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Kupplung/Schwungscheibe

Verfasst: Do 15. Aug 2024, 11:26
von Thomas Held
Hallo,

da ich gerade das Getriebe tausche ist natuerlich auch die Kupplung dran...
Wie sieht das fuer euch aus: Die Schwungscheibe ist keine Ebene mehr sondern hat einen "Berg" in der Mitte, entsprechend die Kupplungs-Scheibe auf der Seite ein "Tal".

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Ich lese jetzt, dass man Schwungscheiben heute schleift, nicht abdreht, da man "gehaertete Stellen sonst nicht weg kriegt". Die Schwungscheibe/Kupplung ist 13,5 Jahre/112000 km alt. Damals kam eine "ueberholte" Schwungscheibe zum EInsatz. Ist diese eventuell abgedreht statt geschliffen worden und wies daher gehaertete Bereiche auf, die sich jetzt nach Verschleiss als "Berge" zeigen?
Die Kupplung lief von Anfang an nicht voellig sauber - das typische Ruckeln beim Anfahren, wenn Auto warm... zuletzt war es bei Stop and Go-Verkehr kaum noch ertraeglich.
Dass das Pilotlager der Schwungscheibe sein Fett nach aussen verloren hat ist der Hitze in dem Bereich anzulasten? Sollte man hier ein Lager mit erhoehter Lagerluft (C3) verwenden?
Gruss

Re: Kupplung/Schwungscheibe

Verfasst: Do 15. Aug 2024, 13:21
von Thomas Held
Ich lese gerade im Werkstatt-Handbuch, dass auch da schon vom Schleifen, nicht Drehen, der Schwungscheibe die Rede ist. ;)

Re: Kupplung/Schwungscheibe

Verfasst: Do 15. Aug 2024, 21:33
von sebastianklaus
Hallo Tom,
ja natürlich kann man schleifen, was den Vorteil hat, dass man evt. aufgehärtete Stellen genauso abschleift wie die weicheren Stellen und damit einen besseren Planlauf erreicht..
Ich bin gerade in meinem Haus in Südfrankreich und habe meine große Drehbank mitgenommen, ansonsten hätte ich Dir die Scheibe natürlich schnell abgedreht.
Aber jetzt mach doch vielleicht folgendes:
Wenn Du einen Kumpel mit einer großen Drehbank hast: lass ihn doch die Schwungscheibe planen und danach den Planlauf mit einer Messuhr prüfen. Wenn der Planlauf ok ist, gibt es keinen Grund, die Schwungscheibe dann nicht wieder einzubauen. Wenn das nicht funktioniert, kannst du dann immer noch eine andere einbauen. Vorteil: Wenn der Dreher Deines Vertrauens abdreht, dann kannst Du Dich auf das Ergebnis der Planlaufmessung verlassen, wenn Du irgendwo eine Schwungscheibe kaufst, können Dir die Leute irgend welchen Mist unterschieben.

Ich weiß nicht, ob ich als Pilotlager ein C3- Lager einbauen würde. Wahrscheinlich nicht. Bisher haben die normalen Pilotlager in hunderttausenden von DS und ID gut funktioniert. Wenn da ein bisschen Fett aus dem 2RS- Lager ausgetreten it: so what.

Ich hoffe, ich konnte Dir helfen.
Viele Grüße
Sebastian

Re: Kupplung/Schwungscheibe

Verfasst: Fr 16. Aug 2024, 04:02
von Til
Ich habs grad hinter mir und hatte auch Bedenken wegen dem Schleifen - hat dann aber wirklich gut geklappt - wenn das Planen mit Abdrehen klappt (messen), warum nicht - das mit dem Pilotlager sehe ich auch so wie Sebastian - wenn zuviel (und falsches) Fett, dann doch wohl auf der Kupllungswelle - die Striche auf dem Rand der Verzahnung der Kupplungssscheibe koennten ein Anzeichen dafuer sein, aber ich hab das jetzt nicht vergroessert - viel Erfolg - Til

