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Die Göttin und Folgekosten

Verfasst: Mi 21. Mai 2008, 16:49
von Fliegender Holländer
Guten Tag liebe Freunde der Göttin,
bisher bin ich "nur" 2CV/Enten-Fahrer (es gab auch mal 10 Jahre einen BX in meinem Leben). In letzter Zeit trage ich mich mit dem Gedanken, eine Göttin neben die Ente zu stellen (meine Ente wird mich verstehen).
Beim letzten 2CV-Treffen in Xanten sprach ich über den Plan mit einigen (auch DS-Fahrer waren da) Leuten. Einhellig kam rüber, ob ich mir auch über die Folgekosten im Klaren sei. Dazu passt der letzte Beitrag im Forum, in dem ständige Probleme bei einer DS beschrieben werden.
Also liebe Freunde, Hand auf´s Herz, wie stets mit den immer wiederkehrenden Auslagen, wie viel gebt ihr denn ca. im 2-Jahres-Turn (TÜV lässt grüßen) aus, um eine DS (vielleicht gibt ja zwischen den Typen gravierende Unterschiede) up to date zu halten. Ich weiß, dass hängt auch von den eigenen Fähigkeiten ab; bei mir wären dabei Karosseriearbeiten und grundlegende Reparaturen an Bremsen, Lenkung usw. ausgeschlossen.Dabei gehe ich davon aus, dass das Schätzchen nur bei gutem Wetter gefahren wird und damit höchsten bei mir bis 3000 km zustande kommen, ansonsten in der Garage dahin dösen kann.
Wer hätte denn eine DS Pallas mit Schiebedach und Lederausstattung guten Gewissens zum ehrlichen Preis zu verkaufen?
Danke für die Aufmerksamkeit und allzeit gute Fahrt.
Teun Kremers

Re: Die Göttin und Folgekosten

Verfasst: Mi 21. Mai 2008, 18:51
von Pit
Hallo Teun,
im Moment verursacht meine Ente mehr Kosten als die DS. Die "Folgekosten" hängen vom Zustand ab. Ist die DS völlig in Ordnung, kann sie das auch ohne Folgekosten lange bleiben. Die Folgekosten bestehen eher in der laufenden Restauration. Bei mir werden auch die Ansprüche immer höher.
Grüße
pit

Re: Die Göttin und Folgekosten

Verfasst: Mi 21. Mai 2008, 19:53
von Fliegender Holländer
Hallo pit,
danke für die schnelle Reaktion. Besonders, da Du offensichtlich mit der DS und Ente Erfahrungen hast. Bin wieder optimistischer

Re: Die Göttin und Folgekosten

Verfasst: Mi 21. Mai 2008, 20:30
von Pit
Naja, meine Ente hat einen Kolbenfresser. Zerlegen, neue Kolben und Zylinder für 190€, Zusammenbauen. Falls die Teile da sind ist das leicht an einem Tag zu machen.
Dasselbe bei der DS?
Andererseits: Ich habe meine DS jetzt 8 Jahre und es war nie was großes kaputt und sie wird immer besser. Ich bastle halt auch jeden Winter "vorbeugend".
Bisher hat die DS insgesamt in den 8 Jahren einschließlich Kaufpreis von 12000DM ca. 20000€ verschlungen.
pit


Re: Die Göttin und Folgekosten

Verfasst: Mi 21. Mai 2008, 23:05
von ...hannes
Die zu erwartenden Folgekosten entscheiden sich bereits beim Kauf. Wählst du ein "einfacheres" Modell (zB eine ID19) mit überschaubarer Technik, wirst du dich über manche Arbeiten drübertrauen, die du bei einem komplexen Modell - womöglich i.e. mit Halbautomatik - nicht so schnell angehen würdest. Im Prinzip ist ein D- Modell nicht wesentlich komplizierter als ein 2CV konzipiert, ganz wenige Aggregate wie zB. die Servolenkung einmal ausgenommen. Der größte Kostenfaktor steckt in der Arbeitszeit, denn fast immer muss erst die Peripherie wggebaut werden, bevor man an die eigentliche Reparaturstelle herankommt. So ist das Abbauen der vorderen Kotflügel samt Luftsack Routine, manchmal wird zusätzlich ein Kühlerausbau oder sogar das Wegbauen der Lenkung erforderlich. Vieles, was ich am 2CV an einem Samstagnachmittag erledigen kann, zieht sich bei meiner ID gleich über mehrere Tage.



