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Reaktivieren der LHS-Hydraulik

Verfasst: Mo 29. Aug 2005, 15:28
von Gregi
Hallo

seit kurzem bin ich stolzer Besitzer einer 1962-er ID :-) Sie ist seit 1981 nicht mehr bewegt worden und ist eigentlich in einem akzeptablen äusseren Zustand. Ich selbst habe mit den D-Modellen noch wenig bzw keine Erfahrungen, habe ich doch bis anhin nur einige 2CV wieder Instand gesetzt.

Nun.... den Motor habe ich dieses Wochenende wieder zum laufen gebracht... Leider zickt nun noch die Hydraulik. Es tut sich nichts.... Ich weiss nun nicht, ob die Leitungen bzw die Pumpe verklebt sind und wo ich in diesem Bereich anfangen soll. In der Rücklaufleitung, welche ich mit frischem LHS befüllt habe tut sich nichts (Schlauch welcher oben aus dem LHS-Behälter rausgeht), Das im Filtersieb im Behälter ist sauber. Also schätze ich mal, dass es sich beim Problem um die Hydraulikpumpe handelt.

Kann mir jemand Tipps geben, wie ich die Hydraulik einigermassen in Gang bekomme? Ich könnte mir gut vorstellen, dass die ganze Sache irgendwie verklebt ist, da das Fahrzeug, vor seiner Ausserbetriebnahme vor 25 Jahren eigentlich ganz gut gepflegt wurde. Ich habe ein Modell ohne Servolenkung und mit einem Bremspedal. Ich bin auch nicht sicher, ob die Bremse eine Hydraulische Unterstützung hat, oder ob lediglich die Versorgung mit LHS vom gleichen Behälter herkommt. Das Bremspedal ist ganz unten, die Räder drehen aber frei und ein Bremsen ist mit der Handbremse möglich.

Vielen Dank für Eure Mithilfe.

Bilder gibts unter www.oev.ch/id19

Grüsse aus der Schweiz
gregi

Re: Reaktivieren der LHS-Hydraulik

Verfasst: Mo 29. Aug 2005, 16:30
von mf
Hallo Gregi

Ich würde mal den Druckregler bei laufendem Motor lösen und wieder anziehen. (1/2 Drehung 14er Gabelschlüssel, auf Fahrerseite neben Motorblock). Dann sollte sich das Füdli heben.

Hast Du das LHS gewechselt - würde ich Dir dringenst anraten.

Und sonst die allgemein bekannte Anlaufstelle:
Häfliger + Kunz, Däniken (zw. Aarau + Olten) 062 291 31 37
Citroën-Restaurationsbetrieb mit Schwergewicht DS/SM/CX

Aus Grüsse aus der Schweiz

Mike




Re: Reaktivieren der LHS-Hydraulik

Verfasst: Mo 29. Aug 2005, 16:54
von ...hannes
Schöne Fotos. Solche, die unter die Haube blicken lassen, vermisse ich allerdings. Witzig, ich habe letzten Winter eine Langhuber ID19 Bj. 63 in derselben Farbe angeboten bekommen, habe auch Fotos davon und weiß daher, welche Blinkertrompeten, welche Innenbezugfarbe... eigentlich original dazu gehören würden. Sie war "schön beinander" lt. Verkäufer mit wenigen Kilometern, Preis hätte auch gepasst, aber LHS - da habe ich schlussendlich zurückgeschreckt.
Zu deinem Problem: Möglicherweise fördert schon die Pumpe nicht (aus hoffentlich harmlosen Beweggründen) - such einmal unter "Pumpe anfüttern".
Viel Glück mit deiner Neuerwerbung!

