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5 Fragen während der Mootorüberholung...
Verfasst: So 21. Dez 2008, 19:08
von Louis de Funes
und das sind wahrscheinlich erst die ersten 5....
Guten Abend,
ein langer Tag des Zerlegens liegt hinter mir und viele Fragen davor, vielleicht weiß jemand Rat:
1.Nockenwellenstützlager: Darauf steht 6204 E1. E1? noch nie gehört. Sieht ja aus wie ein 6204 2Rs, oder ist da was exotisches drin wie anderer Käfig etc etc??
2.Der Anlasserkranz am Schwungrad sieht gut aus, aber 7 Zähnen fehlt im das vordere Drittel, in Richtung Anlasser gesehen. Ist das schlimm? Leider konnte ich es nicht probieren, der Anlasser ist ja defekt....
3. Der Anlasser: Ich hatte erwartet einen Magnetschalter mit Einrückmechanismus (DUCEL, Motor DX) vorzufinden, stattdessen ist der Anlasser groß rund und glatt. Leider arbeitet er auch so, drhet wunderbar hoch, rückt aber nicht ein. Nur das fette Pluskabel vom Relais hängt dran. Wie rückt nur dieser Anlasser ein???
4. Als ich die Wasserpumpe demontiere sah es aus wie auf Bild 1. Im Kopf siehe Bild 2 und 3. Sieht aus wie ne Tropfsteinhöhle. Manches von dem hellen Zeugs ist halbhart, anderes hart. Sieht aus wie naßgewordenes Waschmittel. Sowas habe ich noch nie gesehen. Was kann da passiert sein?
5.Wie demontiert man die Zündkerzenschutzrohre? Und kann ich die verbliebenen Stehbolzen der Kipphebelböcke einfach rausschrauben?
Danke schon jetzt für gute Antworten!!
Re: 5 Fragen während der Mootorüberholung...
Verfasst: So 21. Dez 2008, 19:21
von Louis de Funes
Und hier die anderen Bilder:
Re: 5 Fragen während der Mootorüberholung...
Verfasst: So 21. Dez 2008, 22:12
von Hybried
zu 1. nix weis
zu 2. möglicherwiese lässt sich der Zahnkranz retten indem man Zähne aufschweist und beischleift, bedenke das das Schwungrad ein gewuchtetes Bauteil ist und 7 halbe fejhlende Zähne wiegen bestimmt auch ca 10 Gramm.
zu 3. siehe dein Zahnkranz der Anlasser scheint schon länger ein Eigenleben zu führen.
zu 4. das könnte aus mix aus verschiedenen Frostschutzmitteln und Kühlerdicht sein. Leg die Wapu einfach mal 3 Tage in einem Eimer Essig ( den billigsten den Du findest) Denke dein Kühler dürfte ebenfalls die besten Zeiten hiner sich haben.
5 Du meinst bestimmt die Isolatorröhrchen die sind normaler weise lose auf der Zündkerze.
Re: 5 Fragen während der Mootorüberholung...
Verfasst: So 21. Dez 2008, 23:11
von Uli
1. es ist ein ganz normales geschloßenes Lager
2. eventuell macht es nichts, eventuell kann der Anlasser an dieser Stelle nicht einrücken
3. das Ritzel soll normalerweise durch seine Trägheit einrücken, eventuel nur schwergängig oder Feder gebrochen
4.??
5.stecke dort ein passendes Rohr hinein und lockere die Rohre durch seitliche Schläge, die Schächte sind nur gesteckt und etwas mit Dichtmasse verklebt.
Gruß Uli
Re: 5 Fragen während der Mootorüberholung...
Verfasst: So 21. Dez 2008, 23:36
von Louis de Funes
Hallo Uli, hallo Hybried,
Danke für Eure Antworten, aber die Lösung habe ich noch nicht.
Ichhabe die Schwungscheibe in die für den Anlasserkranz gesunden Bereiche verdreht, auch da packt es der Anlaaser nicht. Mir ist und bleibt die Funktion dieses Ravioli -Dosen-Anlassers ein Rätsel.
Die Zündkerzenschutzrohre (nicht die Isolatorrörchen) probiere ich morgen früh aus, dann könnte der Kopp zum planen. Spricht was dagegen den ganzen Kopf in Essig zu legen? Nehmen die Rotguß Bauteile dabei eventuell Schaden?
Ich habe auch Frostschutz (nicht vorhanden) und Kühlerdicht Mixturen in Verdacht. Der Kühler ist eh fertig, nicht schlimm. Aber der Schmodder im
Motor!!! Als ich die Küwasser Ablaßschraube auf der Auspuffseite des 2.ten Zylinders rausdrehete... passierte nichts! Kann nicht sein! Dann habe ich nochmal mit einem Schraubendreheher in die Bohrung gestoßen und heraus kam rostiges Wasser, au weia! Der Schmodder scheint dichtend 2cm in den nassen Laufbüchsen zu stehen.
Wer weiß Rat? Hilfe?!?
Gruß
Bernd aus AC
Re: 5 Fragen während der Mootorüberholung...
Verfasst: Mo 22. Dez 2008, 00:18
von tomsail
>
>Mir ist und bleibt die Funktion dieses Ravioli -Dosen-Anlassers ein Rätsel.
>
ältere anlasser haben einen "fliehkraft-einrückmechanismus"
da brauchts keinen magnetschalter zum einrücken.
grüße
thomas
p.s.: bei englischen autos sieht ein solcher anlasser so aus:

ist vom mini bis zum jaguar überall drin

Re: 5 Fragen während der Mootorüberholung...
Verfasst: Mo 22. Dez 2008, 00:34
von Hybried
Also so wie sich das anhört steht dein Motor voller Wasser bzw. Rost.
