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Ölwundermittel Lecwec: DICHTUNG oder Wahrheit?
Verfasst: Mo 27. Okt 2003, 22:05
von Steffen
Hallo,
hat jemand von Euch schon mal jemand einen süffenden Nockenwellensimmerring, ein undichtes Getriebe oder sogar eine tropfende Hydraulikkomponente/undichte Leitung erfolgreich mit dem angeblichen Wundermittel Lecwec behandelt? Das sauteure Zeug (100 ml ca. 30 Euronen) soll eingelaufene Gummidichtungen angeblich ohne schädliche Nebenwirkungen binnen kurzer Zeit wieder um bis zu 50% aufquellen lassen. Der Hersteller empfiehlt es sogar explizit für "Citroën-Suspensionen", also als Dichtmittel-Zugabe für den Hydraulik-Kreislauf!
Ein XM-Fahrer will damit angeblich nicht nur seine süffende Servolenkung abgedichtet, sondern mit ihr auch gleich noch den gesamten Hydraulikkreislauf überholt haben:
http://www.qmi.de/lecwec/erfolg.html
Was meint Ihr, bekommt man mit Lecwec wirklich ein Leck weg?
Danke,
Steffen
Re: Ölwundermittel Lecwec: DICHTUNG oder Wahrheit?
Verfasst: Mo 27. Okt 2003, 23:52
von Frank
Da ist ein Weichmacher drin.Galube versetzt Berge, odr?
Für 30 € kann man auch gut essen, oder bekommt eine Stange Zigaretten, oder so.
Aber ein neuer, weicher nockenwellensimmering ist eine tolle Sache.Ausserdem nützt das alles nix, wenn es dann am undichten Verteilerantrieb ´runterläuft.
Re: Ölwundermittel Lecwec: DICHTUNG oder Wahrheit?
Verfasst: Di 28. Okt 2003, 00:09
von Steffen
Hallo Frank,
danke für den Hinweis, da gehe ich dann wahrscheinlich doch lieber mal gut essen.
Was und wo genau ist eigentlich der "Verteilerantrieb" bzw. woran erkenne ich, wenn der undicht geworden ist? Wäre Öl auf den Bremsscheiben ein typisches Symptom oder könnte das auch der Nockenwellenring sein? Und falls der Verteilerring süfft, wie bekommt man ihn dicht? Muss dazu gleich wieder das Getriebe raus? Ich denke mal, ja, also wie immer...
Merci,
Steffen
Re: Ölwundermittel Lecwec: DICHTUNG oder Wahrheit?
Verfasst: Di 28. Okt 2003, 13:24
von Frank
Öl auf den Scheiben ist eher undichte Lenkung...
Verteilerantrieb=Getriebe raus
Re: Ölwundermittel Lecwec: DICHTUNG oder Wahrheit?
Verfasst: Di 28. Okt 2003, 13:50
von Steffen
Danke, das war auch mein erster Gruselgedanke. Das Öl auf den Scheiben ist dunkel und sieht auf dem Finger aus wie Motoröl. Ist wirklich kurios. Kann das irgendwie aus dem Nockenwellen- oder Verteilerring über die Nockenwelle oder irgendwelche Keilriemen nach vorne in Richtung Getriebe/Scheiben rauslaufen oder spritzen?
Die Lenkung ist gefühlt und abgeleuchtet völlig trocken und auch erst ein halbes Jahr alt (AT von Schneider). Die HD-Pumpe kommt im Stand bei Rädern geradeaus ca. aller 60 - 80 Sekunden, manchmal sogar noch später, Einschlagen der Räder ändert nix am Intervall. Auch der LHM-Stand im Behälter ist optisch seit dem letzten Wechsel im März unverändert (habe damals bei Hebelstellung ganz oben eine Klebebandmarkierung am Behälter gesetzt).
Leicht Huilend,
Steffen
Re: Ölwundermittel Lecwec: DICHTUNG oder Wahrheit?