Re: Die Göttin und Folgekosten

Verfasst: Do 22. Mai 2008, 17:12
von Garvin
Bin so bei ~ 180 Euro pro Monat an Pflege/Reparaturkosten.

Da ist dann aber auch mal ne neue Hydraulikpumpe eingerechnet und
auch mal ne 123ignition. und wohl bald mal neue türen. :-)

Re: Die Göttin und Folgekosten

Verfasst: Di 10. Jun 2008, 22:33
von Citro-envie
Salut,

die Sorge um die Instandhaltungskosten waren (viel zu) lange Jahre bei mir der einzige Grund, mit der Adoption eines D-Modells zu zögern.

Zumal auch meine Möglichkeiten, selbst zu reparieren, sehr begrenzt sind.

Vor einem knappen Jahr konnte ich mich dann endgültig nicht mehr zurückhalten und eine '70er D-Spécial Export schwebte in mein Leben.
Bisher habe ich nichts bereut.

In diesem ersten Jahr flossen nach dem Kauf rund 3.000 EUR in die Göttin.
Aber (!) den größten Teil machten "freiwillige" Investitionen aus (z. B. 123-Ignition-Zündanlage, komplette Profi-Konservierung, vollständige Wartung, Elektrik-Teil-Revision, neue Gurte, Reifen etc.) und ich gab Madame durchweg in die Hände eines "offiziellen" DS-Spezialisten mit gutem Ruf, um nichts "kaputtzumachen".

Relativ teuer waren nur die Austausch-Servolenkung (die Ausgabe kommt früher oder später auf jeden D-Modell-Besitzer zu...) und eine völlig ausgenudelte Antriebswelle samt Tripodes und Mitnehmer (das hatte ich beim Kauf schon einkalkulieren können).

Seit diesen "Einstiegs-Investitionen" habe ich gut 5.000 km ohne Defekt, Panne oder Zicke zurückgelegt und bisher scheint sich auch nichts dergleichen anzukündigen.

Dabei war meine alte Dame ein privates Angebot aus dem gemäßigten Preissegment - der Preis war also deutlich im vierstelligen Bereich.

Einiges an finanzieller Luft für den Erwerb guter Substanz schaffst du dir schon beim Kauf, wenn du dich für eins der "einfachen" Modelle erwärmen kannst (ID19/20, DSpécial/DSuper(5)), die meist deutlich günstiger gehandelt werden als echte DS- oder Pallas-Modelle.
Zudem sind sie - wie ...hannes schon schrieb - technisch etwas überschaubarer als Halbautomaten und Einspritzer.

Die großen potenziellen Katastrophen kann man dann bei genauer Betrachtung der Schwachstellen umschiffen.
Z. B. die Kaufberatung des Clubs ist dabei sehr hilfreich.

Diese Kombination aus "Bescheidenheit" beim Modell und aufmerksamer Begutachtung (mit sachkundiger Begleitung...) bescherte mir z. B. trotz des relativ niedrigen Preises ein D-Modell mit erstklassigem, ungeschweißten Chassis, tadellossem Karosserie-Pavillon, fittem Motor und Getriebe, neuwertiger Brems- und Auspuffanlage sowie vollständiger recht guter original(getreu)er Innenausstattung, das durchaus sogar für den Alltagsbetrieb taugen würde. Auch die Hydraulik zeigte bisher kaum Handlungsbedarf (nur der Druckregler wurde vom DS-Spezi wegen Undichtigkeit ausgetauscht).
Lediglich bei der mäßig instandgesetzten und überlackierten Außenkarosserie habe ich Abstriche gemacht (daran zerbricht Madame nicht und man muss ja noch was für die erwähnte "rollende Restaurierung" übrig behalten - außerdem hat's den Kaufpreis natürlich reduziert...).

Ich denke also, wenn du dir die Mühe machst, ein von der Substanz her möglichst gutes D-Modell auszuwählen, sind die Folgekosten steuer- und verkraftbar.
So ist jedenfalls meine bisherige Erfahrung.

Auf jeden Fall hat sich nach dem Kauf und den bewussten Investitionen meine Angst vor dem finanziellen Desaster deutlich gelegt.

Je ne regrette rien...! :o)

LG

Marc