegangen wäre, müsste er auch Gas in der Bremse haben.Es sei denn, irgendein Witzbold hat das Auto mit plattem Speicher entlüftet, daß sie wieder ohne Klemmen bremst.Fragen über Fragen.Also Hauptspeicher testen und Lenkung abklemmen.