Verfasst: Di 28. Okt 2003, 23:52
von Bernhard(Süd)
Hallo,
ich kann immerhin ebenfalls negativieren insofern, als in meinem "Fall" das famose Lecwec weder bei BX noch bei CX irgendeine sichtbare Verringerung der Ölerei gebracht hat.
Im oben erwähnten Sinne guten Apettit
wünscht Bernhard
Re: Ölwundermittel Lecwec: DICHTUNG oder Wahrheit?
Verfasst: Mi 29. Okt 2003, 10:18
von Steffen
Hallo Bernhard,
genau das habe ich befürchtet, in einem anderen Cit-Forum nennt man das Zeug auch bereits liebevoll Geldwec.
Erinnerst Du Dich noch an meinen früheren Thread mit dem zeitweisen Rumpeln beim Bremsen vorne? Ich glaube, ich habe jetzt (leider) die Ursache gefunden. Es liegt also nicht am Kühlkreislauf oder an der WaPu.
Die Werkstatt, die im letzten Winter meine Kupplung gewechselt hat, hat ganz einfach "vergessen", den wahrscheinlich 35 Jahre alten Nockenwellensimmering zu wechseln, obwohl Getriebe UND Motor draußen waren und der Ring nur EUR 3.50 kostet. Nun ja, das Getriebe freut sich unterdessen schon mal tierisch auf den erneuten Ausbau...
Steffen
Re: Ölwundermittel Lecwec: DICHTUNG oder Wahrheit?
Verfasst: Mi 29. Okt 2003, 10:34
von Joe
Hallo!
Ich hab Ds-motortechnisch noch wenig Ahnung. Wo soll den der Nockenwellensimmerring sein? Muss dazu wirklich das Getriebe raus?
Viele Grüsse Joe
Re: Ölwundermittel Lecwec: DICHTUNG oder Wahrheit?
Verfasst: Mi 29. Okt 2003, 11:26
von Steffen
Hallo Joe,
die Nockenwelle geht unten vom Motor rüber ins Getriebe, das ist also die Welle, die die Motorkraft über die Kupplung auf das Getriebe und von dort aus weiter auf die beiden Antriebswellen an der Vorderachse "überträgt". Man sieht sie aber sehr schlecht von oben, Kühler, Lüfter, HD-Pumpe usw. "versperren" einem die Sicht.
An der Austrittsstelle der Nockenwelle aus dem Motor sitzt jedenfalls dieser Simmerring, damit an dieser Öffnung kein Motoröl austreten kann. Wenn der Ring spröde wird oder einläuft, kann dort Motoröl rauslaufen, meist läuft es dann an der Kupplung nach unten und/oder über die Nockenwelle weiter nach vorne in Richtung Getriebe/Bremsscheiben.
Zum Auswechseln dieses EUR 3,50-Rings muss also zumindest die Verbindung zwischen Getriebe und Motor getrennt werden, ergo Getriebe usw. raus. Falls Du einen Kupplungswechsel planst, diesen Ring also immer mit wechseln (lassen), sonst heißt es anschließend - wie Frank mal so schön gesagt hat - "Werkstatt fisten" (manuell-invasive Reklamationstechnik für pfuschende Werkstätten).
Steffen
Re: Ölwundermittel Lecwec: DICHTUNG oder Wahrheit?
Verfasst: Mi 29. Okt 2003, 14:11
von Roland
Hallo Steffen,
tut mir Leid aber Dein 1. Absatz ist so nicht richtig. Die Nockenwelle überträgt nicht die Motorkraft zum Getriebe, an ihrem Ende sind die Keilriemenscheiben befestigt, die dann die Nebenaggregate über die Keilriemen antreiben. Für die Übertragung der Motorkraft ist die Kupplungsdruckplatte, die direkt auf dem Schwungrad sitzt und die Kupplungsscheibe auf der Getriebeeingangswelle zuständig.
Für die verölten Bremsscheiben können auch die Simmerringe am Getriebeausgang zu den Antriebswellen verantwortlich sein. Häufig sind die Getriebeausgangslager nicht mehr in Ordnung und dadurch werden dann auch die Dichtringe in Mitleidenschaft gezogen.
Grüße und nix für Ungut
Roland