Re: Reaktivieren der LHS-Hydraulik

Verfasst: Mo 29. Aug 2005, 17:03
von Christian T
Hallo Gregi,

vor nicht allzu langer Zeit habe ich die Pumpe meiner ID gewechstelt und eine "neue" alte reingesetzt.
Da tat sich auch zunächst mal überhaupt garnichts. Ich musste sie ausbauen und den Pumpenstößel erstmal gängig machen. Ist kein großer Akt. Mit Rostlöser und mechanischer Betätigung ging es dann irgendwann.
Viel Spaß mit dem Wagen. Und rote Pisse ist garnicht so schlimm! Fahre sie seit Jahren. Habe allerdings manchmal, wenn ich das Auto aus der Tiefgarage geholt habe, gedacht es hätte jemand gegen die Reifen gepieselt. Das rote Zeug riecht wirklich wie Mäusepisse!
Christian

Re: Reaktivieren der LHS-Hydraulik

Verfasst: Mo 29. Aug 2005, 17:13
von patric
Hallo Gregi,

erstmal herzlich willkommen !

Ich will nicht pessimistisch sein, aber "seit 1981 nicht mehr bewegt" läßt böses ahnen:
Martin Kraut:
LHS-Autos sind grundsätzlich nicht problematischer als LHM-Autos, AABER! - sie nehmen Standzeiten übel. Nutzt man ein LHS Auto regelmäßig, so sind keine LHS-bedingten Probleme zu erwarten, sofern man die Flüssigkeit alle 2 Jahre spätestens wechselt (besser alle Jahre).
Steht das Auto aber länger, beispielsweise über Winter, so setzt sich in den Aggregaten Korrossion fest, da LHS Wasser bindet (ist hygroskopisch) und dieses dann für Rost sorgt.
...könnte also gut sein, daß da eine etwas größere Hydraulikreparatur ansteht. Aber vielleicht hast Du auch Glück und alles ist nur halb so schlimm - ich wünsches Dir.

Re: Reaktivieren der LHS-Hydraulik

Verfasst: Mo 29. Aug 2005, 18:52
von Michael Klette
Tja,so eine ID hatte ich auch mal.Baujahr 1958,'61 abgemeldet und bis 1984 vergessen.Dann hat sie ein Belgier gefunden,gekauft und ans laufen gebracht.'87 habe ich sie gekauft.Aber die Hydraulik machte Probleme ohne Ende.Daraufhin habe ich die hinteren Federzylinder ausgebaut und mal untersucht.Da waren alle Laufflächen Pockennarbig verrostet.Daraufhin habe ich alle Aggregate erneuert.Danach lief sie einwandfrei.
Also,wenn ich die Vita Deiner ID lese,erinnert mich diese sehr an meine.Ich würde den Federzylinder mal untersuchen.Aus- und Einbau gehen recht einfach.Ich wünsch Dir zwar das alles gut gegangen ist,halte es aber für fast ausgeschlossen.

Gruß Michael

Re: Reaktivieren der LHS-Hydraulik

Verfasst: Di 30. Aug 2005, 01:00
von Robert
Hallo Gregi,

zunächst einmal Glückwunsch zu dem Auto und zu Deinem guten Geschmack! Ich habe zwei LHS-Autos nach längerer Standzeit (5 bzw. 25 Jahre) wieder in Betrieb genommen. Meine Erfahrung ist, hoch kriegt man sie schon irgendwie, aber die meisten Teile des Hochdrucksystems müssen kurzfristig überholt bzw. getauscht werden. So schien die Siebenstempelpumpe des Wagens, der 25 Jahre gestanden hatte, zu funktionieren. Sie hielt dann aber nur 500 km, bis sie undicht wurde. Den Regler würde ich in jedem Fall überholen lassen - es wird der Alu-Regler sein, der neigt zum Verknarzen. Auch die Höhenkorrektoren würde ich direkt ausbauen, zerlegen und reinigen - sie sind das Dreckreservoir der Anlage. Positiv dagegen meine Erfahrungen mit den Federzylindern, hier musste nur einer an dem Wagen, der 25 Jahre gestanden hatte, gemacht werden, alle anderen waren ok., allerdings waren sie alle in ihren Halterungen festgegammelt und mussten gelöst und aussen gesäubert werden. Die Manschetten habe ich nur da ersetzt, wo sie undicht waren. Bremsventile waren bei beiden Autos ok., aber die Bremsen vorne benötigen immer eine Komplettüberholung, auch die Mechanik. Neue Kolben sind einzukalkulieren. Hinten werden die Zylinder wohl auch fest sein, aber das ist kein Drama, ausschleifen und neue O-Ringe reinwerfen, fertig. Servolenkung - wenn Du hast - wird auch fällig sein, das machen Ulf Petermann oder Götz Bollmann (die helfen auch beim Regler). Dann gibt es noch die beliebten Gelenkleitungen, die werden auch über kurz oder lang undicht. NICHT WEGWERFEN, man kann sie reparieren, auch wenn überall das Gegenteil steht. Ich habe dazu mal was in der HP geschrieben, meine instandgesetzten fahre ich jetzt schon 30000 km. Die Federkugeln würde ich auch zu Ulf Petermann schicken, der wird sie entweder neu füllen oder überholen. Der liefert auch das gute LHS 2000, das jährlich gewechselt sein will. Alles in allem wirst Du eine vierstellige Summe Franken los und hast einige Wochenenden zu tun, aber es lohnt sich.