Also Finger weg vom Motor bis der wieder gangbar ist.
Natürlich kannst Du die Teile in Essig einlegen da passiert nichts es sei den Du läst die Monate eingelegt.
Der Motor dürfte fest sein ( zugerostet ) da habe ich mir vor jahren mit einem Phosphorsäure Wassermix Mix 10:100 geholfen. Zur Not geht das auch mit Cola dauert aber länger.
Einfach ca 2 Wochen die Zylinder mit der Tinktur getränkt bis oben hin natürlich muss man den alten Mist ab und zu wieder ablassen.
Dannach konnte ich die Kolben wieder bewegen und alles demontiren.
Re: 5 Fragen während der Mootorüberholung...
Verfasst: Mo 22. Dez 2008, 07:26
von Gerhard Trosien
Kurz nach Ende der Jungsteinzeit hatten Citroëns einen Anlasser mit sogenanntem Bendix-Trieb. Im HY hielten die sich sogar bis Produktionsende 1981 ('82).
Da gibt es weder Anlassschalter noch Ausrückmechanismus am Anlasser. Es gibt nur ein einziges Kabel: das dicke vom Akku. Am Pluspol des Akku sitzt das Relais, das vom Anlassschalter bedient wird und über einen gewaltigen Schalter den Weg vom Pluspol zum Anlasser freigibt.
Der fängt dann auch sofort an, zu drehen. Da das relativ massive Ritzel auf einer Schnecke in Verlängerung der Achse sitzt, wird es infolge der Trägheit (es dreht langsamer, als die Anlasserwelle, bis es am Anschlag sitzt) auf dem Schneckengang nach vorn getrieben und spurt ein.
Sobald der Motor den Anlasser überholt, spurt das Ritzel von sanfter Federkraft getrieben wieder aus, und wenn der Anlassschalter noch geschlossen ist, fängt der Anlasser jetzt an, richtig schnell zu drehen.
Bei vergeblichen Startversuchen muss man immer warten, bis der Anlasser wieder still steht, weil der sich bereits drehende Anlasser i.d.R. nicht einspurt, wenn man wieder "Strom" gibt.
Der einzige Nachteil dieses Anlassers ist, dass die Schnecke gut geschmiert werden will (dafür reichen ein paar Tropfen Motoröl alle paar Jahre) und dass die Anschlagschraube für das Ritzel den wuchtigen Schlägen häufig nachgibt und sich das Ritzel dann im Schwungrad verkeilen kann. Dann geht gar ncihts mehr.
Bis zu welchem Baujahr diese Bendix-Anlasser im D-Modell verbaut wurden, weiß ich allerdings nciht. Mir ist noch keiner untergekommen, wobei ich an alten D-Modellen noch nie schrauben durfte. Ich kenne leider nur die Kurzhuber.
Re: 5 Fragen während der Mootorüberholung...
Verfasst: Mo 22. Dez 2008, 08:19
von Robert
Louis de Funes schrieb:
> Die Zündkerzenschutzrohre (nicht die
> Isolatorrörchen) probiere ich morgen früh aus,
> dann könnte der Kopp zum planen.
>Als ich die Küwasser Ablaßschraube auf
> der Auspuffseite des 2.ten Zylinders
> rausdrehete... passierte nichts! Kann nicht sein!
> Dann habe ich nochmal mit einem Schraubendreheher
> in die Bohrung gestoßen und heraus kam rostiges
> Wasser, au weia!
Hallo Bernd,
es ist nicht nötig, die Kerzenschächte zum Planen des Kopfs abzunehmen. In der Reparaturanleitung, übrigens ein sehr interessantes Buch, wird davon ausdrücklich abgeraten, ebenso davon, die Stehbolzen an der Auspuffseite rauszudrehen.
Das mit der verstopften Ablassschraube ist gar nicht so selten und für sich noch kein Katastrophenindikator. Aber angesichts des Befundes Kolben fest (wenn ich das jetzt richtig verstehe, oder ist das nur die Vermutung der Kollegen hier) und Zahnkranz defekt (wobei letzterer nach aktueller Ersatzteillage wohl fast das grössere Problem ist) würde ich mir überlegen, evtl. einen zweiten gebrauchten Motor, ggfls auch einen mit "normalem" Anlasser zu kaufen und den als Basis für den Neuaufbau zu nehmen.
Das Nockenwellenstützlager ist, wie Du vermutest, ein Normlager, Einbau siehe Reparaturanleitung (wichtig!!), darauf achten, ob die Nockenwelle an dieser Stelle evtl. eingelaufen ist.
Grüsse
Robert
Re: 5 Fragen während der Mootorüberholung...
Verfasst: Mo 22. Dez 2008, 08:31
von Louis de Funes
Hallo Gerhard,
Danke für die ausführliche Erklärung, jetzt ist die Sache klar.
Ich möchte sie noch in einem Púnkt -hoffentlich richtig- ergänzen:
Wenn das Anlasserritzel infolge Trägheit und des Schneckentriebs die ersten Millimeter in Richtung Schwungrad geschafft hat und auf den Anlasserkranz trifft wickelt es sich in diesen hinein. Grund ist daß der Anlasser schneller dreht als das Schwungrad und infoge des Schneckentriebts das Ritzel ganz nach Vorne gedrückt wird.
Meine Versuche waren vielleich deswegen nicht erfolgreich weil ich ein Motorrad Starhilfekabel verwendet habe, dessen Querschnitt nicht sehr groß ist. Das bedeutet dann weiter, daß wenn die DS eine mäßig entladene Batterie hat oder es kalt ist oder sonstwie Spannungsabfall da ist (Scheinwerfer, Heizgebläse) der Anlasser so langsam beschleunigt daß das Ritzel nicht einrückt. Das ist nicht der Hit.... !
Gruß
bernd