Hallo,
ber der Restauration meiner DSpecial will ich keine halben Sachen machen und deshalb habe ich mich entschlossen den Rostschutz auf Bitumenbasis komplett zu entfernen. Leider stellt sich das als nicht so einfach heraus.
Hat jemand Tipps, wie ich das Zeug vernünftig runterbekomme? Mit der Trockeneismethode soll es ja funktionieren, nur das ist ja nicht gerade kostengünstig ...
Bin für jeden Tipp dankbar.
Gruß
Arne
Bitumen entfernen - Tipps
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guenter66
Re: Bitumen entfernen - Tipps
Hallo Arne,
den gelichen Plan hatte ich auch, geblieben ist es dann beim Wagen-Inneren (Boden von innen, Kofferraum, A-,B-,C-Säule) und den Radhäusern von aussen. Der Unterboden war von aussen einfach noch sehr intakt (nie geschweisst, keine Risse, etc) und daher habe ich das Bitumen draufgelassen. Hier wäre vielleicht ein "Auffrischen" mit Owatrol-Öl oder Fluid-Film sinnvoll.
Innenraum und Radhäuser habe ich als ersten Schritt mit einem Gerät abgeschabt (heisst Basisschneider o.ä., gibts bei "korrosionsschutz-depot.de"; Reste habe ich dann noch mit einer Heissluftpistole + Spachtel abgekrazt und schliesslich nochmals mit Bremsenreiniger-Spray eingesprüht und sauber abgewischt (ergibt fettfreie Oberfläche zum lackieren). Das ist richtig viel Arbeit!
Die inneren Chassis-Flächen habe ich anschliessend mit Owatrol-Primer eingepinselt, gefolgt von 2 Anstrichen mit schwarzem Chassislack. Die Farbe (alles von obiger Quelle) verläuft schön, die Oberflächen sind ganz glatt geworden. Rostflächen habe ich allerdings als ersten Schritt mit Fertan-Rostumandler behandelt, ist eine Glaubenssache, aber mittlerweile doch weitgehend anerkannt. Im Falle von Fertan-Anwendung bitte vorher nicht mit Bremsenreiniger oder Aceton entfetten, sondern mit wasserbasiertem Mittel.
Die Radhäuser habe ich erst mit Fertan behandelt (incl anschließendes Abwaschen nach 2 Tagen), dann Ferpox (1-K Primer) gefolgt von einem transparenten steinschlagfesten Klarlack.
Ausserdem habe ich Mike Sander Fett in die Hohhlräume gesprüht.
Es gibt sicher viele, viele andere Vorgehensweisen...
Grüsse! Günter
den gelichen Plan hatte ich auch, geblieben ist es dann beim Wagen-Inneren (Boden von innen, Kofferraum, A-,B-,C-Säule) und den Radhäusern von aussen. Der Unterboden war von aussen einfach noch sehr intakt (nie geschweisst, keine Risse, etc) und daher habe ich das Bitumen draufgelassen. Hier wäre vielleicht ein "Auffrischen" mit Owatrol-Öl oder Fluid-Film sinnvoll.
Innenraum und Radhäuser habe ich als ersten Schritt mit einem Gerät abgeschabt (heisst Basisschneider o.ä., gibts bei "korrosionsschutz-depot.de"; Reste habe ich dann noch mit einer Heissluftpistole + Spachtel abgekrazt und schliesslich nochmals mit Bremsenreiniger-Spray eingesprüht und sauber abgewischt (ergibt fettfreie Oberfläche zum lackieren). Das ist richtig viel Arbeit!
Die inneren Chassis-Flächen habe ich anschliessend mit Owatrol-Primer eingepinselt, gefolgt von 2 Anstrichen mit schwarzem Chassislack. Die Farbe (alles von obiger Quelle) verläuft schön, die Oberflächen sind ganz glatt geworden. Rostflächen habe ich allerdings als ersten Schritt mit Fertan-Rostumandler behandelt, ist eine Glaubenssache, aber mittlerweile doch weitgehend anerkannt. Im Falle von Fertan-Anwendung bitte vorher nicht mit Bremsenreiniger oder Aceton entfetten, sondern mit wasserbasiertem Mittel.
