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Getriebeüberholung

Verfasst: Mi 6. Jul 2005, 13:02
von Felix Berg
Hallo,
ich bin gerade dabei ein 5-Ganggetriebe zu überholen (eigentlich nur Muttern im Differential festziehen und neu abdichten) und habe dazu zwei Fragen:
1. Welche Simmerringe kann man am Differentialausgang einbauen. Nimmt man dafür die "Ölschleuderscheibe" ab?

2. Baut man die seitlichen Differentialgehäuse besser mit Papierdichtung oder ohne (mit Dirko) ein.

Gruß
Felix

Re: Getriebeüberholung

Verfasst: Do 12. Jan 2006, 23:49
von Frank S.
Hallo,

ich habe kürzlich ein 5 Gang-Getriebe erworben, und möchte es wegen des nicht unerheblichen Ein- und Ausbau-Aufwandes nicht unbedingt unbesehen einbauen lassen. (Motor ist gerade raus) Wie kann man den Zustand des Getriebes im ausgebauten Zustand beurteilen? Bestimmt gibt es irgendwelche Dichtungen, Simmerringe etc., die man bei der Gelegenheit austauschen oder zumindest prüfen sollte?

Das Getriebe soll im noch eingebauten Zustand jedenfalls keine Auffälligkeiten gezeigt haben (das war aber vor 10 Jahren oderso), daher möchte ich nur die Dinge machen lassen, die unbedingt zu empfehlen sind.

Inwieweit würde der Auswand steigen, um im Zweifel das ganze Teil öffnen zu lassen, um Sychronringe, Lager und Zahnräder undsoweiter zu prüfen? Was würde eine komplette Getriebeüberholung eigentlich ca. kosten, und wer macht sowas? Kann man jemanden, der Motoren überholt, grundsätzlich auch eine Getriebeüberholung zutrauen?

Fragen über Fragen. Über Eure Empfehlungen und Erfahrungen würde ich mich freuen.
Viele Grüße,
Frank

Re: Getriebeüberholung

Verfasst: Do 12. Jan 2006, 23:59
von patric
Hallo Frank,

> Was würde eine komplette Getriebeüberholung eigentlich
> ca. kosten, und wer macht sowas?

Mangels Erfahrungen mit der Firma - keine Empfehlung sondern nur ein Link:
http://www.ds-vitesse.com/home.html


Re: Getriebeüberholung

Verfasst: Sa 14. Jan 2006, 19:44
von Frank S.
Hallo Patric,

Danke für den interessanten Link. Diese Adresse ist sicher für einige sehr hilfreich. Leider würden die Dienste dieser Firma sicher meine Möglichkeiten überschreiten, da ich gleichzeitig Motor und Lenkung überholen lasse und die Kupplung auch völlig hinüber ist.

Außerdem gehe ich ja davon aus, daß das " neue" Getriebe im großen und ganzen in Ordnung ist und ich es ohne Komplettüberholung einbauen (lassen) kann. Mir geht es nur darum, welche Arbeiten man in dieser Situation mit kleinstmöglichem Aufwand wirklich unbedingt erledigen sollte, um nachher unangenehme Überraschungen zu vermeiden.

Viele Grüße,
Frank

Re: Getriebeüberholung

Verfasst: Sa 14. Jan 2006, 20:07
von Sebastian
Hallo Frank,

eine komplette Ueberholung wird sehr teuer sein - nicht umsonst kostet ein ueberholtes 5-Ganggetriebe bei Sassen 2275 Euro...:-)
Ich sehe dabei aber eher das Problem, dass man viele Teile kaum noch neu bekommt und einige der Nachfertigungen (z. B. Synchronringe, Lager) sind nicht gleichwertig mit den OT's.

Ausserdem ist es teilweise schwierig, den Zustand eines ausgebauten Teiles zu beurteilen - so kann z. B. ein Lager noch gut aussehen und sein Spiel subjektiv i. O. sein, trotzdem kann es aber zum Heulen des Getriebes fuehren (minimaler Fehler im Achsabstand der Getriebewellen). Den Zustand eines Synchronringes findet man auch nur heraus, wenn man ihn von seiner Welle abzieht - entscheidend ist naemlich der Zustand auf seiner Innenseite - der Zustand der feinen Rillen.

