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Neue Schrauben vor Rost schützen
Verfasst: Mi 15. Aug 2007, 17:31
von ideefix
Hallo,
wenn ich alte verrostete Schrauben an meiner DS ersetzen möchte, wie verhindere ich, dass die Schrauben nach 10 Jahren nicht wieder festgegammelt sind?
Fetten oder Ölen scheidet vermutlich aus. Was könnte man sonst noch machen??
LG
Arne
Re: Neue Schrauben vor Rost schützen
Verfasst: Mi 15. Aug 2007, 17:47
von dsfan
Hallo,
Mike Sanders Fettband, wenn das nicht geht Kupferpaste oder Fluid Film-NAS verwenden.
Gruß
dsfan
Re: Neue Schrauben vor Rost schützen
Verfasst: Mi 15. Aug 2007, 17:54
von dsfan
...oder statt NAS noch besser AS-R (Spraydose, Langzeitkriechöl)
Re: Neue Schrauben vor Rost schützen
Verfasst: Mi 15. Aug 2007, 19:13
von dietmar
ideefix schrieb:
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> Hallo,
>
> wenn ich alte verrostete Schrauben an meiner DS
> ersetzen möchte, wie verhindere ich, dass die
> Schrauben nach 10 Jahren nicht wieder
> festgegammelt sind?
>
> Fetten oder Ölen scheidet vermutlich aus. Was
> könnte man sonst noch machen??
>
> LG
>
> Arne
einfach fetten mit Schmierfett - meine Citroën finden das seit ueber 20 Jahren gut, die Mopeds schon laenger.
WO FETT IST, IST KEIN ROST!!
Kupferpaste halte ich fuer ungeeignet, ist nicht ausreichend reduzierend. Ohne das richtige Redox Potential ist das ganze witzlos. Wofuer es das Zeug gibt, ist mir nie ganz verstaendlich gewesen. Untauglich an Bremsen (zu schnell weg) untauglich am Auspuff (schnell weg, kein Effekt messbar) und womoeglich noch elektrische Potentiale ausbildent. Zu was???
Im Karosseriebereich ist noch Korrosionsschutzfett von Wagner empfehlenswert (sogar fuer unter-Wasser einsetzbar - weder vom Metall noch von den Fingern ab zu bekommen

)
Basierend auf natuerwiss. Ueberlegung und viel Erfahrung:
Schmierfett fuer Lager immer reichlich an praktisch allen Gewinden, ob neu oder alt, reichlich verwendet - wirkt Wunder.
Einfach alles abschrauben, nach Jahren und Jahrzehnten - das war doch was Du willst, oder?
So jedenfalls geht es - GUT sogar!
/d
Re: Neue Schrauben vor Rost schützen
Verfasst: Mi 15. Aug 2007, 20:00
von ideefix
Moin,
jo, das will ich. Nach zehn Jahren einfach abschrauben, ohne gemurkse, getrickse und geärgere ...
Ich dachte Fett verringert die Reibung im Gewinde und die Schraube könnte sich dann mit der Zeit lösen. Deshalb hatte ich es zuerst ausgeschlossen.
Aber wenn es funktioniert, ist es wohl die billigste und einfachste Lösung.
LG
Arne
Re: Neue Schrauben vor Rost schützen
Verfasst: Mi 15. Aug 2007, 20:11
von ...hannes
@ Idefix: "Wenn ich alte verrostete Schrauben an meiner DS ersetzen möchte..."
Ich war bei meinen Restaurationen stets bemüht, möglichst alle Schrauben zu retten. Ein mühevolles Unterfangen, weil sie zuerst in Petroleum eingeweicht, anschließend abgebürstet, oft genug auch die Gewindegänge nachgeschnitten werden mussten. Nur Schrauben, die nach Vorschrift (Handbuch) erneuert werden sollten und solche, deren Sechskant abgenudelt war, wurden durch neue ersetzt. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sowohl das Material als auch die Qualität der Fabrikation der alten Originalschrauben (zumindest die aus den 50er- und 60er Jahren) die heutigen weit übertrifft.
Die Schraubgewinde schütze ich durch Eintauchen in Sanderfett vor dem Festrosten, nur in Bereichen, wo sich Fett erhitzen würde oder nichts zu suchen hat, verwende ich Kupferpasta.
Perfektionisten würden ihre alten Schrauben vor dem Zusammenbau noch galvanisch chromatieren.
Re: Neue Schrauben vor Rost schützen
Verfasst: Mi 15. Aug 2007, 22:28
von dietmar
Hannes Ansatz gefaellt mir ausnehmend gut, ich ersetze ebenso ungern die oft ueberragend gute alte Qualitaet durch neue, SCHOENE Schrauben.
Nur ein paar neue, zusaetzliche Unterlegscheiben fuer die verschluderten, sowas ist immer drin. Aber Hannes hat schon recht, das ist ein Ansatz der einen weit bringt.
zwei Anmerkungen:
1)
Bitte Gewinde nur nachschneiden, wenn Du sehr genau weisst, was Du tust... Die Steigungen wurden waehrend der Produktion irgendwann geaendert, ohne dass das bekannt ist in Bastlerkreisen. DESHALB passen die alten M5 Schrauben of so schlecht, obwohl sie doch so super aussehen....