Die Radhäuser habe ich erst mit Fertan behandelt (incl anschließendes Abwaschen nach 2 Tagen), dann Ferpox (1-K Primer) gefolgt von einem transparenten steinschlagfesten Klarlack.
Ausserdem habe ich Mike Sander Fett in die Hohhlräume gesprüht.
Es gibt sicher viele, viele andere Vorgehensweisen...
Grüsse! Günter
Re: Bitumen entfernen - Tipps
Wie hier im Forum einige wenige wissen, arbeite ich derzeit an der Restauration eines 59er 2CV AZ (12 PS), wobei ich das Chassis dieser Tage endlich fertigstellen konnte. Ich hatte ähnliche Probleme mit zähem Bitumen, mit dem der komplette Unterbodenbereich mit sämtlichen Fälzen, Schraubenköpfen, Gewinden, Leitungen inkl. die Lenkung, Schwingarmlagern... teilweise millimeterdick zugekleistert bzw. zu einem Konglomerat aus Teer und Dreck verbacken war und das vor der Blechsanierung und anschließenden Lackierung penibel zu entfernen war. Ich habe hier mit Petroleum beste Erfahrungen gemacht: aufpinseln, anweichen lassen und schichtweise mit der Spachtel abschaben. So habe ich bis zur fertigen Chassislackierung und anschließenden Sanderkonservierung etwas über 100 Stunden investiert, was bei einem auf Schragen liegenden, zerlegten 2CV-Chassis natürlich leichter ist als an einem kompletten Fahrzeug, wie in deinem Fall.
Deswegen würde ich bei deiner Restauration aufs Lackieren verzichten, das Bitumen zwar bis aufs Blech einigermaßen sauber abspachteln und sicherstellen, dass sich darunter kein Rost etabliert hat. Die verbleibende Oberfläche, damit habe ich bei meiner ID19 gute Erfahrung gemacht, konservierst du dann mit Sanderfett. Zuvor sollten aber alle Petroleumreste mit alten Tüchern vom Chassis abgerieben werden, denn in Fälzen verbliebenes Petroleum würde das Sanderfett verdünnen und seine Haftwirkung bzw. die Schutzwirkung vermindern.
PS: "Negerkeks" und Schleifbürstenaufsätze haben sich bei der Bitumenentfernung nicht gut bewährt, da alles sofort verklebt. Drahtbürste zum Aufreißen der Bitumenoberfläche und Spachteln (mit Holzgriff) in mehreren Breiten, ev. noch Schraubendreher- und Küchenmesserklinge. Bon chance!
Deswegen würde ich bei deiner Restauration aufs Lackieren verzichten, das Bitumen zwar bis aufs Blech einigermaßen sauber abspachteln und sicherstellen, dass sich darunter kein Rost etabliert hat. Die verbleibende Oberfläche, damit habe ich bei meiner ID19 gute Erfahrung gemacht, konservierst du dann mit Sanderfett. Zuvor sollten aber alle Petroleumreste mit alten Tüchern vom Chassis abgerieben werden, denn in Fälzen verbliebenes Petroleum würde das Sanderfett verdünnen und seine Haftwirkung bzw. die Schutzwirkung vermindern.
PS: "Negerkeks" und Schleifbürstenaufsätze haben sich bei der Bitumenentfernung nicht gut bewährt, da alles sofort verklebt. Drahtbürste zum Aufreißen der Bitumenoberfläche und Spachteln (mit Holzgriff) in mehreren Breiten, ev. noch Schraubendreher- und Küchenmesserklinge. Bon chance!
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Arne Röhrs
Re: Bitumen entfernen - Tipps
Moin,
danke für die Tipps. Jetzt weiß ich wie und wo ich ansetzen kann. Wenn ich mich an die Entfernung gemacht habe, werde ich mich wieder melden und meine Erfahrungen kund tun.
Gruß
Arne
danke für die Tipps. Jetzt weiß ich wie und wo ich ansetzen kann. Wenn ich mich an die Entfernung gemacht habe, werde ich mich wieder melden und meine Erfahrungen kund tun.
Gruß
Arne
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Josef H.
