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Der Wahnsinn geht wieder los…
Verfasst: Mi 31. Dez 2025, 00:35
von Robert
Liebe Gemeinde,
vor zwei Jahren hat mir mein Vermieter die Werkstatt gekündigt, kurz, nachdem ich mit der 59er (zu der ich in der Zwischenzeit viel verlorenes Vertrauen wieder aufbauen konnte) fertig war. Ich hatte mich dann darauf eingestellt, die laufenden Projekte, SM und R4, in Werkstätten machen zu lassen und mich darauf konzentriert, die Einzelteile im Keller zu bearbeiten. Daneben habe ich mein anderes Hobby - klassisches Hi-Fi - wieder reaktiviert und mir einen Stapel Braun-Atelier-Geräte besorgt, die ich nach und nach durchgearbeitet habe. Und dann im November der Anruf: Der Vermieter fragt, ob ich wieder Interesse an der Werkstatt hätte. Ich habe meinen Ärger ganz schnell runtergeschluckt und gesagt, ich überlege es mir. Bis heute habe ich überlegt - und dann "ja, gerne" gesagt. Ab 1.3.26 bin ich jetzt wieder in Spandau, und ich überlege schon jetzt, womit ich anfange. Irgendwie war ich ja auch froh, dass die Murkserei ein Ende hatte, aber die ID ist über den TÜV and needs work, beim Saab klemmt das Verdeck manchmal und bei der DS 19 beginnen, 2 Jahre nach der Restauration, die ersten Undichtigkeiten der Hydraulik. Und die hinteren Radlager der 21er sind auch noch unberührt. Ich bereue es schon jetzt und freu mich drauf.
Viele Grüsse,
Robert
Re: Der Wahnsinn geht wieder los…
Verfasst: Mi 31. Dez 2025, 12:17
von maldini
Hallo Robert,
das freut mich -
ich habe ein Angebot mich an einer Werkstatt eines Alfa-Romeo (Spider, Zagato Coupé) Freundes zu beteiligen - da bin ich fussläufig in 10 min.
Ich überlege jedenfalls.
Das macht einiges viel leichter - verteuert den Oldie (der jetzt so mitläuft) aber spürbar. Man schafft sich die Verpflichtung wieder „alles“ (zumindest die Wartung) selber zu machen? Die „technische“ Wartung hab ich aktuell „ausgelagert“..
Ich hoffe für Dich das Du jetzt einen längerfristigen Mietvertrag bekommen hast bzw. einen der sich nach Dir richtet -
Grüße an Dich - und einen guten Start in der neuen, alten Werkstatt!
Karl
Re: Der Wahnsinn geht wieder los…
Verfasst: Sa 3. Jan 2026, 22:48
von Jan
Moin in die Runde!
Das ist doch immer das gleiche Problem: haste alte Fahrzeuge, ist immer was dran zu machen. Entweder man hat genug Geld und lässt alles erledigen, oder kann sich vielleicht auch nicht selbst helfen und ist auf fremde Hilfe angewiesen, oder man braucht eine geeignete (eventuell eigene) Werkstatt um (meistens in der Freizeit) selbst Hand anzulegen.
Das hat natürlich auch seinen Preis und den muss man zu den Unterhaltskosten eines Fahrzeugs addieren.
Ich vermute, die wenigsten hier haben eine eigene Werkstatt, in der sie nach Bedarf und Herzenslust monatelang mal eine Hebebühne blockieren können um das D-Modell wieder flott zu bekommen. Oft ist es die berühmte Tiefgarage in der Stadt, oder dergleichen, wo Selbermachen nicht möglich ist.
Ich habe das Glück auf dem Land zu wohnen (30km vor Frankfurt), aber gleichzeitig das Pech schlechte Bus- und Bahnverbindungen zu haben. Also ist man hier auf's Auto angewiesen, was bei Berufspendlern wir mir den Nachteil der Kosten für Fahrzeuge und Energie mit sich bringt (wenn ich's mir Recht überlege, war das schon mein ganzes Leben so, obwohl verschiedene Wohnorte und Jobs).
Der Vorteil in meiner Situation ist die Lage (aber würde ich in der Stadt leben und arbeiten, bräuchte ich vermutlich auch gar kein Auto): wir haben hier genug Platz und das Glück in einem Haus mit Doppelgarage zu leben, das zudem meinem Vater gehört. Deshalb konnten wir diese Garage vor vielen Jahren so vergrößern, dass dort sein Wohnmobil drin Platz findet (er selbst lebt nämlich in der Stadt und hat dort keinen Platz dafür).
Und glücklicherweise ist auf dem Grundstück noch so viel Platz, dass wir hier ein großes Carport errichten konnten; so groß, dass besagtes Wohnmobil jetzt dort stehen kann und links und rechts daneben jeweils noch ein weiteres Fahrzeug passt! Und damit ist die Garage zur Werkstatt (für den Eigenbedarf) mutiert.
