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Hydraulikproblem LHS alte Front

Verfasst: Di 24. Mai 2005, 20:31
von joka01
Hallo,

nachdem das Sieb im Hydraulikbehälter alle 150km verstopft war, habe ich mich entschlossen das gesamte System zu spülen. Ich habe also das System entleert und danach mit Mono Ethylen Glycol gefüllt. Zunächst lief auch alles ganz gut. Nach etwa 1 km war das Sieb wieder zu. Nach dem Reinigen ging es etwa 3 km gut und danach immer besser. Aber jetzt kommt der Wagen vorne nur hoch, wenn ich die Hydraulik auf die oberste Stufe stelle. Je nachdem, wann ich den Regler auf Normalstellung zurückstelle, bleibt die Höhe vorne konstant. Hinten funktioniert alles normal. Könnte es sein, daß das Gestänge nach vorne irgendwo durch das andauernde rauf- und runterfahren ausgehängt ist? Wenn ja, wo muß ich suchen? Wenn nein, was könnte es sonst sein?

Vielen Dank
Jörg

Re: Hydraulikproblem LHS alte Front

Verfasst: Di 24. Mai 2005, 22:55
von Robert
Hallo Jörg,

ich denke, da hat sich irgendetwas in Deinem Hydrauliksystem aufgelöst, könnte eine Membran einer Kugel sein oder irgendwas aus der Pumpe. Federt der Wagen noch gut, wie ist die Schaltfrequenz des Reglers? Haben die Bremsdruckspeicher (sofern vorhanden) noch Reserve? Du solltest also nach dem Defekt suchen, denn soviel Dreck ist nicht normal. Vermutlich hat sich ein Teil nun im vorderen Höhenkorrektor gesammelt und hindert diesen am ordnungsgemässen Arbeiten.

Gruss
Robert

Re: Hydraulikproblem LHS alte Front

Verfasst: Mi 25. Mai 2005, 08:31
von joka01
Hallo Robert,

die federung ist ok, Schaltfrequenz auch, Druckspeicher hält ewig, Bremsdruckspeicher hat er nicht (glaube ich, ID).
Ich verstehe halt nicht, warum der Korrektor auf die Stellungen ganz oben und ganz unten reagiert, aber nicht auf die Normalstellung.
das heißt:
Wenn ich den Wagen ablasse und dann auf Normalstellung stelle geht er hinten hoch und bleibt vorne unten.
Wenn ich den Wagen hochpumpe und dann auf Normalstellung stelle geht er hinten runter und bleibt vorne in Höchststellung.

Wie lang darf denn eigentlich die Reinigungsflüssigkeit im System bleiben?

Viele Grüße
Jörg

Re: Hydraulikproblem LHS alte Front

Verfasst: Mi 25. Mai 2005, 12:42
von Robert
Hallo Jörg,

in der Höchst- und Tiefststellung wird der Korrektor nur vom Gestänge der Handhöhenverstellung beaufschlagt, in der Normalstellung übt dieses Gestänge keinen Einfluss auf den Korrektor aus, dann wird er ausschliesslich vom Stabi gesteuert. Kann natürlich sein, dass die Übertragung sich gelöst hat, halte ich aber für unwahrscheinlich. Die mit dem Handverstellhebel ausübbare Kraft ist grösser als die vom Stabi kommende, ich denke, dadurch lässt sich ein verknarzter Korrektor eher beeinflussen. Ausbauen, saubermachen, Du wirst dich wundern, was da für ein Dreck rauskommt! Ich bleibe trotz der wohl einwandfreien Funktion Deines Systems bei meiner Vermutung. Bei mir war es so, dass sich auch mal das Sieb zugesetzt hatte, und eine Woche später gab dann die Pumpe auf. Wie lange die Spülflüssigkeit drinbleiben kann, weiss ich nicht, müsste aber in der Repanleitung stehen. Was mich interessieren würde ist, wo Du das Zeug hergekriegt hast.

