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Umbau Anlasserrelais

Verfasst: Di 16. Jan 2007, 00:49
von Robert
Liebe Gemeinde,

ich will bei meiner 68er HA-DS den vor einiger Zeit von Jack und Uwe vorgeschlagenen Umbau der Anlasserbetätigung realisieren (Relais auf dem Batteriepol schaltet nur noch den Magnetschalter/entfernen der Brücke am Anlasser). Theoretisch alles klar, praktisch ist die Frage, wie befestige ich das neu zu verlegende dicke Anlasserkabel vernünftig am Batteriepluspol, denn da sitzt ja das besagte Relais drauf. Einfachste Lösung ist, wie Jack vorgeschlagen hat, ein Standard-Relais und eine Standard-Batterieklemme, ich würde aber gerne das originale Gelbon-Relais weiterverwenden, weil ich dieses Auto (im Gegensatz zu meinen beiden anderen) möglichst original halten will und das starten vom Motorraum aus auch praktisch ist. Hat wer einen Tip?

Grüsse
Robert

Re: Umbau Anlasserrelais

Verfasst: Di 16. Jan 2007, 02:23
von Jack Shotton
Hallo Robert,

Gemacht habe ich das nur weil ich kein gutes originales Gelbon-Relais hatte und zu geizig war mir eines zu erwerben. Haette ich ein gutes Gelbon-Relais gehabt, wuerde ich den originalen Stromkreis nicht geaendert haben. Den Vorteil davon sehe ich nicht.

Gruesse,

Jack


Re: Umbau Anlasserrelais

Verfasst: Di 16. Jan 2007, 18:48
von Thomas Held
Hallo Jack und Robert,

der Vorteil ist der geringere Verschleiss der Relaiskontakte, die nur noch den Magnetschalterstrom schalten müssen. Zudem hat man weniger Spannungsabfall in der Anlasserversorgung durch Wegfall eines Schaltkontaktes.
Aus Spass wuerde ich das aber nicht machen. Habe das vor zwei Wochen durchexerziert und beim Lösen der Kabelverschraubungen am Magnetschalter ist mir dessen hitzegeschwächtes Bakelitgehäuse zerbrochen. Ich konnte das Gehäuse zwar Kleben, musste dafür aber den Anlasser ausbauen - was für ein Spass (DX2)!!!
Zudem hat sich mit der neuen Verkabelung nichts an der Drehgeschwindigkeit des Anlassers verändert, obwohl ein Schaltkontakt weniger und das alte, originale, einem Zombiezopf ähnelnde, oxidierte Kabel ersetzt wurde.
Tagelang unnötige Arbeit nur für ein gutes Gewissen...!?
Die Befestigung der permanenten 12 V-Versorgung habe ich über einen hinreichend dicken Kabelschuh mit 5mm-Bohrung an die Klemschraube des Originalrelais am Pluspol gehängt, die Manetschalterversorgung an den Relaiskontakt gelötet.
Fotos gefällig?
Gruss,

Tom

Re: Umbau Anlasserrelais

Verfasst: Di 16. Jan 2007, 22:04
von Robert
Hallo Thomas, hallo Jack,

danke für Eure Antworten.
@ Jack: Genau was Thomas schreibt, war mein Grund, den Umbau zu machen: Direkterer Stomfluss, kein verbranntes Relais mehr auf der Batterie.
@ Thomas: Nein, das ist keine Spassarbeit, sondern die Karre ist total auseinander, und bevor ich den Anlasser wieder einbaue, wollte ich entscheiden, ob ich die beiden Pole trenne oder alles so lasse. Jetzt habe ich also das Überbrückungsblech entfernt und dann verdrahte ich "Kleine Schraube-neues dünnes Kabel-bisheriger Anlasseranschluss am Relais" und "Dicke Schraube-Anlasserkabel-neu anzubringender Anschluss an Batterieplus" Richtig?

Dank und Gruss
Robert

Re: Umbau Anlasserrelais

Verfasst: Di 16. Jan 2007, 22:32
von MenrathU
Moin Robert,

ich habe das Gelbon-Relais komplett zerlegt, also auch die am Pluspol zu befestigende Kontaktplatte nach Aufbohren der beiden Nieten entfernt. Anschließend habe ich aus ausreichend starkem Kupferblech eine neue Kontakplatte mit der Laubsäge gefertigt, welche mittels zweier Schrauben an eine Standard-Batterieklemme befestigt wird. Mit Hilfe dieser Standardklemme habe ich auch das neue Pluskabel zum Anlasser geklemmt. Von der zweiten Kontaktplatte habe ich das allenfalls noch rudimentär vorhandene Pluskabel abgetrennt und die Shcaltleitung zum Magnetschalter unter eine der beiden Befestigungsschrauben geklemmt.

Wenn ich das nächste Mal bei Madame bin, mache ich Fotos davon.

Dass nunmehr nur noch ein Schalter (der Magnetschalter) den Anlasser-Hauptstromkreis schließt bzw. unterbricht, sehe ich als ganz klaren Vorteil. Mein Anlasser dankt es durch deutlich willigere Arbeitsaufnahme als zuvor. Zudem ist die gesamte Chose nun zuverlässiger. Auch ein vorgeschädigtes Relais ist immer noch in der Lage, den deutlich niedrigeren Strom der Magnetschalterwicklung zuverlässig zu schalten.

