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Bald jährlich zm "TÜV"?

Verfasst: Sa 1. Dez 2007, 13:11
von big.joe
Hallo zusammen
In letzter Zeit geistern wieder einmal Meldungen durch die Medien, daß der Tüv neben einer Gebührenerhöhung vorhat, ältere Fahrzeuge ab ca. 7 Jahre jährlich zur HU zu zwingen. Die Deppen sind natürlich wieder mal die, die wie wir einen Oldie fahren oder sich schlichtweg kein neues Auto leisten können oder wollen. Ich habe schon länger den Eindruck, daß die Prüforganisationen, um ihr Ansinnen zu untermauern, ihre Statistik dahingehend "schönen", daß ältere Fahrzeuge praktisch nie ohne Mängel durch die HU kommen. Mir ist es jedenfalls mit meinen Motorrädern, 21 bzw 14 Jahre alt, obwohl top gepflegt noch nie gelungen völlig ohne Eintrag im Prüfbericht eine HU zu absolvieren. Zum Beispiel werden Verschleißteile wie Kette oder Bremsbeläge, die nicht gerade im neuwertigen Zustand sind, als Mangel vermerkt. Defekte Glühbirnen am Scheinwerfer eines Newagens sind jedoch keinen Eintrag wert...Hier wird "alt" automatisch mit "schlecht" gleichgesetzt. Klar, verkehrsuntüchtige "Krücken" müssen aus dem Verkehr gezogen werden, doch die meisten Oldies sind doch im eigenen Interesse technisch und optisch in einem gepflegten Zustand.
Die Frage ist, wer hat etwas davon?
Die Prüforganisation bessert ihre Kasse auf, soll der stagnierende Neuwagenverkauf angekurbelt werden? Müssen die Verkehrsteilnehmer vor der "alten Karre" geschützt werden?
Wie denkt ihr darüber , schließlich geht es uns ans Portemonnaie.
Gruß big.joe

Re: Bald jährlich zm "TÜV"?

Verfasst: Sa 1. Dez 2007, 15:30
von solana
Hallo big.joe,
leider ist Deine Vorahnung schon gängige Praxis in einigen EU Nachbarländern.(Spanien)Dort müssen KFZ, welche älter als 10 Jahre sind,jährlich vorgeführt werden.Kosten für einen PKW incl.ASU 34,- Eur.
Es ist anzunehmen,dass unser TÜV nicht lange auf diese zusätzliche Einnahmequelle verzichten wird..

Re: Bald jährlich zm "TÜV"?

Verfasst: Sa 1. Dez 2007, 20:04
von patric
Hi,

> [...] daß der Tüv neben einer
> Gebührenerhöhung vorhat, ältere Fahrzeuge ab ca. 7
> Jahre jährlich zur HU zu zwingen.

Der Tüv kann niemanden zu sowas zwingen, das ist Sache des Gesetzgebers.

Re: Bald jährlich zm "TÜV"?

Verfasst: Sa 1. Dez 2007, 22:03
von Carsten Bussmann
Du musst Dich nur wehren. Ist TÜV drauf, zum Cheffe gedackelt und nachgefragt. Bei mir hat mal einer gesagt, BEVOR er drunter war: Citroën: Immer ölfeucht: Mangel: und das angehakt. Dann war er drunter, ich sag, hier ist KEIN Öl, sagt er, nö, aber das kommt, bestimmt nur letzte Woche geputzt.
Allmächtiger, das war ne Debatte danach....

Carsten

Re: Bald jährlich zm "TÜV"?

Verfasst: Sa 1. Dez 2007, 23:52
von Robert
Liebe Gemeinde,

ich glaube, man muss unterscheiden, was beim TÜV "unten" (in der Grube) und "oben" (in der Chefetage des TÜV-Hochhauses) abgeht. Letztere jagen die Sau mit den jährlichen TÜV-Untersuchungen für alte Autos immer mal wieder durchs Dorf, um eben die Politik zu bewegen, die Gesetze zu ändern. Absolut nichts neues. Wollen halt die Umsätze steigern. Wäre natürlich schön, wenn da z.B. der DEUVET oder andere Organisationen mal was Gegendruck machen würden, aber im Moment kein Grund zur Panik. Was die konkreten Prüfungen angeht, sind meine Erfahrungen in den Kölner Prüfstellen in letzter Zeit durchwegs positiv. Ich habe die Prüfer als sachlich und aufgeschlossen erlebt, was alte Autos angeht. Bei der letzten Untersuchung wies mich der Prüfer auf einen Mangel hin, meinte dann, fahren Sie nach Hause und reparieren das und kommen Sie dann wieder, ohne dafür Gebühren zu verlangen. Wenn man nicht auf Konfrontation aus ist und die nicht das Gefühl haben, dass man sie verarschen will, kommt man (zumindest hier in Köln) gut zurecht.