Re: Kupplung/Schwungscheibe

Verfasst: Fr 16. Aug 2024, 11:13
von Thomas Held
sebastianklaus hat geschrieben: Do 15. Aug 2024, 21:33 Hallo Tom,
ja natürlich kann man schleifen, was den Vorteil hat, dass man evt. aufgehärtete Stellen genauso abschleift wie die weicheren Stellen und damit einen besseren Planlauf erreicht..
Hallo Sebastian,

und wieso bekommt man das mit Abdrehen alleine nicht hin? Ich glaube es ja, verstehe es nur noch nicht... ;)
sebastianklaus hat geschrieben: Do 15. Aug 2024, 21:33 Ich bin gerade in meinem Haus in Südfrankreich und habe meine große Drehbank mitgenommen, ansonsten hätte ich Dir die Scheibe natürlich schnell abgedreht.
:o
sebastianklaus hat geschrieben: Do 15. Aug 2024, 21:33 Aber jetzt mach doch vielleicht folgendes:
Wenn Du einen Kumpel mit einer großen Drehbank hast: lass ihn doch die Schwungscheibe planen und danach den Planlauf mit einer Messuhr prüfen. Wenn der Planlauf ok ist, gibt es keinen Grund, die Schwungscheibe dann nicht wieder einzubauen.
Ich habe eine Drehmaschine zur Verfuegung (muss mal sehen, ob die gross genug fuer die Schwungscheibe ist), aber wie schleife ich damit, also was fuer einen Aufsatz anstelle des Drehmeissels nimmt man da?
sebastianklaus hat geschrieben: Do 15. Aug 2024, 21:33 Wenn das nicht funktioniert, kannst du dann immer noch eine andere einbauen. Vorteil: Wenn der Dreher Deines Vertrauens abdreht, dann kannst Du Dich auf das Ergebnis der Planlaufmessung verlassen, wenn Du irgendwo eine Schwungscheibe kaufst, können Dir die Leute irgend welchen Mist unterschieben.
Ja, das fuerchte ich auch.
sebastianklaus hat geschrieben: Do 15. Aug 2024, 21:33 Ich weiß nicht, ob ich als Pilotlager ein C3- Lager einbauen würde. Wahrscheinlich nicht. Bisher haben die normalen Pilotlager in hunderttausenden von DS und ID gut funktioniert. Wenn da ein bisschen Fett aus dem 2RS- Lager ausgetreten it: so what.
Alles klar!
sebastianklaus hat geschrieben: Do 15. Aug 2024, 21:33 Ich hoffe, ich konnte Dir helfen.
Oh ja, danke schon mal.
Viele Grüße

Re: Kupplung/Schwungscheibe

Verfasst: Fr 16. Aug 2024, 20:11
von sebastianklaus
Hallo Tom,
wenn ich das richtig verstanden habe, ist Deine einzig offene Frage die, warum bei der spanenden Bearbeitung eines Drehteils, das auf dem Umfang eine unterschiedliche Härte aufweist, Planlaufabweichungen entstehen müssen.
Das ist in einem Satz erklärt:
Der Meißel hat eine endliche Biegesteifigkeit: ist das Material homogen, wird auf den Meißel durch die Schnittkraft ein gleichförmiges Biegemoment bei einer Werkstückumdrehung ausgeübt und es entsteht eine bezüglich Planlauf ideale Oberfläche. Ist die Härte auf dem Umfang unterschiedlich, ändert sich die auf den Meißel wirkende Schnittkraft, was zum Ausweichen das Werkzeugs führt und schon ist die Torte im Auge.
Das ist ein gängiges Phänomen bei der Fräs- und Drehbearbeitung, deshalb stellen die Hersteller hochgenauer spanend bearbeiteten Teile immer sehr hohe Anforderungen an die Oberflächenhärteabweichung.
Beim schleifen tritt dieses Phänomen sehr viel weniger oder gar nicht auf, je nach Art des Schleifens.
Ok, 4 Sätze.

Viele Grüße
Sebastian

Re: Kupplung/Schwungscheibe

Verfasst: Sa 17. Aug 2024, 00:04
von Claude-Michel
Danke Sebastian, wieder was gelernt.

Re: Kupplung/Schwungscheibe

Verfasst: Sa 17. Aug 2024, 00:44
von Thomas Held
Danke, da kann ich mich Claude-Michel nur anschliessen!
Ja, genau das wollte ich wissen und habe es verstanden! :)
Die Schwungscheibe ist aber zu gross fuer "meine" Drehmaschine.
Habe in Essen einen Betrieb gefunden, der Schwungscheiben schleift - mal sehen...
Viele Gruesse

Re: Kupplung/Schwungscheibe

Verfasst: Sa 17. Aug 2024, 21:37
von sebastianklaus
Sehr gern geschehen.
Schönes Wochenende !
Viele Grüße
Sebastian

Re: Kupplung/Schwungscheibe

Verfasst: Sa 17. Aug 2024, 22:18
von Doctor-D
Wenn man sich das erste Bild genau ansieht, sieht man das Tragbild der Druckscheibe auf dem Schwungrad.
Sicher hat die Kupplung gerupft, die Scheibe war verzogen.
Das ist jetzt ein bisschen Lotto, dass das nicht wieder rupft.
Das man Schwungräder an der Auflagefläche der Kupplung mitschleift, ist bekannt?