Viel Spass & Erfolg
Robert

Re: Reaktivieren der LHS-Hydraulik

Verfasst: Mo 5. Sep 2005, 16:20
von Bernhard(Süd)
Hallo Gregi,

Roberts Ausführungen kann ich nur zustimmen. Eine schöne "Vollblutbeschäftigung" ist das mit den Langhubern!

Bei meiner LHS-DS hatte bereits der (einzige) deutsche Vorbesitzer die HP-Pumpe erneuert, ein Stahlregler war auch schon drin. Den vorderen Druckregler habe ich mit Neuteilen von Petermann überholt, es war erfreulicherweise kaum LHS-Grütze drin, was in meinem Fall wohl auf "Glück" bzw auf eine relativ geringe Gesamtlaufleistung und/oder auf regelmäßige LHS-Wechsel der früheren (2) französischen Vorbesitzer schließen läßt.

Die Handbremse geht regelmäßig fest, was (siehe Robert) auf Korrosion oder LHS-Vergrützung schließen läßt (falls es nicht nur am Zug liegt). Und für einen Ausbau der Bremssättel muß die Lenkung raus,- also die am besten auch gleich erneuern... mit der mittlerweile bekannten Schwierigkeit, daß mit den erhältlichen "überholten" Lenkungen sehr gemischte Erfahrungen (bzw. eben noch keine guten Langzeiterfahrungen) vorliegen,-. jedenfalls nicht bei LHS!

Die rechte Gelenkleitung habe ich diesen Sommer ersetzt. Etwas kitzlig, da SEHR wenig Platz für die neue Bronzeleitung in Richtung Tankeinfüllrohr besteht: In Tiefststellung des Autos (bzw. bei mit Wagenheber bis zum Anschlag angehobenem Schwingarm) prüfen! Der Teilesatz kam bei mir von Petermann.

Viel Geduld (der Spaß wird später auch kommen!!!):
Bernhard

Re: Reaktivieren der LHS-Hydraulik

Verfasst: Fr 9. Sep 2005, 21:34
von Thomas Schwarz
Habe vor 6 Monaten mit einer 63-er ID das gleiche Spiel gespielt. Es muss alles neu abgedichtet, bzw. überholt werden. Spülen hilft nicht. Dichtungen die zunächst noch halten werden spätestens nach 500km undicht, es lohnt sich also nicht, noch dichte Komponenten von der Überholung auszuschließen.

Die Arbeit lohnt sich, man hat nachher ein zuverlässiges, sparsames und absolut tolles Fahrzeug.

Gruß Thomas

Re: Reaktivieren der LHS-Hydraulik

Verfasst: Fr 9. Sep 2005, 23:23
von Robert Kruse
Hallo Thomas,

pflichte Dir bei, aber mit der Ausnahme Federzylinder und Bremsventile - wobei das mit Ersatzteilen für die alten Federzylinder ja inzwischen auch ein Problem ist. Andererseits stellt sich bei der unkomplizierten ID-Hydraulik die Frage, warum dann nicht gleich auf "grün" umstellen…


Grüsse
Robert