Grüsse
Robert

Re: Bald jährlich zm "TÜV"?

Verfasst: So 2. Dez 2007, 14:51
von MenrathU
Moin Robert,

ich denke, hier ist nicht vom bösen Willen der Prüfer im Einzelfall die Rede. Die Leute von der hiesigen Prüfstelle (Tauberbischofsheim) des TÜV Südwest beispielsweise habe ich bislang auch stets als zuvorkommend, hilfsbereit und kompetent erlebt. Doch auch sie müssen sich der Order von oben beugen und z.B. jedes Tröpflein Öl als - geringfügigen - Mangel vermerken, vermutlich der Statistik (also der eigenen Daseinsrechtfertigung) wegen und um den Gesetzgeber endlich zum Handeln zu bewegen, endlich etwas gegen die "alten Karren" (in meinem Fall die 35 Jahre alte DS und der 21-jährige CX) zu tun.

Re: Bald jährlich zm "TÜV"?

Verfasst: So 2. Dez 2007, 16:36
von pauli
Also bei uns in Oesterreich ist die jaehrliche Ueberpruefung aller Fahrzeuge seit fast 40 Jahren gaengige Praxis. Und mit der Erstueberpruefung von Neuwagen nach erst 3 Jahren hat man gar nicht so gute Erfahrungen gemacht, sodass man jetzt ueberlegt, auch Neuwagen wieder jaehrlich zur Kontrolle zu bitten.

Re: Bald jährlich zm "TÜV"?

Verfasst: So 2. Dez 2007, 20:10
von ...hannes
pauli schrieb:
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> Also bei uns in Oesterreich ist die jaehrliche
> Ueberpruefung aller Fahrzeuge seit fast 40 Jahren
> gaengige Praxis. Und mit der Erstueberpruefung von
> Neuwagen nach erst 3 Jahren hat man gar nicht so
> gute Erfahrungen gemacht, sodass man jetzt
> ueberlegt, auch Neuwagen wieder jaehrlich zur
> Kontrolle zu bitten.

Von dieser Regelung ausgenommen sind bei uns in Österreich allerdings historische Fahrzeuge, also Fahrzeuge, die älter als 30 Jahre sind und zusätzlich den Vermerk "historisches Fahrzeug" im Typenschein und Zulassungsschein eingetragen bekommen haben. Historische Fahrzeuge fahren im Intervall von 2 Jahren zur § 57a- Überprüfung (ugs. "Pickerl") vor und haben etliche Erleichterungen bezüglich E-Prüfnummern, Abgasverhalten, Schalldämpfung...




Re: Bald jährlich zm "TÜV"?

Verfasst: So 2. Dez 2007, 23:34
von Andreas S.
mein senf dazu:

wie richtig bemerkt, versucht der TÜV, sich weitere Einnahmequellen "zu erschließen". Das hat mit "Sicherheit" _nichts_ zu tun, sondern es geht um Geld, das Ihr oder ich bezahlen sollen. Für eine Leistung, die in meinen Augen und nach meinen Erfahrungen zumeist ziemlich zweifelhaft ist.
Was ist der Gegenwert? Nichts.
Nichts gegen den einzelnen Herrn Inschinör, der seinen Job macht, so gut er es kann, aber die Jungs sind in der Regel überfordert. Jeder von uns kann dazu Dönekes erzählen frei nach Werner "neulich beim TÜV". Aber - letztlich bleibt die Verantwortung für meine Karre und wassonstnoch doch bei mir.

Das ist meine persönliche Meinung.

Und weiterhin einen schönen Sonntagabend ...

Andreas S.

P.S. Habe vorhin mir "Simon Templar" im Vierten angeguckt. Ne ganze Menge DS/ID fuhren da ... schön