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Rückflussmenge Fliehkraftregler
Verfasst: Di 3. Jun 2008, 11:52
von Kalle
Hallo zusammen,
ich bin mit meinem Pumpenintervall nicht zufrieden und möchten nun die Hydraulik überprüfen.
Dazu habe ich mir die entsprechende Anleitung aus diesem Forum besorgt. Darin heisst es u.a.:
1.)Fliehkraftregler
Den Motor laufen lassen und die Anlage unter Funktionsdruck setzen, bis der Druckregler abschaltet; Motor abstellen. Den Rücklauf, der oben im Vorratsbehälter einmündet, abschließen und die evtl. austretende Flüssigkeitsmenge messen. Diese darf in 2 min. nicht mehr als 40 cm3 betragen, der Schieber im Fliehkraftregler ist verschlissen.
Ich habe an meinem FK zwei Rücklaufschläuche, welchen muss ich testen?
Danke und Gruß
Kalle
Re: Rückflussmenge Fliehkraftregler
Verfasst: Mi 4. Jun 2008, 14:14
von Ingo Röver
Hallo Kalle, HA-Fahrer aufgepasst! Dieser Rückfluss wird gerne übersehen. Meistens kann man übermäßigen Rückfluss schon hören, wenn man den Motor abstellt. Dann zischt es regelrecht. Im Idealfall tröpfelt es nur. Genau, das wolltest du wissen: du musst den in Fahrtrichtung vorderen Schlauch des FR nehmen, und am Behälter abziehen. An dem anderen kann man auch sehr schön etwas testen. Das ist aber ein anderes Thema. Gruß von Ingo
Re: Rückflussmenge Fliehkraftregler
Verfasst: Mi 4. Jun 2008, 15:10
von Kalle
Hallo Ingo,
vielen Dank für diese Info.
Inzwischen habe ich beide Anschlüsse getestet:
der hinter =0, der vordere >100 cm³.
Ja, mein FR zischt auch.
Zur Info: das AT-Teil ist "neu", von einem bekanntem Händler zu 154 Euro.
Wie oft wechsel ich jetzt "Neuteile" bis diese einen akzeptablen Rücklauf haben?
Mit diesem Händler habe ich keinerlei Schwierigkeiten, die Leute sind äußerst hilfsbereit!
Aber was wird hier eigentlich verkauft...?
*kopfschüttel*
Kalle
Re: Rückflussmenge Fliehkraftregler
Verfasst: Mi 4. Jun 2008, 17:35
von Ingo Röver
Ja, Kalle, das kenne ich, Austauschteil völlig im Einmer. Vielleicht hast du das Teil gekriegt, das ich zurückgeschickt habe? Nein, Scherz am Rande! Merke: Gute Hydraulikkomponenten mit Substanz nie aus der Hand geben, sondern reparieren. Beim FR ist ja i. a. nur das Lager kaputt. Oder eben der hintere Kolben fest. Beides lässt sich einfach reparieren. Gruß Ingo
Re: Rückflussmenge Fliehkraftregler
Verfasst: Mi 4. Jun 2008, 17:51
von Kalle
Tja, nun weiß ich das auch.
Ich befürchte allerdings das an meinem Auto nichts mehr von guter Substanz war. Dafür werden diverse Vorgänger schon gesorgt haben, nicht umsonst habe ich das Auto KOMPLETT neu aufgebaut.
Ich hatte meinen alten FR bereits mit einem Rep-Satz überholt, weil u.a. der hintere Kolben nicht gängig war. Nach etwa 4.000 KM hatte ich aber extremen Druckverlust in der Anlage, mein gerade frisch gemachter FR hatte enorme Rücklaufmengen: also komplett austauschen. Mit dem o.g. Erfolg.
Nun trage ich den Gedanken die Bohrung für den Schieber (Kolben) aufzureiben (o.ä.) damit diese wieder schön rund ist und frei von evtl. Einlaufspuren etc., dann den Kolben mit Übermaß anfertigen.
Ich glaube (hoffe...?) das ein befreundeter Werkzeugbau das schafft.
Gruß
Kalle
Re: Rückflussmenge Fliehkraftregler
Verfasst: Fr 6. Jun 2008, 19:54
von Stephan J.
Was das nicht so, dass die Citroën-Hydraulikkomponenten für ihre Zeit eine unglaubliche Präzision hatten und in staubfreien Hallen auf 1/1000 mm genau gefertigt wurden? Oder ist das Legende? Ich weiß nicht, ob ein normaler Werkzeugbauer das kann...
Gruß,
Re: Rückflussmenge Fliehkraftregler
Verfasst: Fr 6. Jun 2008, 20:07
von Louis de Funes
Stephan J. schrieb:
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> Was das nicht so, dass die
> Citroën-Hydraulikkomponenten für ihre Zeit eine
> unglaubliche Präzision hatten und in staubfreien
> Hallen auf 1/1000 mm genau gefertigt wurden? Oder
> ist das Legende? Ich weiß nicht, ob ein normaler
> Werkzeugbauer das kann...