Ich denke, dass man den Zustand eines Getriebes am besten in eingebautem Zustand beim Fahren herausfindet - es muss sich vernuenftig schalten lassen (kein Hakeln und erst recht kein Geraeusch beim Gangwechsel; besonders beim Herunterschalten - so sollte es z. B. moeglich sein, bei ca 60 - 70 ohne Probleme aus dem Dritten in den Zweiten zurueckzuschalten. Dies sollte man aber nicht all zu oft tun...!)
Wenn es etwas heult, macht das nichts - es wird dann noch lange halten.
Ich wuerde alle Dichtungen sichten, besonders, wenn das Getriebe lange gelegen hat und ich wuerde den oberen Deckel abschrauben, um nachzusehen, dass es keine Rostschaeden durch Kondenzwasser gibt...

Gruss

Sebastian

Re: Getriebeüberholung

Verfasst: Sa 14. Jan 2006, 20:11
von Sebastian
Hallo Felix,

wenn Du im Bereich des Diffs irgend etwas schraubst, solltest Du dich unbedingt an das Reparaturhandbuch halten - besonders im Hinblick auf die Drehmomente und die Einstellung der Lager (-Kraefte) etc.

Gruss

Sebastian

Re: Getriebeüberholung

Verfasst: Sa 14. Jan 2006, 20:23
von patric
Hallo Sebastian,

> Ich sehe dabei aber eher das Problem, dass man
> viele Teile kaum noch neu bekommt und einige der
> Nachfertigungen (z. B. Synchronringe, Lager) sind
> nicht gleichwertig mit den OT's.

Was ist denn mit den Synchronringen und Lagern nicht in Ordnung ?
Und aus welcher Quelle kommen die, die Deiner Meinung nach gleichwertig mit OT's sind ?

Re: Getriebeüberholung

Verfasst: Sa 14. Jan 2006, 20:47
von Sebastian
Hallo Patric,

ich bin mir nicht ganz sicher, aber ich glaube, dass diese Teile aus den Niederlanden kommen.

Ich habe keine eigene Erfahrung mit den Synchronringen und den Lagern gemacht - mir ist nur von mehreren Leuten zu Ohren gekommen, dass es mit den Ringen Probleme gab und die Lager sollen nicht so langlebig sein.

Nicht umsonst hat Citroën sich Zeichnungslager fertigen lassen, die fuer den jeweiligen Einsatzbereich auselegt waren (siehe auch Hauptlager der Hydraulikpumpe). Die heutigen Ersatzlager bestehen aus einem Adapterring und einem Standartlager - allein dadurch vergroessert sich die Toleranzkette von der Getriebewelle bis zum Getriebegehaeuse. Ausserdem koennen die Lager nicht ganz so gross wie die originalen sein und haben auch sicherlich eine geringere dynamische Tragzahl...




Die Nachfertigungen funktionieren sicherlich in einem gewissen Rahmen, aber das alles haengt natuerlich von der Laufleistung ab, will sagen, wenn man nur 1000km im Jahr faehrt, wird man wohl in naher Zukunft keine Probleme haben.

Gruss

Sebastian

Re: Getriebeüberholung

Verfasst: Sa 14. Jan 2006, 22:04
von patric
Sebastian schrieb:
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Hallo Patric,

> Die heutigen Ersatzlager bestehen aus einem Adapterring
> und einem Standartlager
[...]
> Die Nachfertigungen funktionieren sicherlich in
> einem gewissen Rahmen, aber das alles haengt
> natuerlich von der Laufleistung ab, will sagen,
> wenn man nur 1000km im Jahr faehrt, wird man wohl
> in naher Zukunft keine Probleme haben.

Unser HP-Redakteur Ulrich Knaack fährt mit Passhülsen und Standartlagern kreuz und quer durch Europa und ich habe bisher nicht von Problemen gehört. Fairer weise muß man dazusagen, daß er die Hülsen selbst hat anfertigen lassen und nicht die fertigen Lager aus den Niederlanden drin hat (die gabs damals wohl noch nicht).

Welche Probleme gab es mit den Synchronringen ? Sind es die von Martens ?
Wenn Du schreibst, daß es teilweise Nachfertigungen in Originalqualität gäbe wüßte ich gerne wo man sie kaufen kann.


Re: Getriebeüberholung

Verfasst: Sa 14. Jan 2006, 22:27
von Sebastian
Hallo Patric,

ich hatte doch gar nicht geschrieben, dass es (in diesen speziellen Faellen wie z. B. Synchronringe, Lager) Nachfertigungen gibt, die gleichwertig zu den OT's sind; ich wollte nur nicht behaupten, das generell alle Nachfertigungen schlecht sind. Jeder von uns weiss doch, dass es gute und schlechte Nachfertigungen gibt - letztenendes muessen wir mit diesen Nachfertigungen leben und meistens funktioniert es auch. Ausserdem ist die Qualitaet der Nachfertigungen direkt von ihren Herstellungskosten und dem, was wir dafuer bereit sind zu zahlen abhaengig...