Re: Bitumen entfernen - Tipps
Hallo,
sehr gute Erfahrungen habe ich mit einer 45 Grad angeschliffenen Feile gemacht.
Das ist wesentlich stabiler als der Spachtel, dadurch kann man richtig stark zustossen, unterstütz mit einem Heissluftföhn geht der Belag eigentlich gut runter, aber Zeitaufwendig bleibt es schon.
Danach kann der Rest mit der Drahtbürste entfernt werden.
Nach dem Reinigen und Grundieren haben wir jeweils die Falze (Fälze?) mit einem überlackierbaren Dichtungsmittel (Sika oder so) abgedichtet, dann Steinschlaglack und diesen dann noch lackiert.
Josef H.
sehr gute Erfahrungen habe ich mit einer 45 Grad angeschliffenen Feile gemacht.
Das ist wesentlich stabiler als der Spachtel, dadurch kann man richtig stark zustossen, unterstütz mit einem Heissluftföhn geht der Belag eigentlich gut runter, aber Zeitaufwendig bleibt es schon.
Danach kann der Rest mit der Drahtbürste entfernt werden.
Nach dem Reinigen und Grundieren haben wir jeweils die Falze (Fälze?) mit einem überlackierbaren Dichtungsmittel (Sika oder so) abgedichtet, dann Steinschlaglack und diesen dann noch lackiert.
Josef H.
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Arne Röhrs
Re: Bitumen entfernen - Tipps
Hallo,
guenter66 schrieb:
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>> Die Radhäuser habe ich erst mit Fertan behandelt
> (incl anschließendes Abwaschen nach 2 Tagen), dann
> Ferpox (1-K Primer) gefolgt von einem
> transparenten steinschlagfesten Klarlack.
kannst du mir noch sagen, was genau ein 1-K-Primer ist? Ist das ein Rostschutzmittel, das man direkt auf das frische und blanke Blech spritzt? Oder ist Fertan der Rostschutz? Was ist dann der Primer?
Du siehst, ich bin noch fürchterlich unbeleckt was diese Thematik angeht.
Gruß
Arne
guenter66 schrieb:
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>> Die Radhäuser habe ich erst mit Fertan behandelt
> (incl anschließendes Abwaschen nach 2 Tagen), dann
> Ferpox (1-K Primer) gefolgt von einem
> transparenten steinschlagfesten Klarlack.
kannst du mir noch sagen, was genau ein 1-K-Primer ist? Ist das ein Rostschutzmittel, das man direkt auf das frische und blanke Blech spritzt? Oder ist Fertan der Rostschutz? Was ist dann der Primer?
Du siehst, ich bin noch fürchterlich unbeleckt was diese Thematik angeht.
Gruß
Arne
Re: Bitumen entfernen - Tipps
Primer ist in diesem Fall Grundierung, die Rostbehandeltes Blech vor neuerlichen Attacken schützen soll. Der Begriff wird aber auch für Füller verwendet, der kleine Unebenheiten, Kratzer und Spalte ausgleicht.
Spaltabdichtung (PVC, SIKA 221?) ist unbedingt notwendig, damit die teuer geschweißten Falze dicht und die Füße trocken bleiben.
Steinschlagschutz oder Antidröhnlack sind dickflüssige überlackierbare Lacke, die Elastizität gegen Absplittern bzw. Masse gegen Vibration geben.
1K(omponente) heißt, ohne Härterbeimischung zu verarbeiten, wobei 2K mit Härter und Verdünnung (nur beim Spritzauftrag) oftmals das langlebigere weil gesteuert aushärtende Ergebnis zeigen.
Spaltabdichtung (PVC, SIKA 221?) ist unbedingt notwendig, damit die teuer geschweißten Falze dicht und die Füße trocken bleiben.
Steinschlagschutz oder Antidröhnlack sind dickflüssige überlackierbare Lacke, die Elastizität gegen Absplittern bzw. Masse gegen Vibration geben.
1K(omponente) heißt, ohne Härterbeimischung zu verarbeiten, wobei 2K mit Härter und Verdünnung (nur beim Spritzauftrag) oftmals das langlebigere weil gesteuert aushärtende Ergebnis zeigen.