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Anlasserproblem
Verfasst: Mi 7. Nov 2007, 21:56
von Robert
Liebe Gemeinde,
es geht um den Bendixtriebanlasser von Ducellier aus dem Langhuber. Das Ding hatte überhaupt keine Kraft mehr, kriegte die Maschine jetzt, als es kälter wurde, kaum mehr durchgedreht (aber spurte schön brav ein). Warmstart problemlos. Habe den Anlasser getauscht (mit dem neuen gebrauchten ist alles ok.) und zerlegt. Ergebnis: Scheint alles ok. Kohlen lang genug und nicht verkantet, Kollektor sauber, Durchgangsmessung des Kollektors auch ok.. Ich möchte den Anlaser gern reparieren (lassen), mag ihn aber nicht gern in den kostspieligen und fragwürdigen AT geben. Hat jemand eine ID, wo der Hund begraben liegt? Wie gesagt, er läuft, einzig fehlt ihm die Power.
Grüsse
Robert
Re: Anlasserproblem
Verfasst: Do 8. Nov 2007, 01:07
von Til
Robert - ich bin damals in Heidelberg mit meiner kaputten Lima (Gleichstrom) ganz unschuldig zum Boschdienst gegangen und die hatten dort in einem Hinterzimmer noch alle Geraete zum testen rumstehen - mit der Durchgangsmessung war es nicht getan (um das Magnetfeld zu erzeugen, muessen die Wicklungen gegeneinander isoliert sein - bei meiner Lima war diese Isolierung im Anker stellenweise weg (Saeure?) und deshalb hat's dann nicht mehr geladen).
Das Wickeln selber hat sich dann nicht gelohnt (ich hab spaeter zum Glueck einen Anker billig kaufen koennen).
Viel Erfolg - Til
Re: Anlasserproblem
Verfasst: Do 8. Nov 2007, 09:20
von MarkusHe
Ich hatte diesen Sommer ein ähnliches Problem:
Der Anlasser hat eingespurt, aber nicht genug Dampf um den Motor durchzudrehen.
Nach Zerlegen des Anlassers ergab sich folgende Diagnose:
Die Löt-Verbindung zu den Erregerwicklungen war nicht mehr in Ordnung!
Ich hab´ die Verbindung mit Hochtemperaturlot nachgelötet - das war´s!!
Die "kalte Lötstelle" war deutlich zu sehen - Durchmessen hab´ ich erst gar nicht probiert!
Grüße aus Franken!
MarkusHe
Re: Anlasserproblem
Verfasst: Mi 5. Dez 2007, 21:35
von Gerhard Trosien
Wird das Kabel heiß?
Dann liegt eine Art "unvollständiger Kurzschluss" vor. Ich weiß nicht, wie das richtig fachmännisch heißt. Die Lagerbuchsen aus Bronze sind verschlissen, dadurch biegt sich die Anlasserwlle, an der ziemliche Kräfte zerren, stärker duch als geplant und die sich drehenden Teile kriegen kontakt zu den efst eingebauten Spulen im Gehäuse.
Re: Anlasserproblem
Verfasst: Do 6. Dez 2007, 19:33
von Eric
Hallo,
den Buchsen aus Bronze kann man was gutes tun, indem man sie mal einfach (vielleicht auch mit Gehäuse) komplett im Öl einweicht. Die Bronze nimmt das auf und wird wieder etwas "rutschiger".
Ciao
Eric
Re: Anlasserproblem
Verfasst: Do 6. Dez 2007, 22:09
von Robert
Liebe Gemeinde,
ich stehe bei dem Anlasser weiterhin vor einem Rätsel: Alles sieht tiptop aus, die Lötstellen, der Kollektor, keine Schleifspuren an den Spulen im Gehäuse, die bei der Möglichkeit, die Du, Gerhard, ja angesprochen hattest, vorhanden sein müssten. Bleibt nur die Möglichkeit eines internen Isolationsschadens. Werde wohl versuchen, eine Werkstatt zu finden, die den Fehler mit den alten Prüfwerkzeugen aufspüren kann. Falls jemand einen entsprechenden Tip hier in Köln und Umgebung hat, wäre ich dankbar.
Grüsse
Robert
Re: Anlasserproblem
Verfasst: Do 6. Dez 2007, 22:29
von MenrathU
Moin Robert,
oben schriebst Du von einer unauffälligen Durchgangsprüfung am Kollektor des Ankers. Das muss leider nicht allzu viel bedeuten! Die Ankerwicklung eines Anlassers ist insgesamt derart niederohmig, dass sich eine intakte Wicklung von einer mit Windungsschluss per Ohmmeter nicht unterscheiden lässt. Hiefür gibt es geeignete Messgeräte ("Prüfrex"), die auf dem Prinzip eines Transformators beruhen und Windungsschlüsse quasi als kurzgeschlossene Sekundärwicklung erkennen können. Lediglich einen unterbrochenen Wicklungsteil würdest Du finden. Doch hier tut's das geübte Auge auch - man sieht die ausgelöteten Enden an den Kollektorlamellen.
Re: Anlasserproblem
Verfasst: Do 6. Dez 2007, 22:44
von Andreas B.
Hallo Robert,
bei Göbbels und Langner, Claudius-Dornier-Str. 30
50829 Köln Ossendorf habe ich vor geraumer Zeit die Rotoren einiger alter Lichtmaschinen prüfen lassen. Die Firma überholt E-Mooren und wickelt auch. Ich denke, die haben auch die richtigen Prüfgereäte.
Gruss
Andreas
Re: Anlasserproblem
Verfasst: Do 6. Dez 2007, 23:20
von Robert
Hallo Uwe, hallo Andreas,
hab gerade mal bei Ebay nachgeschaut, da ist ein PrüfRex im Angebot (190179272623). Sieht auf jeden Fall klasse aus, wie so ein Instrument aus Dr. Frankensteins Labor. Kann der mein Monster zum Leben erwecken? Ansonsten werde ich wohl Göbbels und Langner kontaktieren.
Dank + Gruss
Robert
Re: Anlasserproblem
Verfasst: Fr 7. Dez 2007, 23:35
von MenrathU
Robert Kruse schrieb:
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> hab gerade mal bei Ebay nachgeschaut, da ist ein
> PrüfRex im Angebot (190179272623). Sieht auf jeden
> Fall klasse aus, wie so ein Instrument aus Dr.
> Frankensteins Labor. Kann der mein Monster zum
> Leben erwecken? Ansonsten werde ich wohl Göbbels
> und Langner kontaktieren.
Moin Robert,
mit diesem PrüfRex kannst du zwar, zumindest laut Beschreibung, Deinen Anker prüfen, jedoch nicht reparieren. Deshalb empfehle ich Dir den Gang zum E-Motoren-Dienst, der sowohl die Prüfung als auch eine evtl. notwendige Reparatur durchführt.