Eine Weile hatte ich ein Segelboot aus Sperrholz darin stehen, an dem ich gearbeitet habe, dann hat unser Nachwuchs Führerschein und Auto bekommen und ich jede Menge Arbeit damit. Und weil man bekanntlich nicht jünger wird und wir nun 3 Alltagsfahrzeuge hatten, die natürlich auch immer wieder was haben, wurde endlich eine gebrauchte Hebebühne installiert.
Aus Kostengründen habe ich schon mein ganzes Autoleben an den Karren geschraubt und geschweißt. Dabei von Ente, Acadyane, Dyane Pickup, Ami8Super, HY bis BX fast das ganze Cit. Programm durchgehabt. Zuletzt hatten wir noch einen Fiat Ulysse (als Familienvan) und kurz einen C5. Gerade plage ich mich mit einem Opel Zafira B ab (mein erstes deutsches Auto bisher!), solange die ID noch nicht fertig ist (Chassis ist fast komplett, es fehlen "nur" noch alle Anbauteile).
Und die wiederum blockierte knapp ein Jahr lang die besagte Hebebühne, auf der gerade nacheinander unsere Alltagskarten für den TÜV vorbereitet werden. Dann kann die ID finalisiert werden und nach ca. 2 Jahren endlich wieder auf die Straße!
Ja und es ist wie so oft wenn man alles selbst machen kann, dann macht man es eben auch selbst, weil man nie soviel übrig hat, dass man es sich leisten kann andere dafür zu bezahlen. Es sei denn, es ist etwas wofür man spezielle Ausrüstung und Schulung benötigt, dann bin ich auch aufgeschmissen. Wie moderne Fahrzeuge das so mit sich bringen: Stichwort Elektronik, Software und den ganzen Sensorkram! Das ist einer der Gründe, warum ich mich auf die Reparatur der ID eingelassen habe! Ich möchte ein Fahrzeug fahren, an dem ich alles selbst reparieren kann! Keine Elektronik, keine unbeherrschbare Technik, kein unnützes Gedöns, das kaputt gehen kann und dann ex und hopp!
Dazu kommt natürlich noch die Leidenschaft, sonnst hätte es auch eine Ente werden können.
Aber mit Ende 50 kann man schon mal damit anfangen DS zu fahren, sonnst ist es am Ende vielleicht zu spät!
In diesem Sinne: Frohes Neues Jahr euch allen!
Bonne Route!
Jan
Re: Der Wahnsinn geht wieder los…
Verfasst: So 4. Jan 2026, 08:38
von COB
"Ich möchte ein Fahrzeug fahren, an dem ich alles selbst reparieren kann! Keine Elektronik, keine unbeherrschbare Technik, kein unnützes Gedöns, das kaputt gehen kann und dann ex und hopp!"
Als leicht zu reparierendes Auto - selbst am Straßenrand bei Regen und Schnee und Hauptstraße daneben - ist die Ente nahezu unschlagbar. Du hattest doch sogar eine. ID/DS liegt mit Sicherheit ein paar cm daneben.
"Dazu kommt natürlich noch die Leidenschaft, sonnst hätte es auch eine Ente werden können."
Ente als Beispiel? Also keine Leidenschaft für Ente? Muss bei Dir auch nicht. (Es gibt ja tausende Fahrer auf 2CV-Treffen, von denen fast jedes größer als ein ID/DS-Treffen ist. In A-Kreisen schaut man oft mitleidig und verständnisarm auf den, der sich eine schwierige ID/DS "angetan" hat.)
Grüße von einem A- und D-Modell-Fahrer, der beide Arten sehr mag und, wenn er sich auf Dauer entscheiden müsste, das A-Modell nähme.

Re: Der Wahnsinn geht wieder los…
Verfasst: So 4. Jan 2026, 09:19
von Michael Klette
Hier im Bergischen kann man von einer Werkstatt nur träumen. Ich habe noch keine unter 350,-€ plus Nebenkosten angeboten bekommen. Garagen fangen mit Glück bei 70,-€ an. In meiner Garage kann ich schon viel machen. An meiner Estafette habe ich sogar schon den Motor gewechselt, den kann man allerdings fast alleine bewegen. Bei der ID reicht es für "kleinere" Reparaturen. Zylinderkopf, Lenkung etc. kein Problem. Die hohen Kosten für eine Werkstatt haben mich aber nun über eine sehr kostspielige Reparatur hinweg getröstet. In 30 Jahren Werkstattmiete wäre da eine ganz andere Summe zusammen gekommen.
@Robert: Interessant was Du zu Deinem Zweithobby schreibst. Ich bin seit Jahren Fan der 3000er Serie von Wega. Die Verstärker sind noch alte Röhrenverstärker. Die haben einen wunderbaren Sound und ein tolles Design. Wäre mal interessant in einem eigenen Thread zu erfahren, welche Hobby's neben den D-Modellen hier im Forum noch bestehen.
Gruß Michael
Re: Der Wahnsinn geht wieder los…
Verfasst: So 4. Jan 2026, 10:03
von Carsten_SM
Moin,
Ich hab ziemlich günstig eine kleine Halle und einen Nebenraum, zwischen Kassel und Gö.
