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Ventilspiel

Verfasst: Do 30. Mär 2006, 22:20
von Wolfgangs ID19
Hallo zusammen,

ich bin neu im Forum und habe ein paar Fragen.

Seid kurzen besitze ich eine ID 19 Bj.68 wo vom Vorbesitzer noch die Zylinderkopfdichtung gewechselt wurde.
Nun müsste der Kopf nachgezogen und die Venile eingestellt werden.
Da ich noch kein Rep.-Handbuch habe, meine Frage, wie sind die Anzugsmomente und das Ventilspiel? Dann ist mir der Stahldraht für die Scheinwerferhöhenverstellung gerissen. Wie wird der ausgewechselt und wo gibt es Ersatz.

Über Tipps würde ich mich freuen.

Grüß Wolfgang

Re: Ventilspiel

Verfasst: Fr 31. Mär 2006, 21:24
von Andreas S.
Hallo Wolfgang,

erstmal herzlichen Glückwunsch zur ID19!

Ich hab mal gerade in die Rep.anltg. 217/218 für ID20 und DS20 und ... geguckt, die sagen 3,0 mkp im ersten und 6,0 bis 6,5 mkp im zweiten Durchgang.

Zum Ventilspiel
Motor warm:
E = 0,2 mm
A = 0,25 mm
Motor kalt:
E = 0,15 mm
A = 0,2 mm

Auf gutes Gelingen
Andreas

DSuper 12/72
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Re: Ventilspiel

Verfasst: Sa 1. Apr 2006, 06:27
von Jack Shotton
Wolfgang:

Gratuliere!

In dieser Reihenfolge....

Schoene Gruesse aus Minnesota,

Jack Shotton

Re: Ventilspiel

Verfasst: Sa 1. Apr 2006, 16:56
von MenrathU
Andreas S. schrieb:
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> Zum Ventilspiel
> Motor warm:
> E = 0,2 mm
> A = 0,25 mm
> Motor kalt:
> E = 0,15 mm
> A = 0,2 mm

Moin Andreas,

ist dem wirklich so, dass bei warmem Motor das Spiel größer einzustellen ist? Meines Wissens wird den Ventilen Spiel gegeben, damit sie trotz der unterschiedlichen Ausdehnungskoeffizienten der verschiedenen Materialien bei Betriebstemperatur stets sicher schließen. Folglich wäre zu erwarten, dass sich das Spiel bei zunehmender Temperatur verkleinert, aber nie Null erreicht.

Wozu dient das Ventilspiel, wenn es sich denn bei warmer Maschine vergrößert?

Re: Ventilspiel

Verfasst: Sa 1. Apr 2006, 19:00
von ...hannes
In älteren Reparaturanleitungen war laut Vorschrift das Ventilspiel ausschließlich bei betriebswarmem Motor zu tauschen, also E=0,20, / A=0,25.
Das dürfte jedoch nicht der gängigen Werkstattpraxis entsprochen haben, deshalb die spätere Ergänzung 0,15 / 0,20 bei kaltem Motor. Das hat mich auch verwundert, da beim 2CV das Ventilspiel bei heißem Motor definitiv enger wird.
Weil ich mit den 0,15 / 0,20 laut Buch irgendwie kein so gutes Gefühl hatte, habe ich als Kompromiss bei etwas abgekühltem Motor eingestellt, also gerade, dass man sich am Auspuff nicht mehr sofort eine Brandblase holt. Da ich Einlass und Auslass nicht zu unterscheiden wusste, habe ich alles mit der 0,20er Lehre eingestellt. Also ein dritter Wert ;-) , wozu ich aber anmerken möchte, dass Georgs feine Ohren ein leichtes Ventilklappern zu hören vermeinten.

PS: Im Gegensatz zum eher harmlosen zu großen Spiel hört man das ventilsitzmordende zu enge Ventilspiel leider nicht.

Re: Ventilspiel

Verfasst: Sa 1. Apr 2006, 20:14
von Andreas S.
Warum beim warmen Motor mehr Spiel? Gute Frage. Ich hatte die Angabe in der Rep.-Anleitung nicht angezweifelt, da ich das auch an meiner Uralt-Boxer-BMW immer so gehalten habe.

Alle Metalle dehnen sich aus, wenn sie warm werden. Also dehnen sich auch der Zylinderkopf und die Stößel, Stößelstangen, und alle Teile die zum Ventiltrieb gehören, wenn der Motor warmläuft, aus. Da Zylinderkopf und Ventiltrieb in der Regel verschieden "lang" werden, gibt es unterschiedliche Einstellwerte für "kalt" bzw. "warm" .

Beim D-Motor bzw. aufgrund dieser Einstellvorgaben von Citroën würde ich also vermuten, dass das Ventil sich weniger dehnt, als das übrige Zeug. Aber vielleicht wissen andere dazu Konkretes.

Fragend ...
Andreas





Re: Ventilspiel

Verfasst: So 2. Apr 2006, 00:58
von MenrathU
...hannes schrieb:
-------------------------------------------------------
> PS: Im Gegensatz zum eher harmlosen zu großen
> Spiel hört man das ventilsitzmordende zu enge
> Ventilspiel leider nicht.

Moin Hannes,

abgesehen vom Leistungsverlust durch die geringere Kompression birgt zu geringes Ventilspiel die Gefahr des Verbrennens v.a. der Auslassventile, nicht unbedingt der Sitze! Wenn sie nicht mehr korrekt schließen, können sie ihre Wärme nicht mehr an die Sitzringe abgeben, was u.U. in einem Abriss und damit einem kapitalen Motorschaden enden kann. Ungenügend schließende Einlassventile machen sich bevorzugt durch Vergaserpatschen bemerkbar.