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3D-Druck erobert die Technikwelt
Verfasst: Fr 7. Jun 2024, 09:24
von Hans-Uwe Fischer
3D-Druck revolutioniert die Technikwelt und erfordert ein Umdenken. So erobert das Schichtdrucken auch die Serienfertigung. Im Video sieht man den Wettkampf zwischen zwei Einzelsystemen*. Nutzt man zudem auch noch den eingesparten Raum und den niedrigeren Preis für mehrere 3D-Printer, sind die Vorteile gewaltig. Und fällt ein Printer aus, produzieren die restlichen Printer weiter.
Sorry für den Vorspann im Video.
https://www.youtube.com/watch?v=zdv6MlFlOrA
huf
*) Beim Printer einer 4er-Pack.
Re: 3D-Druck erobert die Technikwelt
Verfasst: So 9. Jun 2024, 21:23
von M. Ferchaud
Interessant, allerdings werden hier nicht alle
Aspekte dargestellt.
Diese wären beispielsweise Oberflächenqualität, strukturelle Festigkeit, Farbigkeit…
Zudem wären noch Tests zum Thema Langzeit-Alterung durchzuführen.
Aber auf jeden Fall beeindruckende Taktzeiten - zumindest auf die hier gezeigten 1000 Teile.
Re: 3D-Druck erobert die Technikwelt
Verfasst: Mo 10. Jun 2024, 11:03
von Hans-Uwe Fischer
M. Ferchaud hat geschrieben: So 9. Jun 2024, 21:23
Interessant, allerdings werden hier nicht alle Aspekte dargestellt.
(...)
Das stimmt!
Ich kann aus der unendlichen Themenmenge nur ein paar Aspekte leicht ankratzen. Im Netz und in der Literatur werden aber alle Themenpunkte ausführlich behandelt. Auch die spezifischen Foren sind eine gewaltige Informationsquelle. Z.B.:
https://forum.drucktipps3d.de/forum/
Einen Aspekt möchte ich aber anführen:
Bisher hat der Spritzguss-Konstrukteur an seinem Arbeitsplatz seine Formen konstruiert und danach die Daten dem (externen) Formenbauer überlassen. Diese wurden dann an das System adaptiert und eingespeist. Bis dann die ersten Teile aus der Form entnommen und dem Konstrukteur zur Freigabe gereicht wurden, vergingen kostspielige Wochen und Monate. Wenn danach aber notwendige Modifikationen an der Form anfielen, drehte sich das Kosten- und Zeitkarussel solange weiter, bis es schließlich passte.
Dieser gesamte Vorgang wird heute durch einen simplen 3D-Drucker ersetzt. Der steht wie ein Papierdrucker neben dem Konstrukteurs-PC und spukt solange geänderte Teile aus, bis das Teil passt. Und das direkt am eigenen Arbeitsplatz. Dieser disruptive Prozess hat begonnen und ist unumkehrbar. Es werden in vielen Bereichen keine Formen mehr gebraucht. Die Einsparungen sind gewaltig!
Mich erinnert das an den Beginn meiner Selbstständigkeit, als ich anfangs der achtziger Jahre mit den ersten PCs in die Firmen ging um die Vorteile einer automatischen Messdatenerfassung für die SPC-Regelkarten vorzustellen. Die haben mich fast handgreiflich rausgeschmissen. Heute undenkbar.
Es lohnt sich, ins Thema einzusteigen. Ich habe auch seinerzeit mit Tränen in den Augen meinen geliebten Rechenschieber in einen elektrischen Taschenrechner getauscht. Aber, wat mutt dat mutt.
huf
Re: 3D-Druck erobert die Technikwelt
Verfasst: Mo 10. Jun 2024, 11:37
von M. Ferchaud
Alles richtig.
Ich denke, der Scheideweg zwischen klassischem Spritzguss und 3D-Druck bemisst sich (noch) unter anderem an der Bauteilgrösse.
Im Beispiel werden ja sehr kleine Bauteile gezeigt.
Einen kompletten Instrumententafel-Träger, der in zig-tausendfacher Stückzahl aufgelegt wird, im 3D-Druck herzustellen, ist, was Taktzeit und Stückzahl angeht, sicherlich noch nicht praktikabel.
Allerdings praktizieren wir das für Prototypen bereits seit mehreren Jahren. Hier wähle ich bevorzugt selektives Laser-Sintern in PA (teilweise mit Glasfaser oder Alumid), das allein durch den nach der Produktion erforderlichen Abkühlprozess viel Zeit in Anspruch nimmt, bis man das (dann allerdings sehr stabile) Bauteil in Händen hält.
Re: 3D-Druck erobert die Technikwelt
Verfasst: Mo 10. Jun 2024, 12:52
von Hans-Uwe Fischer
M. Ferchaud hat geschrieben: Mo 10. Jun 2024, 11:37
Alles richtig.
Ich denke, der Scheideweg zwischen klassischem Spritzguss und 3D-Druck bemisst sich (noch) unter anderem an der Bauteilgrösse.