Grüsse
Robert

Re: Hydraulikproblem LHS alte Front

Verfasst: Mi 25. Mai 2005, 13:18
von joka01
Hallo Robert,

die Flüssigkeit ist von Sassen, leider ohne Anleitung.
Wie war das noch mit dem Korrektor?
linker Kotflügel, linkes Vorderrad, Verkleidung abschrauben und da ist er?

In der Gegend war ich schon ewig nicht mehr.

Viele Grüße
Jörg

Re: Hydraulikproblem LHS alte Front

Verfasst: Do 26. Mai 2005, 00:08
von Robert
Hallo Jörg,

genauso isses. Ist, wenn man es lange nicht mehr gemacht hat, ein ziemliches Gefrosche mit den Leitungsanschlüssen, besonders beim Wiedereinbau. Zeit nehmen, Leitungen auf keinen Fall unter Spannung einbauen. Ich befestige zuerst die obere Leitung, die den Befestigungsschrauben weniger im Weg ist, dann die untere, richte den Korrektor mit den Leitungen aus und schraube ihn fest, dann die letzte Leitung. Wenn Du den Korrektor demontierst, werden wahrscheinlich die Spannringe kaputtgehen, da bei LHS alles verbacken ist. Neue gibts für kleines Geld bei Ulf Petermann. Ein Besuch in dieser Gegend sollte auch genutzt werden, um das Stabigestänge abzuschmieren. Entgegen aller Anweisungen reinige ich den Korrektor mit Wasser, und trockne ihn sorgfältig ab (das gleiche gilt übrigens für das Filtersieb). Q-Tips sind eine echte Hilfe. Ich freue mich bei diesem Wetter auch immer, dass ich meine Zeit in einer schönen dunklen Werkstatt verbringen kann, statt auf irgendeiner blöden Wiese zu sitzen und tote Tiere zu grillen.

Rotölige Grüsse

Re: Hydraulikproblem LHS alte Front

Verfasst: Do 26. Mai 2005, 15:18
von Ralf Sassen
Hallo zusammen,

ich würde von einer Reinigung mit Wasser abraten, gleiches gillt für die Verwendung von Q-Tips. Optimale Ergebnisse bringt meiner Meinung nach nur eine Reinigung in Spiritus (insbesondere in Bohrungen und Kanälen), anschließend idealerweise mit Pressluft trocknen.

Gruß, Ralf

Re: Hydraulikproblem LHS alte Front

Verfasst: Do 26. Mai 2005, 17:40
von joka01
Mit Spiritus habe ich auch ganz gute Erfahrungen gemacht.
In den Reparaturbüchern steht, daß der Korrektor nach dem Zusammenbau mit einer speziellen Vorrichtung entlüftet werden muß. Stimmt das oder kann man den Korrektor komplett zerlegen und danach einfach wieder einbauen?
Viele Grüße
Jörg

Re: Hydraulikproblem LHS alte Front

Verfasst: Do 26. Mai 2005, 20:16
von Ralf Sassen
Hallo Jörg,

ich benetze vor dem Zusammenbau immer alle Teile mit LHS. Bei Dichtungen verwende ich sehr sparsam die Bremszylinderpaste von ATE. Höhenkorrektoren habe ich bisher nicht entlüftet und auch noch nie Probleme gehabt.

Gruß, Ralf

Re: Hydraulikproblem LHS alte Front

Verfasst: Do 26. Mai 2005, 21:46
von Jürgen
Hallo Jörg,

das Entlüften ist recht simpel. Du baust den Korrektor wieder zusammen bis auf die Halteringe der inneren Gummimanschetten, dann drückst du Hydrauliköl mit einer Spritze in den Leckölanschluß und läßt die Luft oben an den Manschetten entweichen, dann die Halteringe montieren. Zwischen den beiden von den Manschetten begrenzten Räumen liegt das Dämpfungsventil, das das Ansprechen des Korrektors verzögert. Mit Luft funktioniert die Dämpfung nicht richtig und der Korrektor spricht viel zu schnell an. Mit einiger Betriebszeit wird die meiste Luft aber auch von selbst herauskommen.