Zweithobby ist, dort aus einem Schwerlast- Unimog einen Camper zu bauen, um damit in einigen Jahren nach / durch Afrika zu fahren….
Viele Grüße,
Carsten
Re: Der Wahnsinn geht wieder los…
Verfasst: Mo 5. Jan 2026, 23:36
von Jan
@ COB: Moin, wir kennen uns noch nicht, ich bin hier noch relativ neu im Forum und Du offenbar schon länger dabei. Habe auch Deinen Namen auf die Schnelle nicht gefunden, da Du Deine Posts offensichtlich nicht unterzeichnest, sei's drum, vermutlich kennen Dich sonst alle. COB; Wofür steht das denn bitte?
Was ich aber mit meiner Ausführung gemeint habe ist, dass ich die alten Fahrzeuge ohne Plastik-Fantastik und Bordcomputer immer den modernen vorziehen würde - egal ob Käfer, Ente, oder R4! Denn da lässt sich alles zerlegten, wieder reparieren und zusammensetzen. Dass einem das bei Eis und Schnee am Straßenrand nicht unbedingt gelingen mag, ist eine andere Sache, da gebe ich Dir Recht. Ich wollte nur verdeutlichen, dass es prinzipiell für mich als fortgeschrittener Laie (also nicht ausgebildeter Mechatroniker) ohne Spezialwerkzeug und Diagnosegerät bei den alten Karren meistens möglich ist, sie zum Laufen zu bringen, bzw. ich kann sie selbst reparieren. Und ja, auch da gebe ich Dir Recht: das D-Modell ist natürlich anspruchsvoller als ein A-Modell - klar! Aber ich vergleiche sie mit den ganzen modernen Karren auf unseren Straßen - was machst Du da? ADAC, oder andere fremde Hilfe!
Und was die Leidenschaft angeht: ich bin 13 Jahre lang ab Führerscheinerwerb fast nur Ente gefahren! Ich wollte gar kein anderes Fahrzeug, selbst nach Ausbildung mit eigenem Geld. Habe auch einige Welttreffen besucht (Frankreich, Schweiz, Griechenland) und kannte jede Schraube meiner Ente beim Vornamen! Parallel besaß ich noch 8 Jahre lang HYs. Also ja, da ist Leidenschaft vorhanden, wenn es sich auch oft um Leiden im Wortsinn handelte - das Thema Citroën hat bei mir nie ganz nachgelassen.
Übrigens waren meine Autos bis auf ganz wenige Ausnahmen nie in fremden in Werkstätten - ich habe immer selbst geschraubt - autodidaktisch und learning by doing - erst aus finanziellen Gründen, dann weil ich es eben konnte und gerne machte, jetzt ist es eine Mischung aus allem.
Allerdings sind die letzten beiden Autos dieser Art (2CV und HY), die ich fuhr, bei unverschuldeten Unfällen zu Schrott mutiert - ich war jeweils am Steuer und bin mit Schrammen und blauen Flecken, jedoch glücklicherweise lebendig da raus gekommen! Aber das ist jetzt auch schon etwa 25 Jahre her.
Danach gab es eine Phase mit "modernen" Autos (BX, 2 Stück, Ulysse, C5 und Zafira).
Nur habe ich mittlerweile diese modernen Autos satt! Darum wollte ich eben zurück zu den Wurzeln, jedoch sind mir die Enten mittlerweile zu teuer geworden und als Alltagsauto wollte ich sie auch nicht mehr fahren.
Da aber schon seit Ewigkeiten DS Fan, wollte ich nicht bis zur Rente darauf warten. Darum habe ich mich eben vor 2 Jahren dazu entschlossen mir diesen Traum zu verwirklichen... Und das gelingt mir momentan wieder durch learning by doing: alte ID gekauft, Stück für Stück zerlegt, nach und nach neue Teile und Bleche eingesetzt wo nötig und Rost und Dreck entfernt und neu beschichtet und konserviert, damit die Dame die nächsten 20-30 Jahre überstehen kann.
Aber wie das dann mit der Leidenschaft so ist:
Während der Reparatur (ich benutze bewusst nicht das Wort Restauration), stelle ich fest, dass mir das Rundauge und das ganz alte ID-Armaturenbrett besser gefällt, als die Klagemauer - also besorge ich mir die entsprechenden Stücke und werde sie nach und nach integrieren. - Ja ich weiß, ist nicht original und so mancher hier zeigt mir einen Vogel! Ist in Ordnung - Aber ich baue mir das Auto schließlich für mich auf und nicht um damit auf DS Treffen zu flanieren. Es muss nur meinen Ansprüchen genügen (und natürlich die des TÜVs).
So! Gut, dass es gerade draußen und in der Werkstatt deutlich unter 0 Grad ist und ich keine Lust zum frieren habe - so kann ich gelegentlich hier schreiben und dabei am warmen Ofen sitzen... Der Lack kommt erst im Frühjahr auf's Blech!
Grüße
Jan