Im Beispiel werden ja sehr kleine Bauteile gezeigt.
Einen kompletten Instrumententafel-Träger, der in zig-tausendfacher Stückzahl aufgelegt wird, im 3D-Druck herzustellen, ist, was Taktzeit und Stückzahl angeht, sicherlich noch nicht praktikabel.
Allerdings praktizieren wir das für Prototypen bereits seit mehreren Jahren. Hier wähle ich bevorzugt selektives Laser-Sintern in PA (teilweise mit Glasfaser oder Alumid), das allein durch den nach der Produktion erforderlichen Abkühlprozess viel Zeit in Anspruch nimmt, bis man das (dann allerdings sehr stabile) Bauteil in Händen hält.
Hallo Henning,
unsere Schnittmenge wächst.
huf
Re: 3D-Druck erobert die Technikwelt
Verfasst: Di 18. Jun 2024, 00:40
von Robert
Ich wollte kleine, komplex geformte und stark beanspruchte Polyamid-Teile, die es original als Spritzguss nicht mehr zu beschaffen gab, nach vorliegendem CAD nachfertigen lassen. Ein Betrieb bot mir einen Stückpreis von 10,- als Drehteil aus Vollmaterial an, die Druckerei rief 2,50 € auf. No-Brainer, ich habe drucken lassen. Ergebnis: Perfekte Masshaltigkeit, aber die gedruckten Teile wiegen 20% weniger als die Originale, d.h., die Dichte des Materials ist deutlich geringer bzw., da wurde eine Menge Luft mitgedruckt. Ich bin sehr gespannt auf die Haltbarkeit, habe kein gutes Gefühl. Keine Bedenken, was etwa das gedrucke Lautsprechergitter
http://www.dsclub.de/forum/viewtopic.ph ... 6f12c46069 angeht, das werde ich mir demnächst bestellen, aber ob die mechanische Belastbarkeit gedruckter Teile dem Spritzguss gleichkommt? Ich habe mich auch mit der Luftschokolade nie anfreunden können…
Viele Grüsse
Robert
Re: 3D-Druck erobert die Technikwelt
Verfasst: Di 18. Jun 2024, 08:00
von hgk
Die innere Struktur kann durch Vorwahl eingestellt werden. 20% Innenstruktur (Wabenform) ist so der Regelfall, damit es einigermaßen schnell geht und wenig Material verbraucht wird. Für höher beansprucht Bauteile im Modellbau lasse ich meist mit 50% Innenanteil drucken, aber Vollfüllung ist auch möglich.
Muß allerdings vorher besprochen werden. Da habe ich Glück, daß mein Drucker ein guter, technisch affiner Nachbar ist.
Der letzte Druck für den Enkel (Ritterburg) hat allerdings auch 5 Stunden gedauert ...
Re: 3D-Druck erobert die Technikwelt
Verfasst: Di 18. Jun 2024, 11:15
von Hans-Uwe Fischer
Robert hat geschrieben: Di 18. Jun 2024, 00:40
Ich wollte kleine, komplex geformte und stark beanspruchte Polyamid-Teile, die es original als Spritzguss nicht mehr zu beschaffen gab, nach vorliegendem CAD nachfertigen lassen. Ein Betrieb bot mir einen Stückpreis von 10,- als Drehteil aus Vollmaterial an, die Druckerei rief 2,50 € auf. No-Brainer, ich habe drucken lassen. Ergebnis: Perfekte Masshaltigkeit, aber die gedruckten Teile wiegen 20% weniger als die Originale, d.h., die Dichte des Materials ist deutlich geringer bzw., da wurde eine Menge Luft mitgedruckt. Ich bin sehr gespannt auf die Haltbarkeit, habe kein gutes Gefühl. Keine Bedenken, was etwa das gedrucke Lautsprechergitter
http://www.dsclub.de/forum/viewtopic.ph ... 6f12c46069 angeht, das werde ich mir demnächst bestellen, aber ob die mechanische Belastbarkeit gedruckter Teile dem Spritzguss gleichkommt? Ich habe mich auch mit der Luftschokolade nie anfreunden können…
Viele Grüsse
Robert
Es gibt mittlerweile tausende unterschiedliche Materialien. Und es werden täglich mehr. Es laufen bereits Untersuchungen zur verarbeitungen von Hartmetallen (siehe Foto).
(c) Disruptiver 3D-Druck. Neue Geschäftsmodelle und Wertschöpfungsketten.
huf
Re: 3D-Druck erobert die Technikwelt
Verfasst: Di 18. Jun 2024, 11:25
von Hans-Uwe Fischer
hgk hat geschrieben: Di 18. Jun 2024, 08:00
(...)
Der letzte Druck für den Enkel (Ritterburg) hat allerdings auch 5 Stunden gedauert ...
Mit welcher Fertigungsmethode wäre es denn schneller erstellt worden?
huf
Re: 3D-Druck erobert die Technikwelt
Verfasst: Di 18. Jun 2024, 14:50
von hgk
mit Lehm, allerdings nicht so haltbar ...