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Elektrikfrage @ Kondensator für 6 Volt-Anlage

Verfasst: Mo 9. Okt 2006, 17:44
von ...hannes
Nachdem sich unter uns auch etliche Besitzer älterer Langhubermodelle befinden, die sich näher mit 6 Volt Anlagen auseinandergesetzt haben, erhoffe ich hier die Antwort auf meine Frage, ob der Kondensator, der die Funkenbildung beim Kurzschluss am Unterbrecherkontakt unterdrückt, in 6- und 12-Voltfahrzeugen unterschiedliche Kapazitäten aufweist oder ob die Kondensatoren unabhängig von der Bordspannung untereinander austauschbar sind.

Re: Elektrikfrage @ Kondensator für 6 Volt-An

Verfasst: Mo 9. Okt 2006, 19:39
von Jack Shotton
Hannes,

Wahrscheinlich haben die Kondensatoren unterschiedliche Kapazitaeten. Jede Zuendspule braucht einen bestimmten Kondensator mit bestimmter Kapazitaet um die Unterbrecherkontakte zu schuetzen. Wenn Du eine gebrauchte Zuendspule aus irgendeinem Auto zufaellig hast, dann den korrekten fuer diese Zuendspule geeignete Kondensator erwerben und beideTeile zusammen einsetzen.

Gruesse aus Minnesota,

Jack Shotton




Re: Elektrikfrage @ Kondensator für 6 Volt-Anlage

Verfasst: Mo 9. Okt 2006, 20:56
von ...hannes
Danke für deine Meinung dazu. Auch ich habe überlegt, dass halbierte Spannung bei gleicher Leistungserfordernis die doppelte Stomstärke benötigt, was auch Auswirkung auf die Intensität des Kurzschlussfunkens hat. Die Frage ist nur, ob die Mikrofaratwerte der Kondensatoren eher knapp bemessen sind oder genügend Spielraum nach oben bleibt.
Um Spekulationen vorzubeugen, ich bin nicht im Begriff, mir eine 6Volt Langhuberin anzulachen, ich frage deshalb, weil 12Volt-Unterbrechersätze für den 2CV wesentlich leichter (und vor allem ohne Versandkosten) zu erhalten sind als die für 6-Volt.

Re: Elektrikfrage @ Kondensator für 6 Volt-An

Verfasst: Di 10. Okt 2006, 10:21
von Thomas Held
Hallo ...hannes,

wie Jack schon schrieb, sollte man die Kondensatorwerte entsprechend den Zuendspulenvorgaben moeglichst genau einhalten. Ich hatte mal versehentlich einen Kondensator fuer Zuendspulen ohne Vorwiderstand in eine Zuendanlage mit Vorwiderstand montiert (12 V-Anlage) und bin ca. 30 km weiter mit verreckter Zuendung liegen geblieben. Die Nennkapazitaeten der beiden Kondensatoren unterscheiden sich nur im 10...20 %-Bereich (weiss die genauen Werte nicht auswendig), so dass ich nie mit einem Ausfall gerechnet haette.
Gruss,

Tom

Re: Elektrikfrage @ Kondensator für 6 Volt-An

Verfasst: Mi 11. Okt 2006, 00:00
von Robert
Hallo Hannes, hallo Tom,

lt. Ersatzteilkatalog hat sich der Kondensator beim Übergang von 6 auf 12 Volt nicht geändert. (Gleiche Ersatzteilnummer). Der Wert ist nicht angegeben, ich meine mich zu erinnern, dass es 0,3 oder 0,4 Mikrofarad sind. Die Fertigungstoleranzen von Kondensatoren sind recht hoch, 20% sind da durchaus drin. Diese Abweichung dürfte daher keinen Einfluss auf die Funktion haben. Obwohl der Kondensator theoretisch nur eine Hifsfunktion hat (Löschung des Funkens am Unterbrecher) habe ich die Erfahrung gemacht, dass Autos ohne oder mit defektem (nicht kurzgeschlossenem) Kondensator nicht ans laufen zu bringen waren.

Grüsse
Robert

Re: Elektrikfrage @ Kondensator für 6 Volt-Anlage

Verfasst: Mi 11. Okt 2006, 09:06
von ...hannes
Merci Robert, der Hinweis auf den Ersatzteilkatalog war wirklích aussagekräftig!
lg

Re: Elektrikfrage @ Kondensator für 6 Volt-Anlage

Verfasst: Mi 11. Okt 2006, 11:40
von Hans-Uwe Fischer x
Ganz so nebensächlich ist der Zündkondensator nicht:

1. Wie schon gesagt, nimmt er den Induktionsstrom auf und verhindert dadurch eine Lichtbogenbildung an den Unterbrecherkontakten. Weniger Kontaktabbrand.
2. Diese "Lichtbogenenergie" geht der Zündenergie verloren.
3. Die Entladungsenergie des C wird in magnetische Energie gewandelt. Dadurch verstärkte "Transformator-Energie". Also hochtransformieren.
4. Mit C verkürzt sich die Zeit des Feld-Zusammenbruchs um ca. das Zwanzigfache. Höhere Induk-Spannung.
5. Ohne C kann sich die Primärspannung nicht bis zu 400V aufbauen. Die Übersetzung von Primär- zu Sekundärspule ist nicht allzu hoch. Ca. 1:100.

Ist der C zu gross, baut sich in der verbleibenen Ladezeit eine zu geringe Sekundärspannung auf. Lichtbogenunterdrückung aber sehr gut.
Ist der C zu klein, ist die Primärspannung hoch, aber die Lichtbogenunterdrückung schlecht.
Der C muss also zur Spule passen. Und die Zündspule zur Bordspannung.

Das Ganze ist extrem kurz und oberflächlich von mir gehalten. Es soll ausschliesslich den C aus seinem "Schattendasein" hier im Forum herausholen ;-)

Re: Elektrikfrage @ Kondensator fr 6 Volt-An

Verfasst: Mi 11. Okt 2006, 15:07
von Thomas Held
Hallo Robert,

genau wegen dieser "ueblichen" Kondensatortoleranz von bis zu 20 % hat mich die Wirkung der nur knapp falschen Kapazitaet damals so erstaunt.
Der betreffende (falsche) C hatte uebrigens nach Ausbau einen Kurzschluss.
Gruss,

Tom

Re: Elektrikfrage @ Kondensator für 6 Volt-An

Verfasst: Mi 11. Okt 2006, 15:58
von wolfgang
hallo,
ich bin über wikipedia zu datenblättern von motorrädern gestossen.
dort werden zu 6v anlagen kondensatorkapazitäten von 0,2-0,24µF gelistet.
inwieweit das von bedeutung für 4zylindermotoren ist?
gruss
wolfgang

Re: Elektrikfrage @ Kondensator für 6 Volt-An

Verfasst: Fr 13. Okt 2006, 15:07
von MenrathU
...hannes schrieb:
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> Um Spekulationen vorzubeugen, ich bin nicht im
> Begriff, mir eine 6Volt Langhuberin anzulachen,
> ich frage deshalb, weil 12Volt-Unterbrechersätze
> für den 2CV wesentlich leichter (und vor allem
> ohne Versandkosten) zu erhalten sind als die für
> 6-Volt.

Das verstehe ich nichtr, Hannes!

Hast Du nun ein Fzg. mit 6-Volt-Anlage? Willst Du hier die Kontakte eines 2CV einbauen? Da Kontakte und Kondensator i.d.R. getrennt zu beschaffende Verschleißteile sind, sollte die Umrüstung eigentlich keinerlei Probleme bereiten, mechanische "Passung" vorausgesetzt...