Kann jemand dieses weitgehend unbekannte Detail genauer mit Fakten darstellen?
2)
Es gibt praktisch keine Stellen, wo Fett zu heiss wird aber Kupferpaste reduzierend bleiben koennte. Das liegt am Geruest fuer die Kupferpaste, das ist irgendein wenig resistentes Oelzeug (Details jemand?!?). Rostschutz kommt aber NUR durch die reduzierende Eigenschaft des Fettes zustande, der Schmiereffekt ist in dem Fall was ganz anderes. Selbst am Auspuff meines Mopeds (wird WARM) ist gutes Schmierfett viel haltbarer, als es jede Kupferpaste jemals war. Seit ueber 100Tkm schon muss ich die Toepfe abschrauben um den Reifen zu wecheln. Wehe, da sind die Auspuffmuffen nicht mit Fett geschmiert gewesen vor dem Einbau....
Und fuer die Bremsbacken (jaaa, das muss jetzt kommen...) nehme ich NUR Schmierfett mit MoS2 Zusatz. Natuerlich nicht verschwenderisch, sondern gezielt, z.B. an den mechanischen Gleit- Widerlagern. Dann bremsen die Backen auch nach Jahrzehnten noch wie am ersten Tag, ohne fest zu gehen.
Und Bremsbelaege bekommen nur zum Einsetzen je nach Bauart des Fahrzeugs eine Spur Fett an die Halterungen.
Zeig' mir EINEN, der das mit Kupferpaste oder anderem kennich-nehmendochalle-nehmichauch-verstehtrotzdemnix Zeug hinbekommt.
Bei meinem C5 hat die Werkstatt entgegen der ausdruecklichen Anweisung (ja, das gibts) des Herstellers Kupferpaste zwischen Belag und Kolben geschmiert. Schoen, diese elektrischen Potentiale.
Haetten diese vollprofessionellen Eliteschrauber ihre durch akademische Diskussion und Aufmerksamkeit in Trainings und Textexegese der Rundschreiben geschulten Augen ein einziges Mal auf die Belaege gelenkt, sie haetten gefunden, dass dort moderne Hersteller einen festen Spezialbelag auftragen im Bereich der Bremskolben.
Fazit: Weder frueher noch heute war man mit Kupferpaste statt Nachdenken geholfen sein tun.
Wo Fett ist iost kein Rost...
Und jetzt zeigt mir mal das froehliche(!!!) Auseinanderschrauben Eurer Auspuffanlagen..... (die aus Edelstahl gelten hier nicht....) Edelstahl ist uebrigens auch keine gute Idee fuer Schrauben: Die Festigkeit und die Dehnung und das Vibrationsfestigkeitsverhalten sind anders, das ist oft kein Vorteil. Nur rosten, das tun sie selten...
Gruesse
/D
PS: Die Alten sagten, Wer gut schmiert, der gut faehrt. Das meinte eigentlich was anderes, hier (Korrosionsschutz an Schrauben) passt es aber recht gut fuer unsere alten Autos, die eben nicht nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums verschrottet wurden.
Re: Neue Schrauben vor Rost schützen
Verfasst: Mi 15. Aug 2007, 22:48
von sebastianklaus
Hallo Dietmar,
ich habe in irgend einer franz. D- DS- Homepage gelesen, wann die Umstellung auf metrische DIN / ISO- Schrauben war, ich habe es aber vergessen, weil ich nur Autos vor Bj. 9.67 fahre / besitze und das deshalb fuer mich uninteressant ist. Die Umstellung war (fuer alle Typen zu einem bestimmten Stichtag) irgendwann im April 1971 oder 1972, ich weiss es wirklich nur noch ganz grob aus dem Gedaechtnis, tut mir echt leid.
Weiss jemand den genauen Tag ?
Viele Gruesse
Sebastian
Re: Neue Schrauben vor Rost schützen
Verfasst: Mi 15. Aug 2007, 22:59
von Simon
@ Bitte Gewinde nur nachschneiden, wenn Du sehr genau weisst, was Du tust...
Gewinde nachschneiden bei Schrauben,die beanspruchte Funktionsteile halten,ist fahrlässig , weil die Oberfläche bzw. das Gefüge aufgebrochen wird.
Diese Gewinde dürfen allenfalls nachGEROLLT , dh. , geformt werden.
Bei Schnickschnack-Befestigungsschrauben ist es wurscht.
Ansonsten trete ich Dietmar in die Seite : Gewinde fetten und gut ist !
Gruß ... Simon
Re: Neue Schrauben vor Rost schützen
Verfasst: Do 16. Aug 2007, 12:58
von Bernhard(Süd)
Hallo,
die alten Citroën-Schrauben sind sehr wohl metrisch, aber mit "abweichender" Steigung (welche nationale Norm weicht wovon ab...???):
Zum Beispiel haben die M 5-Gewinde die Steigung 0,75,- die DIN-M 5 haben 0,8.
Wegen der geringen Abweichung kann man die Citroën-Schrauben so ein- bis 2 Umdrehungen in DIN-Gewinde eindrehen, ab da gehts schwer. Dann wird oft weitergedreht in der Meinung, das Gewinde sei nur verschmutzt oder zerdrückt und die Schraube werde sich schon ihren Weg bahnen. Und schon ist wieder ein originales Bauteil verdorben...
Grüße: Be