Diese Spaltdichtungen (Adhäsionskräfte größer als Scherkräfte aufgrund von Geometrie und Druck) müssen tatsächlich sehr präzise gefertigt werden. Sie sind noch heute in der Hadraulik üblich. Das Problem ist, daß man diese Genauigkeiten recht gut in Serie fertigen kann, als Einzelteil mehr als problematisch. Da muß der Schleifer schon eins sein mit seiner Maschine, oder er braucht einige Anläufe. Man kann nicht einfach µm für µm abtragen bis das Maß stimmt...
Und Zeit hat im Moment eher keine (Präzisions-) Schleiferei: Die sind beim derzeitigen Auftragsbestand im Maschinenbau bis obenhin mehr als Dicht. Und von den Kosten rede ich besser nicht...
Qintessenz: Besser weiterprobieren. Oder die Teile in witschaftlicher Serie fertigen.
Re: Rückflussmenge Fliehkraftregler
Verfasst: Fr 6. Jun 2008, 21:51
von sebastianklaus
Liebe DS- Gemeinde,
ich hatte vor laengerer Zeit schon mal geschrieben, dass ich in meine DS in die Ruecklaufleitungen vom Regler zum Reservoir große 10 mue- Filter eingebaut habe, um diesen großen Mengen von Dreck, die man so in dem System umwaelzt, aus dem System zu bekommen. Beim DS gibt es praktisch kein wirksames Filter in der Hydraulik. Ich verstehe einfach nicht, warum ich offenbar der einzige bin, der sich seine schoenen hochpraezisen Hydraulikkomponenten nicht mit dem Dreck kaputt fahren will.
Ihr muesst mal bei Ebay unter Hydraulikkomponenten schauen und vielleicht ein bischen suchen:
10 mue m (nominell) sollte die Feinheit schon sein, aber nicht unter 5 mue m. Die Filter dieser Feinheit lassen sich nicht reinigen, also zusehen, dass Ihr Ersatzpatronen bekommt (das sind leider ganz andere Preisklassen als Motoroelfilter, weil Praezisionsfilter. Durchflussmenge: die 7-Stempel- Pumpe schafft bei 6000 1/min des Motors ca 6,5 l/min.
Viel Spass
Sebastian
Re: Rückflussmenge Fliehkraftregler
Verfasst: Fr 6. Jun 2008, 23:04
von Louis de Funes
sebastianklaus schrieb:
dass ich in meine DS in die
> Ruecklaufleitungen vom Regler zum Reservoir große
> 10 mue- Filter eingebaut habe, um diesen großen
> Mengen von Dreck, die man so in dem System
> umwaelzt, aus dem System zu bekommen. Beim DS gibt
> es praktisch kein wirksames Filter in der
> Hydraulik.
Hallo Sebastian,
das ist ein wirklich sauguter Vorschlag!
Wie sagte mein alter Hydraulik Prof immer: Das schlimmste was einem geschlossenen System passieren kann ist , das das Öl gewechselt wird, denn dann sind wieder jede Menge Verunreinigungen drin die die hydraulischen Komponenten beschädigen. Dabei hat der gute Mann zwar den Abrieb unterschlagen, aber es ist schon wie Du sagst: Bei µm Passungen ist filtern das absolut allerwichtigste!
Warum das nicht alle machen? Kein Bewußtsein, Vertrauen auf Citroën, die werden schon wissen was sie tun, funktioniert doch. Was natürlich falsch ist. Leider bin ich da keine Ausnahme, aber ich bin jetzt wach geworden: Da muß ein Filter her, logo, am besten gehts natürlich mit nem Kit von der Stange: Filter mit Halterung, passenden Anschlüssen, Befestigungsmaterial, passende Ersatzfilter, ein Fall für die großen Händler. Verkauf denen einfach Deine Entwicklung, so haben am Ende ALLE was davon, es muß nicht jeder das Rad selbst erfinden. Oder als Alternative: Ein Bericht in der Clubzeitung mit Skizzen und Bezugsquellen, aber das ist ein eher undankbarer Job für Idealisten (und ich weiß wovon ich rede denn ich war bei fremder Marke auch einer von den Chefentwicklern, heute suche ich auch meinen eigenen Profit dabei und finde, das das für alle die beste Lösung ist).
Auf jeden Fall Danke für den Vorschlag, bitte mach was draus!
tschüß
bernd
Re: Rückflussmenge Fliehkraftregler
Verfasst: Fr 6. Jun 2008, 23:42
von sebastianklaus
Hallo Bernd,
dass ist eine gute Idee. Ich habe es mir aber ganz einfach gemacht: ich habe einige Zeit in Shanghai gearbeitet und habe mir dort die Komponenten im Laden gekauft (und natuerlich gehandelt wie ein Irrer). Ob die Chinesen mit ihren Filtern irgend welche deutschen PAtente missachten, moechte ich wirklich gar nicht wissen.
Ich kann wohl morgen mal ein paar Photos von den Filtern machen, aber die Bezugsquelle (Beijing Lu 162, Shanghai Down Town) wird nicht allen Lesern hier wirklich helfen. Tut mir leid. Bitte:Schaut bei EBAY nach, die Randbedingungen habe ich Euch genannt.
Ich mach mal Photos und stelle sie dann hier ein.
Gute Nacht
Sebastian