Übrigens ist damals das Bakelitgehäuse meines Magnetschalters ebenfalls zerbröselt. Also sollte man vor dem Ausbau des Anlassers einen neuen stets parat haben.

Re: Umbau Anlasserrelais

Verfasst: Di 16. Jan 2007, 23:16
von Thomas Held
Hallo Uwe,

die offensichtliche nur aus historischen Gründen (Bendix-Zeiten) realisierte originale Anlasserverdrahtung war mir auch lange eine Dorn im Auge. Und lange habe ich immer nach irgendeinem Grund gesucht, warum Citroën das doch so gemacht hat, irgendein Vorteil...nachdem ich keinen gefunden habe, hatte ich, wie geschrieben, nichts besseres zu tun, als es umzubauen. Leider dreht mein Anlasser nicht anders als vorher. Okay, das Relais wird laenger halten. Bei einem Kontakt des Starterkabels mit Masse (Durchgescheurtes Kabel irgendwo) habe ich aber bei der Originalverdrahtung lediglich einen Schluss bei Betaetigung, ein Vorteil der alten Verdrahtung...
Ein ähnlicher Reinfall war die vor einiger Zeit von mir nachgerüstete Startanhebung. Auch bei dieser Schaltung konnte ich mir nicht erklären, warum Citroën die nie selbst eingebaut hat. Das Resultat ist allerdings ebenso ernüchternd wie die Anlassermodifikation: nix hat sich geändert! Die Karre springt genauso gut/schlecht an wie vorher.
(Okay, warten wir den Sommer ab...).
Gruss,

Tom

Re: Umbau Anlasserrelais

Verfasst: Mi 17. Jan 2007, 11:41
von Chris
Tom, ich bin sicher Du hast auch den Masseanschluss überprüft. Eine verlustfreie Zuleitung nützt herzlich wenig wenn die Amperekäfer den Weg zurück zur Batterie nicht finden...
Mein DX3 dreht übrigens sehr viel flotter seit das dicke Massekabel direkt am WAPU Gehäuse angeschlossen ist. Beim Einpritzer geht ein zweites, dünneres Kabel an den Rahmen damit auch die restliche Elektrik funktioniert. Falls das bei Dir fehlt lässt sich das einfach anbauen.

Grüssle
Chris

Re: Umbau Anlasserrelais

Verfasst: Do 18. Jan 2007, 11:23
von Thomas Held
Hallo Chrtis,

da sagst Du was - ersetzt habe ich dieses Kabel nicht, lediglich in der Verganganeheit mal die Kontakte geprüft. Ich werde das in den nächsten Tagen sicherheitshalber auch mal tauschen...
Bei meinem DX2 geht das dicke Massekabel direkt an das Wapu-Gehäuse (bzw. an den Motorhaken an der Wapu), denke das ist original so, oder?
Daneben gibt es noch zwei dünne Kabel, eines geht an den Rahmen vorn, ein zweites verschwindet unterm LHM-Tank.
Übringens ist die Minusklemme an der Batterie bei meinem Wagen als eine schnelllösbare Drehverbindung ausgeführt. Ich hielt das bisher immer für eine gute ID. Machen die Standard-Bleiklemmen vielleicht einen deutlich besseren Kontakt?
Gruss,

Tom

Re: Umbau Anlasserrelais

Verfasst: Do 18. Jan 2007, 14:48
von Chris
Kann, muss nicht. Bei den hohen Anlasserströmen kann schon ein halbes Ohm eine grosse Wirkung haben.
Bevor Du Kabel ersetzt, mach doch einen kleinen Test:
Klemm ein Überbrückungskabel an den Minuspol der Batterie und das andere Ende an den Motorblock. Dreht der Anlasser jetzt schneller, ist was am Massekabel faul. Pass auf Funkenschlag auf, und lass den Anlasser nicht zu lang drehen...

Grüssle
Chris

Re: Umbau Anlasserrelais

Verfasst: Fr 19. Jan 2007, 12:50
von Hans-Uwe
Hallo,
Eine elektrische Entlastung für das Startrelais am Akkurahmen, halte ich auch für äusserst empfehlenswert. Zur Lösung gibt es da ja mehrere Ansätze und Lösungswege.
Das betrifft übrigens nicht nur die HA-Fahrer, sondern auch noch die BW-Fahrer.
Mein eigentlicher Schwerpunkt ist aber folgender:
Wie von Tom bereits oben erwähnt, gibt es mehrere Masseverbindungen. So gibt es auch noch eine dritte bei IEs und eine zweite bei Vergasern. Nämlich die, die vom Regler an den Karosserierahmen geht. Ohne diese Ltg. gibt's Probleme. Und oft ist diese Ltg. in einem mieserablen Zustand. Diese Ltg. hat über die Reglerbefestigung i.d.R. Verbindung mit dem Akkurahmen. Wenn jetzt versehentlich über die PLUS-Verbindung vom Starterrelais (das ist dieses wackelige Kupferblech mit verschlissener Isolierung) den Akkurahmen berührt, kommt dieses bekannte "Gebrutzel". Das bedeutet aber auch, dass der gesamte Kurzschlussstrom über dieses dünne Minuskabel vom Regler fliesst. Dann sollte unbedingt dieses schwarze Kabel erneuert werden. Und wenn schon, dann mit gutem Querschnitt.

Grüsse
HUF